2.427 Kommentare

Matthias Dilthey schrieb am 19.01.2008, 03:45 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Einladung: Aufbauseminar zum Grundeinkommen am 2./3. Februar in Hannover

Auch bei wohlwollendster Betrachtung kann ich nicht erkennen, in wiefern es sich bei dieser Veranstaltung um eine Veranstaltung des Netzwerks handeln soll. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich offensichtlich in Wahrheit um eine attac-Veranstaltung, die von der Netzwerk-Redaktion beworben wird. Ich kann auch nur hoffen, dass es sich bei der Ankündigung um einen redaktionellen Fehler handelt. Denn sollte sich das Netzwerk an solchen einseitig, aber um so eindeutiger, links-marxistisch orientieren Veranstaltungen auch nur mitorganisatorisch beteiligen, wäre es ein pluralistisches Armutszeugnis. Einseitig marxistisch ausgerichtete "Kaffee-Fahrten" überlassen wir wohl besser attac. So gebietet es zumindest unsere pluralistische Zielsetzung.

Reinhard Börger schrieb am 18.01.2008, 14:16 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
“Arm trotz Riester: Sparen fürs Sozialamt”

Den Beitrag habe ich gesehen. Er zeigt m.E. die fatalen Folgen, des Prinzips, nur den Bedürftigen nach dem Grad ihrer Bedürftigkeit zu helfen. Sie zerstören nämlich jeden Anreiz, selbst etwas gegen die Bedürftigkeit zu tun; tut trotzdem jemand etwas, so entlastet er nur die Sozialkassen. Falsche Beratung bedeutet doch, dass der Staat versucht, sich auf Kosten der Ärmsten zu sanieren. Ähnliches haben wir schon beim Alg II. Wer wenig verdient, aber von dem Wenigen noch etwas für schlechtere Zeiten gespart hat, muss dieses erst aufbrauchen, bevor er Alg II bekam. Wer mehr verdient, es aber sofort verjubelt hat, bekommt Alg II von Anfang an. Natürlich sind Gegenmaßnahmen möglich: Hier könnte man auf die Anrechnung der Riester-Rente verzichten, beim Alg II könnte man relativ hohe Vermögensfreigrenzen vorsehen. Als beste, sauberste und letztlich auch gerechteste Lösung ersheint mir aber auch hier das Grundeinkommen, das auch noch andere Probleme löst.

Reinhard Börger schrieb am 18.01.2008, 10:20 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist das Netzwerk Grundeinkommen reformierbar?

Ich möchte noch einmal deutlich machen, warum ich für ein Netzwerk und nicht für eine Grundeinkommenspartei bin. Bei der Wahl geht es nicht nur um das Grundeinkommen, sondern auch um andere Fragen, und es ist nicht ohne Weiteres klar, wie sie gewichtet werden. Die FDP ist mir zu neoliberal, und ich würde sie auch nicht wählen, wenn sie am deutlichsten für ein Grundeinkommen wäre. Eine Grundeinkommenspartei müsste auch zu anderen Fragen Stellung beziehen, und vielleicht würde ich sie deshalb nicht wählen. Außerdem wäre nicht klar, ob sie überhaupt über die Fünf-Prozent-Hürde käme. Ein überparteiliches Netzwerk, dass in allen Parteien ungeachtet sonstiger Meinungen für ein Grundeinkommen wirbt, erscheint mir dann besser. So kann ich mich dann auch über den Anklang freuen, den das Grundeinkommen in der FDP findet, auch wenn ich diese Partei sonst nicht sonderlich mag.

Reinhard Börger schrieb am 18.01.2008, 10:09 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Dritter Arbeitsmarkt als Test für Arbeitswilligkeit?

Den Beitrag von Gert G. Wagner kenne ich zwar nur in den aufgeführten Ausschnitten; diese zeigen allerdings deutlich, wohin man kommt, wenn man die neoliberale Weltwirtschaft kritisiert, aber an dem Gedanken, der Mensch müsse sich seinen Lebensunterhalt durch unangenehme Arbeit verdienen, festhält und vor dem Grundeinkommen zurückschreckt. Die Anwort von Kai Ruhsert kritisiert Wagner zwar m.E. zu Recht, bietet aber keine Lösungen an. Im Grunde erscheint mir das Denken als eine unzulässige Übertragung betriebswirtschaftlichen Denkens auf eine weltwirtschaftliche Situation. Wenn ich nichts zu essen habe, kann ich möglicherweise irgendwo arbeiten, z.B. in der Produktion von Porno-Videos, und mir von meinem Lohn etwas zu essen kaufen. Auch ein Land kann Pornos produzieren und verkaufen und von Erlös Nahrungsmittel einkaufen. Wenn alle Länder dies tun, funktioniert es aber nicht mehr, da es nichts mehr zu essen gibt. Für die Weltwirtschaft als Ganze gibt es kein Gegenüber, mit dem sie irgendwelche Wirtschaftsgüter tauschen könnte. Weltweit kann genau so viel an Nahrungsmitteln gegessen werden, wie an Nahrungsmitteln produziert wird; eine zusätzliche Porno-Produktion erhöht das weltweite Nahrungsangebot nicht. Moralische Bedenken gegen Pornos werden oft mit dem Arbeitsplatzargument zunichte gemacht. Auf diese Weise wird der Wunsch nach Beschäftigubng zu einer Art Über-Moral, die die bisherige Moral erschlägt. Die Möglichkeit, auf demokratische Weise darüber zu entscheiden, wie wir leben wollen, wird auf Grund so genannter Sachzwänge immer mehr eingeschränkt. Wenn aber die welteit produzierten Nahrungsmittel ausreichen, um die gesamte Menschheit zu ernähren, ist es m.E. ein Skandal, wenn immer noch Menschen verhungen. Ich will nicht so weit gehen wie Jean Ziegler und behaupten, diese Menschen würden ermordet. Aber vor dem Verhungern werden sie nur durch eine gerechtere Verteilung geschützt, nicht durch eine höhere Porno-Produktion. Wenn aber der menschliche Arbeitsaufwand bei der Nahrungsmittelproduktion und bei der Stillung anderer Bedürfnisse zurückgeht, müssten wir im Prinzip alle weniger arbeiten und hätten mehr Freizeit. Bei gleich bleibendem Arbeitslohn reichte unser Einkommen aber immer weniger. Im Gegenteil, die sinkende Nachfrage nach menschlicher Arbeitsleitung dürfte eher zu niedrigeren die Löhnen führen; die Menschen könnten immer schlechter von ihrem Arbeitseinkommen leben. Im Gegensatz dazu nähmen die Kapitaleinkommen immer weiter zu. Dies entspricht doch weitgehend dem, was wir in der Weltwirtschaft beobachten, auch wenn in Deutschland glücklicherweise noch niemand verhungern muss. Alle Auswege, die ich kenne, laufen auf ein irgenwie geartetes Grundeinkommen hinaus; hierdurch profitieren nicht nur die Kapital Besitzenden, sondern auch die Arbeitenden, einigermaßen gerecht von Produktivitätssteigerungen. Das kurzfristige Wirtschaftswachstum in Deutschland vernebelt m.E. den Blick; auf die Dauer kann es nicht so weiter gehen.

Tobi schrieb am 16.01.2008, 01:36 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Interviews zum Grünen-Parteitag – Part 7: Antworten von Götz W. Werner

Ich werde zur nächsten Bundestagswahl die Linke wählen, weil sie als einzige Partei für ein BGE einsteht zwar nicht dafür das es ausreicht aber immerhin. Diese Partei tritt für die Armen und Schwächeren in diesem Land ein welche keine oder eine nur sehr geringe Stimme haben bzw. bekommen. Die Parteien CDU/SPD/FDP und wie sie alle heißen für wen sie Politik machen kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Sind dies in unserer sogenannten Demokratie unsere! Volksvertreter? Aber was ich meine ist doch folgendes: Was hat das alles für ein Sinn, wenn das Übel nicht an der Wurzel gepackt wird? Durch Geld alleine werden doch die Probleme nicht gelöst. Die Menschheit muß ersteinmal wieder zu sich kommen und aufwachen aus ihrem Koma welches sie sich produziert hat. Die Supermarktregale stehen randvoll bis oben hin voll mit Lebensmittel und warten bloß auf ihre Abnehmer/Käufer. Bloß wo sollen denn die Käufer herkommen, mit welchem bzw. was für einem Geld sollen all die immer steigenden Preise bezahlt werden. Viele Menschen/Kunden pfeiffen schon jetzt nicht nur psychisch/physisch und auch finanziell aus dem letzten Loch... Der Mensch wie er/sie geboren wird, wird sehr falsch in die Welt herangezogen. Dies beginnt doch schon alleine in der Schule. Wer nicht oder nicht richtig lesen und rechnen kann hat doch schon verloren. Das System in welchem wir auch immer leben, arbeiten und was weiß ich noch so alles machen ist grundsätzlich immer verkehrt und nach meiner persönlichen Einschätzung immer gegen den Menschen als Individuum gerichtet. Jeder sollte sich mit reinem Gewissen zu welcher Tageszeit immer in das eigene Spiegelbild schauen können, welches sehr selten der Fall ist. Also bis bald euer Tobi.

Helga Seifert schrieb am 15.01.2008, 13:01 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Die Initiative Grundeinkommen in Dresden und Umgebung – der Anfang

Hallo Miriam, Danke für die guten Wünsche. Wir treffen uns immer am 2. Freitag des Monats 18:30 Uhr in der WIR AG, Martin-Luther-Straße 21 in der Dresdner Neustadt, im Januar allerdings außerplanmäßig am 25.1.. Die Kontaktdaten der Sprecherinnen und Sprecher der Dresdner Initiative sollten in den nächsten Tagen an dieser Stelle einsehbar sein, falls Du noch konkrete Fragen an uns hast. Herzliche Grüße ins Erzgebirge, Helga

Wolfgang Schlenzig schrieb am 14.01.2008, 19:55 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ehrlichkeit und Strategie – Anmerkungen zum Umgang mit dem Vorschlag des „solidarischen Bürgergelds“

Der Beitrag von Sören Kiel endet etwas ratlos. Richtig ist, dass sich alle Konzepte an den 4 Basiskriterien messen lassen müssen. Da das Netzwerk aber ein gesellschaftspolitisch-weltanschaulich übergreifendes ist, sollten sich die Akteure zurückhalten in absoluten Bewertungen von Konzepten. Natürlich muss um das Bestmögliche gerungen werden. Niemand sagt, dass das Althaus-Konzept so wie es jetzt ist, akzptiert wird. Da gibt es Verhandlungspotential und -spielraum. Bei der Quantifizierung, der Höhe, des BGE spielt immer mit eine Rolle, welche Veränderungen im aktuellen Wirtschaftsystem unter Berücksichtigung der gegebenen Kräfteverhältnisse möglich sind. Es gibt auch aus dem Bedürftigenbereich Modelle, die weniger ansetzen als Althaus und Straubhaar. Dann steht auch zur Debatte, was nun echt an Sozialleistungen in dem BGE aufgeht und welche Bürokratie der Formulare und Warteschlangen wir uns noch leisten wollen. Für mich als Ingenieur ist einer der wesentlichsten Effekte, die ein BGE erreichen muss, die Bürokratie - und Nachweisbeseitigung zu Gunsten von mehr Zeit für ein schöneres Leben. Das würde auch den Beschäftigten sehr nützen.

Detlef Müller schrieb am 13.01.2008, 06:13 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist das Netzwerk Grundeinkommen reformierbar?

Hallo, Wenn ich mich recht entsinne, bin ich jetzt grob 3 Jahre dabei. Oben lese ich von Problemen, es gibt unterschiedliche Meinungen, die Reformierbarkeit wird in Frage gestellt ... weiter habe ich ehrlicherweise nicht gelesen. Mein Eindruck ist, daß die Sache Grundeinkommen besser vorangekommen ist, als man glaubt - nämlich in den Köpfen der NormalbürgerInnen. Das Hartz IV großer, unmenschlicher Mist ist, wissen die Allermeisten, und haben für ihre Meinung die Lehre daraus gezogen, die abgesicherte Grundversorgung für alle heißt. Nur hier scheint mir das Netzwerk Grundeinkommen ein wenig gepennt zu haben. Wenn ich mir überlege, das so ein CDU-Ministerpräsident die Idee eines Grundeinkommens in den Kopf aufnimmt, schrillen bei mir alle Alarmglocken ..... Das hier sollte vielleicht heißen, ein bischen 'Back to the roots', zäh und bürgernah für die Sache Werben ist in Zeiten von Hartz IV-Armut sicher eine gute Idee. Ansonsten will ich meine Schnauze nicht zu sehr aufreißen - hart kritisieren ist immer einfach, solange andere die Arbeit machen müssen. Deswegen tue ich das hier nicht, sondern verweise auf die stillen Erfolge, die m.E. grösser sind als man denkt. Gruss Detlef Müller, Minden

Christoph Schlee schrieb am 13.01.2008, 00:38 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist das Netzwerk Grundeinkommen reformierbar?

Kurze Anmerkung zu den Kommentaren von Reinhard Börger und G. Müller: Eine Parteigründung ist durch meine Ausführungen weder direkt noch insgeheim beabsichtigt. Es geht mir lediglich darum, das Netzwerk als lebendigen Diskussions-Ort und parteiunabhängiges Zentrum der Grundeinkommens-Debatte zu stärken. In dieser Hinsicht freue ich mich vermerken zu können, dass unsere aktuelle Diskussion im Arbeitskreis Geschäftsstelle gemeinsam mit dem Sprecherkreis in Frankfurt (12.1.) gezeigt hat, dass es viel Einigkeit darüber gibt, die Strukturen zu professionalisieren und um weitere Organe und Arbeitskreise zu ergänzen. Ganz im Sinne von A. Berndt kann ich vermerken, dass Spaltungstaktik von niemandem beabsichtigt ist - natürlich auch nicht von mir. Den Spagat zwischen möglichst großer Offenheit für ein breites Spektrum von Grundeinkommens-Initiativen und einer trotzdem offensiven politischen Ausrichtung für die Einführung eines vernünftigen bGE im Sinne unserer vier Prinzipien können wir durchaus hinbekommen - dafür sollten wir uns gemeinsam einsetzen.

A.Berndt schrieb am 11.01.2008, 18:14 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist das Netzwerk Grundeinkommen reformierbar?

Ich finde den Beitrag und die Folgerungen von Christoph Schlee sehr gut. Ein Netzwerk sollte das Bindeglied zwischen aktiven reginalen Gruppen sein und auch einzelne interessierte Personen integrieren und informieren. Um so größer ein Netzwerk ist, um so wichtiger ist eine gewisse Struktur. Die Leute die hier z.B. die Seite pflegen oder andere Arbeit erledigen sollen sich nicht "totlaufen". Deshalb unterstütze ist die Vorschläge zur Bildung o.g. Strukturen, auch den Gedanke über Beiträge. Weil aber die Beschäftigung mit dem Grundeinkommen viele Fragen aufwirft, müssen parallel Foren da sein, über die ( alle ) Meinungen ausgetauscht werden können, manchmal auch nur mit dem jeweiligen Beitragverfasser. Wie schnell wird man als ungeübter "schreiber" missverstanden. Viele der Interessenten hier sind unterschiedlich lang dabei, deshalb wird es auch unterschiedliche Auffassungen über die Geschwindigkeit zur politischen Durchsetzung geben. Wer es schnell will, muß sich hier umso stärker mit einsetzen ( zumindest in Kommunikation )um nicht ganz so schnelle mitzunehmen. Einfach eine "Partei" finden oder Gründen, die es schnell auf Tagesordnung bringt, "kämpft" früher oder später auch "nur" um Wählerstimmen. Eine Anmerkung zu meiner(m) Vorsprecher: "Gegnerische Unterwanderung" klingt zu sehr nach Gegensätzen. Wir wollen aber doch alle das bGE.

Müller, G. schrieb am 11.01.2008, 15:59 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist das Netzwerk Grundeinkommen reformierbar?

Schließe mich der Meinung von Reinhard Börger 100 %ig an. Ein Netztwerk ist ein Netzwerk und keine Partei. Die Nähe zu attac ist soweit verständlich, weil dort auch das Ziel 'Partei' kein Thema ist. Falls eine Parteigründung von der aktiven Mehrheit gewünscht werden wird (eine Partei 'Für Bürgergeld' bekommt bestimmt viele Stimmen), dann sollte das parallel zum Netzwerk geschehen, mithilfe des Netzwerkes, aber ohne dass das überparteiliche Netzwerk verschwindet. (Die Parteien müssen sich dann schneller in Richtung BGE bewegen als jetzt, um am Ball zu bleiben und können weiter aus dem Netzwerk-Fundus schöpfen.) Die üblichen parteiinternen Probleme und Machtkämpfe können einem Netzwerk sehr schaden. Es riecht nach Spaltungstaktik. Möglicherweise läuft hier schon die gegnerische Unterwanderung.

IrisSchaman schrieb am 11.01.2008, 15:45 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
„Oder: Bedingungslos ja – aber bitte nicht zu sehr!“

Hallo Detlef Müller und @ Alle! Ich stimme dem zu, was Sie/Du schreiben/schreibst. Mit dem Zitat von Wolfgang Schmidbauer wollte ich die "Hängematten-Ideologie" keineswegs weiter ankurbeln, nur aufzeigen welch einer "Vernunft" hier pflicht - oder eher zwang - gemäß Folge zu leisten ist. Erwerbslos zu sein, bedeutet sehr harte Arbeit: Kein Geld da, für Handwerker/-in, Nachhilfelehrer/-in, Frisör/in, also für fast keine Dienstleistungen, ... Was bleibt, ist diese Leistungen aus sich selber zu schöpfen. Erholung - und sei es die Hängematte auf dem Balkon - ist bei solchen Belastungen zwingend von Nöten! Die anhaltende und um sich greifende Verelendung unter Einigen der sogenannten "neuen Unterschicht" ist schlichtweg auf Enthumanisierung und psychische Verelendung durch die Unterdrückung, durch das Sähen von Vorurteilen gegen die "neue Unterschicht" zurückzuführen. Die sich selbst erfüllende Prophezeiung macht es möglich: Wer lange und ausdauernd genug von Mehrheiten als faul bezeichnet wird, läuft Gefahr Schimmel anzusetzten. Sich gegen diesen Schimmel - Gammel - zu wiedersetzten gilt es! * LG Iris

Reinhard Börger schrieb am 11.01.2008, 13:49 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist das Netzwerk Grundeinkommen reformierbar?

Ich bin erst neu neu dem Netzwerk und habe das bisherige Hin und Her nicht mitbekommen. Mir stellen sich allerdings einige Fragen: Was ist das Ziel des Netzwerks? Soll es überhaupt Beschlüsse fassen? Oder soll es eine möglichst große Plattform für möglichst viele Leute bieten? Beides steht im Gegensatz zu einander, den jeder Beschluss verprellt möglicherweise diejenigen, die dagegen sind. Ich stehe beispielsweise dem Wirtschaftswachstum kritisch gegenüber und glaube, dass der Produktivitätsfortschritt uns zur Arbeitszeitverkürzung zwingt; dann sehe ich das Grundeinkommen als einzigen Weg zu einer gerechten Güterverteilung. Andere mögen für das Wirtschaftswachstum sein und vom Grundeinkommen eine Belebung der Konjunktur erwarten. Sollen wir darüber nun untereinander frei diskutieren, oder soll eine Seite versuchen, die andere, z.B. durch Beschlüsse, aus dem Netzwerk heraus zu drängen. Mir erscheint ersteres sinnvoll; ich diskutiere gern, und manches wird durch die Diskussion erst klarer; die Idee des Grundeinkommens wird so sicher weiter verbreitet. Aber wenn detaillierte Beschlüsse gefasst werden, mit denen ich mich nicht identifizieren kann, werde ich das Netzwerk ggf. wieder verlassen. Und auch Attac dürfte im Netzwerk sowohl Befürworter als auch Gegner haben.

Eric Manneschmidt schrieb am 11.01.2008, 12:38 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ehrlichkeit und Strategie – Anmerkungen zum Umgang mit dem Vorschlag des „solidarischen Bürgergelds“

Solange die BGE-Definition des Netzwerks "Existenz sichern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen" nicht präzisiert und in die Nennung eines realen Betrages geändert wird, ist jede Ablehnung eines bestimmten Modells wegen eines zu niedrigen Grundeinkommens unseriös, ja geradezu lächerlich. Denn wenn es einen objektiv (!) richtigen Betrag gibt, der Existenz- und Teilhabe sichernd ist, warum nennt ihn dann nicht einfach das Netzwerks und damit wäre jede Diskussion zu diesem Thema erledigt? Das Problem ist, dass es diesen aber gerade nicht gibt, es gibt vielmehr sehr verschiedene Vorstellungen davon, was auf der materiellen Seite notwendig ist, um eine menschenwürdige Existenz führen zu können. Darüber hinaus hängt dieser Betrag natürlich auch massiv von nicht-monetären Leistungen des Staates/der Gesellschaft an den Einzelnen ab, namentlich: Zugang zu Gesundheitsleistungen, zu Bildung, zu Mobilität... Auch dazu gibt es im Netzwerk noch nicht einmal eine Diskussion, obwohl ohne das sowieso niemand realistisch die Höhe eines existenzsichernden monetären BGEs bestimmen kann. Logisch: Denn damit haben wir ja noch nicht einmal eine Aussage darüber, WELCHE Bedürfnisse des Lebens das Individuum aus dem BGE bestreiten muss und welche direkt aus den öffentlichen Kassen finanziert werden.

Volker Stöckel schrieb am 11.01.2008, 02:02 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist das Netzwerk Grundeinkommen reformierbar?

Nach ursprünglicher Skezis entsprechen die hier genannten Aussagen meinen eigenen Überlegungen, weshalb ich diese unterstütze. Volker Stöckel Initiative Grundeinkommen Osnabrück

Benni Bärmann schrieb am 10.01.2008, 16:07 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wettlauf zum Grundeinkommen – Namibia vorn?

Hm... wird das nicht von vorne herein verzerrt dadurch, dass das nur eine begrenzte Zeit gezahlt wird. Also den Menschen wird es sicherlich nutzen und insofern ist es so oder so zu befürworten, aber ob es als Fallstudie taugt, da hab ich schon jetzt meine Zweifel. Wenn ich weiss, dass der Geldsegen in zwei Jahren wieder vorbei ist, wird meine Investitionsneigung in klassische ökonomische Strukturen natürlich höher sein als wenn ich sicher sein könnte, dass die Zahlungen andauern.

Reinhard Börger schrieb am 10.01.2008, 14:29 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Aus christlicher Perspektive ein Menschenrecht

Der Text hat mir gut gefallen; inbesondere hängt der Wert eines Menschen nicht von seiner Erwerbsarbeit ab. Allerdings halte ich den Mindestlohn für überflüssig, wenn es das Grundeinkommen gibt; wer über ein geichertes Grundeinkommen verfügt, wird wohl kaum eine schmutzige und unangensehme Arbeit zum Hungerlohn annehmen. Solche Arbeiten müssen dann zwangsläufig anständig bezahlt werden. Aber solange es den Mindestlohn noch nicht gibt und Druck auf Arbeitslose ausgeübt wird, brauchen wir natürlich den Mindestlohn.

Detlef Müller schrieb am 08.01.2008, 04:30 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
„Oder: Bedingungslos ja – aber bitte nicht zu sehr!“

Hallo, Die Faulheits-Befürchtungen sind eine der großen Irrtümer in der Grundeinkommensdiskussion. Schon bei Hartz IV war die sog. "soziale Hängematte" ein entscheidende Voraussetzung für die Entstehung des SGB II. Nur diese Faulheits-Befürchtung ist falsch, wie eine Studie zu die Theorie der "Sozialen Hängematte" bewiesen hat - es gibt sie schlicht und ergreifend garnicht. Die Studie ist aus dem Jahr 2002 und wurde an der UNI Leipzig durchgeführt. In einem Interview 2003 hat der leitende Prof. Vobruba die Ergebnisse noch einmal in einem Interview bekräftigt. Verweise zur Studie sind zu finden in der dritten Frage der FAQ, die als Webseitenadresse meinem Namen hinterlegt ist. Gruss Detlef Müller, Minden PS: Selbst dem bekannten Reformkritiker Albrecht Müller hatte ich davon erzählt; der war von einigen Monaten zum Vortrag bei uns in der Stadt. Der hatte mich nur ungläubig angeschaut ..... Aus sachlichen Gründen, wie er sagte, ist er gegen ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Einer der Gründe war die hier genannte Befürchtung, daß der Anreiz zum Arbeiten fehlt.

Andre schrieb am 06.01.2008, 17:42 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Netzwerk Grundeinkommen – weiter stetiges Wachstum

Eine Motivation mich weiter über das bGE zu informieren und es für sinnvoll und nötig zu halten, war die Tatsache, mal Berichte über die derzeitige Finanzierung unser "Volkswirtschaft" und der Sozialsysteme zu lesen. Mir und wahrscheinlich vielen anderen sind die verrückten Kreuz- und Querfinanzierungen nicht bewußt. Wenn man sieht, wieviel z.B. über Rentenbeiträge in die Kassen kommen, aber zusätzlich enorme Summen aus Steuermitteln nötig sind, um alle Belange zu decken. Wenn wir beim bGE nicht weiter kommen, wird uns das Thema der Grundversorgung ehe spätestens in 10 -20 Jahren einholen, wenn wir merken, das mit heutigen Sozialsystemen und Denkweisen kein Blumentopf zu gewinnen ist. Deshalb würde ich es auch begrüßen, hier eine Seite oder einen Link zu haben, der die derzeitige Finanzsituation der Sozialsysteme und Ausgaben einfach darstellt, um den Leuten zu zeigen, das über Einführung eines bGE auch Mechanismen geschaffen werden können, die zukunftsicherer und transparenter sind als die heutigen Systeme. Es muß für eine große Masse der Bevölkerung deutlicher werden, welcher Nutzen mit Einführung des bGE verbunden ist, auch für die mit sicheren und gut bezahlten Jobs. Viele Grüße

Lothar Mickel schrieb am 06.01.2008, 08:06 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Sachverständigenrat gegen Althaus-Modell – Opielka und Straubhaar nehmen Stellung

Wer das BGE einführen möchte, um damit Armut zu verhindern, kann dem Althaus-Modell nicht zustimmen. Die Diskussion um die Höhe eines armutsfesten BGE muss sich an einem Single-Haushalt orientieren. Von den verfügbaren 600 Euro aus dem Althaus-Modell sind auch die Fixkosten (Gesamtmiete, Strom, Telefon, Versicherungsbeiträge etc.) zu begleichen. Für mich z.B. ergäbe sich nach Abzug der Fixkosten (40-m²-Wohnung) eine verbleibende Kaufkraft von ca. 150 Euro zur Bestreitung meines Lebensunterhaltes für einen ganzen langen Monat. Das sind etwa 5 Euro pro Tag. Wie soll damit eine bescheidene Teilhabe an der Gemeinschaft möglich sein?

Hendrik Höcke schrieb am 05.01.2008, 23:51 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Netzwerk Grundeinkommen – weiter stetiges Wachstum

An erster Stelle, auch von mir ein großes Lob an diejenigen die diese Seite finanzieren, aufgebaut haben und pflegen. Diese Arbeit zu bewerkstelligen kostet viel Zeit und sicher auch Geld und viel zu selten wird diese Arbeit honoriert. Also nochmal ein dickes MERCI an die Betreiber. Darüberhinaus wünsche ich allen Grundeinkommen Mitgliedern ein gesundes neues Jahr, ich hoffe ihr alle erreicht eure neugesteckten Ziele. Zum neuen Webauftritt möchte ich sagen, dass er gut strukturiert und informativ ist und damit hat diese Seite ja schon die halbe Miete rein ;-). Ich teile allerdings auch die Kritik von Jèrome, ein gut administriertes Forum macht die Seite noch attraktiver und am Layout sollte auch noch gearbeitet werden. Da eine Community nur im gegenseitigen Austausch bestehen kann und bei so einer Idee, die das komplette soziale System eines Landes verändert, dringen von Nöten ist. Sollte Bedarf an Hilfe an der Umsetzung dieser Punkte bestehen biete ich meine Hilfe hiermit an. Ich bin kein prof. Webdesigner oder Layouter aber im Bereich der Photobearbeitung oder des Logo-designe habe ich schon viele Erfahrungen gesammelt die sicher hilfreich sein können. Ich würde mich freuen dieser Community hilfreich zur Seite zu stehen. Grüße Hendrik h.hoecke@gmx.de; Icq: 496013931; Skype: via Anfrage

Jérome schrieb am 05.01.2008, 18:53 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Netzwerk Grundeinkommen – weiter stetiges Wachstum

Hallo an alle ! Möchte mich an dieser Stelle mal als Neumitglied outen *zwinker*, und meinen Senf dazu geben: Ersteinmal Respekt an die Initiatoren und aktiven Mitglieder dieses Projekts. Ihr habt was großes auf die Beine gestellt. Ebenfalls Glückwunsch für den neuen Internetauftritt, wo ich allerdings schon beim ersten Kritikpunkt wäre. Die Seite ist überaus informativ und vom Inhalt her, sehr übersichtlich gestaltet. Das Design lässt sie aber einiges zu wünschen übrig. Optisch ist es nicht sehr ansprechend, wie ich finde. Man sagt ja: "Das Auge isst mit" ;) Zu allererst könnte man das alte Logo wieder einbinden. Es wird sicherlich einen Verantwortlichen mit genügend HTML-Kenntnissen geben um auf dieser Seite einiges zaubern zu können und das ganze Angebot für alle attraktiver zu machen. Ich habe außerdem festgestellt das viele Links der Partnerseiten immer noch auf (die alte Seite?) www.grundeinkommen.info führen und das einige Optionen (z.B. Mitgliederliste)nur über diese erreicht werden können. Dies sollte alles, zur besseren Übersicht, zentralisiert werden. Der zweite Kritikpunkt, Kommunikation: Die Kommentarfunktion in den Nachrichten ist gut. Eine bewährte Funktion :) Die Idee der "Mailinglisten" ist gut gemeint, aber meiner Meinung nach, sehr veraltet und umständlich. Als Ersatz würde ich vorschlagen ein Diskussionsforum einzurichten. Solch ein Moderiertes Board ist in vielen Communitys das A und O der Kommunikation. Es gibt keine einfachere und praktischere Methode ein schlafendes Netzwerk zum Leben zu erwecken ;) Hier könnte ich evtl. (wenn es gewünscht wird) meine Fachkenntnis zu Verfügung stellen. Ich habe in der Vergangenheit bereits einige wbb-Foren (http://woltlab.de/) moderiert und administriert. Zur Erweiterung der Kommunikation könnte man auch einen Chat oder Chan (z.B. Internet Relay Chat) hinzufügen. Es gibt soviele Möglichkeiten ;) solidarische Grüße, Jérome icq: 276-340-824