Bedingungsloses Grundeinkommen – Ein Gewinn für die Gesellschaft?

Das Herrenhäuser Forum Politik-Wirtschaft-Gesellschaft der VolkswagenStiftung lädt zur Diskussion über das Grundeinkommen ein. Hochkarätige WissenschaftlerInnen und der Ex-DGB-Chef Michael Sommer diskutieren das Für und Wider.

 Hier die Ankündigung:

„Bedingungsloses Grundeinkommen – Ein Gewinn für die Gesellschaft?“

Donnerstag, 1. Dezember 2016, 19 Uhr

Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover

Die Impulsvorträge halten Prof. Michael Opielka vom Berliner IZT-Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung, Berlin, und Prof. Stephan Lessenich vom Institut der Ludwig-Maximilians-Universität. Beide gehören dem wissenschaftlichen Beirat des Netzwerks Grundeinkommen an.

Michael Opielka will ein partielles Grundeinkommen im Rahmen seines Konzepts einer sogenannten „Grundeinkommensversicherung“ realisieren, das eher an eine bedarfsabhängige Grundsicherung erinnert (vgl. Blaschke 2012: 169ff.). Stephan Lessenich vertritt das Konzept eines „Grundeinkommen plus“.

Sie diskutieren im Anschluss an ihre Vorträge mit Prof. Jutta Allmendinger vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Michael Sommer, dem ehemaligen Bundesvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Jutta Allmendinger, die sich auch als Feministin versteht, äußerte sich in der Auseinandersetzung mit Götz Werner ablehnend gegenüber einem Grundeinkommen in geringer Höhe und bezweifelte die Finanzierbarkeit eines BGE in einer aus ihrer Sicht ausreichenden Höhe.* In der feministischen Debatte ist das Grundeinkommen im Zusammenhang mit einem grundsätzlichen ökonomischen Paradigmenwechsel jedoch gut begründet (vgl. unser Beitrag dazu).

Michael Sommer argumentierte bisher gegen das Grundeinkommen. Allerdings kann er dem Grundeinkommen zumindest als Instrument der Arbeitszeitverkürzung positive Seiten abgewinnen. Die DGB-nahe Hans-Böckler-Stiftung äußert sich dagegen inzwischen differenziert zum Grundeinkommen, das an der Gewerkschaftsbasis immer mehr Anklang findet (siehe unsere Berichte zur IG Metall, zu ver.di und zum Gewerkschafterdialog Grundeinkommen).

* „Mit 800 Euro im Monat wären die Menschen noch viel zu sehr mit ihrem Überleben beschäftigt. Es müsste viel mehr sein, 2000 oder 2500 Euro, was nicht finanzierbar wäre.“ 7 „Wer würde dann noch arbeiten?“, Jutta Allmendinger im Gespräch mit Götz Werner, in: chrismon, 10, 2008, S. 41.

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3 Kommentare:

  1. Stephan Härtl
    schrieb am 07.10.16 um 23:17 Uhr ( Permalink ):

    Wer da sagt, es geht nicht,der meint meistens, ich will nicht. Dann ist auch noch die finanzielle Vorstellung von Frau Allmendinger völlig überzogen.
    Für Millionen Menschen in Deutschland ohne oder mit prekären Einkommen würde sich mit 800€ eine völlig neue Zukunft auftun. Kein Kind müsste sich mehr ausgegrenzt fühlen.
    Sicher ist mit 800 € für Alleinstehende in vielen Regionen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben kaum möglich. Darüber ist zu beraten. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

  2. andrae
    schrieb am 11.12.16 um 12:13 Uhr ( Permalink ):

    Mal ganz ehrlich !! Denn DANN müßte doch auch der Art. 12 GG massiv geändert werden,
    oder ?? Und d a s dürfte doch wohl sehr unwahrscheinlich sein oder werden …??
    Eine differenzierte Änderung der/bei der Behandlung von / der unterschiedlichsten Bedürfnisgruppen wäre m. E. viel besser.
    Kriminelle sind doch was anderes als Mütter?

  3. W.Huber
    schrieb am 13.12.16 um 21:19 Uhr ( Permalink ):

    Die Antworten auf die Fragen 4 bis 8 zeigen nicht eingerechneten Finanzierungsbedarf für unattraktive Arbeiten auf, aber keine erhöhten bGE-Anreize zur Erwerbsarbeit, zur Ausbildung und zum unternehmerischen Engagement. Das hat Folgen für dieses Zitat aus der Antwort zu Frage 35: „Im Kern muss jedes Grundeinkommen aus der durch die Wirtschaft erbrachten Wertschöpfung und damit aus dem gesamten Volkseinkommen finanziert werden. Deshalb ist die entscheidende Frage zur Finanzierbarkeit die Frage nach den Folgen des Grundeinkommens für die Wertschöpfung, also für Anreize zur Erwerbsarbeit, zur Ausbildung und zum unternehmerischen Engagement (vgl. oben Fragen 4 bis 8).“

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