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Netzwerk Grundeinkommen

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Netzwerkrat


Auf der Mitgliederversammlung am 31. Oktober 2010 wurden folgende Personen in den Netzwerkrat gewählt:



Reimund Acker

Ich bin Diplommathematiker, Softwareentwickler, Amateurphilosoph und Problemlöser. Geboren wurde ich am 29. Juli 1949 in Offenbach, wuchs im Raum Frankfurt auf und besuchte das Taunus-Gymnasium in Königstein. Nach Abitur und Bundeswehr studierte ich an der Münchner LMU Mathematik (Schwerpunkt Grundlagen, Logik, Beweistheorie) nebst BWL. Seit Ende der 1970er Jahre lebe ich als Exilhesse in Puchheim bei München. Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Söhne. Ich arbeitete viele Jahre als Senior Software Engineer und Projektleiter in der Entwicklung und im Support systemnaher Software in internationalen Großunternehmen der IT-Branche und bin seit 2009 freiberuflicher IT-Berater.

Meine ersten politischen Erfahrungen sammelte ich ab 1978 in der aufkommenden Friedens-, Umwelt- und Anti-AKW-Bewegung und beim Aufbau der Grünen, denen ich bis 2001 als Mitglied in verschiedenen Funktionen angehörte. Ich wirkte als Einzel-Kämpfer von 1984 bis 1990 im CSU-dominierten Puchheimer Gemeinderat und verfehlte als Kandidat der Grünen 1986 nur knapp den Einzug in den Bayerischen Landtag.

Seit Dezember 2008 bin ich Mitglied des Netzwerkrats. Meine Arbeitsschwerpunkte lagen in den ersten zwei Jahren eher hinter den Kulissen: Ich kümmerte mich um die Optimierung der Arbeitsabläufe und -strukturen des NWR, die Mitgliederverwaltung, die Administration des Webspace; und ich nahm mich der Dienstleistungen des Netzwerks an, betreute die Mailinglisten, den Terminkalender, die Karte der Initiativen, den Servicebereich der Website, u.a.m.

Willkommene Abwechslungen zu diesen eher administrativen Aufgaben boten sich mir bisher vor allem durch das Internationale Symposium in Herzogenrath, das ich 2009 zusammen mit Günter Sölken organisierte, einen Vortrag in New York City, den ich im Auftrag des Netzwerkrats auf dem dortigen USBIG-Kongress hielt, meine parteifreie Kandidatur zum Bundestag sowie das EU-Projekt einer Online-Unterschriftenaktion für das Grundeinkommen, dessen technische Leitung ich übernommen habe.


Reimund Acker

Ronald Blaschke

Seit über 10 Jahren setze ich mich für ein existenz-/teilhabesicherndes und bedingungsloses Grundeinkommen ein. Es soll allen Menschen ein Leben in Freiheit von „Furcht und Not“ ermöglichen, wie es in den Menschenrechten geschrieben steht. Nur so kann der emanzipatorische Anspruch eingelöst werden, frei das eigene Leben und solidarisch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen des Lebens zu gestalten.

Von diesen Grundsätzen beflügelt habe ich gemeinsam mit Vertreter/innen von Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft im Juli 2004 das Netzwerk Grundeinkommen gegründet, unzählige Studien und Artikel zum Grundeinkommen verfasst, ebenso unzählige Foren sowie Seminare bestritten und Vorlesungen gehalten. Im Jahr 2010 habe ich das Buch „Grundeinkommen. Geschichte – Modelle – Debatten“ mit anderen herausgegeben und zwei größere Beiträge dafür verfasst.

Die Aktion für das Grundeinkommen in der Öffentlichkeit halte ich ebenso für notwendig wie eine Bündnispolitik mit anderen politischen Bewegungen und Initiativen sowie eine fundierte wissenschaftliche Diskussion – damit die Idee des Grundeinkommens mehr und mehr Anhänger/innen findet.


Ronald Blaschke

Matthias Blöcher

Seit etwa sieben Jahren habe ich das Glück, mich auch im Rahmen meiner Erwerbsarbeit mit dem Thema Grundeinkommen beschäftigen zu dürfen. Für mich stellt die Vision Bedingungsloses Grundeinkommen mehr als ein Modell zur Reformierung der sozialen Sicherungssysteme oder eine neue Verteidigungslinie im Kampf gegen die fortschreitenden Flexibilisierungs- und Individualisierungstendenzen dar. Es ist vielmehr eine greifbare Alternative zur vermeintlichen Alternativlosigkeit.

Mit dem Grundeinkommen beantworten wir die Herausforderungen in Bezug auf den Wandel der Arbeitsgesellschaft mit einem gleichzeitigen „Mehr“ an Solidarität, individueller Freiheit und angstfreier Selbstbestimmung.

Das BGE mit seinen vier Kriterien ist jedoch kein geschlossenes, abstraktes Modell. Die wirkliche Stärke der Idee liegt meines Erachtens darin, dass sich Menschen ganz konkret anhand ihrer eigenen Lebenserfahrung vorstellen können, wie sich ihr Lebensentwurf und die Gesellschaft positiv verändern könnte. Dieser Aspekt scheint mir ursächlich für den Verbreitung der Idee in sehr unterschiedliche gesellschaftliche Schichten zu sein. Die Grundeinkommensidee ist somit gleichzeitig eine ideale Projektionsfläche für die Diskussion „wie wir in Zukunft leben und tätig sein wollen“.

Für mich ist das Netzwerk der Motor dieses Prozesses. Insbesondere in der Vielfalt der vertretenen Personen, regionalen Gruppen und Organisationen liegt die Chance, dass wir mit unserer Idee nicht nur in der Breite sondern auch in einer „kritischen“ Masse ankommen, um letztlich aus der Vision eine Realität werden zu lassen. Einen möglichen Arbeitsschwerpunkt im NWR sehe ich für mich daher u.a. in der Verstärkung der Bündnisarbeit mit anderen Organisationen.

Vita: 1972 in Marburg geboren. Dort Diplomstudium Erziehungswissenschaften mit soziologischen und psychologischen Exkursen. Anschließend diverse, teils freiberufliche Abschnitte u.a. im Erwachsenen- und Jugendbildungsbereich. Seit 2003 in Köln bei der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands: Referent für politische Jugendbildung / Grundsatzreferat. In letzterem Zusammenhang mit den Schwerpunkten Steuerpolitik sowie Grundeinkommen (Entwicklung des Modells Garantiertes Grundeinkommen bis zum verbandlichen Beschluss, Begleitung entsprechender Gremien, Materialerstellung etc.). Im Netzwerk Mitglied der AG Runder Tisch.


Matthias Bloecher

Ralf Engelke

Politisiert wurde ich bereits in meiner Kindheit durch unsere Armut in der Familie. Im Alltag habe ich konkret soziale Ausgrenzung aufgrund eines unzureichenden familiären Grundeinkommens erlebt.

Seit den 90er Jahren setze ich mich dafür ein, dass Menschen ohne entlohnte Erwerbstätigkeit gesellschaftlich sichtbar bleiben, sich vernetzen, kooperieren und sich gegen soziale Ungerechtigkeit zur Wehr setzen. Dabei war ich in unterschiedlichen Zusammenhängen aktiv und habe auch selber Erwerbsloseninitiativen gegründet.

Auf der Suche nach Alternativen zur Agenda 2010 und Hartz IV ist die Idee des „Bedingungslosen Grundeinkommens“ für mich ein wichtiger Bestandteil einer Gesamtstrategie hin zu einer demokratischen, solidarischen und gerechten Gesellschaft geworden.

Im Netzwerk Grundeinkommen engagiere ich mich seit 2005. Als Beauftragter des Netzwerks Grundeinkommen habe ich 2007 an der internationalen Netzwerkkoordination der Länder Österreich, Schweiz und Deutschland in Basel teilgenommen und war für die Vernetzung sowie inhaltliche Koordination der verschiedensten Initiativen zuständig. Und 2008 habe ich im Auftrag des Netzwerks maßgeblich an der Planung, Organisation und Durchführung des dritten Grundeinkommenskongress mitgewirkt.

Eine zentrale Rolle spielt bei meinem politischen Engagement die Idee, über Selbstaktivität gesellschaftliche Kräfteverhältnisse konkret verändern zu können. Wichtig ist für mich dabei die Frage, wie wir den vorhandenen Unmut über diese durch und durch unsozialen und ungerechten Verhältnisse in sichtbaren Widerstand umwandeln und damit der Resignation in der Gesellschaft entgegenwirken können. Nur so können wir reale Veränderungen bewirken und eine solidarische, demokratische sowie gerechte Gesellschaft erkämpfen.

Seit 2010 bin ich Mitglied der Partei DIE LINKE. Als Aufgabe linker Parteien verstehe ich, unseren Forderungen über die parlamentarische Bühne öffentlich Aufmerksamkeit zu verschaffen. Konkret bringe ich mich in der Partei DIE LINKE in der Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen ein.

Vita: Ich bin 1964 in Berlin geboren. Gegenwärtig lebe ich in Berlin. Ich habe berufliche Ausbildungen als Fotolaborant, Chemisch-Technischer Assistent und Projektmanager für Neue Medien absolviert. Weitere berufliche Schwerpunkte sind für mich die politische Bildungsarbeit sowie die psychosoziale Arbeit im Bereich der Mediation und Prozessarbeit.


Ralf Engelke

Dorothee Schulte-Basta

Was ist konstitutiv für eine soziale und zukunftsfähige Gesellschaft? Wie kann man jenseits reiner Verteilungsfragen Chancengerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit in einer Gesellschaft implementieren? Wie können Menschen befähigt werden, ihr Leben freiheitlich selbst zu gestalten, zu ihrem eigenen Wohl, und dem aller? Wie kann ein Staat die materielle und ideelle Würde und Freiheit seiner Bürgerinnen und Bürger ohne Preisgabe seiner Handlungsfähigkeit gewährleisten?

Es sind offene Fragen wie diese, die mich zum Grundeinkommen geführt haben: zuerst in rein wissenschaftlicher Auseinandersetzung, und zunehmend mehr auch in der aktiven Basisarbeit. Entsprechend dem Motto von Erich Fromm Eine Deutung ohne den Wunsch nach Veränderung ist nutzlos, eine Veränderung ohne vorausgehende Deutung ist blind, plädiere ich dafür, unabhängig von den zentralen Fragen der Finanzierung und Umsetzung eines bedingungslosen Grundeinkommens die Wurzeln der Vision nicht preiszugeben. Diese liegen für mich vor allem in seinem Freiheitsethos, seinem Befähigungscharakter und der ihm zukommenden Schnittstellenfunktion zwischen Individualismus & Kollektivismus. Diese Wurzeln sind stark, belastbar und weitverzweigt. Sie sind, das zeigt die Heterogenität der Grundeinkommensbewegung, in enormer Breite gesellschaftlich anschlussfähig. Dass diese Anschlussfähigkeit in eine aktive und kraftvolle gesellschaftliche Bewegung transformiert wird, dazu möchte ich mit meiner Tätigkeit im Netzwerkrat ein stückweit beitragen.

Meine Vita ist, wie unzählige andere, der Beweis für die Notwendigkeit der Entkoppelung von Arbeit und Einkommen. 1973 in Dortmund geboren, bestand ich dort nach einem einjährigen USA-Aufenthalt 1992 mein Abitur. Es folgte eine zweieinhalbjährige Ausbildung zur Hotelfachfrau, bevor ich 1995 in Münster das Studium der Katholischen Theologie aufnahm. Der Wunsch nach mehr Vielfalt war es, der mich die Studienrichtung noch einmal ändern ließ. Nach dem Umzug nach Berlin, wo ich bis heute lebe, und der Geburt zweier Kinder kommt dieses Studium der Theologie, Philosophie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaften nun im Februar 2009 zu einem Abschluss. Es findet seinen Schlusspunkt in einer Magisterarbeit zum Thema Die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens in der Katholischen Soziallehre.


Dorothee Schulte-Basta

Arfst Wagner

Ich bin 1954 in Wyk auf Föhr geboren. Von Berufen bin ich Lehrer, Therapeut und Schriftsteller. Seit vielen Jahren engagiere ich mich für das bedingungslose Grundeinkommen und Sozialpolitik im Allgemeinen.

Politisch tätig war und bin ich unter anderen im Redaktionskomitee Solidarnosc Mainz , bei ATTAC (seit 2000) und bei Bündnis90/Die Grünen in Schleswig-Holstein (seit 2004). Von 2004 bis 2006 war ich bei Letzteren Sprecher der LAG Sozialpolitik.

Seit 2006 reise ich mit Veranstaltungen zum bGE durch Schleswig-Holstein und war im Oktober 1998 in Fresenhagen bei Leck Mitbegründer der BürgerInnen-Initiative bedingungsloses Grundeinkommen in SH und bin auch derzeit noch einer der Sprecher/Ansprechpartner der BI in Schleswig-Holstein.

Mich bewegen im Hinblick auf das bedingungslose Grundeinkommen derzeit folgende Fragen:

  1. Wie kann die Idee des BGE in ihrem Unterschied zu den verschiedenen Umsetzungskonzepten immer deutlicher herausgearbeitet werden? In der Idee liegt das Verbindende, in den Konzepten das möglicherweise Trennende. Die Mitwirkung an der Erarbeitung an einem Umsetzungskonzept, das alle mit ins Boot nimmt, betrachte ich als eine meiner Aufgaben.
  2. … ergibt sich aus dem Punkt 1: die Förderung der Zusammenarbeit der verschiedenen bGE-Gruppen und -Initiativen betrachte ich als eine der, wenn nicht DIE Hauptaufgabe des Netzwerkrates.
  3. … die Frage nach einer Weiterentwicklung einer dem bedingungslosen Grundeinkommen angemessenen Organisationsstruktur. Das bGE gibt jeden einzelnen Menschen mehr Souveränität und Freiheit. Dieser Grundimpuls des bGE ist mit hierarchischen Strukturen höchstens teilweise kompatibel.
  4. Mein Hauptanliegen ist, die IDEE des bGE weiter verbreiten zu helfen und diejenigen zu unterstützen und Mut zu machen, die aus ihrer eigenen Kreativität und aus ihren weiteren Möglichkeiten heraus an dieser Verbreitung mitwirken wollen. Insofern möchte ich mithelfen, das weiter Raum für Initiative besteht.

Ein besonderes Interesse habe ich an Kontakten zu bGE-Initiativen in Osteuropa. Ich bin zwar Mitglied bei Bünsnis90/Die Grünen in Schleswig-Holstein, meine aber, dass die Arbeit im Netzwerk in keiner Weise dazu dienen sollte, irgendwelche Parteiinteressen in die Arbeit im Netzwerkrat einfließen zu lassen, dass die Idee des bGE, und das ist eine ihrer wirklich schönen Seiten, Partei-übergreifend wirkt und alte politische Grabenkämpfe zu überwinden in der Lage ist.

Gerade auch dadurch ist die Idee des bGE durch die Aktivität des Netzwerks in der Lage, eine neue politische Kultur entstehen zu lassen.


Arfst Wagner

Stefan Ziller

Ich bin am 23. Mai 1981 in Berlin geboren. Seit 2001 engagiere ich mich bei den BündnisGrünen und der Grünen Jugend. Seit dem 17. November 2006 vertrete ich Sie im Berliner Abgeordnetenhaus. Ich arbeite seit langem zum Thema Grundeinkommen. Bei der Grünen Jugend habe ich als Mitglied einer Arbeitsgruppe zu diesem Thema das Modell der Grünen Jugend mitentwickelt. Darüber hinaus war ich Mitglied der Kommission „Zukunft sozialer Sicherung“ des Bundesvorstandes von Bündnis 90 / Die Grünen und bin Gründungsmitglied des Grünen Netzwerk Grundeinkommen.

Nach meiner Arbeit im parteipolitischen Rahmen habe ich in der letzten Zeit versucht, über den grünen Tellerrand hinaus für das Grundeinkommen zu streiten. Ich sehe bis zu den nächsten Bundestagswahlen die Aufgabe, die gesellschaftliche Diskussion für ein bedingungsloses Grundeinkommen weiter zu vertiefen. Gerade nach dem aktuellen 5-Euro-Beschluss zu Hartz IV und der Grundeinkommenspetition sollten wir gemeinsam versuchen, diesem einen Rahmen zu geben.

Das Grundeinkommen kann allen Menschen eine Alternative bieten, die realisieren, dass es mit einigen Euro mehr oder weniger bei Hartz IV nicht getan ist. Hierfür setze ich mich im Netzwerkrat ein.


Stefan Ziller

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