Yanis Varoufakis über das „Grundeinkommen“, welches ihm die Kreditgeber für Griechenland aufschwatzen wollten

Yanis-Varoufakis-Berlin-2015-02-05Der Ex-Finanzminister Griechenlands und DiEM25-Mitbegründer, Yanis Varoufakis, bringt in einem Video in knappen Sätzen auf den Punkt, warum ein Grundeinkommen notwendig ist, und was Neoliberale gern daraus machen würden. Für ihn gehören Demokratie und ein ausreichendes Grundeinkommen – die Macht, „Nein“ sagen zu können zu Ausbeutung – zusammen.

Varoufakis hat eine unnachahmliche Art, scheinbar komplizierte Sachverhalte einfach zu erklären: Zum Beispiel, dass Wohlstand ein kollektives Produkt ist und kein privates, wovon sich der Staat etwas abzweigt. Und dass ein Grundeinkommen nur fair wäre, und außerdem effizient, weil es die kollektive Wohlstands-, nämlich Wissensproduktion befördert.

Der Linke Varoufakis argumentiert auf der Grundlage von Karl Marx, ebenso aber auch gestützt auf die moderne, wissensbasierte Ökonomie – die im Übrigen Marx auch schon beschrieb. Daher braucht Varoufakis keine menschenrechtliche oder ethische Ableitung des Grundeinkommens. Und er sieht klar, dass das Grundeinkommen, wie jedes „wundervolle Mittel“, erst im Kontext humanistischer und demokratischer Gesellschaftsgestaltung seine progressive Wirkung entfalten kann.

Weiteres zu Varoufakis‘ Verständnis des Grundeinkommens findet sich in diesem Interview des Tagesanzeiger, in diesem Video mit Noam Chomsky und in diesem Video eines Vortrags am Gottlieb Duttweiler Institut in der Schweiz.

Fotonachweis: wikipedia

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6 Kommentare:

  1. schrieb am 07.07.16 um 13:00 Uhr ( Permalink ):

    Ein Grundeinkommen würde die Nachfrage am Markt ankurbeln und somit die ganze Wirtschaft beleben. Als Nebeneffekt liese sich so auch effizient die Armut bekämpfen.

    Die Marktwirtschaft würde davon also maßgeblich profitieren.

  2. schrieb am 08.07.16 um 12:09 Uhr ( Permalink ):

    Ich habe es mit den österreichischen Steuersätzen durchgerechnet, und gesehen, dass sich ein BGE mit 24.000 € pa für Erwachsene und 12-15.000 € pa für Kinder und Jugendliche, und einem konstanten Abgabesatz (Steuer+SV) von 60-65% finanzieren lässt. In meinen Berechnungen würden alle mit einem Jahresnettoeinkommen unter 40.000 € profitieren und jeder darüber weniger bekommen, was gleichzeitig die Verteilungsgerechtigkeit erhöhen würde. Das BGE ist auch der Mittelpunkt einer von mir gegründeten Partei.

  3. Martin Mair
    schrieb am 08.07.16 um 19:53 Uhr ( Permalink ):

    Wie kann man diesen interessanten Artikel durch so einen irreführenden Titel entwerten? Bitte ändern!

  4. schrieb am 04.08.16 um 20:12 Uhr ( Permalink ):

    Grundeinkommen ja, aber nicht auf der Basis von Umverteilung. Seit 17 Jahren erprobtes Modell mit „Freier Währung“ wird nach wie vor ignoriert.
    Siehe http://www.regio-ww.de

  5. Jörk Huhle
    schrieb am 05.08.16 um 10:50 Uhr ( Permalink ):

    Die Einführung des Grundeinkommens kann letztlich keine parteipolitische Wegweisung sein. Weil es grundsätzlich mit der Abschaffung der Erpressbarkeit des Menschen durch den Menschen einhergeht- ist es eine
    grundsätzliche Lenkung der tatsächlichen MACHTFRAGE. Einsichtigkeit allein wird da wohl nicht ausreichen, ideologische Grabenkämpfe sind daher nur zynisch und albern.

  6. W.Huber
    schrieb am 15.12.16 um 14:57 Uhr ( Permalink ):

    Varoufakis hätte sich WENIGSTENS ein winziges Grundeinkommen „aufschwatzen“ lassen sollen statt griech. Renten auf deutschem Niveau zu verteidigen, von dem willkürlich arbeitslose Familienangehörige etwas abbekommen (oder auch nicht). Das jüngste Renten-„Geschenk“ setzt diese fiese Sozialpolitik nach Gutsherrenart fort.

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