WSI-Studie zum Grundeinkommen

Ursula Walther 24.05.2015 Druckversion

 

Das wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat „Chancen und Risiken einer Entkoppelung von Einkommen und Arbeit“ untersucht. In der Kurzbeschreibung der Studie – WSI Report 24/2015 – heißt es:

„Die Idee, dass ein Staat allen Bürgerinnen und Bürgern ein regelmäßiges monatliches Einkommen auszahlt – unabhängig davon, ob sie erwerbstätig sind oder nicht -, hat auch in Deutschland zahlreiche Anhänger. Die Modelle, die sie vertreten, sind höchst unterschiedlich: Sie reichen von neoliberalen Ansätzen, die das bedingungslose Grundeinkommen mit einer weitreichenden Deregulierung des Arbeitsmarktes und einer radikalen Vereinfachung des Steuer- und Transfersystems verbinden, bis zu emanzipatorischen Konzepten, die mit dem Grundeinkommen die kapitalistische Logik moderner Gesellschaften durchbrechen wollen.“

Die Autorin Dorothee Spannagel vergleicht ausgewählte Ansätze zum Grundeinkommen (Götz Werner, Dieter Althaus und „Existenzgeld“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen – BAG-SHI). Sie erörtert, wie sich ihre Umsetzung auf die sozialen und ökonomischen Verhältnisse in Deutschland auswirken könnte. Sie meint, die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens habe nicht nur Vorteile, sondern auch Schattenseiten.

Die Meinung unserer Leser zu dieser Studie interessiert uns.

4 Kommentare

Lothar schrieb am 27.05.2015, 21:42 Uhr

Eine bedingungslosen Grundeinkommens setzt zwingend Teilhabefestigkeit voraus. Ein sogenanntes partielles Grundeinkommen verliert die Eigenschaft der Bedingungslosigkeit. Mit einem teilhabefesten - also emanzipatorischen - Grundeinkommen sind Effekte verbunden, die auf Grund ihrer Komplexität nicht abgeschätzt werden und daher nur spekulativ sein können. Also ist es müßig, diese zum Gegenstand endloser Diskussionen werden zu lassen. Das emanzipatorische Grundeinkommen auf Basis der Menschenwürde (siehe Artikel 1 GG) kann nur ein gesellschaftliches Experiment sein, dass einfach gewagt werden muss im Vertrauen auf die Humanität.

Norbert Prümm schrieb am 14.06.2015, 21:12 Uhr

Wie kann das BGE gewagt werden, wenn nicht zunächst als Experiment? Es gibt mittlerweile ca. 50 BGE-Kreise, davon zwei in der Schweiz. Sie basieren auf dem Modell von Dirk Schumacher, s. http://www.engagiert-in-deutschland.de/toro/resource/html?locale=de#!entity.4026. Das Konzept ist nachzulesen unter https://sicher2.bge-kreise.de/bge_netzwerk/_Konzept.jsp.

Ein neuer Kreis - BGE-Wiesental - wurde am 13.6.2015 in Steinen gegründet. Ein monatliches Grundeinkommen wird dabei auf der Basis einer virtuellen Währung und einer intelligenten Umlaufsicherung kreiert. Gehandelt wird mit den virtuellen Währungseinheiten Ware und Dienstleistung, die auf einem Internetforum angeboten werden.

Franz schrieb am 29.07.2015, 15:10 Uhr

Ich möchte an dieser Stelle das Modell von Attac ins Gespräch bringen, weil es nicht so sehr auf das Geld setzt, sondern es auf Mischsystem von Geld, Absicherung und kostenloser Teilhabe baut.

Hier ist der Link dazu: http://www.grundeinkommen-attac.de/fileadmin/user_upload/AGs/AG_Genug_fuer_Alle/Download/position-de-druck.pdf

Reinhard Kurczynski schrieb am 17.07.2016, 20:23 Uhr

Egal welche Modelle zur experimentellen Anwendung kommen, es muss endlich gewagt werden! Die Industrie 4.0 auf der Basis der digitalen Transformation wird soviel Arbeitskräfte freisetzen die folgerichtig, zur Vermeidung sozialer Unruhen, aus den rasant steigenden Wertschöpfungspotenzialen versorgt werden müssen.

Einen Kommentar schreiben

Erforderliche Felder sind mit * markiert.
Bitte beachten Sie die Regeln für die Veröffentlichung von Kommentaren.