Zur Bundestagspetition für ein Bedingungsloses Grundeinkommen

Martina Steinheuer 29.01.2009 Druckversion

Wie an dieser Stelle bereits kurz berichtet, gibt es derzeit eine Petition an den Deutschen Bundestag zur Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens. Es wird eine Höhe von 1500 €, bzw. 1000 € gefordert, finanziert über die Konsumsteuer, wie Götz Werner es vorschlägt.

Mittlerweile (9.2.) wurde die Petition, deren Zeichnungsfrist nach Verlängerung am 17.2. endet, von mehr als 20.000 Menschen mitgezeichnet, und die Zahl steigt rasch. Diverse Grundeinkommensinitiativen haben zur Unterstützung aufgerufen. Mitgezeichnet haben unter anderem die Macher des Films „Kulturimpuls Grundeinkommen“ Daniel Häni und Enno Schmitt und von der Initiative „Freiheit statt Vollbeschäftigung“ Sascha Liebermann und Thomas Loer.
Fast noch bemerkenswerter als die Menge der Mitpetenten ist die enorme Beachtung, die die Petition im angeschlossenen Forum findet, in dem kontrovers und ernsthaft über das Thema diskutiert wird.

Der neue Netzwerkrat und auch die Redaktion des Netzwerks Grundeinkommen taten sich zunächst sehr schwer mit dem Anliegen. Die Gründe waren vor allem, dass die Petition einseitig ein bestimmtes Modell zur Finanzierung präferiert. Es wurde auf der Netzwerkseite nur eine kleine Meldung veröffentlicht, jedoch im Anschluss auch rege kommentiert.

Inzwischen haben aber bereits fünf Mitglieder des Netzwerkrates mitgezeichnet und ebenfalls Günter Sölken, ehemaliger Sprecher des Netzwerkes, der sich anfangs vehement gegen die Petition ausgesprochen hatte.

Man kann und sollte dies durchaus als Signal dafür ansehen, dass seit der letzten Mitgliederversammlung tatsächlich ein frischer Wind durch das Netzwerk weht!

Es bewegt sich was!

Nicht nur die eigenen Wege führen nach Rom, und jeder ernsthafte Vorschlag zur Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens verdient prinzipiell die Unterstützung eines Netzwerkes, das sich selbst als offen und plural bezeichnet.

Am Ende wird ein Grundeinkommen, für das wir alle hier streiten und arbeiten, eine gemeinsame Lösung sein. Es wird sich nicht ein Modell und eine Finanzierung gegen andere durchsetzen, sondern es geht – wenn es denn erst einmal so weit ist – um einen Prozess, in dem verhandelt werden wird und Kompromisse geschlossen werden müssen.
Das weiß mit Sicherheit auch Susanne Wiest, die die Petition eingereicht hat.
Und deshalb verdient Ihr Vorstoß die Unterstützung aller, die ernsthaft für ein Grundeinkommen eintreten, auch wenn manche dafür zuerst über ihren Schatten springen müssen.

Das genau ist Demokratie.

20 Kommentare

Wolfgang Roehrig schrieb am 20.01.2009, 00:39 Uhr

Soviel ich weiss, gibt es beim Netzwerk noch eine E-Mail-Liste mit mehreren 1000 Netzwerk-Grundeinkommen-Newsletter-Interessenten. Wäre es nicht sinnvoll, an diese Menschen über die Mailing-Liste einen Hinweis auf die Petition zu schicken?

Robert Bleilebens schrieb am 20.01.2009, 09:13 Uhr

Die Petition entwickelt sich ganz toll: Die Zahl der Unterschriften steigt täglich exponenziell:
17.01.2009: 45
Vorgestern (18.01.2009): 253
Allein gestern (19.01.2009) haben sage und schreibe 557 Personen unterzeichnet! In den ca. ersten 9 Stunden dieses Tages haben ca. 80 weitere Personen unterzeichnet!
Ein Riesenerfolg!
Grundeinkommen – da geht was!

Enno Schmidt schrieb am 20.01.2009, 12:43 Uhr

Das ist gut geschrieben. Denn es geht bei der Petition doch nicht um eine Vorlage oder Bestimmung. Es geht nur darum, mal zu zeigen, wie viele in Deutschland lebende Menschen für ein Grundeinkommen sind. Ganz generell. Im besten Falle wird die Petition im Bundestag vorgelesen. Und das heißt nicht mehr, als dass das Wort Grundeinkommen da erkingt und soundso viele Menschen dafür sind.

Mathias Schweitzer schrieb am 22.01.2009, 15:08 Uhr

Wir müssen zusehen, dass wir in diesem Netzwerk das Grundeinkommen vorantreiben und unterstützen. Wir müssen mit einer Stossrichtung das Thema nach vorne bringen. Wir können unterschiedlicher Meinung über die Inhalte (Höhe, Einführung sofort oder später, Welleneinführung mit Kinder – und Altengrundeinkommen etc.) sein und müssen uns dabei auch reiben. Wir müssen aber gemeinsam antreten und alle Ansätze, die zu einem Grundeinkommen führen können, unterstützen. Nur das wird uns in der Sache, nämlich Einführung eines Grundeinkommens, voranbringen. Deshalb unterstützt die Petition im Bundestag!

Gisela Brunken schrieb am 27.01.2009, 11:28 Uhr

Heute, am 27. Januar um 11.11 Uhr, waren fünftausend Unterzeichnungen erreicht. Das zeigt, dass wir viele sind, ein Bedingungsloses Grundeinkommen wollen. Das können wir in Hannover zusammen feiern.

Gabriele Marinos schrieb am 27.01.2009, 12:41 Uhr

Ich befürworte das Grundeinkommen, da Freude, Kreativität und neuer Fortschritt gefördert werden. Menschen können aber nur freudig, kreativ und neugierig sein, wenn für die Grundbedürfnisse gesorgt ist und Spielraum für den Einzelnen bleibt.

Matthias Dilthey schrieb am 27.01.2009, 18:42 Uhr

Mathias Schweitzer schrieb: „… und alle Ansätze, die zu einem Grundeinkommen führen können, unterstützen. Nur das wird uns in der Sache, nämlich Einführung eines Grundeinkommens, voranbringen. Deshalb unterstützt die Petition im Bundestag!“

Auf die Idee, dass jemand das hohe Gut des Petitionsrecht als billiges Werbemittel missbraucht, bin ich als Demokrat überhaupt noch nicht gekommen. Diese Idee ist einfach zu perfide. Das Petitionsrecht ist ein sehr hohes, verfassungsgeschütztes Recht und keine wunderbare Gelegenheit zur Promotion und zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch „kein Ansatz, der uns zu einem Grundeinkommen führen könnte“.

Wer versucht, über eine Petition eine Idee zu verbreiten, betreibt einfach Rechtsmissbrauch! Auch kann ich die Auffassung von Enno Schmidt nicht nachvollziehen: „im besten Falle wird die Petition im Bundestag vorgelesen. Und das heißt nicht mehr, als dass das Wort Grundeinkommen da erklingt und soundso viele Menschen dafür sind.“

5.000 oder 10.000 Bürger, mehr Unterschriften wird die Petition nicht erreichen sind nicht „viele“, sondern erschreckend WENIGE. Besser kann man die Schwäche einer Bewegung nicht dokumentieren!

Zumindest die führenden Akteure der BGE-Bewegung hätten sich in Selbstbeschränkung üben und der besten Verfassung der Welt, dem Grundgesetz, entsprechend Respekt zollen sollen!

Heike schrieb am 28.01.2009, 12:58 Uhr

@Matthias Dilthey

In Deutschland bestimmt das Grundgesetz im Artikel 20.2 : „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen …. ausgeübt“
Wahlen haben wir alle 4-5 Jahre, aber abgestimmt haben wir im Bund in 60 Jahren noch kein einziges Mal. Das ist von den Politikern nicht erwünscht, es würde ihre Macht einschränken.
Abstimmungen gibt es nur in Kommunen eingeleitet durch mindestens 10 % der wahlberechtigten Bürger. Wenn das erfüllt ist, müssen sich mindestens 25 % der Wahlberechtigten an der Abstimmung beteiligen, erst dann ist sie gültig und wird überhaupt gewertet. Und dann muss die Mehrheit der 25 % noch mit „JA“ gestimmt haben. Dann erst hat die Abstimmung die gleiche Wirksamkeit wie ein Gemeinderatsbeschluss.
In den Länder ist es ähnlich. Dort hat vor allem Bayern eine weniger restriktive Bestimmung. Und dort sind dann auch schon um die 1000 Abstimmungen gewesen. Das betrifft aber nur Probleme des Landes.
Das Grundeinkommen wäre ein Bundesproblem, dass die Bürger das entscheiden, ist jedoch von den Politikern nicht erwünscht.

Die Petition ist ein Bittgesuch. Das mag in einem Obrigkeitsstaat mit einem Kaiser als dem höchsten Souverän noch angebracht sein. In einer Demokratie, in der die Gesamtheit der Bürger der Souverän ist, oder sein sollte, ist die Petition ein Anachronismus. Denn die Petition kann von den Politikern nach Gutdünken abgelehnt werden. Sie maßen sich an, der Souverän zu sein.
Somit sind wir erst eine 50 % – Demokratie, denn wir haben im Bund nur die Wahlen.
Trotzdem ist es wichtig an der Petition sich zu beteiligen, um ein Stimmungsbild der Bürger zu bekommen. Es gibt sonst keine Möglichkeit, dass die Bürger sich äußern.

Kirsten Andrä schrieb am 28.01.2009, 19:30 Uhr

Liebend gern würde ich eine Petition zum Grundeinkommen unterschreiben! Leider ist die vorliegende so unausgegoren und einseitig in ihrem Finanzierungsvorschlag, dass ich dafür keine Chance sehe und auch meinen Namen nicht dafür hergeben möchte.

Alle Subventionen streichen? Also auch die für (Bio-) Bauern, ÖPNV und Theater? Alle Steuern streichen bis auf eine „sehr hohe“ (Größenordnung?) Konsumsteuer?

Nein, neben einer angemessenen Konsumsteuer, Erbschaftssteuer und Steuer auf Gewinne (die so gestaffelt ist, dass es sich nicht mehr lohnt, Angestellte „freizusetzen“ um die Gewinnmargen maximal zu erhöhen) würde eine Tobinsteuer wohl global und binnenwirtschaftlich weit mehr und Besseres ausrichten als eine Konsumsteuer allein. Diese würde, wenn sie so viel Überschuss erwirtschaften soll, dass jeder erwerbslose bzw. (anteilig) jeder gering verdienende Erwachsene davon 1500 Euro und jedes Kind 1000 Euro erhalten kann, die Waren und Dienstleistungen(und in der Konsequenz z.B. auch die Mieten) so stark verteuern, dass die Zielgruppe dieser Petition vermutlich nicht (viel) mehr Kaufkraft hätte als heute mit H4.

Sinnvoll wäre sicher auch, die Lohnnebenkosten deutlich zu senken. Ich glaube, über die Frage der Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens müsste intensiv nachgedacht und diskutiert werden. Die Petition sollte dazu nur Vorschläge enthalten, sich aber nicht festlegen.

Noch ein Gedanke: Eine Internettabelle vergleicht das Gehalt von Friseurinnen in ca. 30 deutschen Städten. Nirgendwo kommen sie auf 1500 Euro, meist liegt sie bei 1000 bis 1200 Euro, manchmal aber auch deutlich darunter. Und ich fürchte, das ist BRUTTO! ErzieherInnen, FloristInnen, (Raum-) PlegerInnen, LageristInnen, CallcenteragentInnen usw. geht es wohl so ähnlich. Da liegt es für mich auf der Hand, dass zuerst hier die Missstände abgeschafft und faire Löhne gezahlt werden müssen. Dann wird es eine größere Einigkeit in der Bevölkerung geben, auch die Menschen ohne Job neidlos darin zu unterstützen, dass sie ein gutes Auskommen erhalten.

So lange es hunderttausende Menschen gibt, die trotz Vollzeitjob noch ergänzend H4 beantragen müssen, bzw. einige Millionen, die mit Arbeit gerade diesen Satz erreichen, klappt das nicht. Die Neiddebatte habe ich gestern erst in einem Internetforum miterlebt. Vielleicht sollten wir erst einmal alle zusammen die „Billiglöhner“ unterstützen. Auch diejenigen, die momentan wenig / keine Arbeit und dafür viel Zeitwohlstand haben (ist nicht zynisch gemeint, die gravierenden Nachteile der Arbeitslosigkeit kenne ich natürlich auch). Dann „revangieren“ sich die hoffentlich bald besser bezahlten ArbeiterInnen sicher gerne, indem sie eine solche Petition mittragen.

Johannes schrieb am 28.01.2009, 20:23 Uhr

Hier ist zum Beispiel einer, der die Petition nicht unterstützt und inständig hofft, es mögen wenige Stimmen bleiben. Ich denke nämlich, ein Grundeinkommen würde, wenn es überhaupt klappte, dazu führen, dass Deutschland noch mehr als jetzt als Schmarotzer in der globalisierten Welt stünde. Ob das Grundeinkommen durch eine Einkommens- oder eine Ausgabensteuer finanziert werden will, darüber wird gestritten – dass ein Grundeinkommen niemals durch eine Steuer, sondern immer von den Menschen, die die konsumierten Waren herstellen, finanziert wird, darauf kommt niemand. Und die Menschen, die unsere Waren herstellen, die befinden sich vor allem in anderen Ländern, und meistens auch noch in der sog. dritten Welt. In diesen Ländern sind letztes Jahr 40 Millionen Menschen verhungert, nicht zuletzt deshalb, weil ihre Werte in unser schönes Land verfrachtet wurden. Dass die Bürger des reichen Westens jetzt von einer endgültigen Loskopplung ihres Einkommens von ihrer Leistung träumen, das ist der logische Fortgang der Ungerechtigkeit, unter der die Welt jetzt schon ächzt.

Mathias Schweitzer schrieb am 30.01.2009, 16:24 Uhr

Das Petitionsrecht basiert auf den Artikel 17 des GG. Das BGE wird von mir massivst unterstützt und ich habe auch meine Bekannten gebeten die Petition mit zu unterzeichnen. Der Bekanntheitsgrad des BGE ist damit, zumindest in meinem Bekanntenkreis, gestiegen. Das ist doch etwas ganz Normales. Wenn jemand eine gute Idee hat und eine Petition einreicht, gibt es halt Unterstützer und Gegner. Auf jeden Fall wird die gute Idee bekannter und ich sehe darin weder etwas Anstößiges, geschweige denn Rechtsmissbrauch. Matthias Dilthey, ich verstehhe die ganze Aufregung und den Beitrag nicht.

Christine Grüter schrieb am 31.01.2009, 14:36 Uhr

Auch ich habe die Petition unterzeichnet und bei anderen für sie geworben. Sicher ist ein BGE von 1500 Euro wohl eher utopisch, und die Finanzierung durch Konsumsteuern ist umstritten. Allerdings hat Susanne Wiest – wie sie selbst erklärte – durch die Lektüre von Götz Werner erst vom BGE erfahren und war von der Idee des BGE derart inspiriert, daß sie etwas bewegen wollte. Und das hat sie geschafft: neben der Petition selbst hat sich – auf einer Seite des Bundestages – ein umfangreiches Forum entwickelt, wo vieles diskutiert wird, BGE-Modelle sowie kreative Ideen, die Idee des BGE weiter zu verbreiten. Im übrigen – wollen wir das BGE jemals kriegen, braucht es eine pluralistische Diskussion; von daher meinen Dank an Susanne Wiest, und zwar sowohl für ihre Courage als auch für die Impulse, die sie gegeben hat!

Lothar Mickel schrieb am 31.01.2009, 15:23 Uhr

[Zu Kirsten Andrä:] „Ich arbeite, also bin Ich.“ Kehrt man diesen Ansatz um, dann kommt man zwangsläufig zu dem Schluss: Wer nicht arbeitet, hat letztendlich kein Recht zu leben – also weg mit den „überflüssigen“ Menschen…

Nun wird dem Menschen aber ein unverrückbares Recht auf Leben und Unversehrtheit zugebilligt und gerade auch in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland steht der Allen bekannte Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Ein Leben in Würde in einer komplexen und zutiefst arbeitsteiligen Fremdversorgungswirtschaft erfordert unabdingbar ein basales Einkommen – also ein Menschenrecht für jedes menschliche Individuum dieser Erde – das nicht erst verdient werden muss – nicht durch Erbschaft, nicht durch Reichtum auf Kosten Anderer, nicht durch Abzocke an den Börsen und auch nicht durch Erwerbsarbeit. In diesem Sinne verstoßen die Hartz-IV-Gesetze also gegen Menschenrecht, ebenso wie der gesamte Billiglohnsektor. Jene, die ihre kostbare Lebenszeit einer unterbezahlten Malloche opfern und jene, denen selbst dies nicht möglich ist, sitzen im selben Boot.

Noch etwas zu den Steuern: Alle derzeit direkten Steuern schlagen sich letztlich in den Preisen nieder. Die Verlagerung dieser Steuern hin zur Konsumsteuer führt also keineswegs zu einer enormen Preissteigerung, sondern lediglich zu mehr Transparenz und massivem Bürokratieabbau – ebenso wie das BGE selbst. Natürlich muss in diesem Zusammenhang die Konsumsteuer ausgeweitet werden auf ausnahmslos ALLE Geldflüsse und darf nicht nur an Waren und Dienstleistungen festgemacht werden. Der Film über das BGE, den ich Allen nur wärmstens empfehlen kann, veranschaulicht u.a. diesen Sachverhalt sehr deutlich.

Aber das BGE bewirkt noch vieles mehr, denn es befreit den Einzelnen vom Existenzdruck mit all seinen verheerenden Folgen und ermöglicht ganz eigene sinnstiftende Lebensentwürfe – und genau das ist der noch nie dagewesene grundlegende gesellschaftsverändernde Effekt hin zu mehr menschlicher Wärme und Geborgenheit, die vielfach nur noch rudimentär vorhanden ist.

Mit der Sicherheit eines BGE relativiert sich auch die Sparwut der Deutschen und die Qualität von Produkten rückt stärker in den Vordergrund bei Kaufentscheidungen. Das wirkt sich resourcenschonend und nachhaltig auf die Umwelt aus. Billiger Schund wird mehr und mehr aus den übervollen Regalen zurückgedrängt.

Heinrich Bartels schrieb am 09.02.2009, 17:47 Uhr

Aus der gelebten Würde entsteht mit Sicherheit die gemeinwohlfördernde Tätigkeit. Los, schafft das bedingungslose Grundeiunkommen!

Bernhard schrieb am 09.02.2009, 23:32 Uhr

Ich unterstütze auch die Petition. Allerdings wäre es besser gewesen, wenn Susanne Wiest im Vorfeld die Netzwerker informiert hätte. So wäre es sicher mehr Leuten möglich gewesen viel relaxter noch viel mehr für die Aufmerksamkeit und für die Petition zu tun. Jeder sollte mal darüber nachdenken, warum das nicht richtig geklappt hat! Natürlich werde ich weiter machen und hoffe dass alle BGE-Denker zukünftig das Netz besser nutzen!

Reinhard Böhme schrieb am 14.02.2009, 02:17 Uhr

Ich sehe in dem „BGE“ die einzig vernünftige Alternative zu dem jetzt bestehenden Gesetzeschaos.
Ich würde mich aber nicht auf eine Zahl festlegen, schon gar nicht so eine unrealistisch hohe.
Eine Anlehnung an das derzeitige Sozialhilfeniveau wäre schon ein großer Fortschritt. Die Mehrheit kann ja dann unbürokratisch noch eigene Einkünfte erzielen. Für Härtefälle muß natürlich noch Ausnahmeregelungen geben, das betrifft aber dann nur eine Minderheit.
Auch der Vorschlag, die Finanzierung ausschließlich über eine „Konsumsteuer“ zu regeln, ist der Sache meiner Meinung nach nicht dienlich.

Deshalb kann ich die Petition nicht unterschreiben.
Trotzdem habe ich großen Respekt vor der Initiative!

Thomas Weskamp schrieb am 14.02.2009, 21:27 Uhr

Das Thema Grundeinkommen beschäftigt mich noch nicht allzu lange, aber ich stelle bei der Verfolgung der Diskussion fest, das man auch hier, bei einer derart wichtigen und grundsätzlichen Frage, auf immer die gleichen Charaktere trifft: Auf diejenigen, die den eingereichten Vorschlag als unausgegoren betrachten, obwohl es sich nur um einen Vorschlag als Diskussionsgrundlage handelt, auf diejenigen, die sich darüber mokieren, das hier eine bestimmte Form nicht eingehalten wurde, auf diejenigen, die gerne kritisieren und reden, aber vermutlich selbst nicht aktiv werden, und auf diejenigen, die eine Meinung abgeben, die oft aus dem Bauch kommt, aber allem Anschein nach nicht durch Quellenstudium belegt ist, und auf diejenigen, die einen Vorschlag erst dann akzeptieren, wenn er so ausgereift ist, dass er von allen Beteiligten voll akzeptiert wird, auf jeden Fall zum Erfolg führt und auf keinen Fall irgendein Restrisiko beinhaltet !
Ich spreche Frau Wiest meine Anerkennung für Ihren Vorstoss aus und möchte darauf hinweisen, das es die von mir aufgezählten Charaktere in der Geschichte, Literatur und auch Comedy immer wieder gibt, von der Bibel bis z.B. Monthy Python…

Stephan Pohl schrieb am 16.02.2009, 20:53 Uhr

Schade, dass Frau Wiest diese Petition so „schnell“ formuliert hat, das ist wohl auch der Grund für die Kritik daran.
Dennoch, ich habe auch gezeichnet.
Es hätte doch genügt, die Bedingungen für ein Bedingungsloses Grundeinkommen, auf die sich alle Gruppierungen, die es fordern, aufzuzählen, damit sich auch alle Befürworter eines BGE damit identifizieren können, eben
1. In einer Höhe, die über die Existenzielle Grundversorgung auch soziale und Kulturelle Teilhabe ermöglicht,
2. An jede/n BundesbürgerIn ohne behördliche Überprüfung und Arbeitsverpflichtung ausgezahlt wird,
was in meinen Augen die wichtigsten Punkte sind.
Die Frage nach der Finanzierung wäre offen geblieben, und da mag es ja auch noch Diskussionsbedarf geben, welches der funktionierenden Modelle das optimale ist.
Statt dessen hätte ich an Stelle von Frau Wiest darauf hingewiesen, dass das althaussche Bürgergeld sich auch mit sehr konservativer Betrachtung rechnet.
Und was fehlt sind die vielen Vorteile die das BGE bietet, nämlich Beseitigung von Armut vor allem Kindesarmut und Altersarmut, Lösung des Demographieproblems, Beseitigung von Arbeitslosigkeit, Förderung der Familie, Beseitigung des Pflegenotstandes und und und…
Ich hätte Lust, eine eigene Petition zu verfassen, lasse das aber, (ich kenne mich im Petitionsrecht nicht aus, habe aber gelesen, dass einer abgewiesenen Petition ähnliche nicht mehr zugelassen werden, und damit will ich diesem Wege keine Chancen verbauen) aber würde gerne einen Entwurf einer weiteren Petition zur Diskussion stellen, mit der wohl niemand ein Problem hätte, weil sie nicht Modellspezifisch wäre, und somit keinem Modell den Weg verbauen würde.
Als ich als Zeichner Nummer 5372 (wenn ich mich richtig erinnere) dieser Petition angefangen habe, hochzurechnen, wieviele Menschen wohl bis Zeichnungsende zeichnen, kam ich auf etwa 12000. Was sich aber gerade in der Woche der Zeichnungsverlängerung getan hat, ist so unglaublich, dass ich zu hoffen wage, dass die 50000 überschritten werden, und Frau Wiest vom Petitionsausschuss eingeladen wird, man möge sie bitte kontaktieren und argumentativ gut vorbereiten.

Till Rickelt schrieb am 17.02.2009, 03:43 Uhr

Der Text der Petition lautet übrigens nur: „Der Deutsche Bundestag möge beschließen…. das bedingungslose Grundeinkommen einzuführen“. Und nur diesem Text stimmt man zu. Die 1500 € und die Finanzierung durch Konsumsteuer sind lediglich ein Vorschlag in der Begründung der Petition von Susanne Wiest, und jeder Mitunterzeichner kann dazu im Forum Ergänzungen oder Alternativen hinzufügen.

andreas gurk schrieb am 17.02.2009, 23:12 Uhr

PURE IRONIE !!!
„Nachdem bundesweit immer mehr Homo-Almoso geboren werden, die nicht in der Lage sind, sich benötigtes Wissen und bezahlte Arbeit zu erkämpfen, muss schnellstens eine neue Regelung gefunden werden, bevor es zu überhöhten Forderungen und zu gewaltneigenden Besitzansprüchen kommt.
Erste Anzeichen eines Aufbegehrens spiegeln sich im Einreichen dieser Petition wieder. Alle Parlamentarier sind deshalb gefordert, diesem hanebüchenen Unfug eines „Bedingungslosen Grundeinkommens“ ein Ende zu setzen und es unter keinen Umständen in den Mund zu nehmen. Von sämtlichen Abgeordneten wird allerdings diesbezüglich etwas Kreativität, wie z.B. Bürgergeld, gesichertes Einkommen, Grundeinkommen, Mindesteinkommen etc., erwartet.
Ferner denke ich da an eine Auslagerung, wo der neue Homo-Almoso unter besten profitablen Bedingungen (gute Versorgung, geringe Kosten, gute Kontrolle, Stadtnähe etc.) mit seinen Gleichen leben kann. Die medialen Bedingungen werden entsprechend dem Niveau angepasst, damit eine sichere und beobachtbare Entwicklung statt finden kann. Schulbesuche bis zur sechsten Klasse reichen aus, und die Vermittlung einzelner beruflicher Fähigkeiten kann auf wenige Wochenendseminare beschränkt bleiben, da es in erster Linie um Nachahmung und nicht um Verstehen geht.
Die menschliche Entwicklung darf sich nicht vom Homo-Almoso aufhalten lassen, sondern muss alle Potenziale nutzen, die ihm zur Verfügung stehen.“

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