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Grundeinkommen - Chance in der aktuellen Finanzkrise

Adrienne Göhler plädiert im Mitteldeutschen Rundfunk für ein radikales Umdenken als Konsequenz der aktuellen Weltfinanzkrise:

Es falle „schwer, in der Krise auch eine Chance zu sehen. Es sei denn, wir denken in dieser größten ökonomischen Krise seit Bestehen der Bundesrepublik endlich radikal um und wenden uns anderen, gesellschaftlich relevanten Modellen zu, die nicht nur auf unsere Kaufkraft schielen, sondern unsere Ideen und unseren Gestaltungswillen brauchen und uns ermächtigen, unsere eigenen Geschicke in die Hand zunehmen.

Unter all den Alternativen zu den Wildwest-Methoden des Kapitalismus sticht eine durch die Leidenschaftlichkeit der Diskussion besonders hervor: Die Einführung des bedarfunabhängigen, bedingungslosen Grundeinkommens. Danach würde jedem Menschen – unabhängig von seiner sozialen Herkunft – ein monatlich garantierter Beitrag zur Verfügung stehen, der ihm gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Das Grundeinkommen ist der gesellschaftliche und psychologische Gegenentwurf zu Hartz IV, damit ein Gegenentwurf zu Scham und Würdelosigkeit.

Es lässt sich erahnen, wie es die psychische Verfassung Deutschlands verändern könnte, wenn die Angst so Vieler davor sinken würde, die Existenz zu verlieren. Denn Existenzangst ist die große Gegenspielerin der Kreativität, die wir mehr denn je brauchen. Es lässt sich erahnen, wie viele kulturell relevante Energie freigesetzt würde, wenn man mit dem eigenen Vermögen, dem eigenen Können und Wünschen etwas anfangen und gestalten könnte. Dann ginge es nämlich nicht nur um eine nachhaltige Stärkung der Kaufkraft aller, sondern dann ginge es um die Würde des Menschen. Und man stelle sich vor, die Kreativität und die Würde des Menschen hätte endlich Konjunktur.“


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