Yanis Varoufakis über das „Grundeinkommen“, welches ihm die Kreditgeber für Griechenland aufschwatzen wollten

Varoufakis hat eine unnachahmliche Art, scheinbar komplizierte Sachverhalte einfach zu erklären: Zum Beispiel, dass Wohlstand ein kollektives Produkt ist und kein privates, wovon sich der Staat etwas abzweigt. Und dass ein Grundeinkommen nur fair wäre, und außerdem effizient, weil es die kollektive Wohlstands-, nämlich Wissensproduktion befördert.
Der Linke Varoufakis argumentiert auf der Grundlage von Karl Marx, ebenso aber auch gestützt auf die moderne, wissensbasierte Ökonomie – die im Übrigen Marx auch schon beschrieb. Daher braucht Varoufakis keine menschenrechtliche oder ethische Ableitung des Grundeinkommens. Und er sieht klar, dass das Grundeinkommen, wie jedes „wundervolle Mittel“, erst im Kontext humanistischer und demokratischer Gesellschaftsgestaltung seine progressive Wirkung entfalten kann.
Weiteres zu Varoufakis‘ Verständnis des Grundeinkommens findet sich in diesem Interview des Tagesanzeiger, in diesem Video mit Noam Chomsky und in diesem Video eines Vortrags am Gottlieb Duttweiler Institut in der Schweiz.
Fotonachweis: wikipedia
7 Kommentare
Ein Grundeinkommen würde die Nachfrage am Markt ankurbeln und somit die ganze Wirtschaft beleben. Als Nebeneffekt liese sich so auch effizient die Armut bekämpfen.
Die Marktwirtschaft würde davon also maßgeblich profitieren.
Ich habe es mit den österreichischen Steuersätzen durchgerechnet, und gesehen, dass sich ein BGE mit 24.000 € pa für Erwachsene und 12-15.000 € pa für Kinder und Jugendliche, und einem konstanten Abgabesatz (Steuer+SV) von 60-65% finanzieren lässt. In meinen Berechnungen würden alle mit einem Jahresnettoeinkommen unter 40.000 € profitieren und jeder darüber weniger bekommen, was gleichzeitig die Verteilungsgerechtigkeit erhöhen würde. Das BGE ist auch der Mittelpunkt einer von mir gegründeten Partei.
Wie kann man diesen interessanten Artikel durch so einen irreführenden Titel entwerten? Bitte ändern!
Grundeinkommen ja, aber nicht auf der Basis von Umverteilung. Seit 17 Jahren erprobtes Modell mit \"Freier Währung\" wird nach wie vor ignoriert.
Siehe www.regio-ww.de
Die Einführung des Grundeinkommens kann letztlich keine parteipolitische Wegweisung sein. Weil es grundsätzlich mit der Abschaffung der Erpressbarkeit des Menschen durch den Menschen einhergeht- ist es eine
grundsätzliche Lenkung der tatsächlichen MACHTFRAGE. Einsichtigkeit allein wird da wohl nicht ausreichen, ideologische Grabenkämpfe sind daher nur zynisch und albern.
Varoufakis hätte sich WENIGSTENS ein winziges Grundeinkommen \"aufschwatzen\" lassen sollen statt griech. Renten auf deutschem Niveau zu verteidigen, von dem willkürlich arbeitslose Familienangehörige etwas abbekommen (oder auch nicht). Das jüngste Renten-\"Geschenk\" setzt diese fiese Sozialpolitik nach Gutsherrenart fort.
Die meisten Arbeitnehmer verkaufen sich in Jobs, die sie nicht mögen. Die meisten Familien stehen unter den Druck eines familienfeindlichen Wirtschaftssystems. Die überwältigende Mehrheit der Menschheit muss sich einem miserablen Arbeitsmarkt ohne Zukunftsperspektiven unterwerfen. Mit dem EBS kann economy4mankind den unteren 99% ein sehr anständiges Einkommen verschaffen. Natürlich bietet es auch ein außergewöhnliches und progressives BGE / Grundeinkommen, das die Nachteile alter Modelle vermeidet.
Heute sind Natur, Gesellschaft und Demokratie der Wirtschaft untergeordnet. Es ist eine philosophische Frage, ob das so bleiben soll.
Neoliberale, Regierung und Massenmedien sehen gar keinen Bedarf für ein anderes System.
Ich vertrete eine andere Philosophie. Ich finde, dass die Ökonomie der kompletten Gesellschaft nutzen soll.
Gesellschaft und Demokratie dürfen nicht dem Markt und den Lobbyisten untergeordnet werden.
Die Natur darf nicht länger hemmungslos geplündert werden, als gäbe es kein Morgen.
Das können wir erreichen. Und zwar durch das „Ökonomische Balance System“ („Economic Balance System“ / EBS).
Es ist gleichgültig, ob mächtige Personen einen echten Systemwechsel verweigern. Mit der Macht von Wählerstimmen kann man auf friedliche Weise jedes Ziel erreichen.
Automation und Künstliche Intelligenz
Jedes Wirtschaftssystem muss scheitern, wenn es die Hauptursachen von Arbeitslosigkeit und Niedriglohn nicht beseitigt:
Kosten- und Renditedruck in einer ungezügelten Marktwirtschaft
Automation, Roboter, Software, künstliche Intelligenz
Ewige Produktivitätssteigerungen
Globaler Wettbewerb um niedrigste Löhne, höchste Gewinne, höchste Produktivität
Mismatch zwischen Anforderungen an und Leistungsfähigkeit von Menschen
Mit dem „Arbeitsmarkt Balance System“ können wir das Problem lösen.
Der Planet wird permanent und extrem geplündert, um die unendliche Gier nach Profiten zu befriedigen. Beispiele:
Wasser, Boden und Luft werden verschmutzt, weil es Kosten spart.
Damit 3 Generationen Energie mit mehr Profit verkauft werden kann, wird für 30.000 Generationen Atommüll hinterlassen.
Für Profite verseucht Fracking das Grundwasser.
Es gibt keinen globalen Mangel an Nahrung. Wer verhungert, stirbt stets durch den Mangel an Geld, um sich Nahrung zu kaufen. Genmanipulation von Lebensmitteln und Saatgut dienen allein der Profitmaximierung. Patentgebühren verursachen Hungertote.
Wildtiere werden für Profite ausgerottet.
Zuchttiere leben in der Hölle – für Profite.
Regenwälder und Lebensräume wilder Tiere verschwinden für Soja und Palmöl.
Der Grund liegt offensichtlich in ökonomischen Anreizen. economy4mankind kann das auf eine völlig neue Weise mit dem EBS beenden.