Lesestoff – 24 Thesen von Theo Wonneberger
Theo Wonneberger hat 24 Thesen zum bedingungslosen Grundeinkommen vorgestellt. Besonderer Schwerpunkt ist das Verhältnis des Menschen zur Arbeit.
Theo Wonneberger hat 24 Thesen zum bedingungslosen Grundeinkommen vorgestellt. Besonderer Schwerpunkt ist das Verhältnis des Menschen zur Arbeit.
Ein Kommentar
lieber herr wonneberger,
ihren thesen stimme ich weitestgehend zu! ich bin auch davon überzeugt, dass veränderungen stattfinden müssen und werden! interessant finde ich die frage: wenn wir als staat die möglichkeit haben, allen bürgern ein gutes leben zu ermöglichen, WARUM tun wir es dann nicht einfach!? und wer ist der staat? sind wir es nicht selbst, also jeder einzelne von uns? wo liegen die wahren hindernisse? warum wehren wir uns so sehr gegen ein bild vom menschen, der grundsätzlich gut und kreativ ist und zum beispiel auch das recht und aus meiner sicht, sogar die verpflichtung zum müßiggang hat, um überhaupt zugang zu seiner wahren kreativität und inneren stärke zu erhalten. ich denke, wir werden unsere herausforderungen der zukunft nur lösen, wenn wir wissen, bewusstheit und liebe zu uns selbst einsetzen. das bedeutet, dass wir als menschen lernen müssen, genug und wertvoll zu sein, auch wenn wir nicht mehr im klassischen überlebens- und arbeitskampf stecken..das hört sich einfacher an, als es ist, und wir müssen auch ein verständnis für unsere diesbezüglichen ängste und blockaden entwickeln um sie überwinden zu können. ich wage zu behaupten - mehr als 90% unserer bevölkerung definieren sich über ihre leistungen und ihr tun/arbeiten. wir haben es ja auch über jahrhunderte so gelernt und ich denke, es hatte seinen tieferen sinn. solange wir nicht wissen, wie es auch anders SEIN kann, fällt es schwer, dieses wertegefühl einfach so abzugeben. verstehen sie, was ich meine? der widerstand kommt also nicht nur von \"oben\", die evolution kommt von \"unten\". das, was wir zur zeit in unserer welt erleben, ist eine frage des bewußtseins. wie im innen, so im außen, dh. jeder einzelne von uns muss erst mal hausaufgaben machen!das, was uns in sachen \"grundeinkommen\" bevorsteht ist ungefähr damit zu vergleichen, als würden wir kindergarten-kinder ins erwachsenen leben entlassen. wir brauchen neue lebensschulen und -konzepte, wir brauchen neue ideen zu der frage: was tun wir mit unserer zeit, wenn wir nicht mehr arbeiten müssen? wie gestaltet man ein gutes, kreatives leben? was hält uns gesund? es gibt enorm viel zu tun und neu zu gestalten!!! es sind vor allem die bisher kaum bewerteten und wertgeschätzten weiblichen werte und aufgaben, wie kümmern, haushalten, zuhören, zeit haben, hegen und pflegen, genießen und bewahren und vor allem: sich gut um sich selbst kümmern! \"es sich gut gehen lassen\" darf nicht mehr mit \"faul sein\" gesellschaftlich geachtet werden, sondern sollte als grundvoraussetzung dafür angesehen werden, dass man sich auch um andere und anderes mit sorgfalt, achtung und liebe kümmern kann. es ist eine hohe lebenskunst, auf die wir uns da zubewegen!
mein vorschlag also: lassen sie uns von zwei seiten an die idee des grundeinkommens herangehen: ein informieren und öffnen der öffentlichkeit (staat und bürger) und ein sich SELBST bewußtSEIN jedes einzelnen von uns. Fragen sie sich einmal ehrlich, was von ihnen übrig bleibt \"ohne arbeit\" ohne \"viel tun\". fühlen SIE sich als mensch ganzeinfach so wie sie sind WERTVOLL?...und genau das brauchen wir, um die wertvolle idee des grundeinkommens wirklichkeit werden zu lassen! und noch ein vorschlag: wenn wir versuchen, die würde des menschen unabhängig von arbeit und einkommen zu erkennen und zu definieren, dann empfinde ich den namen \"grundeinkommen\" als widersprüchlich, da einkommen in unseren köpfen stets mit arbeit gleichgesetzt wird. ich schlage vor, den namen \"BÜRGERGELD\" einzusetzen. darin steckt wertschätzung, anerkennung und respekt vor jedem einzelnen von uns und ich vermute, es würde die widerstände ein wenig aufweichen.
herzliche grüße
brigitte brausam-hansen