Grundeinkommen und Emanzipation

Ronald Blaschke 12.09.2022 Druckversion

Über fünfzig Erstunterzeichnende haben in einer Erklärung * den Zusammenhang von Grundeinkommen und Emanzipation verdeutlicht. Die Erstunterzeichnenden kommen aus der Erwerbslosen- und Prekärenbewegung, aus Attac, aus dem Netzwerk Care Revolution und dem Netzwerk Grundeinkommen, aus Gewerkschaften, katholischen Verbänden und christlichen Initiativen sowie aus Parteien und Zusammenschlüssen in Parteien, Wissenschaft und Publizistik.

In der Erklärung werden Eckpunkte für ein emanzipatorisches bedingungsloses Grundeinkommen benannt.

In der Einleitung zur Erklärung heißt es:

„Die Debatte um das Grundeinkommen ist weltweit, auch in Deutschland, vorangeschritten. Für viele steht nicht mehr die Frage an, ob ein Grundeinkommen eingeführt werden soll. Mit der breiten gesellschaftlichen Akzeptanz der Forderung eines bedingungslosen Grundeinkommens hat es seinen Nischenplatz verlassen. Wir wollen den Begriff der Emanzipation mit dem Inhalt des Grundeinkommens in Verbindung bringen. Ein erweitertes emanzipatorisches Konzept für ein Grundeinkommen ist notwendig, um soziale Ungleichheit abzuschaffen, öffentliche Güter und Sozialsysteme zu erhalten und gemeinsam mit dem Grundeinkommen zu einem emanzipatorischen Sozialstaat weiterzuentwickeln.“

Die Erklärung versteht sich als ein Diskussionsangebot an die Bürger*innen, an Initiativen und Netzwerke, Verbände und Parteien in Deutschland. Sie kann von weiteren Personen und Organisationen bzw. Initiativen mitgezeichnet werden.

Foto: Pixabay

* aktualisiert am 3. Oktober 2022.

3 Kommentare

Charlotte Ullmann schrieb am 12.09.2022, 19:07 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Wenn die Partei Die Linke sich jetzt via Urabstimmung (13-26.September 2022) nicht endlich zu dem emanzipatorischen, linken Bedingungslosen Grundeinkommen für ihr Parteiprogramm bekennt, wird sie endgültig in Bedeutungslosigkeit versinken!

Robert Reischer schrieb am 15.09.2022, 18:45 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Emanzipation braucht strukturelle Rahmenbedingungen !

Die finanzielle Befreiung vom „Zwang“ zu Erwerbsarbeit und Einkommen darf die Problematik der unbezahlten Haus- und Pflegearbeit nicht übersehen, denn das widerspricht dem emanzipatorischen Anspruch des BGE, keine Erwartungen und Rollenbilder erfüllen zu müssen.

Um die Entscheidungsfreiheit bei der Verantwortung um Pflege, Betreuung und Versorgung, glaubwürdig zu vertreten, müssen Einrichtungen mit geschultem und anständig bezahltem Personal zur Betreuung von Kindern, Kranken, Alten und Betreuungsbedürftigen ausreichend verfügbar sein und öffentlich finanziert werden.

In Verbindung mit diesen sozialen öffentlichen Dienstleistungen bietet das BGE beiden Ge-schlechtern größere Entscheidungsfreiheit bei der Kombination und der biografischen Abfolge verschiedener Arbeits- und Tätigkeitsformen.

Ben schrieb am 17.09.2022, 12:29 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Kann man die Erklärung auch als Privatperson unterzeichnen?

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