Pressemitteilung: Das Netzwerk Grundeinkommen wird 15 Jahre alt

Netzwerkrat 09.07.2019 Druckversion

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Das Netzwerk Grundeinkommen wird 15 Jahre alt

 Je nachdem welchen Maßstab man an die Zeit anlegt, erscheinen dem einem 15 Jahre als kurz, dem anderen als lang. Betrachten Eltern das Erwachsenwerden ihrer Kinder werden sie sich nach 15 Jahren wundern, wie schnell die Kinder doch erwachsen geworden sind. Liegen einem Verurteilten hingegen 15 Jahre Haftstrafe vor sich, werden ihm diese 15 Jahre ewig lange vorkommen.

Uns vom Netzwerk Grundeinkommen stellt sich mit Blick auf diese 15 Jahre ein ambivalentes Gefühl ein: Einerseits wollen wir keine weiteren 15 Jahre mehr warten, das Grundeinkommen in unserer Gesellschaft verwirklicht zu sehen; andererseits erscheinen uns die zurückliegenden 15 Jahre schnell vergangen angesichts der Leistungen und Fortschritte, die die organisierte Diskussion rund um das Grundeinkommen erzielt hat.

Nach jetzt 15 Jahren darf das Netzwerk Grundeinkommen mit Fug und Recht als eine wichtige parteiunabhängige Instanz in Sachen Grundeinkommen in Deutschland betrachtet werden: Wo sonst findet sich ein so hochkarätig besetzter wissenschaftlicher Beirat? Wo sonst findet man eine so umfangreiche und rechtzeitig zum Jubiläum aktualisierte Literaturliste zum Grundeinkommen? Oder eine ausführliche Übersicht zu Grundeinkommensmodellen, deren Aktualisierung eigentlich monatlich erfolgen müsste, weil ständig neue Konzepte veröffentlicht werden?

In den 15 Jahren haben sich viele aktive Arbeitsgruppen innerhalb des Netzwerkes organisiert. Auch unser Außenauftritt ist bemüht, professionellen Ansprüchen zu genügen; unsere Redaktionen tun im Rahmen der gegebenen Ehrenamtlichkeit ihr Bestes, Interessierten hochwertige und aktuelle Informationen und Analysen anzubieten.

15 Jahre Netzwerk Grundeinkommen bedeutet 15 Jahre intensiver Begleitung vor allem des politischen Diskurses in puncto Grundeinkommen. Das Netzwerk ist international und in Europa vernetzt, außerdem in den sozialen Bewegungen in Deutschland aktiv, zum Beispiel in der Degrowth-Bewegung und bei Care Revolution. Jüngst nahmen wir auch an dem Fachtag der Diakonie zum Grundeinkommen teil – bei den Wohlfahrtsverbänden steigt das Interesse am Grundeinkommen. Unzählige von uns organisierte Informations- und Diskussionsveranstaltungen haben Vertreter*innen verschiedener politischer Parteien einbezogen. Wir haben angefangen dem Grundeinkommen gegenüber aufgeschlossene Kandidierende zum Deutschen Bundestag vorzustellen. Nach 15 Jahren ist die dafür vorgesehene Plattform Grundeinkommen ist wählbar um die Wahlen zu den Landtagen und Bürgerschaften sowie zum Europäischen Parlament erweitert worden. Auch das ist ein Indiz für die wachsende Bedeutung, die das Thema Grundeinkommen in der parteipolitischen Landschaft erfährt.

15 Jahre Netzwerk Grundeinkommen bedeutet aber auch über eine stetig anwachsende Mitgliederzahl berichten zu können: Zur Gründung waren es rund 50 Mitglieder. Aktuell sind rund 5.200 Personen und 134 große Organisationen und kleinere regionale Initiativen Mitglied des Netzwerkes. Das ist die Basis der erfolgreichenArbeit des Netzwerks.

15 Jahre bedeuten allerdings 15 Jahre Erfahrungen mit allerlei Widrigkeiten und Enttäuschungen. Noch immer tun sich politische Parteien mit einer ernsthaften und vor allem zielführenden Befassung mit dem Grundeinkommen schwer. Petitionen und eine Initiative zur Einrichtung einer Enquete-Kommission im Deutschen Bundestag blieben ebenso erfolglos wie wir die eher enttäuschenden Ergebnisse der Parteien, die ein Grundeinkommen fordern.

15 Jahre Netzwerk Grundeinkommen heißt auch 15 Jahre Kommunikation mit der Presse. Wir können auf zahlreiche Hintergrundgespräche, Auskünfte zum Grundeinkommen zurückblicken, für viele Journalist*innen sind wir kompetente Ansprechpartner.

Wir hoffen, bei Ihnen nach 15 Jahren hochwertigen Bemühens in der Sache Ihr Vertrauen, erste Instanz für Ihre Recherchen und Fragen rund um das Grundeinkommen zu sein, gewonnen zu haben. Für dieses uns entgegengebrachte und künftige Vertrauen bedanken wir uns recht herzlich.

Für Rückfragen: Ronald Blaschke, Tel. + 49 177 89 41 473, E-Mail: blaschke@grundeinkommen.de

V.i.S.d.P.: Ronald Blaschke, + 49 177 89 41 473, blaschke@grundeinkommen.de, c/o Netzwerk Grundeinkommen

Das Netzwerk Grundeinkommen ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Personen und Organisationen, die für das Grundeinkommen eintreten.

Die Pressemitteilung als PDF-Dokument.

Ein Kommentar

Wolfgang Schlenzig schrieb am 07.08.2019, 17:44 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Da habe ich mal nachgeschaut, ab wann ich da so mitgemacht habe. Eine Aufnahmeurkunde ins Netzwerk Grundeinkommen fand ich nicht, gab's wahrscheinlich auch nicht. Meine ersten E-Mailaustausche im Netzwerk sind vom 17.08.2014. Wir Berliner trafen uns damals im Mehringhof, in der Schule über dem Mehringhoftheater mit Robert Ulmer, fast wöchentlich würde ich meinen. Mit Sascha Kimbel habe ich Anfang 2015 versucht, das BGE-Thema mit einem Antrag in die WASG zu tragen. Heute nehme ich nicht mehr an Treffen teil. Leiste aber seit Anfang an einen ordentlichen finanziellen Jahresbeitrag und verbreite sowie polemisiere für das BGE im Sinne des Netzwerkes. Wolfgang Schlenzig, Berlin

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