8. März: Für gute Sorge und gutes Leben für alle statt der üblichen Frauentagsrituale

Ronald Blaschke 19.02.2015 Druckversion

cropped-header-netzwerk-care-revoloution10

In dem Aufruf für gemeinsame Aktionen am 8. März zählt das Netzwerk Care Revolution auf, was für gute Sorge und ein gutes Leben für alle nötig wäre:

„- Ausreichendes Einkommen für alle, um die eigene Existenz zu sichern. Das bedeutet zunächst einen substanziellen Mindestlohn ohne Ausnahmen, ein bedingungslos gezahltes Grundeinkommen, eine deutlich bessere Entlohnung in Care-Berufen.

– Ausreichende Zeit, um das Ganze der Arbeit im Betrieb, bei der Sorge für nahestehende Menschen und für sich selbst bewältigen zu können und Zeit der Muße übrigzubehalten. Das bedeutet zunächst Arbeitszeitverkürzung bei Vollzeit und besondere Erleichterungen für Menschen mit Sorgeverpflichtungen und eine diskriminierungsfreie Verteilung von Sorgearbeit.

– Eine soziale Infrastruktur, die Sorge und Selbstsorge wirklich unterstützt. Das bedeutet zunächst ein ausgebautes und kostenlos nutzbares Bildungs- und Gesundheitssystem, finanzierbaren Wohnraum, kostenlosen öffentlichen Nahverkehr und die Unterstützung von Selbsthilfenetzwerken. Über eine Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums ist dies realisierbar.

– Echte Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungen: Das bedeutet eine umfassende demokratische Selbstverwaltung. Gleichzeitig bedeutet es, dass es keinen Ausschluss, keine Benachteiligung und keine Privilegien wegen der Herkunft oder der Staatsangehörigkeit, des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung, der Leistungsfähigkeit sowie wegen Bildung oder Beruf gibt.

– Bedürfnisorientierte Care-Ökonomie. Wir zielen auf eine Gesellschaft, die nicht die Profitmaximierung, sondern die Bedürfnisse der Menschen ins Zentrum stellt.“

Mit dem Aufruf des Netzwerks Care Revolution, in dem über 70 Organisationen, Initiativen und (Gewerkschafts-)Gruppen verbündet sind, sollen unterschiedliche soziale Bewegungen und Initiativen zum 8. März mobilisiert werden – zu Aktionen und Demonstrationen, die mehr sein sollen als die üblichen Frauentagsrituale.

Das Netzwerk Grundeinkommen ist Bündnispartner des Netzwerks Care Revolution. Es war auch auf der Aktionskonferenz Care Revolution im März 2014 mit Seminaren vertreten. Als Folge dieser Konferenz hat das Netzwerk gemeinsam mit anderen Organisationen die internationale Arbeitstagung „Grundeinkommen in der feministischen und postpatriarchalen Debatte“ organisiert sowie mehrere Beiträge publiziert, um das Thema Grundeinkommen in der Bewegung für gute Sorge und ein gutes Leben für alle zu verankern und die Grundeinkommensdebatte inhaltlich zu bereichern.

Ein Kommentar

Angela Porzner schrieb am 20.02.2015, 14:11 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Ich stimme Ihren Forderungen zu, sie sind überfällig. In einem der reichsten Länder der Welt muss endlich Schluss sein mit Dumpinglöhnen und -gehältern für gut ausgebildete und Leute ohne Beruf. Auch die Rente muss auf ein menschenwürdiges Ruhegeld angehoben werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müsste die Rente eine Mindesthöhe von 1600 € haben.

Einen Kommentar schreiben

Erforderliche Felder sind mit * markiert.
Bitte beachten Sie die Regeln für die Veröffentlichung von Kommentaren.

Sie können diese HTML-Tags nutzen: <a href="" title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <q cite=""> <strong> <pre> <ul> <ol> <li>