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Netzwerk Grundeinkommen

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Netzwerkrat


Auf der Mitgliederversammlung am 13. Dezember 2008 wurden folgende Personen in den Netzwerkrat gewählt:


Reimund Acker

Ich bin Diplommathematiker, Softwareentwickler, Amateurphilosoph und Problemlöser. Geboren wurde ich am 29. Juli 1949 in Offenbach, wuchs im Raum Frankfurt auf und besuchte das Taunus-Gymnasium in Königstein. Nach Abitur und Bundeswehr studierte ich an der Münchner LMU Mathematik (Schwerpunkt Grundlagen, Logik, Beweistheorie) nebst BWL. Seit Ende der 1970er Jahre lebe ich als Exilhesse in Puchheim bei München. Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Söhne. Ich arbeitete bisher als Senior Software Engineer und Projektleiter in der Entwicklung und im Support systemnaher Software in internationalen Großunternehmen der IT-Branche und will mich 2009 in diesem Bereich selbständig machen.

Meine ersten politischen Erfahrungen sammelte ich ab 1978 in der aufkommenden Friedens-, Umwelt- und Anti-AKW-Bewegung und beim Aufbau der Grünen, denen ich bis 2001 als Mitglied in verschiedenen Funktionen angehörte. Ich wirkte als Einzel-Kämpfer von 1984 bis 1990 im
CSU-dominierten Puchheimer Gemeinderat und verfehlte als Kandidat der Grünen 1986 nur knapp den Einzug in den Bayerischen Landtag.

Mit dem BGE beschäftige ich mich intensiver seit 2004, als ich mit großer Genugtuung von der Gründung des Netzwerks erfuhr: Die Idee, die mich seit den 1980er Jahren faszinierte, hatte also überlebt! Ich arbeitete mich in den aktuellen Stand der Diskussion ein und gründete im März 2007 die Initiative Grundeinkommen Amperland, organisierte Veranstaltungen, hielt Vorträge und kümmerte mich um die Öffentlichkeitsarbeit. Es fällt mir leicht, Menschen im Gespräch für das BGE zu gewinnen. In Diskussionen zum BGE gehe entspannt hinein, da ich mich in der komfortablen Lage sehe, die besseren Argumente auf meiner Seite zu haben. Dass Menschen mit unterschiedlichem sozialen, politischen und weltanschaulichen Hintergrund die Idee des BGE unterstützen, betrachte ich als Zeichen für die Stärke dieser Idee.

In meinem bisherigen Leben habe ich einige Dinge gelernt, die für meine Arbeit im NWR nützlich sein könnten: 1. Es gibt mindestens so viele Wirklichkeiten wie Menschen. 2. Ob ich verstanden habe was der oder die Andere meint, kann nur er oder sie entscheiden. 3. Ob eine Aussage wahr oder falsch ist, hängt nicht davon ab, wer sie trifft und warum. 4. Man sollte alles so einfach wie möglich machen (Occam), aber nicht einfacher (Einstein). 5. Open your mind, but don’t let your brains fall out!


Reimund Acker

Ronald Blaschke

Seit über 10 Jahren setze ich mich für ein existenz-/teilhabesicherndes und bedingungsloses Grundeinkommen ein. Es soll allen Menschen ein Leben in Freiheit von „Furcht und Not“ ermöglichen, wie es in den Menschenrechten geschrieben steht. Nur so kann der emanzipatorische
Anspruch eingelöst werden, frei das eigene Leben und solidarisch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Lebens zu gestalten.

Von diesen Grundsätzen beflügelt habe ich gemeinsam mit Vertreter/innen von Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft im Juli 2004 das Netzwerk Grundeinkommen gegründet, unzählige Studien und Beiträge zum Grundeinkommen verfasst, ebenso unzählige Foren sowie Seminare bestritten und Vorlesungen gehalten.

Die Aktion für das Grundeinkommen in der Öffentlichkeit halte ich ebenso für notwendig wie eine Bündnispolitik mit anderen politischen Bewegungen und Initiativen – damit die Idee des Grundeinkommens mehr und mehr Anhänger/innen findet.


Ronald Blaschke

Jan Heider

Seit 2006 beschäftige ich mich im Rahmen meiner soziologischen Doktorarbeit intensiv mit der Idee des Grundeinkommens, auf die ich zum ersten Mal im Sommer 2005 durch einen Artikel in der taz aufmerksam wurde. Neben dem wissenschaftlichen Interesse am BGE war ich bereits kurz nach dem ersten Kennen lernen dieser Idee von ihrer grundsätzlichen Stimmigkeit überzeugt. Inzwischen halte ich das BGE für ein elementares politisches Anliegen, wie es das allgemeine Wahlrecht zu Beginn des 20. Jahrhunderts war. Mein diffuses politisches Interesse während der Schulzeit in Paderborn und der Studiumszeit in Marburg hat somit im BGE seinen Kristallisationspunkt gefunden.

Unser Gemeinwesen, sei es Deutschland, auf die Europäische Union bezogen oder auch die Welt-Gemeinschaft aller Menschen, mit einem BGE zu einem expliziten Solidarverband zu machen, in dem Sicherheit und Freiheit allen Personen unabhängig von Leistung und Vermögen zukommen, scheint mir ein Ziel mit nahezu unvergleichlicher Strahlkraft zu sein. Die Vision einer BGE-Gesellschaft – heißt: dass zukünftige Generationen mit der Selbstverständlichkeit einer bedingungslosen und vorgängigen Existenzsicherung heranwachsen – motiviert mich dazu, das Alltagsgeschäft politischer Arbeit im Rahmen des Netzwerkrates anzugehen.

Als Hauptaufgaben im Netzwerkrat sehe ich für mich die Finanzakquise, die Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat, als Referent über das BGE und das Netzwerk zu informieren und schließlich die Erstellung des Newsletters.


Jan Heider

Dagmar Paternoga

Dagmar Paternoga arbeitet seit 2002 bei attac mit, unter anderem in der bundesweiten AG „Genug für Alle“ und im Koordinierungskreis der lokalen Attac-Gruppe Bonn. Sie ist Mitherausgeberin des Buches „Grundeinkommen: bedingungslos“ und des attac-Basistextes zum Grundeinkommen.

Dagmar Paternoga lebt in Bonn. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin in der Suchtkrankenhilfe und in der Psychiatrie. Mehrere Jahre war sie “Entwicklungshelferin” beim Deutschen Entwicklungsdienst in Sambia. Sie engagiert sich in verschiedenen Menschenrechts-, Friedens- und Umweltinitiativen.

Dagmar Paternoga setzt sich für ein globales Grundeinkommen ein und will den Austausch mit Initiativen im südlichen Afrika fördern. Außerdem setzt sie sich mich mit dem Thema Grundeinkommen unter geschlechterspezifischen Gesichtspunkten auseinander, hat dazu Artikel veröffentlicht, sowie mehrere Vorträge und Workshops gehalten.


Dagmar Paternoga

Johannes Ponader (Mitglied des Netzwerkrats bis 12.12.2009)

geb. 1977 in München, lebt und arbeitet als freischaffender Regisseur, Schauspieler und Theaterpädagoge in Süddeutschland und der Schweiz. Seine Regieaufträge führten ihn zuletzt ans Landestheater Altenburg, ans Prinzregententheater München, zu den Bühnen der Stadt Gera sowie an die Studiobühne Bayreuth und das E.T.A- Hoffmann-Theater Bamberg.

In seinen Arbeiten bezieht er sich auf eine direkte und sinnliche Theatertradition, die sich aus den Methoden von Straßen- und Wandertheaterensembles ableitet. Dazu gehört heute neben einer intensiven Verwendung von live gespielter Musik auf der Bühne auch die zielgerichtete Erweiterung des Bühnengeschehens durch multimediale Inhalte und eine Bühnensprache, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen auf unterschiedlichen Ebenen anspricht.

Johannes Ponader engagiert sich neben seiner künstlerischen Arbeit für die gesellschaftliche Anerkennung von freien Beziehungsformen und für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle. In Seminaren und offenen Arbeitsforen gestaltet er darüberhinaus immer wieder künstlerische Schutzräume zur innerlich-seelischen Befreiung des Menschen von Ängsten und Zwängen.

Johannes Ponader ist Mitbegründer der Münchener Initiative Grundeinkommen und dort unter anderem für das Vortragsprogramm verantwortlich. Als Selbständiger und als Künstler weiß er aus eigener Erfahrung, wieviel kraftvoller ein Arbeiten in Freiheit ist im Vergleich zu einem Tun in Angst um die Existenz. Daher hat ihn die Idee des bedingungslosen Grundeinkommes von Beginn an überzeugt.

Johannes Ponader möchte in der Netzwerkarbeit drei Schwerpunkte setzen:

  1. Die (Weiter-)Entwicklung einer ausdruckstarken Image-Kampagne, die die Idee des Grundeinkommens den verschiedensten Menschen unserer Gesellschaft näherbringt und damit den Weg ebnet zu einer echten gesellschaftlich integrierenden Grundeinkommens-Bewegung.
  2. Eine klare und transparente Trennung der teils harschen internen inhaltlichen Auseinandersetzung um Finanzierungs- und Einführungsmodelle zum einen von der uns vereinenden Idee des Grundeinkommens und deren positiven Darstellung nach Außen zum andern.
  3. Die Kultivierung eines Begriffs des bedingungslosen Grundeinkommens, der die Idee des Grundeinkommens auch aus der Bedingtheit von Ideologien herauslöst, anstatt zu behaupten, ein Grundeinkommen sei nur innerhalb einer bestimmten Gesellschaftsform denkbar oder müsse zwangsläufig zu einer bestimmten Gesellschaftsform hinführen.


Johannes Ponader

Christoph Schlee

„Arbeiten, um Geld zu verdienen“ fand ich schon immer eine reichlich bornierte Perspektive, um meiner Existenz einen Sinn zu geben. In den 80ern faszinierten mich Ralph Dahrendorfs Thesen über das Ende der Arbeitsgesellschaft. Vom Grundeinkommen erfuhr ich vor drei Jahren durch einen Artikel über Sascha Liebermann. Da war zunächst ein gewisser „Unglaube“, es ließ mich jedoch nicht mehr los. Mitte 2006 Eintritt ins Netzwerk, Anfang 2007 Gründung der Kölner Initiative Grundeinkommen. Im Netzwerk seit 2008 in der Website-Redaktion, später Pressearbeit. In Köln initiieren wir ein Pilotprojekt, dass erste Schritte in Richtung BGE austesten soll.

Das Netzwerk hat die doppelte Aufgabe, offenes Forum und politisches Bündnis zu sein – Sammelbecken und Kraftquelle für die Idee. Dafür brauchen wir neben Engagement verbesserte Strukturen (z. B. Geschäftsstelle mit bezahlten Kräften). Nötig ist auch mehr Toleranz im Umgang miteinander. Das Grundeinkommen muss die Mitte der Gesellschaft ergreifen, statt sich links („Überwindung des Kapitalismus“) oder neoliberal („Hauptsache der Staat geht nicht pleite und Unternehmen haben weniger Kosten“) in die Ecke zu stellen. Es öffnet den Blick auf einen neuen, zeitgemäßen Typ „solidarischer Bürgergesellschaft“, der den Würgegriff von Staat und Wirtschaft lockert und Raum gibt für lebendige, dezentrale zivilgesellschaftliche Aktivitäten.

Das BGE steht jedoch nicht allein: nötig sind zugleich eine grundständige Neuorientierung des Bildungswesens, kooperative Elemente in der Wirtschaft, Abbau der Machtkonzentration in Konzernen und Finanzkapital, ein radikaler ökologischer Umbau und ein souveränes Kulturleben. Dazu gehört die Einbettung des BGE-Gedankens in die Perspektive der weltweiten Armutsbekämpfung – auch international wird ein Grundeinkommen dringend gebraucht.

Privat: 1966 bin ich in Bochum geboren, in den 80er Jahren früh politisiert. Mit 16 bei den Grünen, auch später während meines Germanistik- und Philosphiestudiums in Freiburg. Nach dem Magister 1994 in Berlin (FU) begann ich als Fernsehjournalist bei Deutsche Welle tv, später für den WDR in Düsseldorf. Es folgten diverse TV-Produktionsfirmen und Sender: Kultur, Wissenschaft, Umwelt, Gesundheit, Börse/Wirtschaft. 2006 dann in Köln die Gründung meiner eigenen Firma allmende-film, seitdem bin ich dort selbständig. Derzeit Promotion zum Grundeinkommen an der Uni Köln.


Christoph Schlee

Dorothee Schulte-Basta

Was ist konstitutiv für eine soziale und zukunftsfähige Gesellschaft? Wie kann man jenseits reiner Verteilungsfragen Chancengerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit in einer Gesellschaft implementieren? Wie können Menschen befähigt werden, ihr Leben freiheitlich selbst zu gestalten, zu ihrem eigenen Wohl, und dem aller? Wie kann ein Staat die materielle und ideelle Würde und Freiheit seiner Bürgerinnen und Bürger ohne Preisgabe seiner Handlungsfähigkeit gewährleisten?

Es sind offene Fragen wie diese, die mich zum Grundeinkommen geführt haben: zuerst in rein wissenschaftlicher Auseinandersetzung, und zunehmend mehr auch in der aktiven Basisarbeit. Entsprechend dem Motto von Erich Fromm Eine Deutung ohne den Wunsch nach Veränderung ist nutzlos, eine Veränderung ohne vorausgehende Deutung ist blind, plädiere ich dafür, unabhängig von den zentralen Fragen der Finanzierung und Umsetzung eines bedingungslosen Grundeinkommens die Wurzeln der Vision nicht preiszugeben. Diese liegen für mich vor allem in seinem Freiheitsethos, seinem Befähigungscharakter und der ihm zukommenden Schnittstellenfunktion zwischen Individualismus & Kollektivismus. Diese Wurzeln sind stark, belastbar und weitverzweigt. Sie sind, das zeigt die Heterogenität der Grundeinkommensbewegung, in enormer Breite gesellschaftlich anschlussfähig. Dass diese Anschlussfähigkeit in eine aktive und kraftvolle gesellschaftliche Bewegung transformiert wird, dazu möchte ich mit meiner Tätigkeit im Netzwerkrat ein stückweit beitragen.

Meine Vita ist, wie unzählige andere, der Beweis für die Notwendigkeit der Entkoppelung von Arbeit und Einkommen. 1973 in Dortmund geboren, bestand ich dort nach einem einjährigen USA-Aufenthalt 1992 mein Abitur. Es folgte eine zweieinhalbjährige Ausbildung zur Hotelfachfrau, bevor ich 1995 in Münster das Studium der Katholischen Theologie aufnahm. Der Wunsch nach mehr Vielfalt war es, der mich die Studienrichtung noch einmal ändern ließ. Nach dem Umzug nach Berlin, wo ich bis heute lebe, und der Geburt zweier Kinder kommt dieses Studium der Theologie, Philosophie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaften nun im Februar 2009 zu einem Abschluss. Es findet seinen Schlusspunkt in einer Magisterarbeit zum Thema Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens in der Katholischen Soziallehre.


Dorothee Schulte-Basta

Martina Steinheuer

1965 wurde ich in Nürnberg geboren, habe zwei fast erwachsene Söhne, bin geschieden und lebe in Sinzig, südlich von Bonn. Ich bin gelernte Bäckerin und Fachinformatikerin. Derzeit arbeite ich als Anwendungsprogrammiererin halbtags im öffentlichen Dienst und studiere nebenbei Kulturwissenschaften. Einige Jahre lang war ich Biobäuerin und betrieb zeitweise einen Naturkostladen. In den frühen 80er Jahren war ich in der Friedensbewegung aktiv, später mehrere Jahre kommunalpolitisch bei den Grünen.

Zum Bedingungslosen Grundeinkommen kam ich im Jahr 2006 und entdeckte in dieser Utopie die Chance für eine echte gesellschaftliche Neuorientierung hin zu wirklicher Demokratie. Trotz rasanten technischen Fortschritts und wirtschaftlichen Wachstums nehmen die sozialen und gesellschaftlichen Probleme stetig zu. Dennoch werden zur Beantwortung neuer Herausforderungen nur immer weiter die gleichen, alten Konzepte beschworen; und immer weniger scheint der Mensch im Zentrum politischen Handelns zu stehen. Ein Grundeinkommen für alle würde uns Freiheiten und Entwicklungschancen eröffnen, von denen wir bisher noch kaum zu träumen wagen!

Seit Frühjahr 2008 engagiere ich mich in der Bonner Initiative Grundeinkommen. Im Netzwerk möchte ich den kulturpolitischen Aspekt der Grundeinkommensidee mehr in den Vordergrund stellen und die Arbeit der lokalen Initiativen stärken. Die Pluralität der Bewegung ist mir sehr wichtig, und ich möchte dazu beitragen, das Profil des Netzwerks – nach innen und außen – zu schärfen.


Martina Steinheuer

Theophil Wonneberger

„Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus – im Sozialismus ist es genau anders herum.“ In dieser Polemik steckt mehr Wahrheit, als uns vielleicht lieb ist. Denn der Sozialismus gab den Menschen materielle Sicherheit, ohne politisch Freiheit. Der Kapitalismus dagegen bietet ein hohes Maß an Freiheit, ohne die notwendige Sicherheit.

Aber Freiheit und Sicherheit sind keine unvereinbaren Ziele. Sie bleiben nur so lange im Widerspruch, wie eine Minderheit ihre Machtansprüche auf Kosten der Mehrheit durchsetzt. Genauso wie der scheinbare Konflikt zwischen Mensch und Umwelt eigentlich ein Konflikt zwischen den Wachstumsansprüchen des Kapitals und den Nachhaltigkeitsinteressen von Mensch und Natur ist. In der aktuellen Finanzkrise werden diese Widersprüche besonders sichtbar.

Aber sollte nicht die Wirtschaft dem Menschen dienen? Haben wir heute nicht ideale Bedingungen für die Verwirklichung dieser Vision: Bildung, Vernetzung, Produktivität? Hier kommt das bedingungslose Grundeinkommen ins Spiel. Das BGE als Einstieg in den Ausstieg aus einer menschen- und umweltzerstörenden Wirtschaftsweise. Das BGE als Garant für Freiheit und Sicherheit, Voraussetzungen für eine echte Demokratie. Das BGE als persönliche und gesellschaftliche Alternative zum Diktat der Erwerbsarbeit, als Lebensentwurf in freier Tätigkeit und politischer Selbstbestimmung. Das BGE als Friedensstifter nach innen und außen, als Grundrecht zur Sicherung der Würde aller. Das BGE als neuer Kulturimpuls, als Anstoß für neues Vertrauen in die Mitmenschen.

Vita: Ich wurde 1977 in Ost-Berlin geboren und lebe dort bis heute. Nach dem Abitur leistete ich einen Freiwilligendienst in England als Blinden-Betreuer und begann anschließend mein Studium der Psychologie an der Humboldt-Universität Berlin, mit besonderem Interesse am Themenfeld Politische Psychologie.

Meine politische Sozialisation begann bei der Evangelischen Jugend Berlin-Brandenburg, deren Vorsitz ich zwei Jahre inne hatte. Seit einigen Jahren bin ich Mitglied bei der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung und bei Attac, gründete mit Kommilitonen die Attac-Hochschulgruppe an der Humboldt-Uni. Mein aktuelles Engagement liegt bei Fairconomy e.V., einem Bildungsverein, der sich schwerpunktmäßig mit Fragen der öko-sozialen Nachhaltigkeit befaßt.


Theophil Wonneberger

Birgit Zenker

Wie bitte, Geld ohne Arbeit? So hätte ich die Idee vom Grundeinkommen wohl noch vor Jahren kommentiert. Seit Beendigung der Höheren Handessschule für Abiturienten (1987) war meine Welt die der Umsatzzahlen: Ausbildung zur Abteilungsleiterin des Einzelhandels, danach bei unterschiedlichen Konzernen in verschiedenen Führungsfunktionen deutschlandweit tätig, schließlich in einer Zeit umfassenden Umstrukturierungsmaßnahmen Bezirksbetreuerin im Außendienst. Hier geriet „meine kleine Einzelhandelswelt“ zunehmend ins Wanken, u.a. weil unzählige Arbeitsplätze vernichtet oder in prekäre Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt wurden. Als dann noch die Börsen regelrechte Feuerwerke nach Bekanntgabe sog. Freisetzungspotentiale veranstalteten, war für mich klar, ein beruflicher Perspektivenwechsel muss her!!

1996 nahm ich ein Studium auf (Soziologie, Politikwissenschaft, Regionalwissenschaften Lateinamerikas). Während dieser Zeit habe ich mich intensiv mit der Geschichte der christlichen Arbeiterbewegung, der Katholischen Soziallehre und natürlich der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) beschäftigt. Fasziniert von deren wertorientierter visionärer Programmatik habe ich 2003 (und 2007) erfolgreich für den (weiblichen) hauptamtlichen Vorsitz einer neu gegründeten KAB Deutschlands kandidiert. In dieser Funktion bin ich neben geschäftsführenden Tätigkeiten zuständig für den Kontakt zu Gewerkschaften und sozialen Bewegungen sowie für die inhaltlichen Themenfelder „Zukunft der guten Arbeit“ und „Grundeinkommen. Seit langem streitet die KAB für die Entkoppelung sozialer Sicherheit von der Erwerbsarbeit, weshalb es 2004 wenig Überzeugungsarbeit bedurfte, mich an der Gründung eines bundesweiten Netzwerks Grundeinkommen zu beteiligen. Als „Frau der ersten Stunde“ war ich über vier Jahre als Sprecherin tätig. Im Netzwerkrat sehe ich meine besondere Aufgabe darin, die Bündnisarbeit zu stärken und Spenden zu akquirieren.


Birgit Zenker

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