Slowenien: UBIE-Konferenz diskutiert Grundeinkommen als Antwort auf soziale Ungleichheit

Patrick Wehner 18.03.2015 Druckversion

UBIE-SlowenienUniversal Basic Income Europe (UBIE) ist ein 2014 gegründetes Bündnis von Personen und Organisationen, die für die europaweite Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) eintreten. Nach den ersten Treffen in Brüssel und Athen versammelt sich das Bündnis nun in Maribor, der zweitgrößten Stadt Sloweniens nach der Hauptstadt Ljubljana.

Unter dem Motto “BGE als Antwort auf soziale Ungleichheit in Europa” ist es das erste von fünf Treffen, die UBIE für 2015 geplant hat. Zu den Konferenzen sind alle europäischen Bürger*innen mit Interesse am Grundeinkommen eingeladen, die dem europäischen Netzwerk ihre Gedanken und Forschungsergebnisse vorstellen möchten.

Grundlegende Themen der Vorträge und Workshops sind die unterschiedlichen sozialen Sicherungssysteme in Europa im Zusammenhang mit sozialer Ungleichheit sowie das Potential eines Grundeinkommens, den sozialen Zusammenhalt in Europa zu steigern.

Werner Rätz von attac Deutschland hält einen Vortrag über den Zusammenhang zwischen Ungleichheit und mangelnder Gesundheit. Er sieht im BGE das Potential, die Gesundheit der Menschen zu verbessern – eine gesamtstaatliche Aufgabe wie Bildung und Infrastruktur, die wesentlich intensiver wahrgenommen werden müsse. Otto Lüdemann von der Erich-Fromm-Gesellschaft spricht über die schrittweise Einführung des BGE als Beitrag zur Bewältigung der europäischen Finanzkrise. Er stellt dazu politische sowie strategische Aspekte eines 3-Stufen-Plans vor. Margarete Steinrücke von der Bundesarbeitsgruppe “ArbeitFairTeilen” von attac Deutschland bringt die 30-Stunden-Arbeitswoche in die Diskussion ein.

In einem theoretischen Teil ist geplant, mehrere Finanzierungsmodelle vorzustellen und durchzuspielen. Dr. Valerija Korošec, BIEN-Koordinatorin für Slowenien, stellt im Anschluss ihren Vorschlag für die praktische Ausgestaltung eines Grundeinkommens in Slowenien dar.

Auch neuere Themen wie das Freihandelsabkommen TTIP, ökologische Herausforderungen in Zusammenhang mit Kritik am Wirtschaftswachstum sowie psychologisch-anthropologische Fragen stehen auf der Tagesordnung. Im Verlauf der Konferenz sollen auch weitere Möglichkeiten der europaweiten Kooperation sozialer Bewegungen ausgelotet werden.

Mit dem Ende der Konferenz beginnt das dritte UBIE-Treffen, bei dem sich die Mitglieder darüber austauschen, was seit der letzten Zusammenkunft in Sachen Grundeinkommen in Europa erreicht wurde. Außerdem soll die weitere strategische Ausrichtung des Bündnisses für die Zukunft festgelegt werden.
Die nächsten Konferenzen der Reihe finden in Paris, Den Haag, Budapest und Köln statt. Für diese sind die OrganisatorInnen immer auf der Suche nach Beiträgen, Forschungs- und Kunstprojekten zum BGE.

Mehr Infos und die Programmübersicht auf Englisch finden Sie hier.

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