Was hat eine sorgezentrierte Gesellschaft und Ökonomie mit Grundeinkommen zu tun?

Ronald Blaschke 08.08.2018 Druckversion

Die Debatte über den Zusammenhang zwischen einer Gesellschaft, die sich an der Sorge (Care) um den Menschen orientiert einerseits und einem Grundeinkommen andererseits wird in Deutschland schon länger geführt. Das Netzwerk Grundeinkommen, das mit anderen Organisationen und Initiativen im Netzwerk Care Revolution kooperiert, und Grundeinkommensbewegte aus Deutschland haben in den letzten Jahren sowohl die Debatte aus feministischer und postpatriarchaler Perspektive befördert als auch konkrete Projekte zum Thema initiiert.*

Das Netzwerk Grundeinkommen hat nunmehr eine Broschüre mit dem Titel „Care-Revolutionieren mit Grundeinkommen?“ veröffentlicht (hier als PDF-Dokument). Die Broschüre findet sich auf der Website des Netzwerks unter dem Reiter Mitmachen / Materialien, Broschüren. Die Druckvorlage ist auf Anfrage an office@grundeinkommen.de für den Nachdruck erhältlich.

Die Broschüre enthält Interviews mit namhaften Grundeinkommensbefürwortenden und publizistisch Tätigen aus Wissenschaft, Gewerkschaft und sozialen Bewegungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, welche ihre spezifischen Perspektiven einbringen.

Interviews gaben

– Margit Appel, Katholische Sozialakademie Österreich und Mitgründerin des Netzwerks Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt Österreich – BIEN Austria,

– Sylvia Honsberg, IG Bauen-Agrar-Umwelt, Bundesfrauensekretärin beim Bundesvorstand,

– Dr. Ina Praetorius, Mitfrau im Initiativkomitee der „Eidgenössischen Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen“,

– Werner Rätz, Mitgründer von Attac Deutschland, Mitglied von Attac, AG Genug für alle,

– Dr. Antje Schrupp, Aktivistin in verschiedenen feministischen und postpatriarchalen Netzwerken,

– Prof. Dr. Gabriele Winker, Professorin für Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der TU Hamburg-Harburg, Mitgründerin des Feministischen Instituts Hamburg.

Die Broschüre, die in Folge der ihr gleichnamigen Veranstaltung im Oktober 2017 in Frankfurt am Main entstand, enthält zudem Aktionsmaterial zum Thema “Care Revolution“, den Link zur Videodokumentation der Veranstaltung in Frankfurt am Main und eine Literaturübersicht zum Thema Care und Grundeinkommen. Die Redaktion der Broschüre übernahmen Elfriede Harth, die in der Initiative Care Revolution Rhein-Main und der Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen Frankfurt Rhein-Main aktiv ist, sowie Ronald Blaschke vom Netzwerk Grundeinkommen.

* Im November 2007 fand eine Diskussionsveranstaltung im Deutschen Bundestag zum Thema „Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE): Traum oder Alptraum für Frauen? Frauenpolitische Sichtweisen“ statt, die vom Überparteilichen Runden Tisch der Frauen Berlin und Katja Kipping organisiert wurde. Die geschlechtergerechte Verteilung und Absicherung von Sorgearbeit war ein wichtiges Thema.

Im September 2014 organisierte das Netzwerk Grundeinkommen mit Kooperationspartnern eine Abendveranstaltung und eine internationale Arbeitstagung mit dem Titel „Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) in der feministischen und postpatriarchalen Debatte“.

Im Dezember 2014 erschienen in der  Zeitschrift Widersprüche, die den Titel „Arbeit am Leben“ trägt, mehrere Beiträge von Grundeinkommensbewegten zum Thema Care und Grundeinkommen.

Im Mai 2015 veröffentlichte Katja Kipping, Mitgründerin des Netzwerks Grundeinkommen, ein „Thesenpapier zum Grundeinkommen aus feministischer Sicht“.

Mitte 2016 erschien ein informativer Sammelband „Grundeinkommen aus feministischer und postpatriarchaler Perspektive“.

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