Grundeinkommen aus anthroposophischer Sicht

Herbert Wilkens 02.07.2011 Druckversion

Aus dem Zentrum der Anthroposophie in Dornach bei Basel kommt eine Sammlung von Beiträgen zum Grundeinkommen. In der Wochenschrift Das Goetheanum wird in Heft 25/2011 ein „Streifzug durch den aktuellen Stand von Ideen, Entwicklungen und Diskussionen“ geboten. Erfreulicherweise wird Lesen online ermöglicht. Zahlreiche in der Grundeinkommensszene bekannte Autorinnen und Autoren sind mit Aufsätzen zu sehr unterschiedlichen Themen vertreten, darunter Enno Schmidt, Michael Opielka, Ueli Mäder, Daniel Häni und ein Interview mit Ursula Piffaretti.

Der Beitrag von Opielka (besser zu lesen und weiter zu bearbeiten in Themen der Zeit) erörtert Grundsätzliches zur Grundeinkommensidee aus soziologischer Sicht. Ausgehend von dem „Sozialen Hauptgesetz“ Rudolf Steiners („Das Heil einer Gesamtheit von zusammenarbeitenden Menschen ist umso größer, je weniger der einzelne die Erträgnisse seiner Leistungen für sich beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgnissen an seine Mitarbeiter abgibt, und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen Leistungen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden.“) kommt er zu dem Schluss, dass die Gesellschaft mit Grundeinkommen grundsätzlich anders – und im Sinne Steiners heilsamer – funktionieren würde:

„Schulen und Universitäten werden beispielsweise weit stärker als heute jeden Einzelnen mit der Frage konfrontieren, was er für die Gesellschaft aus Freiheit geben kann, damit sie seine Freiheit garantiert. Heute wird dieses Verhältnis mechanisch interpretiert, entsprechend dem Rhythmus von Kapitalismus und Industriesystem. In einer sozialen Zukunft mit Grundeinkommen sind diese einfachen Antworten schwerer zu geben. Freiheit, Gleichheit und Solidarität müssen immer wieder neu balanciert werden. Das Grundeinkommen kann aber helfen, die Balance für alle zu erleichtern.“

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