Care-Revolutionieren mit Grundeinkommen?

Ronald Blaschke 28.08.2017 Druckversion

Ob als Kleinkind auf die liebevolle Zuwendung von Erwachsenen angewiesen, um uns als Mensch zu entfalten, ob im Fall von Krankheit und Behinderung sowie im Alter auf gute Pflege: Wir sind alle bedürftig und voneinander abhängiger als uns meistens bewusst ist. Unser Wohlbefinden hängt von den Bedingungen ab, unter denen die notwendige Sorgearbeit erledigt werden kann.

Unter dem Titel „Care-Revolutionieren mit Grund­einkom­men?“ lässt die am 21. Oktober 2017 in Frankfurt/Main stattfindende Diskussionsveran­staltung prominente Gäste aus der Schweiz, Österreich und Deutschland zu Wort kommen. Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: Was müsste sich verändern, damit genügend Zeit und Raum vorhanden ist, um gute Sorgearbeit von allen und für alle Menschen erbringen zu können? Wie kann eine geschlechtergerechte Verteilung der Sorgearbeit befördert werden? Wie würde sich gute Sorgearbeit auf unsere Gesellschaft auswirken? Was würde ein existenzsicherndes Grundeinkommen in unserem Leben als Sorgetragende und als Sorgeempfangende verändern? Brauchen wir eine sorge-zentrierte Gesellschaft und Ökonomie? Was ist das und wie kann ein Grundeinkommen sie befördern? Welche feministischen Argumente gibt es für und gegen das Grundeinkommen?

Die Diskussionsveranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Haus der Jugend, Deutschherrenufer 12, 60594 Frankfurt/Main. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird vor Ort gebeten.

Veranstalter sind das Netzwerk Care Revolution Rhein-Main, das Netzwerk Grundeinkommen, die Initiativgruppe BGE Frankfurt Rhein-Main sowie Attac Deutschland, AG Genug für alle.

Folgende Gäste wirken als Podiumsteilnehmer/innen mit und stehen im World Café sowie während der anschließenden Gespräche bei Snacks und Getränken zur Verfügung:

Margit Appel

Sie ist seit 1998 wissenschaftliche Mitarbeiterin der ksoe – Katholische Sozialakademie Österreichs und derzeit im Leitungsteam. Ihre Schwerpunktthemen sind Verteilungsfragen, Demokratie und soziale Ungleichheit, feministische Ökonomie, Zukunft von Arbeit und sozialer Sicherheit. Sie ist Gründungsmitglied von Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt – BIEN Austria und vom Runden Tisch Grundeinkommen Österreich.

Sylvia Honsberg

Sie ist Bundesfrauensekretärin der IG BAU. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind gewerkschaftliche Frauenpolitik auf nationaler und internationaler Ebene. Sie ist Mitglied bei Attac und Greenpeace sowie Autorin des Buches „Frauenlos. Geschlechterverhältnisse in den Gewerkschaften“.

Dr. Ina Praetorius

Sie ist freie Autorin und Referentin. Sie war Mitfrau im Initiativkomitee der „Eidgenössischen Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen“, über die das Schweizer Stimmvolk am 5. Juni 2016 abgestimmt hat. Sie denkt das Grundeinkommen von einem postpatriarchalen Ansatz her.

Werner Rätz

Der prominente Grundeinkommensbefürworter ist engagiert bei der Informationsstelle Lateinamerika in Bonn und Mitgründer von Attac Deutschland. Seine thematischen Schwerpunkte sind soziale Fragen: Grundeinkommen, Kampagne gegen die Riesterrente, Gesundheit ist keine Ware. Er ist aktiv in den Attac-AGen Genug für alle, soziale Sicherungssysteme und Jenseits des Wachstums sowie bei den G8- und Blockupy-Mobilisierungen.

Dr. Antje Schrupp

Sie forscht und publiziert vor allem zur politischen Ideengeschichte von Frauen und ist in verschiedenen feministischen und postpatriarchalen Netzwerken aktiv, unter anderem beim Internetforum www.bzw-weiterdenken.de und im Netzwerk Care Revolution.

Mehr zu den Gästen der Diskussionsveranstaltung steht unter http://bgerheinmain.blogsport.de/carebge.

Moderiert wird die Diskussionsveranstaltung von Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen) und Elfriede Harth (Mitbegründerin des Netzwerks Care Revolution Rhein-Main und der Initiativgruppe Bedingungsloses Grundeinkommen Frankfurt Rhein-Main).

Programm der Veranstaltung:

19:00 Uhr: Begrüßung und kurzes Statement vom Netzwerk Care Revolution Rhein-Main und vom Netzwerk Grundeinkommen
19:15 bis 20:15 Uhr: Zehnminütige Inputs der Referierenden
20:15 bis 21:00 Uhr: Zwei Runden World Café mit den Referierenden – mit Dokumentation
21:15 bis 23:00 Uhr: Offenes Buffet, bei dem die Gespräche weitergeführt werden können

Folgende Publikationen zum Thema der Veranstaltung werden empfohlen:

Blaschke, Ronald / Praetorius, Ina / Schrupp, Antje (Hg.) (2016): Das Bedingungslose Grundeinkommen. Feministische und postpatriarchale Perspektiven, Sulzbach am Taunus: Ulrike Helmer Verlag.

Winker, Gabriele (2015): Care-Revolution. Schritte in eine solidarische Gesellschaft, Bielefeld: Transcript Verlag.

Blaschke, Ronald (2014): Grundeinkommen und Carearbeit, in: Arbeit am Leben – Care-Bewegung und Care-Politiken. Widersprüche. Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich, Nr. 134, S. 113-127. (darin viele weitere Angaben zu Literatur und Texten zum Thema Grundeinkommen aus feministischer Perspektive)

Beiträge von Antje Schrupp („Erkennen, was notwendig ist“), Margit Appel, Luise Gubitzer, Lieselotte Wohlgenannt („Primär mehr – an Geschlechtergerechtigkeit, Freiheit und Ressourcenschonung“) in: Blaschke, Ronald / Rätz, Werner (Hg.) (2013): Teil der Lösung. Plädoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen, Zürich: Rotpunktverlag.

Ein weiterer Hinweis: Das offene Arbeits- und Netzwerktreffen des Netzwerks Care Revolution, in dem das Netzwerk Grundeinkommen Mitglied ist, findet tagsüber am 21. und 22. Oktober am gleichen Ort statt. Mehr dazu demnächst unter https://care-revolution.org/termine.

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