Emotionaler Abschluss des Kongresses im Festsaal des Wolf-Ferrari-Hauses in Ottobrunn

Natalie Pavlovic 17.09.2012 Druckversion

Ca. 200 Personen haben sich zum Abschluss des 14. BIEN-Kongresses ein letztes Mal versammelt, einen Blick in die nationale und internationale Zukunft des Grundeinkommens zu werfen. Worte des Dankes an die OrganisatorInnen, Übersetzerinnen und Volunteers gehörten ebenso dazu wie die Abschlussworte einzelner RednerInnen zu den inhaltlichen Ergebnissen dieses Wochenendes.
Im Hinblick auf die Bewegung und Verbreitung der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wurden positive Prognosen gestellt. Insgesamt vier neue Bücher wurden auf diesem Kongress vorgestellt, keine zu vernachlässigende Anzahl wie Phillipe van Parijs, Vorsitzender des Internationalen Beirats von BIEN, betonte. Eines der Zeichen dafür, dass die Idee wieder im Aufschwung sei.

Aber auch zahlreiche Aktionen rund um den Kongress sowie in dessen Vorfeld (Pre-Conference-Day) verdeutlichten, dass die Idee wieder mehr an Fahrt gewinnt. Dies wurde mehrfach von nationaler (vertreten durch das Ratsmitglied des deutschen Netzwerks Grundeinkommen, Matthias Blöcher) wie von internationaler Seite (Karl Widerquist) betont. Blöcher hob hervor, dass den insgesamt 450 TeilnehmerInnen, 150 ReferentInnen und 50 HelferInnen ein großer Dank auszusprechen sei, ohne sie wäre die Veranstaltung nicht realisierbar gewesen.

Auf fachlicher Ebene des Kongresses wurde insbesondere festgestellt, dass die Verzahnung der Grundeinkommensidee mit anderen Themenfeldern wie der Ökologie oder auch der Finanzkrise immer wichtiger und auch sichtbarer werde. Die Umsetzung eines Grundeinkommenskonzeptes in einem universellen wie bedingungslosen Sinne stehe in unmittelbarem Zusammenhang mit der ökologischen wie sozialen Neuordnung des gesamten Planeten (Philippe Van Parijs). Erneut wurde das partielle Grundeinkommen als Möglichkeit des Einstiegs benannt, auch wenn diese Idee während des Wochenendes mehrfach kontrovers diskutiert worden und längst nicht überall auf Zustimmung gestoßen war. Trotz der inhaltlichen Unterschiede lobte Philippe van Parijs die Energie und den Enthusiasmus der ReferentInnen und BesucherInnen.

Karl Widerquist, scheidendes Mitglied des BIEN-Exekutiv-Komitees, lobte die Vielfalt der internationalen Veröffentlichungen, die durch den BIEN-Newsletter seit vielen Jahren weltweit Verbreitung finden, und lud Mitglieder sowie Interessierte zur anschließenden BIEN-Versammlung ein.

Alles in allem sei der Kongress ein voller Erfolg gewesen, der wesentlich dazu beitragen werde, die internationale Vernetzung voranzutreiben. Ingrid van Niekerk, ebenfalls Mitglied des BIEN-Exekutiv-Komitees, resümierte eindrucksvoll: Drei Stufen durchlaufe man auf dem Weg in Richtung Grundeinkommen: think, feel, take action. Die Grundeinkommensidee müsse noch mehr zu einer Herzensangelegenheit werden. Und dann zitierte sie Ghandi: „Be the change you want to see in the world“. Eine klare Botschaft und motivierende wie hoffnungsvolle Abschlussworte für die gesamte, vielfältige Bewegung. Eine Besucherin schloss die Veranstaltung mit dem eigens verfassten Gedicht „Bitte wenden!“ ab, in Anlehnung an Götz Werners Ausführungen hinsichtlich einer neuen kopernikanischen Wende. Take action – now! Bitte wenden – jetzt!

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