Tauziehen um den Grundeinkommens-Versuch in Namibia

Herbert Wilkens 03.11.2008 Druckversion

Nachdem der erste Zwischenbericht zum Pilotprojekt eines Grundeinkommens in einem Dorf in Namibia vorgelegt wurde (wir berichteten) gab es Einwände dagegen aus dem unter deutscher Leitung stehenden Wirtschaftsforschungsinstitut NEPRU in Windhoek. Rigmar Osterkamp, ein vom ifo-Institut für Wirtschaftsforschung München beurlaubter Entwicklungsökonom, weist in einer Kurz-Analyse (PDF, 138 KB) auf mögliche Schwächen des Zwischenberichts hin. Er bezweifelt, dass die Bewohner des Dorfes überhaupt arm sind im Sinne der in Namibia üblichen Definition von „Armut“. Gegenüber der in Windhoek erscheinenden „Allgemeinen Zeitung“ fordert er, die Bewertung des Projekts müsse statt von der BIG-Koalition von unabhängige Experten durchgeführt werden. Fraglich erscheint, ob das unbedingt die NEPRU-Ökonomen sein sollten.

Die von Osterkamp vorgetragenen Argumente werden von Manuel Franzmann in seinem Grundeinkommensblog analysiert. Er weist auf die Schwierigkeiten einer solchen Evaluierung hin und kommt zu dem Ergebnis, dass Osterkamp die vorgefundenen Fakten einseitig zum Nachteil des Grundeinkommens-Ansatzes bewertet.

Ein Kommentar

Günter Schwarz schrieb am 04.11.2008, 12:51 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ist da schon Angst im Spiel, die Regierung in Namibia ließe sich von einem positiven Ergebnis in dem Dorf beeindrucken, überzeugen und landesweit ein Grundeinkommen einführen? Oder wie ist es sonst zu erklären, dass ein so kleines Dorf plötzlich so wichtig wird?

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