Newsletter Nr. 1, April 2013

Newsletter-Redaktion 10.04.2013 Druckversion

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein bewegendes Grundeinkommensjahr liegt hinter uns. Mit dem Grund­ein­kom­mens­kongress BIEN 2012 hat das Netzwerk Grundeinkommen die inter­nationale Diskussion und die Diskussion in Deutschland voran gebracht. Wir freuen uns, viele Veranstaltungen, darunter den Eröffnungsvortrag von Götz Werner, den Abschlussvortrag von Philippe von Parijs sowie viele Panels und Workshops in Deutsch und Englisch dokumentiert zu haben. Die Videos finden Sie auf der Kongresswebsite www.bien2012.de. Dort finden Sie ebenfalls alle Abstracts und Papers. Darüber hinaus haben die vielen Aktionen und Ver­an­staltungen unserer Mitgliedsinitiativen und Mitglieder die Idee des bedingungs­losen Grundeinkommen in die Welt getragen.

Das Jahr 2013 verspricht viele neue Herausforderungen. Zum einen werden wir als Netzwerk Grundeinkommen darauf hinarbeiten, dass die Parteien im Bundestagswahlkampf und bei den Wahlen für die Parlamente der Bundes­länder um eine Positionierung zum Thema Grundeinkommen nicht herum­kommen. Die netzwerkinterne Diskussion darüber haben wir auf unserer jähr­lichen Mitgliederversammlung am 23./24. März in Leipzig geführt. Wie soll unsere Kampagne „Grundeinkommen ist wählbar“ aussehen? Darüber hinaus gibt es in der Woche vor der Bundestagswahl die inzwischen 6. Internationale Woche des Grundeinkommens.

Ein weiteres Highlight ist die Europäische Bürgerinitiative für ein bedingungs­loses Grundeinkommen, welche die EU-Kommission am 14. Januar 2013 zu­gelassen hat. Welchen Beitrag können und wollen wir als Netzwerk und Mit­initiator dazu leisten, eine Million UnterstützerInnen in ganz Europa zu ge­winnen? Auch dies haben wir am im März auf der Mitgliederversammlung dis­ku­tiert und entschieden.

Stefan Ziller

Veranstaltungen, Aktionen, Debatten

Parteien auf dem Weg zum Grundeinkommen

Der Einladung des Netzwerks an die Bundesvorstände und Bundestags-SpitzenkandidatInnen der im Bundestag vertretenen Parteien sowie der Piratenpartei zur Podiumsdiskussion Parteien auf dem Weg zum Grund­ein­kommen im Vorfeld der Bundestagswahlen 2013 folgten Stefan Hartmann vom Parteivorstand DIE LINKE, Monika Lazar, MdB und designierte Bundestags-Spitzenkandidatin in Sachsen von Bündnis 90/Die Grünen, sowie Bernd Schlömer, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland. Bei der Veranstaltung am 23. März 2013 auf dem Mediencampus Villa Ida in Leipzig galt es herauszufinden, was wir von den politischen Parteien in Bezug auf das Grund­einkommen zu erwarten haben. Unter der Moderation der ehemaligen Netzwerkrätin Birgit Zenker und des amtierenden Netzwerkrats Reimund Acker entspann sich in lockerer Gesprächsatmosphäre eine interessante Diskussion.

Die Veranstaltung wurde auf www.grundeinkommen.de live übertragen und als Video aufgezeichnet, das in Kürze zum Download bereit stehen wird.

Europäische Bürgerinitiative zum Grundeinkommen

Die vom Netzwerk Grundeinkommen mit-initiierte Europäische Bürgerinitiative (EBI) zum bedingungslosen Grundeinkommen wurde am 14. Januar 2013 von der EU-Kommission angenom­men und registriert. Den Text der Bürgerinitiative und den voll­ständigen Anhang finden sie hier.
EBI-Grundeinkommen-Logo
Am 21. März wurde auch die Zertifizierung des Online-Systems zur Unterschrif­ten­sammlung abgeschlossen, und seitdem kann die EBI zum Grundeinkommen mitgezeichnet werden! Ein schöner Frühlings­anfang für die FreundInnen des Grundeinkommens.

Grundeinkommen ist wählbar 2013

Wenn Bundestags- und Landtagswahlen anstehen, wollen wir das Grund­ein­kommen zum Wahlkampfthema machen. Dabei ist die Bundestagswahl (22. September 2013) am wichtigsten, weil das Grundeinkommen eine gesamt­staatliche Angelegenheit ist. Aber auch die Bundesländer können bei der Durch­setzung des bedingungslosen Grundeinkommens ein gewichtiges Wort mit­reden. Es gilt also, auf allen Ebenen für das Grundeinkommen zu werben.

Deshalb wird in Kürze die Website www.grundeinkommen-ist-waehlbar.de auf den neuesten Stand gebracht. Michael Fielsch aus Berlin hat sich dankens­werter Weise bereit erklärt, die Website zu betreuen.

Ausblick

Neuer Film Frohes Schaffen

Anfang Mai läuft in einigen deutschen Kinos der dokumentarische Film Frohes Schaffen an. Der Filmemacher Konstantin Faigle nimmt darin die quasi-religiöse Überhöhung der Erwerbsarbeit auf’s Korn. Der Film „zur Senkung der Arbeitsmoral“, wie es im Untertitel heißt, könnte einiges Aufsehen erregen und liefert eine Steilvorlage zum Thema Grundeinkommen. Das ZDF-Magazin Aspekte zeigte einen positiven Bericht über den Film.

Website

Die Top Fünf der letzten vier Monate auf www.grundeinkommen.de

Netzwerk intern

Neuwahl des Netzwerkrates

Auf der Mitgliederversammlung am 23. und 24. März 2013 in Leipzig wurde ein neuer Netzwerkrat gewählt. Der alte, im Oktober 2010 in Hamburg gewählte war von ursprünglich zehn auf nur noch fünf Mitglieder geschrumpft. Umso erfreulicher, dass sich nun wieder zehn Menschen gefunden haben, die durch ihre ehrenamtliche Arbeit in diesem Gremium die Grundeinkommensidee und das Netzwerk für zwei Jahre weiter voran bringen wollen. Die verbliebenen Netzwerkräte Reimund Acker, Ronald Blaschke, Matthias Blöcher, Ralf Engelke und Stefan Ziller wurden alle wiedergewählt. Neu im NWR vertreten sind Mechthild Bock und Michael Fülle aus Berlin, Brit Immerthal aus Bodenheim bei Mainz, Wolfgang Kurtenbach aus Köln und Stefan Füsers aus Hamburg.

Mitglied werden

Sie können Mitglied im Netzwerk Grundeinkommen werden, wenn Sie für ein Grundeinkommen eintreten, das den vier Kriterien entspricht, die in der Präambel der Statuten des Netzwerks beschrieben sind: 1) Existenz- und teilhabesichernde Höhe, 2) individueller Rechtsanspruch, 3) ohne Bedürftig­keitsprüfung und 4) ohne Arbeitszwang. Mitglied können neben natürlichen Personen auch Organisationen und Verbände werden, jedoch keine politischen Parteien. Füllen Sie einfach das Online-Beitrittsformular für Personen oder für Organisationen aus.

Mitmachen

Das Netzwerk Grundeinkommen hat eine eigene Facebookseite. FreundInnen sind herzlich willkommen.

Werfen Sie auch einen Blick auf unsere Arbeitsgruppen. Mitarbeit ist sehr erwünscht, denn nur gemeinsam gelingt es, die Grundeinkommensidee zu verbreiten. Dasselbe gilt für die Redaktion der Website grundeinkommen.de. Beiträge sind immer herzlich willkommen. Hierzu einige Hinweise.


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2 Kommentare

Christoph Halbe schrieb am 10.04.2013, 22:49 Uhr

Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde u. a. das Unrecht ausgleichen, dass den Menschen die Almende genommen worden ist, also die Grudlage für ein (höchst bescheidenes) Leben in Unabhängigkeit. Diese ist Voraussetzung für Würde und Selbständigkeit, ein Eigenleben also, das auch in Muße geführt werden kann. Muße darf nicht mit Faulheit verwechselt werden.

Ilse Kleinschuster schrieb am 12.04.2013, 17:48 Uhr

Anlässlich der Veranstaltung \"Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen! Aber wie?\", die kürzlich in Wien im Haus der EU stattfand, sagte der junge portugiesische Ökonom aus Barcelona auf dem Podium: \"Unemployment effects not only the youths but also the economy!\" Ja, er meinte wohl die derzeitige Sitution. Aber mit einem BGE würden sich ja die Selbstbestimmungsmöglichkeiten der Jugendlichen erweitern. Und seine Annahme, dass sich die Einführung eines BGE positiv auf die Wirtschaft auswirken würde, wie ich später herausfand, machte ihn sehr sympathisch. Die Gesellschaft sollte viel mehr Vertrauen haben in die Jugend und ihr Interesse und ihr Potential für eine zukunftsfähige Lebensgestaltung!

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