Logo Netzwerk Grundeinkommen

Netzwerk Grundeinkommen

Logo Netzwerk Grundeinkommen Flagge Grossbritanien

Von der Erwerbsarbeitsgesellschaft zur Tätigkeitsgesellschaft - Gespräch mit Götz Werner

Beitrag bewerten: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (53 Stimme(n), Durchschnitt: 4.4 von 5) Loading ... Loading ...

nach oben



18 Kommentare:

  1. Robert Bleilebens
    schrieb am 19.08.08 um 21:06 Uhr ( Permalink ):
    Die Sache mit der vollständigen Anrechnung des BGE auf das Nettoeinkommen finde ich auch nicht gut, da der Arbeitgeber hierdurch extrem bei den Lohnkosten entlastet wird; und die von Götz Werner in Aussicht gestellte Weitergabe dieser Entlastung an die Kunden durch im gleichen Umfang abgesenkte Nettopreise funktioniert nur in Branchen, in denen ein intensiver Wettbewerbsdruck herrscht. Also z.B. im Einzelhandel, in dem Götz Werners Drogeriemarktkette tätig ist. Ist dieser Wettbewerbsdruck jedoch nur schwach, dann werden Kostenentlastungen im Interesse der Erzielung höherer Gewinnmargen nicht, nur zum Teil, oder nur mit zeitlicher Verzögerung weitergegeben.

    In der Praxis jedoch wäre das auch bei Umsetzung seines Modells halb so wild, weil sich diese vollständige Anrechnung nicht durchsetzen ließe - der Arbeitnehmer kann ja auch nein zu dem Job sagen, wenn zu viel angerechnet wird! Außerdem vermindert die Anrechnung den positiven finanziellen Arbeitsanreiz ganz erheblich. Weil auf absehbare Zeit dieser finanzielle Arbeitsanreiz erhebliche Bedeutung haben wird, funktioniert das so nicht. Götz Werner setzt daher überwiegend auf nichtfinanzielle Anreize. Daher ist diese vollständige Anrechnung des BGE auf den Nettolohn nur Götz Werners Wunschdenken und würde bei Umsetzung seines Modells so nicht realisiert werden. (Es käme allenfalls zu einer partiellen Anrechnung des BGE auf die Nettolöhne).

    Er tut gut daran, den gesetzlichen Mindestlohn abzulehnen, denn der ist bei einem hohen BGE, wie er es vorschlägt, ohnehin überflüssig und er stellt außerdem einen Eingriff in die Autonomie des Arbeitnehmers da. Beim BGE geht es jedoch darum, den Menschen mehr Autonomie zu geben, und nicht darum, diese mit staatlichen Zwangsmaßnahmen wieder einzuschränken.

    Zur jungen Freiheit: Solange eine Zeitung seinen Text korrekt abdruckt, kann ich nichts Verwerfliches daran finden, dort zu publizieren. Auf den redaktionelllen Teil hat Götz Werner ja keinen Einfluß. Und daß diese Zeitung die Strategie verfolgt, durch prominente Personen aufgewertet zu werden, ist richtig; Götz Werner verfolgt jedoch auch eine Strategie: Er will ja offensichtlich möglichst viele Menschen mit seinen Texten erreichen. Vielleicht konnte er so auch einige Menschen vom BGE überzeugen, die bisher dagegen waren. Und das wäre doch eine gute Sache!

    nach oben
  2. Wolfgang Schlenzig
    schrieb am 20.08.08 um 09:42 Uhr ( Permalink ):
    Bei aller Aurichtigkeit und Redlichkeit ihrer Verfechter, der Ansatz ist utopisch und naiv. Schon der reale Sozialismus ist mit am Gutmenschenirrglauben gescheitert. Es gilt, wenn auch schon 150 Jahre alt, immer noch die Marxsche Regel, nach der alles in den Boden gestampft wird, wenn nur die Profitaussichten hoch genug sind. Das passiert auch, selbst wenn da ein paar tausend Anthroposophen nicht mitmachen.

    Der Verzicht auf alle Steuern, die ja angeblich, was nicht stimmt, immer mit in den Preisen verpackt sind, entwaffnet den Staat restlos gegenüber den Unternehmern. Er ist nicht mehr in der Lage, über ökonomische Hebel Wirtschaftpolitik zu betreiben. Ein ewiger Wunsch der Unternehmer ginge damit in Erfüllung. Die Idee, die Einnahmen für ein BGE über indirekte Steuern, die automatisch abgeführt werden, zu generieren ist schon gut, aber nicht nur über Verbrauchssteuern, sondern auch über den Unternehmensertrag, die -produktivität, ökologische und ressorcensteuernde Abgaben und den Kapitalertrag betreffende Steuern.

    Die Politik muss das Primat über die Wirtschaft erlangen. Nur dann ist ein BGE unabhängig von unternehmerischen Hazardspielen, wie wir sie z.Z. allerorten erleben.

    nach oben
  3. schrieb am 20.08.08 um 21:20 Uhr ( Permalink ):
    Mit einem würdevollen BGE erlangen endlich die Bürger die Macht über die Wirtschaft und den Staat.

    nach oben
  4. Steffen Mohr
    schrieb am 05.09.08 um 13:54 Uhr ( Permalink ):
    Schön, dass sich ein Unternehmer wie Götz Werner für so eine Sache engagiert und diese auch geistig so komplex anschauen kann, wie sie es erfordert. Wichtig ist doch, zu beginnen und erste Schritte zu gehen, und genau dazu bedarf es solcher "Superstars". Denn wer hat sonst Zutritt zu Kreisen, die wirklich etwas entscheiden? Ich selbst gelange bestimmt nicht zu Herrn Köhler und anderen politischen Entscheidungsträgern.

    In Bezug auf Kommentar zwei: jegliche Idee ist in ihren Anfängen naiv und utopisch, als wäre das ein Grund nichts zu tun!

    Die Gefahr die ich nur im Moment sehe, ist das sich unterschiedliche Strömungen herausbilden, von denen jede meint, im Besitz der Wahrheit über das richtige BGE zu sein. Die Diskussion darf nicht zur Schlammschlacht intellektueller Schichten verkommen, auf denen sich jeder profiliert. Wichtig ist, dass auch einfache Leute das Konzept und das revolutionäre an dieser Idee verstehen, dass genügend Begeisterung geweckt wird für eine Sache, die in einer reichen Gesellschaft wie der unsrigen selbstverständlich sein sollte: den Überfluss aufzuteilen!

    nach oben
  5. Carl Jaegert
    schrieb am 10.09.08 um 09:08 Uhr ( Permalink ):
    Erfrischend, dass Werner so dezidiert auf eine Selbstverständlichkeit hinweist: Grundeinkommen ist kein Instrument der Armutsbekämpfung sondern eine notwendige - wenn auch nicht hinreichende - Voraussetzung für die Emanzipierung jedes Menschen. Und ich habe das Grundeinkommen auch immer so verstanden, dass es sich an jeden Menschen richtet und jedem gezahlt werden soll und nicht nur unter Voraussetzungen wie Arbeitslosigkeit, Bedürftigkeit etc.
    Da scheint sich ein gar nicht so kleiner Teil derjenigen, die sich für Grundeinkommen einsetzen, noch nicht wirklich mit der ganzen Tragweite dieser Idee beschäftigt zu haben.

    @Wolfgang Schlenzig
    Zumindest in einem Punkt scheint der Verfasser dieses Kommentars etwas vorauszusetzen, was so nicht stimmt. G. Werner - und B. Hardorp - sprechen von der sukzessiven Umschichtung aller Steuerarten auf eine Verbrauchssteuer. Unabhängig davon können z. B. ökologische und ressourcensteuernde Abgaben erhoben werden - eben Abgaben und keine Steuern. Eine Umschichtung auf eine (End-)Verbrauchssteuer wäre hier unsinnig, da z. B. die Steuerung von Ressourcenverbrauch gezielt nur an der Quelle durch entsprechende Abgaben ansetzen kann.

    nach oben
  6. Gerd Ribbert
    schrieb am 10.10.08 um 17:26 Uhr ( Permalink ):
    Götz Werner sagt: "Die Frage ist dann aber: Wie sichern wir auch bei einer Mehrwertsteuer, dass das Existenzminimum steuerfrei ist? Und das geht, indem Sie die hierbei anfallende Mehrwertsteuer dann erstatten."

    Dazu möchte ich bemerken: Heute wird die offiziell ausgewiesene Mehrwertsteuer in den Waren und Dienstleistungen des Verbrauchs des Existenzminimums gar nicht erstattet, und außerdem auch nicht die in diesen Waren u. Dienstleistungen enthaltenen verborgenen Steuern u. Sozialabgaben, die von den Unternehmen bloß vor-finanziert werden, die nach der Denkweise des heutigen Steuer- u. Abgabenrechtes aber den Arbeitgebern bzw. den beschäftigten Arbeitnehmern zugerechnet werden - eine rechtliche Fiktion, die der ökonomischen Realität nicht entspricht.

    nach oben
  7. S.H.J. Rausch
    schrieb am 26.10.08 um 01:16 Uhr ( Permalink ):
    Ich finde die Idee an sich mehr als nur sinnvoll. Ein bGE würde sicherlich dazu führen das sich Löhne wieder eher dem Wert der entgegengebrachten Leistung annähern. Und abgesehen von der erbrachten Arbeitsleistung ist dies vor allem auch Zeit. Dies wird häufig bei Lohndiskussionen übersehen.

    Ein Arbeiter der 8 Stunden täglich in einer Fabrik arbeitet opfert schließlich rund 1/4 seiner Lebenszeit dieser Fabrik bzw. den dort hergestellten Produkten, und somit indirekt auch der Gemeinschaft. Allein dadurch hat er mehr verdient als nur bloße Existenzsicherung.

    Allerdings halte ich es für schwierig, wenn nicht gar unmöglich, ein solches System isoliert in einem Staat zu realisieren.

    nach oben
  8. Gérald
    schrieb am 21.11.08 um 17:40 Uhr ( Permalink ):
    Die Idee ist liberaler, als alles, was auf dem Politmarkt sonst noch so als "liberal" angeboten wird. Es ist die logischste Sicht der Dinge, die man überhaupt haben kann! Beim "Monopoly" wundert sich doch auch keiner, daß man jedesmal, wenn man über LOS geht (=Monatswechsel), Geld erhält. BGE JETZT!

    nach oben
  9. Jens
    schrieb am 09.02.09 um 19:24 Uhr ( Permalink ):
    Es schon beinahe zum heulen. Demokratie, Soziales, Ökologisches – ja, das kommt gut an. ... Und Götz Werner? Der Milliardär und Anthroposoph verficht ein Modell des Grundeinkommens, das seinen Interessen – materiell und ideologisch – genau entspricht. Mit schönsten Worten trachtet er nach einer Herrschaft der „Eliten“ und einer vollständigen Kostenabwälzung auf die unteren Bevölkerungsschichten. Es gibt höchst unterschiedliche Modelle eines allgemeinen Grundeinkommens. Götz Werners Variante ist die unsozialste von allen. Und dahinter steht zudem das Programm einer knüppelharten Sekte, die von „wahrer Demokratie“ als „Dreigliederung“ schwafelt und damit die Herrschaft ihrer „Eingeweihten“ meint. Hierzu: Nachrichten aus der Welt der Anthroposophie http://rudolf-steiner.blogspot.com/2008/12/anthroposophie-und-sektenbegriff_4138.html Sowie weitere aufschlussreiche Beiträge dort.

    nach oben
  10. Claudia
    schrieb am 10.06.09 um 01:48 Uhr ( Permalink ):
    Dass das Thema der Anthroposophie immer noch als Sekte gehandelt wird, ist mir unbegreiflich. Es existieren genügend Publikationen von Sektenbeauftragten. Die Dreigliederung "Freiheit-Gleichheit-Brüderlichkeit" ist doch keine anthroposophische Erfindung ... Das Thema der "Schwarzarbeit" der Maschinen und Automaten, die uns unsere Arbeits- und damit auch Einkommensplätze "wegnehmen" scheint mir gar nicht ausführlicher beleuchtet zu werden. Ist doch anscheinend die Leistungsherstellung von Maschinen mehr oder weniger "steuerfrei" ? Würde nicht die Umschichtung auf Verbrauchsteuern die menschliche Tätigkeit steuerlich gleichberechtigt? Damit menschliche Arbeit, wie pflegen, erziehen, helfen etc. wettbewerbsfähig?

    nach oben
  11. Gabriel
    schrieb am 23.06.09 um 20:29 Uhr ( Permalink ):
    Das Grundeinkommen ist richtig, aber das Modell, das Götz Werner vertritt, hat keine Zukunft. Oder besser gesagt: es führt zu noch mehr Armut bei der Mehrheit der Bevölkerung und weitere Bereicherung der Superreichen (vielleicht ist das ja auch genau so beabsichtigt!). Götz Werners Ansatz: 800 bis 1000 Euro im Monat werden durch eine 50%-ige Umsatzsteuert (früher fälschlicherweise "Mehrwertsteuer" genannt) finanziert, sämtliche sonstige Steuern fallen weg. Im folgenden die wahrscheinliche, stark vereinfachte Entwicklung: 1. Wer dann 1000 Euro verdient, gibt mit Sicherheit alles aus, trägt also mit 500 Euro zum Grundeinkommen bei. 2. Wer dann 5000 Euro verdient, gibt vielleicht etwas mehr aus, sagen wir mal 1500, trägt also mit 750 Euro (= 50%) zum Grundeinkommen bei. Aber er kann 3500 Euro beiseite legen, die er nicht zu versteuern braucht, selbst dann nicht, wenn er das Geld anlegt und noch mehr Gewinn macht. Das ist nicht schlimm. Aber die Leute, die 100.000 Euro verdienen, werden 95.000 davon beiseite legen und keine Steuern dafür zahlen. Und die, die 1 Million auf der Bank haben zahlen überhaupt keine Steuern dafür, werden also nur immer reicher, ohne jemals gearbeitet zu haben. 3. Das Grundeinkommen wird über die 50%-ige Steuer auf die heutigen Preise aller Produkte finanziert. Wenn irgendwann in den Entwicklungsländern auch ein Grundeinkommen eingeführt werden sollte (was wir ja alle wünschen und befürworten) oder die Rohstoffe durch ökologische Maßnahmen teurer werden, dann werden die Preise aller Importwaren und Rohstoffe bei uns entsprechend teurer. Sollten sich die Preise zum Beispiel verdoppeln, so bräuchte der Arbeitslose bzw. Sozialhilfeempfänger nun 1000 Euro mehr, also insgesamt 2000 Euro zum leben. Da der Staat über die Umsatztsteuer aber nur 50% von der Preiserhöhung erhält, also 500 Euro, kann er das Grundeinkommen gar nicht um 1000 Euro erhöhen. Die Durchschnittsverdiener werden zwar auch mehr ausgeben müssen (und folglich etwas ärmer werden), aber da sich die Ausgaben vom Staat auch erhöht haben, ist es fraglich, ob die Mehreinnahmen reichen, um das Grundeinkommen wie benötigt zu erhöhen. Sehr wahrscheinlich wird es nur auf 1500 Euro aufgestockt, bei 2000 Euro Lebenshaltungskosten. Die Armen werden wieder ärmer, die ganz dicken Verdiener und Vermögenden spüren die Preiserhöhung kaum, da sie sowieso nur einen kleinen Teil ihres Vermögens zum leben brauchen. Irgendwann stoßen auch die Durchschnittverdiener an ihre Grenzen, sie müssen sich zurückhalten, der Konsum sinkt, mehr Arbeitslosigkeit, es folgen die bekannten Krisen.

    FAZIT:
    -----

    1. Götz Werners Modell funktioniert nur, wenn die Ärmsten der Welt weiterhin Hungerlöhne bekommen und Rohstoffe weiterhin umweltzerstörend gefördert werden, so dass die Preise bei uns niedrig bleiben.

    2. Ein stabiles Grundeinkommen kann nur existieren, wenn eine Umverteilung von ganz oben nach unten statt findet, also wenn die großen Vermögen verkleinert und nach unten weiter gegeben werden (durch Besteuerung?). Das ist auch nicht weiter schlimm, denn diese Vermögen sind ja Dank des Konsums der Bürger entstanden, und es bleibt ihnen noch genug übrig.

    Bereits 600 vor Christus hat Solon in Griechenland die Verarmung und Schuldsklaverei der Bürger dadurch gestoppt, dass das Land der Großgrundbesitzer an die Armen verteilt wurde. Was für 10 Jahre gedacht war, wurde nie wieder geändert.

    nach oben
  12. Viktor Panic
    schrieb am 25.06.09 um 05:46 Uhr ( Permalink ):
    Zur Kritik von "Gabriel": (Kritikwürdig ist die Behauptung), ein Bürger mit 5000 Euro Einkommen würde nur 30% davon ausgeben, den Rest sparen, BLOSS weil er auf diese Weise keine Steuern zahlen muss? Und einer mit 100.000 würde nur 5% ausgeben, 95% sparen?
    Nein, irgendwann müsste das Geld ja auch ausgegeben werden, und in diesem Moment spielt es dann keine Rolle mehr, ob man sein Einkommen steuerfrei hatte und es nun zur Hälfte abgeben muss, oder ob das Einkommen zur Hälfte besteuert wurde, wenn man stattdessen steuerfrei einkaufen könnte! (Abgesehen vom der Inland-Ausland-Frage.)
    (Wohlhabende) haben in letzter Zeit bitter erfahren/gelernt, dass eine übertrieben hohe Sparquote einfach nicht sinnvoll angelegt werden kann - das Geld vermehrt sich einfach nicht richtig, wenn es zuviel davon gibt, und wenn zuwenig davon für Konsum ausgegeben wird!
    Auch ich stehe Götz Werner's Konsumsteuer-Konzept (nicht skeptisch, aber) kritisch gegenüber, da ich einen solchen falschen Sparanreiz sehe; aber die Wohlhabenden lernen gerade, dass Wirtschaft ein Kreislauf ist, der ins Stocken gerät, wenn man zuviel spart. - Das gilt auch beim Werner-Modell. - Sie werden ihr Geld ausgeben MÜSSEN.

    nach oben
  13. schrieb am 26.06.09 um 11:52 Uhr ( Permalink ):
    Richtig Victor, die Annahme derartig hoher Sparquoten (bis 95%!) ist allerdings mehr als nur kritikwürdig. Allein ein kurzer Blick auf die Realität, also auf einschlägige Statistiken zur Einkommmensverwendung, verweist "Gabriels" Ausführungen ins Reich derjenigen zeittypischen Phantasmagorien, die so haltlos wie weit verbreitet sind. Die durchschnittliche Sparquote lag 2005 bei genau einem Neuntel der Einkommen. Natürlich nimmt die bei hohen Einkommen noch zu, aber selbst die Einkommensgruppe von 5.000 bis 18.000 € Monatseinkommen spart kaum mehr als ein Fünftel. (genau 21,8%, Quelle: DIA 2005, Destatis). Dass nun von den oberen 10.000, also den 0,03% Einkommensmillionären auch nur einziger wie Dagobert Duck seinen Lebensstandard unter den eines armen Schluckers mit 18.000 pro Monat absenkt, nur um keine Mehrwertsteuer zu zahlen ist so irreal wie irrelevant.

    nach oben
  14. schrieb am 27.06.09 um 16:29 Uhr ( Permalink ):
    Geld hat keinen Wert, wenn es nicht ausgegeben wird - wofür auch immer. Und hier stellt sich die Frage, ob eine "klassische" Konsumsteuer tatsächlich ALLES Geldausgeben erfasst. Und genau dies ist nicht der Fall. Wir brauchen also eine viel weitreichendere "Neue Konsumsteuer", die sämtliche Geldströme - also vor allem auch den Kauf von Börsenprodukten - einschließt. Und wenn dann die Wohlhabenden große Summen für derlei "Geschäfte" ausgeben, dann fließen unglaubliche Geldmengen in öffentliche Kassen. Dann genügt auch eine generell einheitliche "Neue Konsumsteuer von 1 % oder noch weniger. Die Steuererhebung kann automatisiert erfolgen (integriert in der Bankensoftware). Schlupflöcher gibt es nicht.
    Und ein genügend hohes BGE senkt auch drastisch die Sparwut.
    Und noch etwas: Jede(r) möge sich mal mit dem grundsätzlich fehlerhaften Geldsystem beschäftigen: "Gib mir die Welt + 5 %".

    nach oben
  15. Thorsten
    schrieb am 29.06.09 um 15:12 Uhr ( Permalink ):
    So groß der Reiz des Modells von Götz Werner durch seine Schlichtheit und Radikalität ist, hat es doch einige Tücken.

    Ein Modell, das die angesprochenen Probleme berücksichtigt ist das Dilthey-Modell (http://www.iovialis.org/download/BGE-Buch.pdf). Mit diesem scheint eine Umsetzung des BGE durchaus möglich zu sein.

    nach oben
  16. Reinhard Börger
    schrieb am 03.07.09 um 13:57 Uhr ( Permalink ):
    Götz Werner geht, wie wohl die meisten, von dem Ziel aus, dass die Wirtschaft irgendwie "gut laufen" solle. Ich sehe es dagegen als Hauptaufgabe der Wirtschaft an, die Dinge zu produzieren, die die Menschen haben wollen. Wozu produziert man dann aber etwas, dessen Konsum subventioniert werden muss. Für mich (im Gegensatz zu Götz Werner) ist das das Hauptargument für das BGE: Es entlastet die Wirtschaft vom Wachstumsdruck; es muss nichts mehr hergestellt werden, das eigentlich niemand haben will und das die Umwelt belastet, nur damit Menschen irgendwie etwas verdienen können. Mir erscheint beispielsweise aus sozialen Gründen eine progressive Einkommensteuer weiterhin sinnvoll; mit dem BGE ist sie auf jeden Fall vereinbar. Dann entfällt aber auch die Kritik am angeblich konjunkturfeindlichen Sparen. Aber abgesehen davon: Das meiste gesparte Geld landet nicht im Sparstrumpf, sondern auf der Bank, wo andere dafür konsumieren. Ob man selbst für sein Geld etwas kauft oder jemand anders, dem man das Geld geliehen hat, bedeutet doch für die Konjunktur das Gleiche. Außerdem bedeutet das BGE, dass Sparen nicht mehr bestraft wird. Wer Geld für seine Rente oder für die Ausbildung der Kinder gespart ist, muss es beim BGE im Notfall nicht mehr aufbrauchen wie heute bei Hartz IV mit seinen rigiden Regelungen zum Schonvermögen. So wird Vorsorge wieder attraktiver.

    nach oben
  17. schrieb am 08.07.09 um 00:54 Uhr ( Permalink ):
    Wirtschaft muss im Dienst der Verbraucher agieren und genau dies regulieren die Marktgesetze. Wichtig dabei ist das "Gleichgewicht der Kräfte" - soll heißen: die Allgemeinheit (Gesetzgebung) hat dafür zu sorgen, dass keine einseitigen Übergewichte weder auf der Angebots- noch auf der Nachfrageseite entstehen. Die überflutenden Angebotsmärkte der Industrienationen bedürfen dringendst einer Stärkung der Nachfrage durch die Etablierung eines teilhabefesten bedingungslosen Grundeinkommens. Parallel hierzu sind auch alle die Märkte verbiegenden Steuern und Subventionen zu eliminieren. Und dazu gehört auch die ungerechte - weil progressive - Einkommenssteuer. Die zwingend notwendigen Aufgaben im öffentlichen Interesse (Katastrophenschutz, Infrastruktur, Polizei, Öffentlicher Nahverkehr ...) können und müssen in naher Zukunft über eine permanente und generelle Partizipation an ALLEN Geldflüssen eingebracht werden.

    nach oben
  18. Andreas Roland
    schrieb am 21.05.10 um 00:06 Uhr ( Permalink ):
    Ich höre eine Menge über bedingungsloses Grundeinkommen, ich stimme zu. Ist aber leider nur ein schöner Traum, wird leider nicht funktionieren, weil es Menschen gibt die das Geld verwalten und Banken, die den Wert des Geldes diktieren, und Menschen die sofort die Lebenshaltungskosten erhöhen.

    Besser ist es, Lebensraum für alle zu verteilen. Jeder hat dann die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen. Deutschland würde ausehen wie ein riesieger Schrebergarten, und niemand müsste Grundsteuern zahlen, weil jeder frei auf dieser Erde geboren ist. Ich ziehe Selbstversorgung vor, statt Fremdversorgung. Wenn ich Geld verdienen will, ist es meine Wahl. Aber es funktioniert nur, wenn es keine Überbevölkerung gibt.

    nach oben

CMS: GravitalisRS • Template: BlogPimp, basierend auf: Sandbox