„Willi Weise“: mit weißem Hemd in die „Neue Zeit“

Das „Kuratorium Neue Demokratie“ versucht derzeit massiv, unter dem Stichwort „Willi Weise“ Bundestagsdirektkandidaturen zu forcieren. Die auf diese Weise geworbenen Kandidaten müssen sich an so genannte „Allgemeine Geschäftsbedingungen“ halten, die unter anderem verlangen „mit keinerlei eigenem Programm“ aufzutreten, ein Ansinnen, das für mündige Bürger, die ein Grundeinkommen doch voraussetzt, äußerst merkwürdig anmutet. Weiter wird erwartet, sich strikt an die so genannten sechs Punkte des Papiers „Deutschland bewegt sich“ zu halten.

Dort wird – in farbigen Lettern – von 299 Direktkandidaten phantasiert, die angeblich nur ihrem eigenen Gewissen statt einer Parteidisziplin folgen müssen. Sie werden schlicht „Die Weisen“ genannt. Auffällig ist hier jedoch der Widerspruch, dass die Kandidaten von Willi Weise zunächst in der Weise-Bewegung ihre eigenen programmatischen Absichten aufgeben müssen, um ihre Freiheit später im Bundestag auf wunderbare Weise wiederzuerlangen.

Diese „Weisen“ werden weiterhin als „Neue Persönlichkeiten“ bezeichnet – was stutzig machen muss: Welchem Erweckungserlebnis werden die „freien“ Kandidaten unterzogen, dass ihnen ihr Vorleben so gänzlich abhanden kommt? Das Drehbuch für die Bundestagsarbeit ist jedenfalls bereits verfasst: Die Herausgabe eigenen Geldes („Die Weisen“ zahlen „Realgeld“), „professionelle Entschuldung“, Arbeitsplätze werden mittels einer „repräsentativen Umfrage“ erfasst und „realisiert“, „Gesundung der Menschen“ und „Aufwertung von Kunst und Handwerk“ sind weitere Punkte. Zu guter Letzt kommt auch das deutsche Volk zu seinem Recht, dessen Land immer noch „Besatzungsgebiet“ sei, was mit Hilfe „befreundeter Völker“ geändert werden müsse.

Dabei soll keineswegs gesagt werden, dass alle Programmpunkte der Weise-Bewegung unisono abzulehnen seien – die hochproblematischen Belastungen durch das Zinssystem sind ja längst kein Geheimnis mehr und keineswegs exklusive Einsicht von „Willi Weise“. Schwierig für denkende Menschen ist jedoch, zu übersehen, dass hier mal wieder mit grobem Keil und ein paar Binsenweisheiten das Blaue vom Himmel versprochen wird, nach dem schlichten Motto „Wir müssen da schon zu überraschenden – wenn nicht gar abenteuerlichen – Mitteln greifen, dann ist die Neue Zeit da.“

Der angeblich so freie, nur seinem Gewissen verpflichtete Willi-Weise-Abgeordnete muss den neuen Zauberkasten jedoch nicht völlig alleine beherrschen. Denn, wie gesagt, seine Souveränität relativiert sich durch die Weisheit des großen Vorsitzenden und dessen „Kuratorium Neue Demokratie“, das ganz unbescheiden als „Schule“ bezeichnet wird: Schulungen durch Friedrich Schönbeck. Doch ohne Widerspruch bleibt auch „Willi Weise“ nicht: Die Initiative in Ulm hat bereits abgelehnt, Schönbeck beim Unterschriftensammeln für seine Direktkandidatur zu helfen. Auch andere Initiativen bleiben reserviert.

Um der „Zersplitterung der vielen guten Initiativen“ der letzten Jahrzehnte vorzubeugen, werden die Mitglieder, die mindestens 10 Euro im Monat spenden müssen, auf Willi-Weise-Symbolik und Entscheidungen eines „Ältestenrates“ verpflichtet. Wie heißt es doch so schön: „Der totale Machtwechsel für eine von Grund auf Neue Demokratie kann jetzt endlich durch gemeinsame Strategie und durch das Einhalten gemeinsamer Regeln wahr werden!“ Also frei nach dem Motto – wer Freiheit und Demokratie endlich realisieren will, sollte auf Zeit darauf verzichten, ein mündiger Bürger zu sein. Man muss Herrn Schönbeck keine bösen Absichten unterstellen, wenn man nüchtern feststellt: So geht´s nicht! Wer Freiheit und Demokratie ernsthaft umsetzen will, darf keine sektiererischen Strukturen aufbauen, sondern muss weiter mühsam versuchen, durch Argumente zu überzeugen – große bunte Lettern und höhere Weisheit-Tamtam helfen auf diesem Weg nicht weiter!

Direktkandidaten für das Grundeinkommen sollten sich untereinander austauschen – ohne Weise-Zwang und ganz einfach aus freien Stücken, um sich besser Kennen zu lernen und zu unterstützen. Ein bisschen Realismus schadet dabei übrigens nicht. Auch wenn die Willi-Weises es ihren Kandidaten verbieten(!), Zweifel an der Behauptung zu wecken „Willi Weise kriegt alle Erststimmen“, ist der Frust schon vorprogrammiert, wenn diese Massensuggestion sich am Ende als Strohfeuer entpuppt. Die Direktkandidaturen sind in erster Linie ein Mittel der Öffentlichkeitsarbeit – von Trittbrettfahrern wie „Willi Weise“ sollten wir uns dabei nicht ablenken lassen. Auch wenn sie nach den Wahlen wieder verschwunden sind, wird der Kampf für das bedingungslose Grundeinkommen weitergehen.

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Marxblog
Willi Weises AGB
Kritischer Artikel BGE-Portal

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15 Kommentare:

  1. schrieb am 07.07.09 um 22:04 Uhr ( Permalink ):

    Wenn auch spät, so bezieht das Netzwerk endlich eine konkrete Stellung! Bei der Bundeswehr gäbe es für soviel „Heldentum“ einen Orden. Für einen sozialen, auf Grund der Einsicht in die Notwendigkeit handelnden Menschen sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, auch unter Gefahr für sich selbst zu helfen. Das hat Christoph Schlee mit seinem Beitrag hier getan: Er stellt sich gegen Prof. Götz Werner, der, offensichtlich voreilig, eine Wahlempfehlung für „Willi Weise“ gegeben hat (UDZ-Newsletter). Wie die Basler Filmproduzenten damit zurecht kommen, lassen wir jetzt mal außen vor. Das soziale Europa wird nicht (nur?) am Hindukusch verteidigt. Es wird in erster Linie durch mutige Frauen und Männer in Deutschland verteidigt. Christoph Schlee hat hier öffentlich Stellung gegen Götz Werner bezogen. Allein das wäre unserer Bundeskanzlerin am Hindukusch einen Orden wert!

  2. Viktor Panic
    schrieb am 08.07.09 um 03:57 Uhr ( Permalink ):

    Neben der Kritik am Willi-Weise-Franchise hätte ich mir ein paar – vielleicht lobende? – Worte gewünscht zur genialen Idee, um Erststimmen zu werben, statt um Zweitstimmen.
    Denn wer die Grundeinkommens- und Bürgergeld-Befürworter um ihre Zweitstimme bittet, für eine Partei, die es diesmal garantiert nicht schaffen wird, der fordert sie praktisch dazu auf, sich selbst zu entmündigen.
    Nein, dafür ist die Bundestagswahl zu wichtig! Ihre Zweitstimmen sollten Linke einer linken Partei (SPD, Grüne oder Linke) geben, und Bürgerliche einer bürgerlichen (CDU/CSU oder FDP), auf dass unsere Volksvertretung nicht VERZERRT werde! Ein Zeichen zu setzen für das Grundeinkommen/Bürgergeld, dafür ist die ERSTstimme besser geeignet!

  3. schrieb am 09.07.09 um 14:36 Uhr ( Permalink ):

    Dass bei einer ins Unprofitable fallenden Unternehmung festverzinsliche Beteilungen Dritter hochproblematische Belastungen für die Eigenkapitalrendite mit sich bringen können (bis hin zur Pleite), ist mir ja durchaus klar. … schwierig nachzuvollziehen ist allerdings, was das ominöse „Zinssystem“ in politischen Programmen im Zusammenhang mit dem Grundeinkommen verloren hat. Denn hochproblematisch ist meines Erachtens vor allem, dass „der Zins“ absolut nicht zufällig das ideologische Herzstück darstellt im völlig verqueren Weltbild antisemitischer Bewegungen des 19. und 20. Jahrhunderts (Vgl. etwa Gottfried Feder: Manifest gegen die Zinsknechtschaft). Es sollte also laut und deutlich gesagt werden, dass vor allem dieser Programmpunkt der „Weise-Bewegung“ in entsprechender Deutlichkeit abzulehnen ist. Die Urheber dieser Bewegung wissen übrigens, was sie tun: Auf einer Seite „Wissen“ auf deren Website, unter dem Stichwort „Antisemitismus“ versuchen sie sogar schon mal vorzubauen. Diese Art der begrifflichen Vorneverteidigung gilt allerdings in der Antisemitismusforschung auch schon eher als alter Hut…

  4. Theophil Wonneberger
    schrieb am 10.07.09 um 11:31 Uhr ( Permalink ):

    Danke an Christoph Schlee für diese sehr ausgewogene Einschätzung der Willi-Weise-Initiative. Auch wenn es auf den ersten Blick erfreulich erscheint, so wird doch auf den zweiten schnell klar, dass es bei dem Projekt einen deutlichen Widerspruch gibt: Die Übernahme von freiheitsorientierten Bestrebungen wie die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, die Forderung nach einem bundesweiten Volksentscheid oder die Abschaffung der Zinswirtschaft in ein System politischer und finanzieller Abhängigkeit. Auch bei der begrifflichen Übernahmen, z.B. durch die Bezeichnung der lokalen Gruppen als „RegioWir“ scheint es v.a. um eine symbolisierte Nähe zu alternativen und durchaus progressiven Projekten wie regionale Komplementärwährungen oder die Schweizer WIR-Genossenschaft zu gehen.
    Wie schnell eine derartige Vermischung neuer und alter Reformideen mit einem demokratietheoretisch unklaren Gesamtprojekt für Verwirrung sorgen kann, zeigt m.E. der Kommentar von Michael Klockmann, der reflexartig stereotype Antisemitismus-Vorwürfe produziert und sogar Bewegungen mit Einzelpersonen verwechselt.

  5. Selber Denken
    schrieb am 11.07.09 um 08:31 Uhr ( Permalink ):

    @Klockmann. Dieser ewige Vorwurf des Antisemitismus an Zinskritikern ist auch ein alter Hut und somit ist es auch nicht verwunderlich dass manche sich entsprechend profilaktisch verteidigen. Ebenso nicht neu ist die Polemik. Ich wüsste nicht, was an dem Zinssystem ominös ist oder wollen Sie bezweifeln dass wir eins haben? Auch nicht neu ist, dass der Antisemitismusvorwurf hier wieder unbelegt angeführt wird. Sie machen mit keinem einzigen Satz klar was an einer Zinssytemkritik gegen Juden gerichtet sein soll. Allein die Tatsache, dass bei weitem nicht nur Juden von dem System profitieren (Ich denke es ist sogar eher nur eine Minderheit, wie Juden in der Weltbevölkerung nur eine absolute Minderheit sind), führt solche Annahmen ad absurdum.
    Desweiteren steht bei Zinskritikern nicht der Profiteur im Fokus sondern die ungleiche Verteilung von Geld die aufgehoben werden soll. Es geht um eine Entschärfung von Machtverhältnissen. Jedem echten Demokraten sollte dabei eigentlich egal sein, wem die Macht dabei aus der Hand gerissen wird. Ansonsten macht man sich damit zu einem ominösen Systemverteidiger.

  6. Stephan Kundinger
    schrieb am 12.07.09 um 11:26 Uhr ( Permalink ):

    Aus dem Artikel spricht m.E. in erster Linie die Angst, die „falschen“ könnten dem Netzwerk das „eigene“ Thema wegnehmen. Warum so aufgeregt? Wie kommt Christoph Schlee dazu, reflexartig von „Trittbrettfahrerei zu sprechen, wenn jemand anders als er das Thema Grundeinkommen für sich aufgreift? Das Netzwerk sollte nicht so tun, als ob es das BGE erfunden hat.

    Ich fühle mich zwar auch nicht besonders angezogen von der Rhetorik auf den Weise-Seiten. Aber selbst wenn man mal anheimstellt, daß das Schönbeck mit diesen eidesstattlichen Erklärungen die „Weisen“ auf seine persönliche Linie trimmen will (was a nicht 100% klar ist und was b wohl ohnehin nicht funktionieren würde), bliebe ihm immer noch das Verdienst, neue Gesichter in den Bundestag gelotst zu haben. Vorausgesetzt, die Truppe holt tatsächlich eine nennenswerte Zahl von Direktmandaten, was ja auch noch völlig offen ist.

    Falls es gelingt, werden da wohl einige ihr blaues Wunder erleben. Das gilt für die Weise-Kandidaten genauso, wie die vom Netzwerk präferierten Kandidaten. Gruppendynamisch ist der Bundestag ja eine weitgehend geschlossene Gesellschaft, in der seit Jahrzehnten eine klare Hackordnung herrscht. Das läßt sich nicht so einfach aufbrechen, indem man sich da reinsetzt und glaubt, jetzt könne man mitreden. Falls sich da ein Trend abzeichnet, daß über die Erststimmen zunehmend Seiteneinsteiger ins hohe Haus kommen, wird wohl erstmal versucht werden das Wahlrecht entsprechend zu „korrigieren“.

    Wie dem auch sei. Im Moment wäre es schon viel wert, wenn es überhaupt gelingt, die althergebrachten Strukturen unseres Parteiensystems ein wenig aufzulockern.
    Ich denke das Netzwerk würde besser aussehen, wenn es etwas entspannter mit dem Weise- und anderen Phänomenen umginge.

  7. schrieb am 13.07.09 um 14:12 Uhr ( Permalink ):

    Wem das Elaborat von Gottfried Feder noch nicht Beleg genug ist, der sei gerne noch verwiesen auf: Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Zitat, S.101: „Wesentlich an diesem kleinbürgerlichen Antisemitismus ist, dass er nicht ideologisch argumentiert und sich auf eine gewisse wirtschaftliche wie gesellschaftliche Erfahrung, die Verbitterung nur allzu verständlich macht, berufen kann. Diejenigen nämlich, die gewohnt gewesen waren, die Hilfe des Staates in Anspruch zu nehmen, sahen sich innerhalb der kapitalistischen Wirtschaft auf den Kredit der Banken verwiesen, und diese Banken konnten in der Vorstellung des kleinen Ladenbesitzers und Handwerkers nur die gleiche Gestalt des Ausbeuters annehmen, die der Unternehmer in der Vorstellung des Arbeiters angenommen hatte. Der Unterschied war nur, dass die Arbeiter … recht gut wussten, dass der Unternehmer die doppelte Funktion erfüllte, sie auszubeuten und die Produktion zu ermöglichen, während der Bankier nur als unproduktiver Ausbeuter, als Aussauger auf der Bildfläche erschien. Schließlich spielte der Bankier keine Rolle in dem Geschäft, das er durch seinen Kredit angeblich ausbeutete, außer der eines gewissermaßen stillen, unerbetenen Teilhabers, ohne den es nun einmal nicht abging, wenn man erstmal in Schwierigkeiten gekommen war. Es gehört wohl nicht viel Vorstellungskraft dazu, um zu verstehen, dass derjenige, der sein Geld ausschließlich dazu benutzt, mehr Geld zu machen, bitterer und nachhaltiger gehasst wird als derjenige, der seine Profite auf einem langen und komplizierten Umwege des Produktionsprozesses erwirbt. Da zu jener Zeit noch niemand um Kredit nachkam, der ihn nicht unbedingt sofort brauchte, erschien der Bankier nicht als Ausbeuter von Arbeitskraft, sondern als Parasit des Elends und des Unglücks.“ … der aber bei einer Pleite (der „Realwirtschaft“) genauso in die Röhre schauen kann, wie irgend wann demnächst auch die kleinbürgerlichen Sparerpurzelchen, bei denen er das Kapital zur gefälligen Selbstvermehrung eingesammelt hat. Wo nichts mehr ist (nämlich, Profit, Rendite, also Ausbeutung) hat der Kaiser sein Recht verloren, das Geld ist futsch und die Zinsen kannste vergessen…

    Wichtig zum Verständnis des Problems ist auch: „Uns beschäftigt hier nicht das Phänomen des Judenhasses, der in der Geschichte von untergeordneter und in der Politik ohne alle Bedeutung ist. Was aber den Antisemitismus anlangt, so ist offensichtlich, dass er politisch nur dann relevant und virulent werden kann, wenn er sich mit einem der wirklich entscheidenden Probleme der Zeit verbinden kann.“ Und das versucht er gerade.

  8. schrieb am 15.07.09 um 16:42 Uhr ( Permalink ):

    Unabhängig von der Verbindung mit dem Antisemitismus ist die Geschichte mit der „Zinsknechtschaft“ denkbar ungeeignet, um zusammen mit dem BGE vertreten zu werden.

    Die Idee mit den Direktkandidaturen zum Bundestag, also die Nutzung der Erststimmen, ist auch alles andere als neu. Seit einigen Jahren wird sie schon in Verbindung mit dem Thema „Volksabstimmungen” (leider ohne BGE) von den „Unabhängigen Kandidaten” bzw. deren Nachfolgeorganisation „Für Volksentscheide” (http://fuervolksentscheide.de) versucht. Allerdings hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch niemals (!) ein/e parteiunabhängige Kandidat/in in den Bundestag geschafft, man sollte also wohl nicht allzu viel von „Willi Weise” erwarten/erhoffen/befürchten (auch nicht von den wirklich unabhängigen BGE-Kandidat/innen).

    Was das „Heldentum” angeht, sich öffentlich gegen Goetz Werner bzw. seine z.T. reichlich wirren Aussagen bzw. Positionen zu stellen, so muss ich (mehr wegen des inhaltlichen Kritik als ob der Aussicht auf irgendeine Ordensverleihung durch Matthias Dilthey) wieder einmal auf http://politik-werkstatt.de/Nicht-Programm.htm#GoetzWerner verweisen.

  9. schrieb am 19.07.09 um 21:28 Uhr ( Permalink ):

    In erster Linie geht es bei Willi Weise um die Direkte-Demokratie durch die Bürger von unten nach oben. Mir liegt es fern auf irgendeine Weise jemandem etwas von oben nach unten aufzuinstruieren. Ansonsten müsste ich euch recht geben, dass Willi Weise nichts mit Neuer Demokratie zu tun haben kann. Ich denke aber dass es eben gerade darum geht etwas Neues zu schaffen und sich die Unabhängigen auch so verhalten möchten. Zum Ältestenrat möchte ich die AGB zitieren indemen ihre Funktion genau erläutert wird:

    Der Ältestenrat ist die Institution innerhalb der Volksbewegung Willi Weise, die autorisiert ist, solchen Personen die Mitwirkung zu verbieten und sie auszuschließen, welche die Willi-Weise-Bewegung schädigen. Nicht zuletzt ist dabei an verdeckte Quertreiber und Maulwürfe gedacht, die als Störer von oppositionellen Kräften – oder gar als „Bewährungshelfer“ von „höchsten Stellen“ – eingeschleust sind. Dieser Punkt 6 klingt wenig demokratisch, schützt jedoch vor eingeschleusten Störern.

    Auch bezüglich der Programmversprechen darf es hierbei nicht ohne Befragung der Bevölkerung geschen. Dazu zietiere ich nochmals die Willi Weise AGB. Ich werde wie alle Willi-Weise-Kandidat/en/innen ein gegebenes Programmversprechen sofort umsetzen. Trotzdem lasse ich mich davon nicht vorausbestimmen. Denn mein wichtigstes Programm sollen die jeweils tagesaktuellen Ideen und Kümmernisse der Menschen in Deutschland sein; vorwiegend derer aus meinem Wahlkreis.

    Wichtig und NEU ist, dass die Poltiker auf die Menschen hören und nicht umgekehrt wie es die letzten Jahrhunderte gelaufen ist.

  10. schrieb am 20.07.09 um 13:24 Uhr ( Permalink ):

    Ich möchte nur mitteilen, dass Herr Günter Dennhoven, nachdem er in Melsungen an einer Versammlung teilgenommen hatte, sehr schnell festgestellt hat, dass man dort zwar etwas versucht aufzubauen aber es nicht verwirklicht bekommt.

    Ihm wurde, als er sich als Direktkandidat für den WK 110 – Mönchengladbach – bewarb mitgeteilt, dass 242 WK belegt seien. Davon ist man aber weit entfernt.

    Zur Zeit sind es wahrscheinlich nicht einmal 100 und diverse Personen mit denen ich in Kontakt trat, haben auch gar nichts unterschrieben und sind somit frei von Willi Weise (WW).

    Wichtig wäre eigentlich nur, dass alle „parteilosen Kandidaten“ die für ein Grundeinkommen auf der Wahlliste erscheinen an einem Strang in dieselbe Richtung ziehen müssen um wirklich etwas zu erreichen.

    Denn letztlich steht fest, dass alle Parteien immer vor der Wahl Versprechungen machen und nach der Wahl klingt es eher danach: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

    Wenn die Menschen in der Zeit vor der Wahl entsprechend informiert werden, dann wäre es doch wundervoll wenn die parteilosen Direktkandidaten den Parteien das Leben ein bisschen schwerer machen würden.

    Wer dazu beitragen möchte, der sollte sich auf jeden Fall in den E-Mail-Verteiler bei http://www.grundeinkommen.eu eintragen um auch über deren Aktivitäten auf dem Laufenden zu sein.

    In Mönchengladbach wird jedenfalls Günter Dennhoven, leider unter dem Stichwort „Wählergruppe: Grundeinkommen“ auf der Wählerliste erscheinen.
    Er hat sich von WW getrennt, hält es aber für wichtig, für das „Bedingungslose Grundeinkommen“ sich entsprechend einzusetzen.

    In diesem Sinne, lasst uns an einem Strang ziehen!

  11. schrieb am 31.07.09 um 18:15 Uhr ( Permalink ):

    Hallo Ihr Lieben,
    schön, dass es Euch und eure Initiative gibt. Jeder sieht das Thema aus einem anderen Blickwinkel und jeder glaubt, die eigene Wahrheit zu kennen. Wenn etwas entsteht, ob alt oder neu sei dahin gestellt, wird erst einmal alles auseinander genommen. Kann man vielleicht auch mal einen anderen Weg gehen, als die übliche Meinungsmacherei? Wir wollen doch im Grunde unseres Herzens alle das Gleiche. Das könnte zum Beispiel sein, hier auf diesen Planeten glücklich zu leben. Doch mit eurer Strategie wird das nichts, wenn sich alle gegenseitig zerfleischen. Hat jemand schon einmal darüber nachgedacht, dass das Leben viel einfacher sein könnte, wenn man es nicht so kompliziert gestaltet würde?

    Nun, ich habe mich bei Willi Weise als Kandidatin angemeldet, weil ich mir darüber bewußt geworden bin, dass ich so in diesem Land nicht mehr leben möchte und ich kenne viele Menschen, die das auch nicht mehr wollen. Aber wie ändert man das? Die Lösung liegt in unseren Köpfen, bei jedem von uns.
    Übrigens, niemand erwartet nach irgendeiner Pfeife zu tanzen oder ein starres Programm abzuarbeiten, auch Friedrich Schönbeck nicht. Wir sind alle freiwillig dabei und wir haben auch alle eine eigene Meinung.

    Wir wünschten uns mehr gemeinschaftliches Handeln. Wir wollen unser Land mitgestalten und was wollt Ihr? Ich wünsche allen eine gute Zeit und viel Erfolg.

    Wiltrud Dettmer
    WilliWeise- Kandidat
    WK 67 Altmark

  12. Marc W.
    schrieb am 03.08.09 um 16:24 Uhr ( Permalink ):

    Ich gehe davon aus, dass sich Götz Werner gegen Trittbrettfahrer, wie die Willi Weise Aktion stellt. In seinem nachfolgenden UDZ- Newsletter lässt er das Missverständnis richtig stellen:

    Zitat:
    „3. Informationen zu williweise.de

    In unserem letzten Newsletter wurde im Zusammenhang mit den Direktkandidaten versehentlich auch auf williweise.de verwiesen. Eine Stellungnahme zu williweise.de finden Sie z.B. unter

    http://freiheitstattvollbeschaeftigung.de/blog/2009/07/willi-weise-und-konsorten-eine.htm

    Wir wollten eigentlich diesen Link setzen: http://www.archiv-grundeinkommen.de/wahlen/butawa09.html„.

  13. schrieb am 12.08.09 um 15:03 Uhr ( Permalink ):

    Ich finde es eigentlich schon mehr als unverschämt, wenn man Menschen, die bei Willi Weise versuchen, sich für ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ stark zu machen, als KONSORTEN bezeichnet.

    So, wie diese Menschen niedergemacht werden, so wird eine große Aktion, bei der 76 Willi Weise Kandidaten antreten um für das Volk als parteifreie Kandidaten für ein BGE zu kämpfen, schon versucht schlecht zu machen.

    Dort finden übrigens weder Gehirnwäsche noch sonstige sektenähnlichen Dinge statt. Wie gesagt, ich war in Melsungen und habe nette Menschen kennengelernt. Dort wird, wie überall, über Möglichkeiten gesprochen, diskutiert und niemand muss „gehorchen“.

    Wobei ich durch http://www.Grundeinkommen4u.de auch schon festgestellt habe, dass die einzelnen Kandidaten alle ihr eigenes Süppchen kochen und sicherlich kaum einer im Bundestag landen wird.

    Tja, das mit dem an einem Strang und in dieselbe Richtung scheint sehr schwierig zu sein.

    Der Wille zählt und wer nicht will, der hat schon.

  14. Klaus Voigt
    schrieb am 13.09.09 um 19:02 Uhr ( Permalink ):

    Ich möchte hier nochmal auf Michael Klockmann eingehen, der im Zusammenhang mit dem Zinssystem auf strukturellen Antisemitismus hinwies. Als Anhänger des BGE und Ökonom komme ich zwangsläufig zu der Frage der Finanzierbarkeit in Zeiten der Finanzkrise und dann zur Problematik des Zinssystems. Die beiden angeführten Belege überzeugen mich nicht, da sie den Kern des Problems nicht berühren, der für mich da lautet: Wie kann ich die exponentielle Wachstumskurve des Zinseszinses in wirtschaftliche Prozesse einbinden, die nicht exponentiell verlaufen? Es muss zwangsläufig zu Konflikten kommen, siehe jetzige Wirtschaftskrise. Und da bewegen wir uns zu funktionalen Prozessen hin und nicht zu personalisierten, bzw. Bankern als deren Stellvertretern. Es muss auch konstatiert werden, dass die herrschende Ideologie der Neoliberalen gern diese personalisierten Verweise bis zum Antisemitismusverdacht benutzt, um Menschen davon abzuhalten, nach den wirklichen Ursachen bestimmter Prozesse zu forschen.
    Es heißt also, sich selbst auf den Weg zu machen und sich mit Volkswirtschaft und Zins zu beschäftigen, um den Nebel zu lüften. Literatur gibt es dazu mittlerweile genug.

  15. schrieb am 23.10.09 um 11:16 Uhr ( Permalink ):

    Bevor der Hahn dreimal kräht: Von einem Redaktionsmitglied dazu aufgefordert, mich mit meinen massiven politisch-ethischen Bedenken nicht länger zu zieren und sie nur durch einen dornigen Blumenstrauß ätzender Polemik hindurch verklausuliert zu äußern, Tacheles: Die Topoi „Geldsystem“, „Zins“ und „Zinseszins“ haben mit gesellschaftlicher, ökonomischer Realität nichts zu tun außer im Sinne völliger Verdrehung und verweisen nach meiner Überzeugung auf eine totalitäre Ideologie im Sinne Arendts, und zwar auf die folgenschwerste, die die Neuzeit hervorgebracht hat. Sie verkehrt, verdinglicht ungleiche (aber veränderbare!) ökonomische Beziehungen zwischen Menschen in mathematische Figuren wie wie der geometrischen Wachstumsfunktion und sucht „Schuldige“, wie aktuell (nicht zum ersten Mal) die Bankiers. Mir ist klar, es eine nicht geringe Zumutung darstellt, diese Behauptungen anhand der genannten Quellen zu überprüfen und möglicherweise beschämt festzustellen, daß dem tasächlich so ist. Dieses sehr unangenehme Gefühl auszuhalten (und entsprechend umzudenken) ist allerdings in etwa das ehrenhafteste, was man hier zu Lande tun kann, von der anderen Option möchte ich hier nicht schreiben. (Belege: Zitate auf dieser Seite, http://mental-ray.de/Deutsches_Reich/9/93.pdf und weitere Belege unter http://coforum.de/?7683)

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