Öffentliche Online-Seminarreihe zum Thema „Grundeinkommen und sozialökologische Transformation“

Hanna Ketterer 15.11.2022 Druckversion

Die gegenwärtige Mehrfachkrise – von Pandemie, Klimakatastrophe, Biodiversitätsverlust, über das Erstarken antidemokratischer Kräfte bis hin zur Entwicklung massiver soziale Ungleichheiten – hat das Bedingungslose Grundeinkommen wieder in den Fokus gerückt. Idee und Implementierungen des Grundeinkommens werden wieder vermehrt in Öffentlichkeit und Wissenschaft diskutiert.

Am FRIBIS (Freiburger Institute for Basic Income Studies, Universität Freiburg) wurde deshalb eine inter- und transdisziplinäre Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Unter dem Titel, „Bedingungsloses Grundeinkommen und sozial-ökologische Transformation: eine passende Kombination?“ finden ab diesem Monat für die Dauer eines Jahres eine Serie von öffentlichen Abendvorträgen statt. Ziel ist es Vertreter*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik zusammenbringen, um Potentiale und Grenzen des Bedingungslosen Grundeinkommens im Hinblick auf eine sozial-ökologische Transformation zu diskutieren. Konzipiert, organisiert und durchgeführt werden die Veranstaltungen durch die Mitglieder des UBITrans (Universal basic income and social-ecological transformation)-Teams*.

Es ist jeweils ein Impulsvortrag mit anschließender öffentlicher Diskussion (auf zoom, 17:00-18:30) vorgesehen. Den Auftakt machen drei spannende Referent*innen:

Donnerstag, 17.11.22 – Situating basic income with two future post growth scenarios mit Dr. Mikael Malmeus (Universität Lund)
Abstract: How well a universal basic income (UBI) would fit into a post growth economy depends a lot on assumptions about the core characteristics of such an economy. Comparing UBI in a “local self-sufficiency” economy to a UBI in an “automation” economy, we show that the impact of a UBI would differ greatly between these contexts. Our analysis shows that a UBI is less compatible with a labor-intensive local self-sufficiency economy than a capital-intensive, high-tech economy. We conclude that the feasibility and attractiveness of a UBI depends greatly on the specific characteristics of the economy.

Montag, 12.12.22 – Freiheit in Bezogenheit lernen. Ohne BGE – oder besser: mit BGE mit Dr. Ina Praetorius (freie Autorin)
Abstract: Dass „Freiheit“ nicht die sterile Selbstbezogenheit des „homo oeconomicus“ meint, müssen wir in Zeiten des Klimakollaps sowieso lernen: Alle Menschen sind geboren, verletzlich, sterblich, abhängig von der Natur und voneinander. Das BGE wäre eine große Unterstützung in diesem notwendigen Lernprozess. Denn es nimmt die Angst um die eigene Existenz. Und es befreit dazu, neue freie Formen der Bezogenheit und der Gegenseitigkeit zu erfinden und auszuprobieren.

Montag, 6.2.23 – Sozialstaatskulturen und Sozialcharakter: Psychodynamische Grundlagen von Solidaritätsverständnissen mit Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt (Universität Köln)
Abstract: Wohlwissend, dass der bundesdeutsche Sozialstaat in verschiedenen Teilbereichen unterschiedlichen Gerechtigkeitskonzepten folgt und daher in der kritischen Reflexion einer differenzierten Vorstellung von Solidarität bedarf, wird die Analyse in einem ersten Schritt zugespitzt auf die Idee der unbedingten Solidarität im Lichte anthropologisch fundierter rechtsphilosophischer Überlegungen über eine responsive Gabe, das Gegeben-Sein des Anderen, die Unbedingtheit der Würde und die relationale Autonomie. In einem zweiten Schritt werden die psychodynamischen Grundlagen einer kulturellen Grammatik des Miteinanders als Miteinanderfreiheit in Miteinanderverantwortung skizziert. Mit diesem Blick auf die Herausbildung eines prosozialen Sozialcharakters wird in einem dritten Schritt deutlich, dass eine kritische Theorie der Möglichkeit eines Gestalt-wahren Lebens in einer unwahren Welt nicht ohne Psychoanalyse der Subjektivierungsformen auskommt.

Für die Teilnahme ist eine Registrierung per Mail an eventmanagement@fribis.uni-freiburg.de notwendig.
Weiterführende Informationen gibt es unter: https://www.fribis.uni-freiburg.de/project/ubitrans/

*Mitglieder des UBITrans-Teams: Ulrich Schachtschneider, Hanna Ketterer, Bianca Blum, Dominik Schröder und Adrienne Göhler.

Autorin: Hanna Ketterer, Universität Jena.

Ein Kommentar

Stallkamp Hans schrieb am 20.11.2022, 07:51 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Danke für die Arbeiten des Fribis. Endlich wird ein Wichtiger Teil der Arbeit sichtbar und öffentlich in dieser kriesenvollen Zeit.

Die notwendigen Anträge auf Antragsformulare machen das immer deutlicher z.B. die notwendigen Anträge der Student*innen auf ein Bonbon zum Überleben {200.00€ Notzulage )

Wieviel öffentliches Geld kostet diese Förderung der gesellschaftlichen sozialen Ungleichheit??? - Alle Verteil-Ebenen zusammen an die 100 000 000 000 Milliarden jährlich. ( Aussage im von Fachleuten im Fernsehen ) Wahnsinn!!!

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