Inge Hannemann: Sanktionspraxis in den Jobcentern und Grundeinkommen

Ronald Blaschke 13.06.2013 Druckversion

Die ver.di-Gewerkschafterin und derzeit beurlaubte Jobcentermitarbeiterin Inge Hannemann berichtet in einer Sendung in stern TV am 12. Juni 2013 aus dem skandalösen Innenleben der Jobcenter, über die Sanktionspraxis bei Hartz IV und plädiert für ein Grundeinkommen und einen Mindestlohn. Weitere Jobcentermitarbeiter/innen kommen anonym zu Wort.

Skandalös ist die Position des Personalratschefs eines Berliner Jobcenters und ver.di-Gewerkschafters in der Sendung bei stern TV, der sich offen für die Sanktionen bei Hartz IV ausspricht. In ver.di braucht es offenbar eine Diskussion und eine klare Beschlusslage darüber, dass das Recht auf Existenzsicherung und gesellschaftliche Teilhabe ein Grundrecht ist und Menschen nicht Verfügungsmasse der Jobcentermitarbeiter/innen sind. Und es braucht eine breitere Basisbewegung in den Gewerkschaften für ein Grundeinkommen. Der Anfang ist mit dem Gewerkschafterdialog Grundeinkommen gemacht.

Hier das Video der gesamten stern TV-Sendung mit Inge Hannemann – Reportage und Diskussion (leider nicht in bester Qualität):

4 Kommentare

Hans-Jürgen Reglitzk schrieb am 14.06.2013, 17:05 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Wir, Gegenwind e.V., Arbeitsloseninitiative Glauchau-Zwickau-Cloppenburg, kämpfen auch ständig mit Hilfeempfänger gegen die Unmenschlichkeit, die Schikanen und die gewolltenn Fehler, die inzwischen System haben. Weg mit Hartz IV - hin zum bedingungslosen Grundeinkommen! www.ali-gegenwind.de

Lutz schrieb am 16.06.2013, 20:46 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Skandalös ist im Übrigen auch die Reaktion der BA mit ihrer Presseerklärung 035 nach dieser Sendung, siehe http://www.arbeitsagentur.de/nn_26976/Navigation/zentral/Presse/Presseinformationen/Presseinformationen-Nav.html In den Jahren seit Hartz IV konnte selbst der Mainstream nicht umhin, über die Entrechtung Betroffener, über die missratene Gestaltung des SGB II, ja selbst über das Verhungernlassen inmitten der Fülle, mehrfach zu berichten, z.B. http://www.sueddeutsche.de/panorama/speyer-arbeitsloser-verhungert-in-seiner-wohnung-1.666139. Skandalös ist hier nicht nur die Wortmeldung des Vertreters der Gewerkschaften, sondern skandalös ist auch die Diffamierung Inge Hannemanns durch die Presseerklärung der BA!

Veit schrieb am 17.06.2013, 16:17 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich war heute im Jobcenter Berlin Pankow, wo ich als langjähriger Kunde bekannt bin, habe u. a. den dortigen Personalrat angetroffen, ein Befürworter von Sanktionen gegen Erwerbslose. Er hatte Inge Hannemann in stern TV am 12.06.13 gegenüber gesessen. Über sie habe ich gestern erfahren, dass ver.di sich gegen Sanktionen bei Erwerbslosen ausspricht: https://www.verdi.de/ueber-uns/bundeskongress/antraege-beschluesse (Beschluss 084, Seiten 207 und 215) Darauf habe ich den besagten Jobcenter-Mitarbeiter angesprochen. Er sage dazu nichts, antwortete er, ein ver.di-Mitglied.

Bernhard Baum schrieb am 26.06.2013, 21:31 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Bis vor einer Woche gab es eine Wikipedia-Seite "Inge Hannemann" mit Angaben zu ihrer Person, ihrer Rolle im Kampf für die Arbeitslosen und Links zu ihrer Webseite usw. Es lief aber auch eine umfangreiche Löschdiskussion, in der viele Menschen sich gegen eine Löschung des Artikels aussprachen, während zwei Teilnehmer bei der Forderung nach Löschen besonders aktiv waren. Über einen der beiden läßt sich nichts in Erfahrung bringen (MrBrook), während der andere (GonzoTheRonzo) eine eigene Seite auf Wikipedia hat. Diese beiden stritten mit einer Verbissenheit gegen den Verbleib des Artikels "Inge Hannemann", die auffiel. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/18._Juni_2013#Inge_Hannemann_.28gel.C3.B6scht.29 Hier kann man sich die Löschdiskussion selber ansehen. Es ist bekannt, daß US-Freunde in vielen Foren den Sozialstaat als Hängematte diffamieren. Solche Äußerungen haben die beiden wohlweislich vermieden, aber ihre Stoßrichtung spricht für sich. Kann es zugelassen werden, daß ein Projekt wie Wikipedia von Gegnern des Sozialstaats gekapert wird? Ich denke, daß Wikipedia auch Menschen und Gruppierungen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen, aufführen muss.

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