Pressemitteilung: Umverteilen für mehr Freiheit und Solidarität – Grundeinkommen jetzt!

Netzwerkrat 29.09.2012 Druckversion

Umverteilen für mehr Freiheit und Solidarität – Grundeinkommen jetzt!

Zu den Aussagen zur Verteilungsungerechtigkeit im Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts und zu Studienergebnissen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erklärt der Netzwerkrat des Netzwerks Grundeinkommen:

Die Ergebnisse von Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts für Deutschland zeigen: Die Einkommens- und Vermögensungleichheit in Deutschland wächst.

Nach den von der Hans-Böckler-Stiftung aufbereiteten Ergebnissen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sank in den zehn Jahren zwischen 1999 und 2009 das real verfügbare Jahreseinkommen des ärmsten Zehntels in der Einkommenshierarchie um 9,6 Prozent, das Jahreseinkommen des zweiten Dezils sank um 7,9 Prozent. Dagegen stieg das Jahreseinkommen der Reichsten, also des obersten Zehntels, im gleichen Zeitraum um 16,6 Prozent.

Der Entwurf des 4. Armuts- und Reichtumsberichts zeigt, dass es beim Privatvermögen nicht anders aussieht (vgl. S. VIII): Zwischen 1998 und 2008 fiel der Anteil der unteren Hälfte in der Vermögenshierarchie am gesamten Privatnettovermögen von vier Prozent auf ein Prozent, der Anteil der obersten Zehntels in der Vermögenshierarchie stieg dagegen von 45 auf 53 Prozent. Zehn Prozent der Bevölkerung besitzen 53 Prozent des gesamten Privatvermögens!

Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, über eine massive Umverteilung von oben nach unten nachzudenken. Es muss aber klar sein, zu welchem Zweck umverteilt werden soll, nämlich für mehr individuelle Freiheit und Solidarität der Menschen.

Ein Grundeinkommen, das die Existenz und gesellschaftliche Teilhabe sichert, verteilt um und befördert gleichzeitig die individuelle Freiheit und Solidarität. Daher unsere Forderung: Grundeinkommen jetzt!

Für Rückfragen:
Ronald Blaschke, + 49 177 89 41 473, blaschke(at)grundeinkommen.de
Stefan Ziller, + 49 177 73 11 337, ziller(at)grundeinkommen.de

V.i.S.d.P.: Ronald Blaschke, + 49 177 89 41 473, blaschke(at)grundeinkommen.de, c/o Netzwerk Grundeinkommen

Die Pressemitteilung als pdf-Dokument.

2 Kommentare

Kurt - Martin Konnow schrieb am 01.12.2012, 12:51 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Die Zahlen sind erschütternd und ziemlich sicher auf der Basis nachprüfbarer und berechenbarer Daten zurückzuverfolgen und zu beweisen. Dennoch kann offenbar die Wahrheit allein das Blatt nicht wenden und die Machthaber zur Einsicht und zur Handlung bringen. Stattdessen wird ein System von Verschleierung, Vertuschung und gezielter Fehlinformation aufgebaut, das die Bürger nur noch mit gefilterten Informationen versorgt. Was soll daraus werden? Was ist überhaupt noch dran an unserer angeblich unzensierten Presse und Informationsfreiheit? Es gibt nur ein Mittel die Regierenden, Mächtigen und Reichen in ihre Schranken zu weisen: Wir müssen uns auf uns selbst und auf die eigenen Kräfte besinnen und Formen des Entzugs und des Widerstands entwickeln. Wenn wir das Spiel der Umverteilung von fleißig nach reich nicht mehr mitmachen, dann wird ihnen irgendwann die Luft ausgehen. Aber auf dem Weg dahin sollten wir uns überlegen, in wie weit wir selbst schon korrumpiert sind. Wie sieht es z.B. mit dem Grundeinkommen selbst aus? Sind wir bereit, es von jeder Seite und aus jeder Quelle entgegen zu nehmen, wenn es denn tatsächlich einmal "bewilligt" werden sollte? Natürlich ist das Zukunftsmusik, aber wie wären denn dann die Abhängigkeiten verteilt? Welches politische System wären wir dann gezwungen anzunehmen und zu unterstützen, da es ja ohne dieses kein Grundeinkommen gegeben hätte und weiterhin geben würde? Das erinnert ein wenig an Orwells Welten und daran, dass es noch mehr zu erreichen und zu verteidigen gibt als ein gesichertes Einkommen.

Wilhelm Emde schrieb am 30.01.2013, 10:18 UhrDirektlink zu diesem Kommentar

Schlagzeilen wie "Der Stress im Job nimmt zu" oder "Stress im Job kostet Milliarden" sind an der Tagesordnung. Zunehmende Belastung am Arbeitsplatz und daraus resultierende Krankschreibung scheinen ins Bewusstsein "aufzuschäumen". Nun frage ich mich, ob die Menschheit intelligent genug ist, überflüssige, umwelt- und nervenschädigende "Arbeit" zu vermeiden. Ist es wirklich nötig, mit einer aggressiven Werbung auf Verdacht massenhaft produzierte Ladenhüter ohne Rücksicht auf natürliche Ressourcen billig zu verhökern? Notwendige und unvermeidbare Arbeit gibt es genug für alle Menschen. Wenn das Volumen richtig verteilt und vernünftig organisiert wird, nähern wir uns dem Paradies! Leider sind Logik, Selbstdisziplin und Zurückhaltung manchmal Glückssache, wenn die zerstörerische und unersättliche Gier der Entscheidungsträger sich in die Gehirne gebrannt hat. Die haben es noch nicht gerafft, dass sie mit solch einem Verhalten auch sich selbst mit in den Untergang reißen.

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