Grundeinkommen zu gewinnen

Reimund Acker 13.07.2014 Druckversion

Was würde wohl passieren, wenn Menschen plötzlich ein Grundeinkommen erhielten? Die neue Kampagne „Mein Grundeinkommen“ soll die Diskussion dieser Frage einen Schritt weiter bringen. Indem sie es einfach ausprobiert.

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Die 12.000 Euro, die es braucht, um einem Menschen ein Jahr lang ein Grundeinkommen zu finanzieren, sollen per Crowdfunding über das Internet gesammelt werden. So können viele Menschen kleine Beträge beisteuern.

Parallel dazu soll unter www.mein-grundeinkommen.de eine Online-Community entstehen, bei der sich jeder kostenlos anmelden und sagen kann, was er oder sie mit einem Grundeinkommen tun würde. Unter allen Teilnehmenden wird dann das erste „Grundeinkommen“ verlost.

Verlost deshalb, weil die monatliche Überweisung auf diese Weise immerhin bedingungslos ist. Egal ob jemand in den Urlaub fahren, nichts tun, eine Firma gründen oder mehr Zeit mit der Familie verbringen möchte – alle haben die gleiche Chance.

Die Person, die das „Grundeinkommen“ gewinnt, wird am Anfang und am Ende des Jahres der Auszahlung um ein Interview gebeten, das zeigen soll, wie sich Anspruch und Wirklichkeit beim Grundeinkommens in diesem Fall zueinander verhalten. Zusätzlich soll es auf der Internetseite der Kampagne künftig für Einsteigerinnen und Einsteiger ausführliche Informationen zum Grundeinkommen geben.

Hinter dem Projekt steht Michael Bohmeyer, ein 29-jähriger Berliner, der selbst ein „kleines Grundeinkommen“, nämlich den Ertrag aus der Beteiligung an einem Internet-Startup-Up erhält. Dies habe sein Leben so spektakulär beeinflusst, dass er diese Erfahrung mit möglichst vielen Menschen teilen wolle, so Bohmeyer in seinem Präsentationsvideo.

Foto_Bohmeyer

„Ich möchte mit ‘Mein Grundeinkommen’ die Idee des Grundeinkommens in Zielgruppen tragen, die bisher nichts damit zu tun hatten und damit das Konzept bekannter und mehrheitsfähig machen“, so der Initiator.

Damit das Projekt starten kann, müssen nun über die Crowdfunding-Seite Startnext bis zur Woche des Grundeinkommens im September 12.000 Euro eingesammelt werden.

Finanziell und ideell unterstützen kann man diese Kampagne unter www.startnext.de/mein-grundeinkommen.

Das Projekt bei Facebook: www.facebook.com/MeinGrundeinkommen“.
Das Projekt bei Twitter: www.twitter.com/meinbge.

19 Kommentare

Henrik Wittenberg schrieb am 14.07.2014, 12:06 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Auch im Netzwerk BGE-Kreise besteht die Möglichkeit, eigene Erfahrungen in einem geschützten Rahmen mit dem Grundeinkommen zu machen. Elemente von Tauschring, Komplementärwährung und Grundeinkommen wurden hier zu einer Einheit verschmolzen. Als Basis dienen dabei die Tauschringidee, verbunden mit einer zinsfreien Komplementärwährung und einem frei konfigurierbaren Abgabensystem. Jeder Teilnehmer erhält dabei neben einem Startkapital ein monatliches Grundeinkommen in Form einer digitalen Währung. Dieses Geld kann eingesetzt werden, um z.B. Handel zu betreiben oder Dienstleistungen anzubieten. Über eine »Umlauf- und Umsatzsteuer« findet ein erneuter Rückfluss des Geldes in das BGE-Kreise-System statt. Das Geld ist zunächst als »Regionales Geld« vorgesehen, wobei nicht nur Einzelpersonen sondern auch Körperschaften an diesem System teilnehmen können. http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/bedingungsloses-grundeinkommen-nicht-warten-sondern-starten

Steffen Hannemann schrieb am 15.07.2014, 13:56 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Seit 2007 hab ich bereits ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 250 Euro im Monat (3000 im Jahr), das ab 2015 auf 300 Euro erhöht wird, in Form der SED-Opferrente. Ich erhalte dies unanbhängig von Wohnort und egal auf welchen Kontinent ich mich aufhalte. Ich kann bei Dumpinglohn-Arbeit nein sagen = das Wichtigste am BGE!

Kitefan schrieb am 16.07.2014, 08:28 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Also diese Idee ist ja mal völliger Unsinn. Das Gefühl, ein Jahr lang Geld als Geschenk zu erhalten, ist in keinster Weise vergleichbar mit einem Grundeinkommen, das die Existenz von Geburt an bis zum Tod absichert. Es bleibt immer die Frage: Wer bezahlt es?

Frank schrieb am 20.07.2014, 00:50 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Bei NKL, Glückspirale und anderen Lotterie-Unternehmen kann man schon seit Jahren eine sogenannte Sofortrente gewinnen. Bis zu 7500€ monatlich!

Elfie Resch schrieb am 20.07.2014, 11:02 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich habe bereits ein bedingungsloses Grundeinkommen - meine Pension. Die entspricht genau dieser Höhe. Ich teile schon einen Teil mit meinem Mann, der nur etwa zwei Drittel als Invalidenrente bekommt.

Willipo schrieb am 29.07.2014, 05:52 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Was passiert, wenn der Gewinner bisher Arbeitslosengeld 2 erhält und die Verlosung gewinnt? Er muss den Gewinn melden und erhält ab sofort kein Alg 2 und keine sonstigen Zahlungen mehr.

Gulbins schrieb am 26.08.2014, 09:53 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Wie wird diese Einnahme von 12.000 € eigentlich steuerlich bewertet? Wer ist dann der eigentliche "Zahler" dieses Grundeinkommens?

Beate Kiefner schrieb am 03.10.2014, 23:22 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Eine Rente, eine Pension, sonstige Sozialleistungen unterliegen alle bestimmten Bedingungen, um ausbezahlt zu werden. Die häufigste Bedingung ist das Erreichen einer Altersgrenze. Aber auch die Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme, Umschulung, Fort-und Weiterbildung können solche Bedingungen sein und das Vorweisen der Bedürftigkeit. Bei einem wirklich bedingungslosen Grundeinkommen dürfen die genannten Bedingungen keine Rolle spielen.

Oliver Sachse Tenky schrieb am 26.03.2015, 11:24 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Grundeinkommen für jeden - bedingungslos? Grundlegend sollte der Staat die jährliche Gesamtsumme, die sich aus einem Grundeinkommen für jeden Staatsbürger ergibt, als feste Ausgabe einplanen. Ich würde dieses Grundeinkommen mit einem festzulegenden Minimum zu leistender Arbeitsstunden verbinden. Warum nicht die Straßenreinigung, Park-, Wiesen- und Stadtpflege genau jenen Bürgern zuweisen, die von einem Grundeinkommen leben? Ein Land mit solch einer wirtschaftlichen Stärke sollte es sich wert sein, die Basis seines Wohlstands mit dieser niemanden zurücklassenden Art und Weise zu refinanzieren.

Klaus schrieb am 29.05.2015, 20:44 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

"Bedingungslos" ist die Quintessenz, denn für den Staat arbeiten zu müssen, wäre Zwangsarbeit. Das Problem ist unser Menschenbild. Es gibt zahlreiche Umfragen mit immer dem gleichen Ergebnis: Der Befragte äußert den Willen, trotz Grundeinkommen zu arbeiten, glaubt aber von ALLEN anderen, die würden sich auf die faule Haut legen ... ;) Es gab schon Pilotprojekte, u.a. in Namibia. Erkenntnis: über 90 Prozent der Bezieher arbeiteten weiter, allerdings nicht mehr als Lohnsklaven, sondern freie Menschen!

Fanny schrieb am 09.02.2017, 06:57 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Als 1. würde ich all dir Schulden abbezahlen, die sich leider angesammelt haben u dann würde ich das 1. mal ohne Sorgen u Ängste für meine Tochter einkaufen. Ich könnte auch mal was Gesundes für Sie ohne Bedenken einkaufen :).

Kerstin Men schrieb am 09.02.2017, 07:04 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich finde es so toll. Ich habe mehrere Jobs, um meine Kinder zu ernähren. Es ist hart und mir fehlt Zeit für meine Kinder. Das Grundeinkommen würde sehr viel erleichtern

Erika Knoblauch-Herzig schrieb am 28.05.2017, 23:13 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich finde die Idee super. Habe leider keinen Job, bin zur Zeit in einer Reha-Maßnahme. Ob ich überhaupt noch einen Job bekomme ist fraglich.

Anja Breuer schrieb am 28.05.2017, 23:21 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Würde gerne arbeiten, nur schaffe ich nur kurze Zeitspannnen um in der Arbeitswelt gesundheitlich bestehen zu können. Einmal wieder ein paar Tage Urlaub, ohne an den morgigen Tag denken und sorgen zu müssen. Wie viele Mitmenschen haben das verdient.

Rita Hafen schrieb am 19.09.2017, 16:45 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Die Idee mit dem Grundeinkommen finde ich toll, allerdings in Verbindung mit leichten Tätigkeiten, die zur Säuberung der Stadt dienen und beschmierte Wände reinigen. Mit dem Geld würde ich meine Wohnung aufgeben und einen Job und neue Wohnung in einer anderen Stadt suchen.

Roswitha Heimann schrieb am 13.11.2017, 13:43 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Find ich super Idee. Mit dem Geld würd ich einige Schulden bezahlen können.

Weise Christel schrieb am 18.11.2017, 15:35 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Mein Enkel benötigt eine Zahnop., danach eine Zahnspange.Mutter alleinerziehend, meine Rente reicht leider nicht aus.Grundeinkommen ist eine super Idee, kaum zu glauben.Ich drücke mir selbst die Daumen, was wäre das für ein Glück!

Julia Kastl schrieb am 03.07.2018, 21:32 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Im Hauptberuf im Sozialen Bereich Stunden reduzieren und damit Lebensenergie für weitere Fortbildungen privat und beruflich zur Verfügung haben. Mit der neu gewonnen Zeit und dem Geldpuffer könnte ich beruhigt Jobs und Freizeitaktivitäten nachgehen, die ich schon immer machen wollte, dafür aber weder die Zeit noch das Geld habe. Ebenfalls würde ich mich freuen, mehr soziale Kontakte pflegen zu können, statt einem Nebenjob nachgehen zu müssen.

Peggy Balig schrieb am 12.07.2018, 13:37 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Mit einem Grundeinkommen könnte ich entspannt von einem zum anderen Monat kommen, ohne mir Gedanken machen zu müssen, wie ich meine Rechnungen bezahle oder ob es möglich ist, ein paar Tage in Urlaub zu fahren. Sogar könnte ich darüber nachdenken mir ein zweites Standbein aufzubauen. Mit einem Grundeinkommen machbar.

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