„Ich möchte neben Dir bleiben – in verstärkter Solidarität.“

Pastor Michael Behrmann von der Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen in der Bremischen Evangelischen Kirche spricht sich in einem offenen Brief an einen Hartz-IV-Betroffenen gegen Sanktionen aus:

„Ich möchte neben Dir bleiben – in verstärkter Solidarität. Und ich möchte aktiv mitwirken an spürbaren Verbesserungen in unserem Land. […] Ich werde mich gegen die die Menschenrechte auf Würde, materielle Versorgung und psychosoziales Wohlergehen verletzende Sanktionspraxis mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln einsetzen.“

Michael Behrmann schrieb diesen offenen Brief an einen Hartz-IV-Betroffenen, der an einer Veranstaltung mit Inge Hannemann in Bremen nicht teilnehmen mochte, weil er dort von Ohnmacht, Wut und Trauer überwältigt worden wäre.

Auf dieser Veranstaltung im Oktober 2013 hatte Inge Hannemann, die derzeit um Unterstützung für eine Petition gegen die Sanktionen bei Hartz IV wirbt, über unhaltbare Zustände bis hin zu massiven Verletzungen der Grundrechte geklagt. Hartz-IV-Beziehende berichteten auf der Veranstaltung offen über ihre Erfahrungen mit dem repressiven System.

Weiter heißt es im Brief von Michael Behrmann, den schon viele Engagierte unterschrieben haben:

„Weil die Kränkungen so massiv, weil die Not so handgreiflich ist, hatten bei der
Veranstaltung die Lösungsperspektiven nur wenig Raum. Dafür bekamen sie lauten Beifall: die demütigende Sanktionspraxis und die Drohungen mit dem Entzug des existentiell Notwendigen müssen beendet werden. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen könnte das radikale Ende der Probleme und der Anfang eines auf Wertschätzung und Eigenverantwortung basierenden Lebens sein. Das wären Schritte auf dem Weg zurück zu einem würdevollen Leben – für alle.“

Der offene Brief und weitere Informationen finden sich auf der Webseite von Inge Hannemann. Wer sich diesem Brief anschließen möchte, kann eine E-Mail an InitiativeBGE.BEK@nord-com.net senden und darin seinen Namen, eventuell ergänzt um Beruf bzw. Funktion, nennen.

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Ein Kommentar:

  1. Nina Yagami
    schrieb am 14.02.14 um 17:54 Uhr ( Permalink ):

    Der Landkreis Ostvorpommern ist eine strukturschwache Region. Jeder der hier lebt, kennt die schwierige Suche nach einer Arbeit. Jeder der eine solche Arbeit hat, reibt sich hierfür auf bis zur Selbstaufgabe. Dies ist jedoch für viele kein Grund, in die Ballungszentren zu ziehen, weil sie dort nicht hin wollen und weil sie wissen, dass man dort nicht auf sie wartet. Die Frage ist: Will man diese Regionen menschenleer wirtschaften? Oder will man eine umweltverträgliche Population erhalten. Wir, die diese Region als ihre Heimat empfinden, denken, dass wir hier richtig sind. Ohne ein Grundeinkommen gibt es uns jedoch bald nicht mehr. Wir werden uns den Zwängen des Arbeitsmarktes beugen müssen. Erfahrungen mit Hartz IV haben hier die meisten, und sie leiden, so wie es in dem Beitrag von Pastor Michael Behrmann angesprochen wird. Alle, die ich kenne, möchten sich sinnvoll betätigen. Alle, die ich kenne, haben wertvolle Fähigkeiten und Fertigkeiten. Jedoch ist es in dem bestehenden System so gut wie niemandem vergönnt, diese der Gesellschaft zugute kommen zu lassen.

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