Sehr interessanter Vortrag, viele Anregungen! Wichtig ist auch die begründete Skepsis gegenüber den Pilotprojekten.
Hier eine Ergänzung: G\'-Ökonomie und Bedarfsökonomie sind nicht einfache Gegensätze. Das Argument der klassischen Ökonomie besteht darin, dass ein Unternehmen gerade dann Profit macht, wenn es Bedürfnisse befriedigt. Deshalb sagt Adam Smith: \"Nicht von dem Wohlwollen des Fleischers, Brauers oder Bäckers erwarten wir unsere Mahlzeit, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen- sondern an ihre Eigenliebe.\"
Im modernen Finanz-, Monopol- und Digitalkapitalismus gilt dies sicher in vieler Hinsicht NICHT. In dem klassischen Argument fehlt auch, dass Bedürfnisse ausreichend mit Kaufkraft ausgestattet sein müssen. Aber in vielen Fällen trifft es dann doch zu: Die durch Kaufentscheidungen ausgedrückte Wahlfreiheit auf der einen Seite bewirkt den ökonomischen Erfolg, also das G\', der anderen Seite.
erst einmal besten dank für das einstellen der info mit beträgen. von der begrifflichkeit her, wäre ein leben unterhalb der armutsgrenze ein leben in not. hinzu kommen die fast unbezahlbarkeiten für gesunderhaltende, nicht krankmachende lebensmittel u. getränke, sowie strom ca. 60 euro + telephone ca. 25 euro, die rundfunkgebühr 18,35 mtl., evtl. eine rechtsschutzversicherung und eine haftpflichtversicherung zur notwendigen rechtserhaltung. letztere werden in diesem rechtsstaat nicht mitberechnet. ob die beträge zum grundeinkommen zutreffen, kann ich für mich jetzt nicht nachprüfen. das es aber überhaupt ein leben in armutsbedingter not in deutschland hat, ist für mich ein eindeutiges zeichen unzureichender grund- und menschenrechtsrealisierung...
Wolfgang Schlenzig schrieb am 06.02.2026, 10:46 Uhr zu
Dieser Ansatz zu einem unversellen Sozialsystem ist zutieft marxistisch und demokratisch. Es sollte allen denen, die einen \"demokratischen Sozialismus\" irgendwo definiert, verschriftlicht haben oder im Wort führen mit als Grundsatz dienen. Allerdings ist das in dem gegenwärtigen spätkapitalistischen Profitgier- und Ausbeutungswirtschaftssystem nicht zu machen. Aber Elemente sind möglich, z.B. eine Krankenkasse für alle ohne Kappungsgrenzen der Beiträge. Eine Grundfrage gilt es noch zu klären: Was sind Bedürfnisse der Bürger? Wenn es hier eine VERNÜNFTIGE Klärung gäbe, brächten wir wahrscheinlich nur noch 1/3 aller Weltwirtschaft ohne Einschränkung in den Lebensbedürnissen der Menschen wie Wohnen, Essen, Kleiden, Kultur mit Bildung und Gesundheit sowie Mobilität.
Wesentliche Gründe für Neid, Beschaffungskriminalität, psychische Probleme und Aggressionen wären beseitigt.
Carl Maria Schulte schrieb am 02.02.2026, 11:40 Uhr zu
ein zeitgemäßes + zukunftsfähiges grundeinkommen wird am schnellsten + effektivsten durch einen Bürger*innen-Verfassungskonvent D + EU durch- und umsetzbar sein!
MEHR:
anstiftung@gmail.com
carl maria schulte YOUTUBE !
Ronald Blaschke schrieb am 29.01.2026, 18:48 Uhr zu
Thomas Paine setzte das Mindestalter auf 21 Jahre fest, weil er zynischerweise davon ausgeht, dass ein Großteil der geborenen Menschen dieses Alter gar nicht erreicht. Er schwadroniert zwar von Armut und Elend, die durch die Zivilisation und ihre Eigentumsordnung in die Welt gekommen sind, möchte aber quasi nur, dass die Tüchtigsten unter den Armen, die das 21. Lebensjahr vollenden, auch in den Genuss dieses Grunderbes kommen, damit diese sich nützlich für die Gesellschaft machen und niemandem zur Last fallen. Dass ein fehlendes Grunderbe gerade nicht unwesentlich daran ursächlich sein könnte, dass ein Großteil das 21. Lebensjahr nicht erreicht, kann ihm gar nicht entgangen sein bei seiner kritischen Analyse seiner Gegenwart. Ich meine also nicht, dass das hier lediglich ein blinder Fleck bei ihm war. Er kann das nur vorsätzlich unterschlagen haben und es entspräche ganz dem Zynismus der damaligen Zeit, solcher Art auf Benachteiligte zu blicken.
Beim Durchlesen des Buches von Martyna Linartas, das mich dazu inspirierte, mir mal Thomas Paines - Agrarian Justice vorzuknöpfen, ist mir auch aufgefallen, dass die Autoren zu ihrer Idee des Grunderbes ab dem 18. Lebensjahr scheinbar nur die Leute miteinbezieht, die künftig (nach Einführung des Grunderbes ?) 18 Jahre alt werden. Mir als alter Sack, der als Frührentner in der Sozialilfe prekär lebend zur Unterschicht gehört, fällt sowas vielleicht schneller auf, als einer Autorin, die selber ihre Schäfchen im Trockenen hat und auf solch ein Grunderbe verzichten kann. Was ist denn nun mit all denen im Alter schon Fortgeschrittenen, die schon längst über 18 Jahre alt sind ? Wird das denen das Grunderbe rückwirkend ausgezahlt, oder haben die einfach Pech gehabt ?
Das Bundesverfassungsgericht hat in einem konkreten Fall eine weitergehende Sanktionierung offen gelassen, dass allerdings nur wenn, der potentielle Arbeitgeber dem Leistungsberechtigten unter den genannten Kriterien, dass die Beschäftigung dieser Person eine vollständige \"Befreiung\" von SGB II Leistungen ermöglicht, - und das wird in dem Beitrag nicht deutlich - auch eine Einstellungszusage gibt. Der Verweis auf Äußerungen von Ex-Präsident des BSG Schlegel ist deswegen auch problematisch, da sich dieser als Scharfmacher generiert hat, der offenkundig gerne über die Grenzen des Urteils des Bundesverfassungsgericht gehen will.
Das ist Unsinn, wer etwas für die Allgemeinheit leisten kann- Sprich Arbeiten- und es nicht möchte aus Bequemlichkeit oder Schmarotzertum sollte auch keinen Euro bekommen, es gibt ein altes deutsches Sprichwort: \" Für nichts gibt es nichts\"!!!
Der Begriff \"arbeitgebernah\" bei der INSM verschleiert, dass es sich um die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie handelt. Also eine Arbeitgeber-Einrichtung handelt. \"Ehre, wem Ehre gebührt\", um es ironisch zu formulieren.
Sepp Kusstatscher schrieb am 18.10.2025, 08:02 Uhr zu
Sehr gut, wenn Studierende der Wirtschaftswissenschaften sich kritisch mit der Wirtschaftsentwicklung auseinandersetzen und sich Gedanken machen, wie eine gerechtere Welt ausschauen könnte!
Ich bin der Überzeugung, dass das BGE ein sehr wichtiges und nützliches Instrument wäre, auch den Ärmsten unter uns ein bisschen Menschenwürde zu geben.
Ich hatte gerade Gelegenheit zu erfahren, dass auch in feministischen Kreisen in Spanien das BGE als wichtige Massnahme gesehen wird, um besonders ausbeuterische Arbeitsverhältnisse für Frauen ablehnen zu können. Besonders Mütter und Careverantwortliche sehen sich gezwungen, entwürdigende und sehr belastenden Arbeitsbedingungen anzunehmen, um die Menschen, die von ihrer Sorgetätigkeit abhängig sind, vor (noch schlimmerer) Prekarität zu schützen.
Karsten Schade schrieb am 04.09.2025, 11:36 Uhr zu
Das Lesen des Artikels ging runter wie Öl! - Also kein fossiles, sondern biologisch abbaubares, leicht verdaulich und in eine positive Zukunft mit Perspektiven blicken lassend.
Wunderbar. Endlich kann ich euch darüber erreichen. Denn bei X ist es nicht möglich sich einen datenschutzfreundlichen Account an zu legen. Dieser wird dann gelöscht. Bei Mastodon hingegen haben die Menschen die Wahl was und wie viel sie von sich preis geben und das wird einfach akzeptiert statt blockiert.
Wenn man sanktionieren will bis zum kompletten Leistungsentzug (Gegenteil vom \"bedingungslosen\" Grundeinkommen), dann wird es mehr Obdachlose geben. Interessant, dass das Sanktionieren und Erzeugen von Obdachlosen von der Partei kommt, die sich christlich nennt. Hätte Jesus so gehandelt?
Von Klaus Schwab / WEF stammt die Vision \"Sie werden nichts mehr besitzen und trotzdem glücklich sein\" ( - denn wir, die Mitglieder des WEF werden alles besitzen). In diesem Sinne leistet das bedingungslose Grundeinkommen Hilfestellung für die Erfüllung dieser Forderung.
Ralf Wachinger schrieb am 07.04.2025, 19:26 Uhr zu
Zum Kommentar von Anja H. vom 04.04.2025: Richtig.
Ich persönlich plädiere für das umfassende emanzipatorische BGE-Modell der BAG Grundeinkommen der Partei Die Linke. Darin sind die zutreffenden Einwände sowohl aus dem gewerkschaftlichen, sozialdemokratischen und sozialistischen Spektrum als auch aus der Bevölkerung berücksichtigt. Die Einnahmenseite ist in diesem Modell deutlich erhöht, was übrigens auch unabhängig von einem BGE notwendig ist. Die große Mehrheit der Bevölkerung steht damit besser da als jetzt. Ich fasse diese Einnahmenerhöhung unter dem Begriff Rückverteilung zusammen. Das heißt im Grunde einfach, dass die Reichen, die Banken und die Konzerne ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen entsprechend nachkommen wie die anderen Menschen und kleinen Betriebe im Lande. Mir fehlt dieses fünfte Kriterium in der Definition des BGE. Siehe auch, was ich anderweitig geschrieben habe: https://www.grundeinkommen.de/25/10/2024/parteitag-die-linke-delegierte-stellen-sich-gegen-mitgliederentscheid-pro-grundeinkommen.html
Ich beschäftige mich seit rund 16 Jahren mit dem BGE. Von 2010 bis 2012 war ich politisch sehr aktiv. Das war ja auch die Zeit nach der Banken- und Finanzkrise, wo die Chancen für einen Politikwechsel zugunsten der Bevölkerung bestanden. Leider hat sich die Politik weltweit dafür entschieden, das kaputte Finanzsystem mit den Steuergeldern der Bevölkerungen zu sanieren und es dann so weiterlaufen zu lassen. Schlimmer noch, europäischen Staaten wurde eine Austeritätspolitik verordnet. Das war einer der Schlüsselmomente für den Triumph des Kapitalismus neben der Agenda-2010-Politik und des Über-den-Tisch-Ziehens der Ostdeutschen in der Nachwendezeit.
Da könnte ich jetzt viel über die Großkopferten schimpfen. Aber wenn ich mir die Entwicklungen seit der Wendezeit anschaue, sehe ich wiederholt eine mangelnde Solidarität in der deutschen Bevölkerung. Also der Westdeutschen gegenüber den Ostdeutschen. Der Erwerbstätigen gegenüber den Erwerbslosen. Der deutschen Bevölkerung gegenüber den Bevölkerungen insbesondere den südeuropäischen Staaten. Und die immer weiter zunehmende Migrationsfeindlichkeit. Vor 10 Jahren wurde noch von einer Willkommenskultur gesprochen, nun herrscht eine Abschottungskultur. Hier empfehle ich die Doku mit dem Titel Masterplan, die Ende März im Ersten gesendet wurde. Zu finden unter https://www.ardmediathek.de/dokus-investigativ
Diese mehrfache Entsolidarisierung, die immer weitere Kreise zieht, ist meiner Ansicht nach auch der entscheidende Grund, warum auch wir BGE-Befürwortende es so schwer haben mit unserer Idee. Gleichartiges gilt für andere emanzipatorische Themen. Es gibt viele engagierte Menschen quer durch die Generationen bei vielen Themen. Aber dieses Engagement geht immer wieder unter.
Eric Manneschmidt schrieb am 05.04.2025, 23:59 Uhr zu
\"Torry: The virtue of basic income is that it provides a secure financial foundation. It will never be enough for people to live on entirely—that is a utopian idea, and it will not happen. My research has shown that. However, what we can establish is a significant, stable layer of income that helps people navigate economic turbulence.
Jacobsen: So, when the market experiences volatility—whether due to geopolitics, international economic fluctuations, or personal crises like an injury or a death in the family—basic income would serve as a stabilizing force at multiple levels?
Torry: Exactly. It would act as a stabilizing mechanism, providing financial security when people experience unexpected challenges. However, it will never be enough for someone to live on entirely unless they have exceptionally low expenses.\"
auf Deutsch:
\"Torry: Der Vorteil eines Grundeinkommens ist, dass es eine sichere finanzielle Basis verschafft. Es wird niemals hoch genug, dass Menschen vollständig davon leben können — das ist eine utopische Idee und es wird niemals passieren. Meine Forschung hat das gezeigt. Was wir jedoch herstellen können, ist ein signifikanter Einkommenssockel, der Menschen hilft ökonomische Turbulenzen durchzustehen.
Jacobsen: Also, wenn der Markt unbeständig ist — seit es aufgrund von Geopolitik, internationalen ökonomischen Schwankungen oder persönlichen Krisen wie einer Verletzung oder einem Todesfall in der Familie — würde das Grundeinkommen als stabilisierende Kraft auf verschiedenen Ebenen dienen?
Torry: Genau. Es würde als stabilisierender Mechanismus dienen, der finanzielle Sicherheit gibt, wenn Menschen unerwarteten Herausforderungen gegenüberstehen. Es wird jedoch nie genug sein, um davon alleine leben zu können, außer sie haben außerordentlich geringe Ausgaben.\"
Ich fürchte, dass es schwierig wird, Zustimmung für ein BGE zu gewinnen, solange die Leute Angst haben, dass Ihnen etwas weggenommen wird. Denn ausgerechnet diejenigen, die selbst gerade so über die Runden kommen, sprechen sich oft dagegen aus. Ein BGE müsste daher mit finanzieller Besserstellung auch dieser Gruppe quasi \"erkauft\" werden, so dass wiederum die Frage aufkommt, wer das in dieser Kombination finanzieren soll. Und hier denke ich fehlt es daran, noch viel viel deutlicher darauf hinzuweisen und zu betonen, dass Super- u. Überreiche unserer Gesellschaft und auch der Wirtschaft schaden, weil sie Kaufkraft von den \"unteren\" Schichten abziehen und damit das Wachstum von Wirtschaft und Wohlstand verhindern, von entgangenen Steuereinnahmen infolge illegaler und legaler (!) Steuervermeidung ganz zu schweigen, die letztendlich staatliche Investitionen in Bildung und Infrastruktur verhindert, weil dem Staat ebendiese Steuereinnahmen fehlen. Zunehmende Ungleichheit schadet uns allen und daran sind weder die Bezieher von Grundsicherung schuld noch die Migranten oder andere ohnehin schon benachteiligte Gruppen. Wir müssen dringend weg von dem Narrativ, dass die Armen uns belasten. Was uns als Gesellschaft belastet, sind fehlende Steuereinnahmen nicht nur wegen Steuerbetrug, sondern auch wegen Steuergeschenken an Reiche. Auch dem Narrativ, der Staat habe kein Einnahmeproblem, dürfen wir nicht weiter folgen. Leider verbreiten nicht nur rechte Parteien, sondern zunehmend auch die SPD die Meinung, dass Sanktionen gegen Arme \"sozial gerecht\" seien. Unsäglicher Weise wird ebendieser Meinung in Talkshows etwa von Lanz und Illner häufig noch eine Bühne geboten. Dass auch Journalisten und Politiker wie etwa Markus Söder ihre persönliche finanzielle Einkommens- und Erbschaftssituation und auch die ihrer Klientel schützen wollen, mag in gewissem Sinne \"menschlich\" sein, hilfreich in gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Sinne ist es hingegen nicht. Allen diesen falschen Narrativen zum angeblich fehlenden Einnahmeproblem des Staates, der angeblichen Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch Bestrafung armer Menschen und zum Vorwurf einer Neiddebatte statt der Lösung des Ungleichheits- und Gerechtigkeitsproblems müssen wir bei jeder erdenklichen Gelegenheit noch viel schärfer entgegentreten und nicht nur Söder, sondern auch Lanz und Illner entschieden korrigieren. Wir dürfen nicht weiter zulassen, dass Arme gegen noch Ärmere aufgehetzt werden.
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Sehr interessanter Vortrag, viele Anregungen! Wichtig ist auch die begründete Skepsis gegenüber den Pilotprojekten.
Hier eine Ergänzung: G\'-Ökonomie und Bedarfsökonomie sind nicht einfache Gegensätze. Das Argument der klassischen Ökonomie besteht darin, dass ein Unternehmen gerade dann Profit macht, wenn es Bedürfnisse befriedigt. Deshalb sagt Adam Smith: \"Nicht von dem Wohlwollen des Fleischers, Brauers oder Bäckers erwarten wir unsere Mahlzeit, sondern davon, dass sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen. Wir wenden uns nicht an ihre Menschen- sondern an ihre Eigenliebe.\"
Im modernen Finanz-, Monopol- und Digitalkapitalismus gilt dies sicher in vieler Hinsicht NICHT. In dem klassischen Argument fehlt auch, dass Bedürfnisse ausreichend mit Kaufkraft ausgestattet sein müssen. Aber in vielen Fällen trifft es dann doch zu: Die durch Kaufentscheidungen ausgedrückte Wahlfreiheit auf der einen Seite bewirkt den ökonomischen Erfolg, also das G\', der anderen Seite.
Was haltet ihr von dem Modell Planungszelle als Möglichkeit für Entscheidungsfindung mit Bürgerbeteiligung?
Ich bin jetzt erst darauf gestoßen und finde, dass es eine Entscheidungen legitimierende Möglichkeit politischen Einflusses der Bevölkerung ist.
erst einmal besten dank für das einstellen der info mit beträgen. von der begrifflichkeit her, wäre ein leben unterhalb der armutsgrenze ein leben in not. hinzu kommen die fast unbezahlbarkeiten für gesunderhaltende, nicht krankmachende lebensmittel u. getränke, sowie strom ca. 60 euro + telephone ca. 25 euro, die rundfunkgebühr 18,35 mtl., evtl. eine rechtsschutzversicherung und eine haftpflichtversicherung zur notwendigen rechtserhaltung. letztere werden in diesem rechtsstaat nicht mitberechnet. ob die beträge zum grundeinkommen zutreffen, kann ich für mich jetzt nicht nachprüfen. das es aber überhaupt ein leben in armutsbedingter not in deutschland hat, ist für mich ein eindeutiges zeichen unzureichender grund- und menschenrechtsrealisierung...
Dieser Ansatz zu einem unversellen Sozialsystem ist zutieft marxistisch und demokratisch. Es sollte allen denen, die einen \"demokratischen Sozialismus\" irgendwo definiert, verschriftlicht haben oder im Wort führen mit als Grundsatz dienen. Allerdings ist das in dem gegenwärtigen spätkapitalistischen Profitgier- und Ausbeutungswirtschaftssystem nicht zu machen. Aber Elemente sind möglich, z.B. eine Krankenkasse für alle ohne Kappungsgrenzen der Beiträge. Eine Grundfrage gilt es noch zu klären: Was sind Bedürfnisse der Bürger? Wenn es hier eine VERNÜNFTIGE Klärung gäbe, brächten wir wahrscheinlich nur noch 1/3 aller Weltwirtschaft ohne Einschränkung in den Lebensbedürnissen der Menschen wie Wohnen, Essen, Kleiden, Kultur mit Bildung und Gesundheit sowie Mobilität.
Wesentliche Gründe für Neid, Beschaffungskriminalität, psychische Probleme und Aggressionen wären beseitigt.
ein zeitgemäßes + zukunftsfähiges grundeinkommen wird am schnellsten + effektivsten durch einen Bürger*innen-Verfassungskonvent D + EU durch- und umsetzbar sein!
MEHR:
anstiftung@gmail.com
carl maria schulte YOUTUBE !
Gar nicht, dass Grundeinkommen ist universell und bedingungslos, individuell und ausreichend, siehe
https://www.grundeinkommen.de/grundeinkommen/idee
Da gibt es den Grundgedanken des universellen Grundeinkommens, welches oft von Kritikern als totalitäres Kontrollsystem beschrieben wird,
wie unterscheidet sich ein bedingungsloses davon?
Sehr gute Analyse! Vielen Dank!
Thomas Paine setzte das Mindestalter auf 21 Jahre fest, weil er zynischerweise davon ausgeht, dass ein Großteil der geborenen Menschen dieses Alter gar nicht erreicht. Er schwadroniert zwar von Armut und Elend, die durch die Zivilisation und ihre Eigentumsordnung in die Welt gekommen sind, möchte aber quasi nur, dass die Tüchtigsten unter den Armen, die das 21. Lebensjahr vollenden, auch in den Genuss dieses Grunderbes kommen, damit diese sich nützlich für die Gesellschaft machen und niemandem zur Last fallen. Dass ein fehlendes Grunderbe gerade nicht unwesentlich daran ursächlich sein könnte, dass ein Großteil das 21. Lebensjahr nicht erreicht, kann ihm gar nicht entgangen sein bei seiner kritischen Analyse seiner Gegenwart. Ich meine also nicht, dass das hier lediglich ein blinder Fleck bei ihm war. Er kann das nur vorsätzlich unterschlagen haben und es entspräche ganz dem Zynismus der damaligen Zeit, solcher Art auf Benachteiligte zu blicken.
Beim Durchlesen des Buches von Martyna Linartas, das mich dazu inspirierte, mir mal Thomas Paines - Agrarian Justice vorzuknöpfen, ist mir auch aufgefallen, dass die Autoren zu ihrer Idee des Grunderbes ab dem 18. Lebensjahr scheinbar nur die Leute miteinbezieht, die künftig (nach Einführung des Grunderbes ?) 18 Jahre alt werden. Mir als alter Sack, der als Frührentner in der Sozialilfe prekär lebend zur Unterschicht gehört, fällt sowas vielleicht schneller auf, als einer Autorin, die selber ihre Schäfchen im Trockenen hat und auf solch ein Grunderbe verzichten kann. Was ist denn nun mit all denen im Alter schon Fortgeschrittenen, die schon längst über 18 Jahre alt sind ? Wird das denen das Grunderbe rückwirkend ausgezahlt, oder haben die einfach Pech gehabt ?
Wunderbar,
dass dieses Thema nun umfassend erforscht wird,
denn
was nützt ein freies Grundeinkommen von z.B. 2000,- Euro,
wenn die Mieten dann ab 1600,- Euro beginnen,
Strom unbezahlbar wird
und 5 Brötchen 10,- Euro kosten, ...
Das Bundesverfassungsgericht hat in einem konkreten Fall eine weitergehende Sanktionierung offen gelassen, dass allerdings nur wenn, der potentielle Arbeitgeber dem Leistungsberechtigten unter den genannten Kriterien, dass die Beschäftigung dieser Person eine vollständige \"Befreiung\" von SGB II Leistungen ermöglicht, - und das wird in dem Beitrag nicht deutlich - auch eine Einstellungszusage gibt. Der Verweis auf Äußerungen von Ex-Präsident des BSG Schlegel ist deswegen auch problematisch, da sich dieser als Scharfmacher generiert hat, der offenkundig gerne über die Grenzen des Urteils des Bundesverfassungsgericht gehen will.
https://www.fr.de/wirtschaft/ausgaben-sozialgerichtspraesident-schlegel-buergergeld-sanktionen-verweigerer-sozialstaat-zr-92859094.html
Das ist Unsinn, wer etwas für die Allgemeinheit leisten kann- Sprich Arbeiten- und es nicht möchte aus Bequemlichkeit oder Schmarotzertum sollte auch keinen Euro bekommen, es gibt ein altes deutsches Sprichwort: \" Für nichts gibt es nichts\"!!!
Der Begriff \"arbeitgebernah\" bei der INSM verschleiert, dass es sich um die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie handelt. Also eine Arbeitgeber-Einrichtung handelt. \"Ehre, wem Ehre gebührt\", um es ironisch zu formulieren.
Sehr gut, wenn Studierende der Wirtschaftswissenschaften sich kritisch mit der Wirtschaftsentwicklung auseinandersetzen und sich Gedanken machen, wie eine gerechtere Welt ausschauen könnte!
Ich bin der Überzeugung, dass das BGE ein sehr wichtiges und nützliches Instrument wäre, auch den Ärmsten unter uns ein bisschen Menschenwürde zu geben.
Hallo sehr gut
Ich hatte gerade Gelegenheit zu erfahren, dass auch in feministischen Kreisen in Spanien das BGE als wichtige Massnahme gesehen wird, um besonders ausbeuterische Arbeitsverhältnisse für Frauen ablehnen zu können. Besonders Mütter und Careverantwortliche sehen sich gezwungen, entwürdigende und sehr belastenden Arbeitsbedingungen anzunehmen, um die Menschen, die von ihrer Sorgetätigkeit abhängig sind, vor (noch schlimmerer) Prekarität zu schützen.
Das Lesen des Artikels ging runter wie Öl! - Also kein fossiles, sondern biologisch abbaubares, leicht verdaulich und in eine positive Zukunft mit Perspektiven blicken lassend.
Das gefällt mir sehr
Genau meine Gedanken zum bGE für eine gerechte Zukunft!
Wunderbar. Endlich kann ich euch darüber erreichen. Denn bei X ist es nicht möglich sich einen datenschutzfreundlichen Account an zu legen. Dieser wird dann gelöscht. Bei Mastodon hingegen haben die Menschen die Wahl was und wie viel sie von sich preis geben und das wird einfach akzeptiert statt blockiert.
Wenn man sanktionieren will bis zum kompletten Leistungsentzug (Gegenteil vom \"bedingungslosen\" Grundeinkommen), dann wird es mehr Obdachlose geben. Interessant, dass das Sanktionieren und Erzeugen von Obdachlosen von der Partei kommt, die sich christlich nennt. Hätte Jesus so gehandelt?
Von Klaus Schwab / WEF stammt die Vision \"Sie werden nichts mehr besitzen und trotzdem glücklich sein\" ( - denn wir, die Mitglieder des WEF werden alles besitzen). In diesem Sinne leistet das bedingungslose Grundeinkommen Hilfestellung für die Erfüllung dieser Forderung.
Zum Kommentar von Anja H. vom 04.04.2025: Richtig.
Ich persönlich plädiere für das umfassende emanzipatorische BGE-Modell der BAG Grundeinkommen der Partei Die Linke. Darin sind die zutreffenden Einwände sowohl aus dem gewerkschaftlichen, sozialdemokratischen und sozialistischen Spektrum als auch aus der Bevölkerung berücksichtigt. Die Einnahmenseite ist in diesem Modell deutlich erhöht, was übrigens auch unabhängig von einem BGE notwendig ist. Die große Mehrheit der Bevölkerung steht damit besser da als jetzt. Ich fasse diese Einnahmenerhöhung unter dem Begriff Rückverteilung zusammen. Das heißt im Grunde einfach, dass die Reichen, die Banken und die Konzerne ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen entsprechend nachkommen wie die anderen Menschen und kleinen Betriebe im Lande. Mir fehlt dieses fünfte Kriterium in der Definition des BGE. Siehe auch, was ich anderweitig geschrieben habe: https://www.grundeinkommen.de/25/10/2024/parteitag-die-linke-delegierte-stellen-sich-gegen-mitgliederentscheid-pro-grundeinkommen.html
Ich beschäftige mich seit rund 16 Jahren mit dem BGE. Von 2010 bis 2012 war ich politisch sehr aktiv. Das war ja auch die Zeit nach der Banken- und Finanzkrise, wo die Chancen für einen Politikwechsel zugunsten der Bevölkerung bestanden. Leider hat sich die Politik weltweit dafür entschieden, das kaputte Finanzsystem mit den Steuergeldern der Bevölkerungen zu sanieren und es dann so weiterlaufen zu lassen. Schlimmer noch, europäischen Staaten wurde eine Austeritätspolitik verordnet. Das war einer der Schlüsselmomente für den Triumph des Kapitalismus neben der Agenda-2010-Politik und des Über-den-Tisch-Ziehens der Ostdeutschen in der Nachwendezeit.
Da könnte ich jetzt viel über die Großkopferten schimpfen. Aber wenn ich mir die Entwicklungen seit der Wendezeit anschaue, sehe ich wiederholt eine mangelnde Solidarität in der deutschen Bevölkerung. Also der Westdeutschen gegenüber den Ostdeutschen. Der Erwerbstätigen gegenüber den Erwerbslosen. Der deutschen Bevölkerung gegenüber den Bevölkerungen insbesondere den südeuropäischen Staaten. Und die immer weiter zunehmende Migrationsfeindlichkeit. Vor 10 Jahren wurde noch von einer Willkommenskultur gesprochen, nun herrscht eine Abschottungskultur. Hier empfehle ich die Doku mit dem Titel Masterplan, die Ende März im Ersten gesendet wurde. Zu finden unter https://www.ardmediathek.de/dokus-investigativ
Diese mehrfache Entsolidarisierung, die immer weitere Kreise zieht, ist meiner Ansicht nach auch der entscheidende Grund, warum auch wir BGE-Befürwortende es so schwer haben mit unserer Idee. Gleichartiges gilt für andere emanzipatorische Themen. Es gibt viele engagierte Menschen quer durch die Generationen bei vielen Themen. Aber dieses Engagement geht immer wieder unter.
Interessant zur Frage der Höhe des BGEs ist ein aktuelles Interview mit dem britischen BGE-Urgestein Malcolm Torry:
https://basicincome.org/news/2025/03/dr-malcolm-torry-on-basic-income-history-feasibility-and-societal-impact/
Darin heisst es:
\"Torry: The virtue of basic income is that it provides a secure financial foundation. It will never be enough for people to live on entirely—that is a utopian idea, and it will not happen. My research has shown that. However, what we can establish is a significant, stable layer of income that helps people navigate economic turbulence.
Jacobsen: So, when the market experiences volatility—whether due to geopolitics, international economic fluctuations, or personal crises like an injury or a death in the family—basic income would serve as a stabilizing force at multiple levels?
Torry: Exactly. It would act as a stabilizing mechanism, providing financial security when people experience unexpected challenges. However, it will never be enough for someone to live on entirely unless they have exceptionally low expenses.\"
auf Deutsch:
\"Torry: Der Vorteil eines Grundeinkommens ist, dass es eine sichere finanzielle Basis verschafft. Es wird niemals hoch genug, dass Menschen vollständig davon leben können — das ist eine utopische Idee und es wird niemals passieren. Meine Forschung hat das gezeigt. Was wir jedoch herstellen können, ist ein signifikanter Einkommenssockel, der Menschen hilft ökonomische Turbulenzen durchzustehen.
Jacobsen: Also, wenn der Markt unbeständig ist — seit es aufgrund von Geopolitik, internationalen ökonomischen Schwankungen oder persönlichen Krisen wie einer Verletzung oder einem Todesfall in der Familie — würde das Grundeinkommen als stabilisierende Kraft auf verschiedenen Ebenen dienen?
Torry: Genau. Es würde als stabilisierender Mechanismus dienen, der finanzielle Sicherheit gibt, wenn Menschen unerwarteten Herausforderungen gegenüberstehen. Es wird jedoch nie genug sein, um davon alleine leben zu können, außer sie haben außerordentlich geringe Ausgaben.\"
Ich fürchte, dass es schwierig wird, Zustimmung für ein BGE zu gewinnen, solange die Leute Angst haben, dass Ihnen etwas weggenommen wird. Denn ausgerechnet diejenigen, die selbst gerade so über die Runden kommen, sprechen sich oft dagegen aus. Ein BGE müsste daher mit finanzieller Besserstellung auch dieser Gruppe quasi \"erkauft\" werden, so dass wiederum die Frage aufkommt, wer das in dieser Kombination finanzieren soll. Und hier denke ich fehlt es daran, noch viel viel deutlicher darauf hinzuweisen und zu betonen, dass Super- u. Überreiche unserer Gesellschaft und auch der Wirtschaft schaden, weil sie Kaufkraft von den \"unteren\" Schichten abziehen und damit das Wachstum von Wirtschaft und Wohlstand verhindern, von entgangenen Steuereinnahmen infolge illegaler und legaler (!) Steuervermeidung ganz zu schweigen, die letztendlich staatliche Investitionen in Bildung und Infrastruktur verhindert, weil dem Staat ebendiese Steuereinnahmen fehlen. Zunehmende Ungleichheit schadet uns allen und daran sind weder die Bezieher von Grundsicherung schuld noch die Migranten oder andere ohnehin schon benachteiligte Gruppen. Wir müssen dringend weg von dem Narrativ, dass die Armen uns belasten. Was uns als Gesellschaft belastet, sind fehlende Steuereinnahmen nicht nur wegen Steuerbetrug, sondern auch wegen Steuergeschenken an Reiche. Auch dem Narrativ, der Staat habe kein Einnahmeproblem, dürfen wir nicht weiter folgen. Leider verbreiten nicht nur rechte Parteien, sondern zunehmend auch die SPD die Meinung, dass Sanktionen gegen Arme \"sozial gerecht\" seien. Unsäglicher Weise wird ebendieser Meinung in Talkshows etwa von Lanz und Illner häufig noch eine Bühne geboten. Dass auch Journalisten und Politiker wie etwa Markus Söder ihre persönliche finanzielle Einkommens- und Erbschaftssituation und auch die ihrer Klientel schützen wollen, mag in gewissem Sinne \"menschlich\" sein, hilfreich in gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Sinne ist es hingegen nicht. Allen diesen falschen Narrativen zum angeblich fehlenden Einnahmeproblem des Staates, der angeblichen Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch Bestrafung armer Menschen und zum Vorwurf einer Neiddebatte statt der Lösung des Ungleichheits- und Gerechtigkeitsproblems müssen wir bei jeder erdenklichen Gelegenheit noch viel schärfer entgegentreten und nicht nur Söder, sondern auch Lanz und Illner entschieden korrigieren. Wir dürfen nicht weiter zulassen, dass Arme gegen noch Ärmere aufgehetzt werden.
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