Netzwerk Grundeinkommen – Wachstum im ersten Quartal 2008

Herbert Wilkens 02.04.2008 Druckversion

Auch im ersten Quartal 2008 hat sich die Zahl der Mitglieder im Netzwerk Grundeinkommen stetig erhöht. Ende März hatte das Netzwerk 1682 persönliche Mitglieder. Das waren 43% mehr als ein Jahr zuvor. Von den 88 Mitgliedern, die von Januar bis März 2008 neu hinzukamen, waren 25 (28%) Frauen. Es gab 5 Austritte aus dem Netzwerk.

Gegenwärtig hat das Netzwerk 52 Mitgliedsorganisationen – meist regionale Grundeinkommensinitiativen oder Institutionen, die im Rahmen anderer Arbeitsbereiche direkt auch Aktivitäten zur Einführung eines Grundeinkommens mittragen.

Der Newsletter hatte Ende März 3596 Abonnenten. Das waren 23% mehr als ein Jahr zuvor.

So erfreulich das stetige Wachstum auch ist – wir müssen feststellen, dass die Entwicklung des Netzwerks noch nicht voll den Wünschen und Erfordernissen entspricht. Der Zugang neuer Mitglieder hat das hohe Tempo der Vorjahre nicht beibehalten.

Alle Mitglieder des Netzwerks sind von der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens überzeugt. Da wäre eigentlich zu erwarten, dass ein Schneeball-Effekt eintritt und die Mitgliederzahl immer schneller zunimmt. Alle Mitglieder sind aufgefordert, zu einer solchen Überzeugungsarbeit beizutragen. Davon hängt ab, wie schnell das Grundeinkommen in die politische Praxis einzieht.

Wer die Diskussion um das Grundeinkommen kennt und die Mitgliederliste genauer betrachtet, stellt fest, dass leider noch nicht alle, die dazu beigetragen haben, die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen zu fördern, auch Mitglieder des Netzwerks sind.

Das Netzwerk ist ins Leben gerufen worden, um die Kräfte zu bündeln. Es ist somit zu wünschen, dass alle, die das bedingungslose Grundeinkommen wollen, auch Mitglieder des Netzwerks werden. Es ist überparteilich, und es ist für alle Konzepte für ein Grundeinkommen offen, solange sie den vier Kriterien entsprechen (individuell, Existenz und soziale Teilhabe sichernd, ohne Bedürftigkeitsprüfung, ohne Zwang zur Arbeit). Bei dieser Ausrichtung sollte es möglich sein, dass wirklich alle mitmachen, ganz gleich welche Vorstellungen sie in den Einzelheiten haben.

Also – alle, die ein Grundeinkommen befürworten, sind herzlich eingeladen, im Netzwerk Grundeinkommen Mitglied zu werden!

5 Kommentare

Jörg Drescher schrieb am 02.04.2008, 14:50 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Deutschland hat ungefähr 80 Mio. Einwohner und bei der hier angegebenen Mitgliederzahl können wir im Nanobereich der "netzwerkbekennenden BGE-Befürworter" sprechen. Heißt das eigentlich: wer nicht im Netzwerk ist, ist nicht für ein BGE? Oder schlimmer: wer aus dem Netzwerk austritt hat sich's anders überlegt und Befürwortet das BGE nicht mehr? Churchill meinte mal, man solle nur den Statistiken vertrauen, die man selbst gefälscht hat. Entsprechend würde ich meinen, daß die Aussagekraft dieser monatlichen Entwicklungszahlen des Netzwerks wenig bis nichts über das BGE verrät. Irgendwie erinnert mich dieser Text auch ein bisschen an Kirchen und Religionen: eine Lehre wird nicht "wahrer", indem Massen in einer Kirche Mitglied sind und sich dadurch zu einer Religionslehre bekennen. Ein "Bekenntnis" zum BGE schließt konsequenterweise nicht ein, im Netzwerk Mitglied sein zu müssen. Die Ideen und Erkenntnisse aus der Aufklärungszeit sind demnach aktueller denn je: Das Netzwerk sollte Aufklärungsarbeit betreiben und nicht um Mitläufer werben, die unaufgeklärt hinter einer Idee herlaufen, von der nichtmals im Netzwerk klar ist, welche Auswirkungen damit verbunden sind.

Herbert Wilkens schrieb am 02.04.2008, 19:14 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Nur kein Neid, Herr Drescher! Auf wieviele Mitglieder hat es denn Ihre "Jovialismus"-Bewegung bisher gebracht? Freut es Sie denn gar nicht, dass wir schon so viele sind? Ich jedenfalls freue mich darüber ebenso wie über jedes neue Mitglied.

Agnes Schubert schrieb am 03.04.2008, 09:18 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Der Kommentar 2 von Herbert Wilkens ist nur persönlich und trägt nichts zur Sache bei. (So etwas gehört von Moderatoren sonst nicht zugelassen:) ) Dabei ist die Bemerkung von Jörg Drescher sehr wichtig und verdient größere Beachtung. Ist das Ziel des Netzwerkes schlicht quantitatives Wachstum? Dann sollte man auf möglichst viel Inhalt verzichten und Bonbons verteilen. Nein Ziel des Netzwerkes ist es Bedingungen zu organisieren, die eine Einführung des BGE begünstigen. Die Frage nach qualitativem Wachstum scheint mir die entscheidende. Es kommt darauf an, ein (möglichst einheitliches) Konzept zu schaffen, das nicht mit ein wenig Nachdenken zerpflückt werden kann. Kann man sich auf Punkte und Wege einigen, die man nach außen offensiv vertreten kann? Nur so kann man Werbung für ein BGE machen, die über ein emotionales Dafürsein hinausgeht. So bekommt man dann auch mehr Aufmerksamkeit bei Meinungsmultiplikatoren usw.. Die Menge der Befürworter wächst dann nebenbei. Eine Bewertung des Diskussionsstandes ist also wichtiger als die Mitgliederzahl. Leider fällt diese noch negativer aus. Es gibt immer mehr BGE-Modelle, und jeder beharrt auf seinen Standpunkt. Sie sind - wenn überhaupt - allesamt vom Status Quo gerechnet, ohne die Eigenwirkung zu berücksichtigen, ... AgneS

Gabor schrieb am 11.04.2008, 17:39 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Nein Ziel des Netzwerkes ist es Bedingungen zu organisieren, die eine Einführung des BGE begünstigen. ( nbißchen Geld drucken?) --- Was sind das denn für Ziele? Ich denke schon dass es die Aufgabe eines Netzwerkes ist mit den Menschen und für die Menschen zu sein und schon sich bemühen sollte Menschen von dieser Idee nicht nur zu begeistern sondern auch zu überzeugen. Allerdings sollte die Organisation sich schon über klare Ziele Gedanken machen. Begünstigen heißt für mich - ganz kleine Brötchen backen das wird ein langer Weg und so richten wir uns dann ein! Noch eine Organisation die keine Menschen vertritt sondern Organisationen? Wenn Ihr allerdings schon nicht daran glaubt - wie sollen dann Menschen davon überzeugt werden? Die Mitgliedschaft ist kostenlos - man muss sich allerdings zeigen - Farbe bekennen - wie auch immer man es bezeichnen will! Da ist doch schon wieder der gleiche Zynismus den die Politik mit den Menschenbetreibt! Ihr braucht nicht zu wissen warum - wir wissen was gut für Euch ist! Viele Grüsse Gábor

Lukas kKOndel schrieb am 16.06.2008, 23:46 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Selbstverständlich ist es begrüßenswert, wenn die Mitgliederzahl steigt, einfach, weil sie ein möglicher Indikator sein könnte - das war's aber auch schon zu diesem Thema. Lasst um himmelswillen das Gemenschel weg!!! Wenn das einer liest, assoziiert er sofort Partei/"Bewegung" etc, sprich die gleiche Schose wie immer. "Organisation/klare Ziele" , wenn ich das schon höre, wirds´mir plümerant. Grundeinkommen ist die logische Anpassung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (ganz unemotional) und sichert die würdige Existenz, und zwar, weil die Gesellschaft es sich leisten kann und muss. - Einführen-ausbauen oder untergehen, wie genau, das ist zu diskutieren. Und der Rest ist jedes Bürgers eigenes Bier. PUNKT und das erzähle ich jedem, der sich mir auf 3 Schritte nähert ;) insofern sicher ein Schneeballeffekt.

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