Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Christoph Schlee 18.02.2008 Druckversion

11 Kommentare

Andreas Gurk schrieb am 19.02.2008, 12:09 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Keine Ahnung was ich von diesem Text halten soll - Bedingungsloses Grundeinkommenn ist kein "Raumschiff" oder genüßliches Denken, es ist auch nicht lustvoller Austausch mit zukünftigen Utopie-Vorstellungen. Mag sein, wenn wir die Welt des BGE's nur mit Schauspielern besetzt erleben, dann bekommt die ganze Diskussion einen abendfüllenden Charakter, aber der Betrachter bleibt außen vor und ist nicht Teilnehmer einer Welt in dem täglich Freiheiten mit Füssen getreten werden Die Auseinandersetzung mit dem BGE ist planke Ernsthaftigkeit und viele Menschen können diese Bedeutung noch nicht mal ansatzweise begreifen.

Eric Manneschmidt schrieb am 19.02.2008, 14:22 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich hab den Text auch nicht verstanden. (Sorry!)

Reinhard Börger schrieb am 19.02.2008, 14:47 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Auch ich weiß nicht, wie die Welt mit dem Grundeinkommen aussehen wird, aber ich habe vergleichsweise klare Vorstellungen davon, wie sie ohne Grundeinkommen (bzw. negative Einkommensteuer) aussehen wird, und das spricht für mich schon für das BGE. Die gegenwärtige Wachstumsideologie sieht so aus, dass wir möglichst viele Menschen beschäftigen wollen, die dann etwas produzieren, oft unter einem erhöhten Verbrauch von Umwelt, Energie und Rohstoffen. Wer Zigaretten produziert, trägt doch nicht zur Welternährung bei. Warum sollen wir ihm das Geld dann nicht so geben, sondern Menschen dazu bringen, duech Rauchen ihre Lungen zu ruinieren? Das Problem besteht im Prinzip immer, wenn der Konsum subventioniert werden muss, um die Möglichkeit zur Güterproduktion und damit zu Arbeitsplätzen führt. Wie sinnvoll eine Arbeit ist, hängt für mich davon ab, was produziert wird. Ist faul, wer unbezahlt Gedichte schreibt und fleißig, wer bezahlt Zigaretten herstellt? In den neuen Bundesländern wurden, soweit ich weiß, bereits eine Fabrik für Porno-Videos und eine Plastinationsfabrik des Gunter van Hagens begrüßt, weil sie Arbeitsplätze schufen; alle moralischen Bedenken verstummten dagegen. Soll es so weiter gehen und die Moral immer weiter den Arbeitsplätzen geopfert werden? Wenn die Produktionssteigerung dazu führt, dass wir mit weniger Produktion gleich viel produzieren können, warum arbeiten wir dann nicht alle kürzer? Es wird doch insgesamt genug produziert; zwar wäre in einigen Bereichen einiges zusätzlioch wünschenswert; dafür könnten wir aber auf anderes verzichten. Wir können nicht immer mehr produzieren; zunächst ist es oft umweltschädlich; später dürfte es gar nicht mehr gehen. Das Problem ist aber, dass Menschen ohne Vermögen auf ihre Arbeitskraft angewiesen sind, nicht mehr vom Ergebnis ihrer Arbeit leben können. Güterwirtschaftlich gilt das bereits heute; wer Zigaretten produziert, isst sie schließlich nicht. Leider führt aber die Rationalisierung zu einem Überangebot an menschlicher Arbeitsleistung nicht zu einer Steigerung der Löhne, sondern eher zu einer Senkung. Alle Auswege aus dieser Situation laufen für mich auf ein irgendwie gartetes BGE hinaus, durch das das Einkommen vom Lohn abgekoppelt wird. Lässt sich das nicht vermitteln? Ich bin öfter auf Widerstand gestoßen, habe aber noch kein ernst zu nehmendes Gegenargument gehört. Herzliche Grüße Reinhard Börger

Georg Klossek schrieb am 19.02.2008, 16:23 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Daß das Projekt auch eine große Steuerreform notwendig macht, das ist ein wichtiger Punkt und sollte hervorgehoben werden. Natürlich bedingt das auch ein schlüssiges Steuerkonzept im Zusammenspiel mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen. Das schlechteste Steuersystem der Welt zu haben - wie es aktuell durch die Medien geht -, dürfte Anreiz genug sein es auch grundlegend ändern zu wollen und im Bedingungslosem Grundeinkommen dafür eine echte Chance zu sehen. Beste Grüße Georg K

Martin Neuber schrieb am 19.02.2008, 21:53 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Sehr guter Text. Die Menschen müssen nun mal in ihrer Lebenswelt bzw. ihrer bisherigen Denktradition abgeholt werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz für ein bGE ist das entscheidende Moment. Und da zählt nun mal der emotionale Faktor. Es wäre unvernünftig auf die Vernunft zu setzen.

Bertram Kraus schrieb am 20.02.2008, 10:58 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Es ist schon richtig. Spricht man vom bedingungslosen Grundeinkommen, wird man oder frau nicht selten beäugt als käme er/sie von einem fernen Planeten. Dieses 'Quasi-Außerirdische' erden zu können an irdischen Denkmustern und -gewohnheiten zu orientieren ist sicher ein fundamentaler Aspekt die Idee eines GRundeinkommens einer größeren Zahl von Bürgern - und, machen wir uns nichts vor, dieser entstammt der Mittelschicht - näher zu bringen. Und ja es ist richtig und ebenso wichtig dabei auch die emotional und affektiven Aspekte nicht zu vernachlässigen. An positive Begriffe der Bürgerschicht anzudocken erhöht die Akzeptanz. Ob der Bildungsbegriff jedoch auch zukünftig noch eine derart tragende Stellung einnimmt, wage ich zu bezweifeln. Welches die Begriffe sind, die nicht allein rational, sondern auch emotional schwingungsfähig sind, darüber sollte vermehrt nachgedacht werden. Insofern ein wichtiger Text.

A.Berndt schrieb am 20.02.2008, 21:01 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich finde die Ansichten von Christoph Schlee sehr richtig und wichtig. Die Grundfrage ist : Was wollen wir für eine Gesellschaft und wie gerecht nach außen und innen wird der Lebenstandart erhalten bzw. geschaffen. Ich denke, das bGE ist dafür eine gute Möglichkeit, aber halt erst so durchführbar, wenn ein sehr großer Teil einer Gesellschaft bereit dazu ist. Ich glaube Einstein sagt schon " Das Problem ist das menschliche Herz...". Wenn wir es nicht schaffen einen Weg zu der Masse der Menschen zu finden, werden auch wir früher oder später diesen Traum mit Gewalt durchsetzen müssen oder auf lange Sicht nicht das bGe bekommen. Gewalt hat noch nie zu mehr Menschlichkeit und Demokratie geführt. Deshalb sollten auch wir unabhänig von unserer Bekenntnis zum bGe uns vielleicht über diese Plattform in die täglichen Sorgen, Nöte oder Interessen der Menschen einmischen und uns bekannte Zusammenhänge des Großen-Ganzen verständlich machen. Wie ???

Lothar Mickel schrieb am 25.02.2008, 14:25 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Das BGE muss in der breiten Bevölkerung bis zu Ende gedacht werden. Es kann seine universalen Wirkungen nichtmal gegen eine Minderheit entfalten. Unter diesem Aspekt leben wir in einem neuen Zeitalter der Aufklärung. Und so verstehe ich auch den Artikel von Christoph Schlee.

Andree Sommer schrieb am 09.04.2008, 13:17 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Interessant wenn dieser Artikel von Christoph Schlee von Befürwortern des bGE nicht verstanden wird. Die scheinbar nicht nachvollziehbare Ablehnung der Idee des bGE, begründet in tiefen Schichten des über Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderten erfahrenem, soll plötzlich wegbrechen und durch etwas bisher nicht erfahrenes ersetzt werden. Wer dieses Misstrauen nicht versteht ist wohl sehr bei sich mit der schönen neuen Welt für alle. Meine Idee den Umstand zu verbessern: Organisieren Sie Bundesweit " Vorbereitungskurse, Workshops , Seminare für das bedingungslose Grundeinkommen, in denen Sie den Menschen diese Angst langsam nehmen und ermöglichen selber zu erfahren woher diese den nun eigentlich stammt. Den das kann nur jeder einzeln wirklich wirksam an sich selber erfahren. Hier geht es also weniger darum den Menschen die Idee begreiflich zu machen mit Zahlen und Politischen Idealen sondern hier geht es darum Ängste zu nehmen. Hier geht es um Gefühle und Blockaden zu durchbrechen.Denn verstehen kann es prinzipiell jeder und gebrauchen erst recht. Ich habe den Eindruck es wird viel geredet und geschrieben um dieses Thema , aber ich glaube es muss mehr getan werden. Deshalb werde ich in kürze damit beginnen solch einen Vorbereitungskurs im Essener Unperfekthaus anzubieten. Wer Interesse hat Unperfekthaus.de und dann das Projekt - Grundeinkommen suchen.

Stipan Zrilic schrieb am 13.03.2009, 14:53 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich bin der selben Meinung, was das Hauptproblem betrifft. Denn, wenige von Ihnen können sich vorstellen wie ich angesehen werde, wenn ich auf der Straße für das BGE werbe. Wenn ich dann sage "Bedingungsloses...", dann meine ich den Hass zu spüren. Und es sind nicht wenige, bei denen ich ihn spüre. Aber diesen Hass hat man den Menschen antrainiert. Weil sie mit nichts anderem gefüttert werden, als Leid, Falschheit und Gewalt. Und was erzeugt das für ein Bild von der eigenen Umwelt? Es sind nicht alle Menschen, die hinter mir den "Systemkiller" vermuten, aber es sind leider gerade diejenigen, die wir brauchen. Es sind gerade diejenigen, die so wie so nicht über den eigenen Tellerrand hinaussehen können. Weil sie's einfach irgendwann verlernt haben. Und es geht doch gerade darum, diesen klarzumachen, dass sie andere werden können - denn warum eigentlich nicht? Ich glaube wir brauchen mehr Mitstreiter in der Kultur, bei den Medien und auch bei denen, die sich jetzt sozusagen um die Moral kümmern. Weil wir das BGE eben als das verkaufen müssen, was es ist: Etwas ganz neues, von dem wir selber nicht so viel wissen, wie wir glauben. Und dann müssen wir ihnen allen zurufen, dass wir sie brauchen, dass sie etwas tun können, dass sich wieder etwas bewegt. Und dann müssen wir sie fragen, ob sie mitmachen wollen - zusammen Lösungen finden möchten. Darum meine ich, wir brauchen Geist. Wir brauchen Menschen, die die anderen mitreißen, und also mit ihrem eigenen Geist anstecken - begeistern. Das BGE ist für mich inzwischen die Schwester, der "Diktatur der Kunst", wie sie Meese fordert. Und es ist nicht nur Jonathan Meese... es sind viel mehr. Und doch sind die Fragen, die sich diese Menschen alle für sich stellen, oft die gleichen. Wohin soll es denn mit diesem Land und mit der Welt gehen? Was ist denn das Gegenmodell zum BGE? Ist denn die Angst dasjenige Gefühl, dass wir vorherrschen lassen wollen in uns selbst?

Wolfgang Lüdbach schrieb am 17.03.2009, 18:46 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Die Bürger stehen meines Erachtens dem Grundeinkommen vor allem deshalb mehrheitlich ablehnend gegenüber, weil von den Befürwortern bislang alle Einwände (und davon gibt es wirklich äußerst schwerwiegende) geradezu fahrlässig ignoriert werden. Viele Skeptiker haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Grundeinkommen-Befürworter ihnen gegenüber wie eine erleuchtete Sekte aufführen, und nicht als eine politische Richtung, die sie ernsthaft von der Vorteilhaftigkeit eines Modells überzeugen möchte. Die Grundeinkommen-Bewegung muss sich erst einmal mit den Bedenkenträgern auseinandersetzen. Wenn ich mir die Bücher von Götz Werner etwa durchlese, dann muss ich leider feststellen, dies wird in keinster Weise getan. Mit frommen Bibelsprüchen ist es leider nicht getan. Kritische Menschen erwarten eine kritische Auseinandersetzung mit dem Grundeinkommen und insbesondere auch mit ihren Einwänden. Nehmen wir einmal Röttgen. Der kritisierte bei Maischberger das bedenkliche Menschenbild, was hinter dem Grundeinkommen steckt. Darüber könnte man diskutieren. Dann kam er auf die Summe zu sprechen. Seine Familie (3 Kinder) erhielte gemäß Petition 6.000 Euro netto monatlich ohne Arbeit. Nun könnte man andere Beträge einsetzen, z. B. 1.000 Euro für Erwachsene und 700 Euro für Kinder. Dann sind es bei einer Familie mit 4 Kindern dennoch bereits wieder 4.800 Euro netto. Ich denke, ganz viele Familien haben dieses Geld heute selbst dann nicht, wenn beide Elternteile arbeiten gehen. Die Bevölkerung erwartet auf solche Punkte Antworten, nur kommen die leider nicht. Man hat den Eindruck, alle träumen davon, in Zukunft vollkommen frei zu sein und machen zu können, wozu sie lustig sind. Das wird nicht möglich sein. Schon heute wird von einigen Experten vorgeschlagen, Eltern für ihre Kinder im Rahmen der Sozialhilfe nicht einfach nur mehr Geld zu geben, sondern eher Berechtigungen/Gutscheine für die Kinder auszuteilen, damit das Geld auch tatsächlich bei den Kindern ankommt. Diese Punkte müssen von den Grundeinkommen-Befürwortern gewissenhafter diskutiert werden. Werden sie nicht zufriedenstellend beantwortet, wird die ganze Grundeinkommen-Bewegung scheitern.

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