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Langzeitarbeitslose zur Pflege verpflichten?

Der Plan der Bundesagentur für Arbeit, Langzeitarbeitslose als Hilfskräfte in der Pflege von Demenzkranken einzusetzen, ist aus verschiedenen Gründen menschenverachtend. Eine Analyse von Siegfried Heim in Telepolis analysiert die gedanklichen Grundlagen und die Folgen.

Hinweis von Manuel Franzmann – Danke!


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3 Kommentare:

  1. Andreas Gurk
    schrieb am 19.08.08 um 11:40 Uhr ( Permalink ):
    Der erste Eindruck, dass Langzeitarbeitslose einer sinnvollen Arbeit nachgehen, sozial tätig sind, sich vielleicht sogar wieder besser in die Gesellschaft integrieren und teilhaben können, ist ein trügerischer Eindruck.

    Neben der Diskriminierung der betroffenen Gruppen und der Entwertung sozialer Arbeit (Ausbildung, Status, Entlohnung) wird immer deutlicher, dass sich unter den Arbeitnehmern eine Zweiklassengesellschaft etabliert und manifestiert. Menschen, die sich in der Mühle des Job-Centers befinden, werden es auf dem 1. Arbeitsmarkt immer schwerer haben, eine Stelle zu finden.

    Schein, Lüge und Umdeutung der Sprache (Hilfe statt Zwangsarbeit) hat längst begonnen und führt in letzter Konsequenz zur Entdemokratisierung. Deutlicher kann man die heutigen Probleme kaum noch vorgeführt bekommen. Die sozialen Strukturen in einer globalen Welt tragen nicht mehr und bedürfen einer neuen Ordnung im Sinne eines BGE.

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  2. schrieb am 19.08.08 um 21:28 Uhr ( Permalink ):
    Langzeitarbeitslosigkeit gibt es in allen Bildungsschichten. Wir müssen auch akzeptieren, dass es in unserer Gesellschaft auch Menschen mit einfachen und mittleren Bildungsabschlüssen gibt. Das alte Wissen wird leider durch die Computerrevolution in der modernen Wirtschaft zunehmend weniger gebraucht. Früher waren die Arbeitsverhältnisse stabiler und langfristiger angelegt.

    Wir müssen Wege finden, diese Bürger besser gesellschaftlch zu integrieren. Ein Grundeinkommen kann ein Weg für dieses Ziel sein.

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  3. Reinhard Börger
    schrieb am 20.08.08 um 10:57 Uhr ( Permalink ):
    Das BGE verändert zwar die Optionen, löst aber das Problem nicht, denn es wird wohl kaum so groß sein, dass Demente und andere Pflegebedürftige sich davon eine menschenwürdige professionelle Pflege zu angemessenen Löhnen leisten können. Sie ist aber nicht unfinanzierbar; es kommt darauf an, wie viel sie uns wert ist.

    Finanzierungtricks, die die Kosten niedrig aussehen lassen oder an Notwendigem sparen, helfen uns hier nicht weiter. Güterwirtschaftlich betrachtet müssen die geschaffenen Werte für alle reichen, auch für Pflegebedürftige, die selbst nicht dazu beitragen. Also müssen auch andere für sie mit arbeiten; die Güter, die sie brauchen, müssen auch erwirtschaftet werden. Das ist unabhängig davon, ob die Pflege privatwirtschaftlich, durch Umlage oder durch Steuer finanziert wird. Es sollen aber alle dazu beitragen, nicht nur die Arbeitenden.

    Dass hohe Steuersätze leistungsfeindlich seien unnd dass die Steuer nicht über 50% sein solle, ist natürlich mit Vorsicht zu genießen. Eine angemessene Behandlung Pflegebedürftiger hat ihren Preis. Aber es kommt nicht darauf an, wie viel mir abgezogen wird, sondern wie viel mir bleibt. In den sechziger Jahren des letzen Jahrhunderts waren die Abzüge zwar niedriger, der Lebensstandard aber auch; trotzdem waren die Menschen
    weitestgehend zufrieden.

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