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Peter Weisenheimer schrieb am 01.11.2018, 10:55 Uhr zu

Ein bGE ist NICHT finanzierbar (!!!) Tatsächlich gibt es zum bGE in der BRD inzwischen mehr als 20 Modellvarianten - die jedoch ALLE ins Leere laufen. Hierzu gibt es zwei detaillierteste Vorschläge 1.) z. B. das von Götz Werner (dm) konz. Konzept über eim mehrwertsteuerfinanziertes bGE - welches allerdings einen Umsatzsteueransatz von ca. 130% vorsehen würde (!!)=unrealistisch! (Dies würde die Schattenwirtschaft beflügeln!) 2.) Vorschlag von Prof. Thomas Straubhaar - welches eine Flat-Tax von 40-50% bei der Einkommenssteuer vorsehen würde (!!) = auch unrealistisch! Im Übrigen würde ein bGE eine sozialpolitische Gleichbehandlung bedeuten, die angesichts des deutschen Hangs zur Einzelfallgerechtigkeit NICHT lange bestehen würde! Zu weiteren aktuellen Analysen, Bewertungen & Informationen verweise ich auf das \"Deutsche Steuerzahlerinstitut\" (!!!)

Katherine Dunning schrieb am 31.10.2018, 17:55 Uhr zu

Leider waren die Erwartungen an diese Großveranstaltung im Bürgersaal zum Thema bGE wohl zu hoch. Knapp zwei Stunden durften drei - zugegebenermaßen - profilierte RednerInnen (HH, Gewerkschaftsfrau Dr. S. Uhl und A. de Roo aus den Niederlanden) ihre Ansichten/Erfahrungen bezüglich bGE vor einem geneigten und interessierten Publikum zum Besten geben. Die drei anschließenden Diskussionsgruppen erwiesen sich als wenig produktiv. Und zum geplanten \"Feldversuch\" war Simone in ihrer einleitenden Ansprache nur zu einer Randnotiz zu bewegen. Kein Mensch erfuhr an diesem Abend, was die SPD nun wirklich vorhat. Vielleicht steht etwas in ihrem neu erschienenen Buch?

Bodo Bolz schrieb am 28.10.2018, 20:17 Uhr zu

Die Hoffnung stirb zuletzt, andere europäische Länder werden es einführen, bloß Deutschland nicht, wo dieses voran getrieben wurde.

David Kummer schrieb am 28.10.2018, 08:46 Uhr zu

[...]

Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine Sozialreform, die noch größer wird als die Einführung der Sozialversicherungen. Schon alleine deshalb, weil auf einmal Freiheit das Maß der Dinge wird.

Wenn ich Butterwegges Argumentation folgen will, dann muss ich mir anschauen, was in der Geschichte los war und woher die letzten \"Arbeitsplätze\" gekommen sind, die in den letzten 150 Jahren weggefallen sind. Vieles beruht auf der FREIZEIT. Tourismus, wie wir in heute kennen, gab es damals nicht, einfach weil die Menschen weder das Geld dazu hatten, noch die Zeit.

Auch der private PC-Besitz, lässt sich mit dieser Erklärung einfangen. Nur durch Freizeit hat sich auch die Spieleindustrie sowie die Filmindustrie entwickelt. Ohne Freizeit wäre dies alles unmöglich.

Wenn ich also Butterwegges Argumentation folgen möchte, muss ich logischer Weise dafür sorgen, das WIR Menschen, mehr Freizeit bekommen. Also eine 3 Tage Woche (21 h bei max. 42 h pro Woche und max. 1400 h pro Jahr), bei vollem Lohnausgleich und gleichen Kostenstrukturen.

Wenn wir der Argumentation von Precht folgen, dann müssen wir logischer Weise darauf hinarbeiten, vieles bzw alle Grundbedürfnisse KOSTENLOS bereit zu stellen. Denn der Kapitalismus, und damit auch unser Steuersystem, können ein BGE dann nicht mehr Finanzieren.

Die Frage ist nun, was wird passieren.

ICH gehe davon aus, das beides eintritt. Den Übergang wird Butterwegge mit einer 3-Tage-Woche machen und später werden wir in einer \"kostenlosen\" Gesellschafft leben.

Die Hauptfrage aber ist, können wir das schaffen, oder wird stattdessen der 3. Weltkrieg ausbrechen. Denn für MICH steht fest, entweder 3. Weltkrieg oder BGE.

Henriette Mondschein schrieb am 27.10.2018, 12:53 Uhr zu

Aufbrauch ist kein Kriterium. Man nutzt auch Braunkohle und Erdöl usw., obwohl es mal aufgebraucht sein wird. Es geht immer nur um temporäre Lösungen, nicht um entgültige.

Jörg Brockmann schrieb am 27.10.2018, 09:33 Uhr zu

Das Bedingungslose Grundeinkommen kann ganz einfach durch die Einführung eines Vollgeldsystems (positive money system) und vollständige Überführung der Geldschöpfung in öffentliche Hand finanziert werden. Durch diese hochwirksamen Änderungen wird nebenbei auch die Demokratie stabilisiert. Die Finanzierung des Staates auf dem Umweg über Steuern wird überflüssig. Warum? Weil die Herstellung und Vernichtung von Geld (es sind einfach nur Zahlen) dann endlich beim so oft zitierten \"Souverän\", in der Hand des Stimmvolkes liegt.

Stefan Baier schrieb am 25.10.2018, 11:47 Uhr zu

Vermögensreichtum kann man nicht zur Finanzierung eines permanenten Grundeinkommens heranziehen. Irgendwann wäre diese Quelle durch Umverteilung aufgebraucht.

Marianne Kunz-Tapernoux schrieb am 23.10.2018, 22:20 Uhr zu

Ich bin für UBUNTU, studiert es mal oder hört was Michael Tellinger dazu sagt!

Elisabeth Schmidt schrieb am 22.10.2018, 12:21 Uhr zu

Endlich geht es mit diesen Forderungen weiter. Ein dringendes Problem der Altersarmut könnte so gelöst werden.

Hans Stallkamp schrieb am 20.10.2018, 18:51 Uhr zu

Jeder, der ein bedingungsloses Grundeinkommen noch kritisch oder sogar sehr kritisch sieht oder beurteilt, sollte sich den Vortrag von Yanis Varoufakis (ehemaliger griechischer Finanzminister) anhören oder zu Gemüte führen, damit er die Verarmung der unteren Schichten unserer Gesellschaft im Zeitalter der Industrialisierung und Digitalisierung 4.0 erahnt. Soll das so bleiben, oder verstehen wir die Resolution zum Grundeinkommen des Europarates???? Danke, Ronald Blaschke.

Ursula Walther schrieb am 19.10.2018, 07:31 Uhr zu

Grandios!

Magdalena Habing schrieb am 17.10.2018, 01:14 Uhr zu

Super Sache.

Vielleicht könnte man auch den BGE-Befürworter Götz W. Werner mit einbeziehen.

*Daumen drück*

Robert Bleilebens schrieb am 14.10.2018, 17:20 Uhr zu

Es ist ein sehr guter Ansatz, ein konkretes, mit Zahlen und Daten unterfüttertes Konzept zum Grundeinkommen für Liechtenstein zu entwickeln! Ich wünsche viel Erfolg!

Elisabeth Hüttl schrieb am 09.10.2018, 07:45 Uhr zu

Super... Das ist der richtige Weg... Grundeinkommen für alle, heilt die Menschen, und wir werden mehr tun, weil wir frei sind und dadurch besser auf die innere Stimme, unsre Berufung, Talent hören....

Jörg Brockmann schrieb am 04.10.2018, 13:04 Uhr zu

Die Einführung eines Grundeinkommens sollte idealerweise mit der Einführung eines Vollgeldsystems (positiv money) einhergehen. Das wäre ein wirklich tiefgreifender Schritt, um demokratische Strukturen auf lange Sicht aufrecht erhalten zu können. \"Geldschöpfung in öffentliche Hand\" sollte für jeden Grundeinkommensbefürworter eine selbstverständliche Forderung sein.

Gabriele von Moers schrieb am 27.09.2018, 16:46 Uhr zu

Schöner Überblick, allerdings das Fazit ist mir zu schwarz-weiß. Auch als Aktivist kann man sehr skeptisch bleiben, denn eine Idee, die aus Freiheit geboren wird, kann nicht einfach selbstverständlich das Gute hervorbringen.

Die \"Empörung\" ist nur beim Aktivisten vielleicht größer, als beim bloßen Wissenschaftler. Man kann schlichtweg nicht so weitermachen, als wüsste man von nichts.

Wolfgang Schlack schrieb am 26.09.2018, 10:52 Uhr zu

Wenn der Staat keine arbeitsmarktpolitischen Sanktionen bei einem bGE mehr erheben kann und Arbeitsverträge wegen Vertrauensschwund oder mangelnder Identifikation mit den Veränderungen in jedem Arbeitsverhältnis abgelehnt werden können, übernimmt dann jeder aktiv das Marktgeschehen als direkter Gestalter? Was macht das mit der Parteiendemokratie und der Lobbyistentätigkeit im Bundestag? Welche Spielregeln werden sich dann entwickeln, wenn die bisherigen Amreizsysteme Vollbeschäftigung und sozialpolitische Linketasche-Rechtetasche nicht mehr greifen, weil jeder eine Leibrente hat, als wäre er bereits verbeamtet? Wo bleibt der Statusanreiz, mehr Macht über andere auszuüben, weil ich meine Mehrgeldautorität nicht mehr autoritär verwenden kann? Wie wichtig sind Armut und kleinkriminelle Wirtschaftsakteure für den neoliberal-faschistoiden Wirtschaftsmotor?

Jörg Brockmann schrieb am 21.09.2018, 11:21 Uhr zu

Dankeschön! Das ist der beste Artikel den ich je auf grundeinkommen.de gelesen habe. Besonders den Absatz über Finanzkapitalismus finde ich richtungsweisend. Solange die Geldschöpfung in privater Hand ist, führt selbst die Einführung eines wie auch immer gearteten Grundeinkommens auf lange Sicht zum Ende jeglicher Demokratie. Wirkliche Macht haben Institutionen die Geld erzeugen, Geld schöpfen. Geschieht diese Geldschöpfung auch noch im negativen Sinne, durch Schuldanerkennung, dann ist jeder Geldschöpfungsakt eine bewußte Abgabe von Macht durch \"in die Schuld\" gehen.

[...]

Gabriele Weis schrieb am 20.09.2018, 20:11 Uhr zu

ad 1)

Der ewige Blick auf drohende Arbeitslosigkeit im Kontext der Digitalisierung, wie ihn Precht zelebriert, nervt, denn er entwertet die emenzipatorisch-kulturellen Möglichkeiten eines BGE (ebenso wie diejenigen teil-erweiterter digitalisierter Leistungserbringungung neben neu zu gewinnenden Leistungs-Bereichen!)

ad 2)

Mir ist lange kein absurderer Gedanke untergekommen als der, kaum hat man die alten überwunden, auch gleich beim Grundeinkommen nach neuen MIssbrauchs-´Gefahren´ Ausschau zu halten ! Und das auch noch mit Blick auf Kinder ???!!!

Entweder haben Menschen ein Recht auf Leben, egal in welchen Familiengrößen und welchen Lebensphasen sie sich befinden - oder sie haben es nicht !

Alles da unterscheidende Lenken-Wollen ist Anmaßung !

[...]

Sigi Berger schrieb am 20.09.2018, 18:46 Uhr zu

Mit einem BGE würden Menschen alle möglichen produktive, künstlerische und ehrenamtliche Dinge tun, wenn sie sich keine Gedanken mehr über das Überleben machen müssen.

Thomas Schönfelder schrieb am 18.09.2018, 20:52 Uhr zu

Wenn das BGE nicht alle anderen Sozialleistungen ersetzt, weil es zu niedrig ist, dann ist es kein BGE. BGE muss naturgemäß in teilhabesichernder Höhe gezahlt werden, dann braucht es auch keine zusätzlichen Sozialleistungen mehr, die ja wieder in den Mühlen der entwürdigenden Bürokratie beantragt werden müssen. Mit Offenbarungseid und allem was da dazu gehört.

[Anm. d. Red.: Jugendarbeit ist z. B. eine Sozialleistung, die nicht durch das BGE ersetzt werden kann.]

Thomas Schönfelder schrieb am 18.09.2018, 20:48 Uhr zu

Schon die Verschärfung von Repressionen läuft einem BGE diametral entgegen. Wo sind denn all die Jobs, die dann von den Erwerbslosen angenommen werden sollen und wie werden die bezahlt. Wahrscheinlich auch bloß mit Billiglohn bei maximaler und familienunfreundlicher Arbeitszeit!

Detlef Strehlow schrieb am 17.09.2018, 17:29 Uhr zu

[...] Herr Strebel hat [hier] schon viele Probleme angesprochen, die auf uns zukommen werden mit dem BGE.

Selbst das wird noch nicht alles sein an Problemen. Nur, meine Meinung ist, dass man es trotzdem anpacken sollte. Sicher wird man in dem einen oder anderen Punkt noch nachbessern müssen, aber dies alles wäre für mich kein Grund von vornherein zu sagen, wir lassen es. In einer sich ständig ändernden Arbeitswelt muss man auch reagieren. Die Arbeitsbedingungen von früher, mit den 8 bis 5 Jobs, sind doch in vielen Bereichen sowieso schon aufgeweicht. Das Wichtigste beim BGE ist für mich jedoch, dass die Erpressbarkeit der Arbeitnehmer nachlässt. Heute ist es doch schon so, dass zum Überleben von einigen JEDER Dumping-Job angenommen werden muss. Die Unternehmen freut es natürlich. Es ist auch gut möglich, dass das BGE zu einem Lohnanstieg führen würde, weil nicht jeder jeden Job für kleines Geld noch ausführen möchte, und dies eine Preisspirale in Gang setzt. Aber so richtig glaube ich denn doch nicht daran. Denn selbst heute gibt es einen Mangel in der Pflege, in der Gastronomie und und und. Trotzdem versuchen die Unternehmen sehr wenig, den Fachkräften mal richtig einen Euro rauf zu packen. Ich sage immer: Euch fehlen Arbeitskräfte? Warum versucht ihr es nicht einfach mal mit Geld.

Also ich wollte nur sagen, dass ich das BGE, falls es denn durchsetzbar ist, für eine richtig gute Idee halte, auch wenn es dabei, wie auch auf allen anderen Gebieten, immer einen Prozentsatz gibt, der es missbraucht.

[...]Viel Erfolg bei dem Versuch der Umsetzung.

Stephan Härtl schrieb am 16.09.2018, 22:48 Uhr zu

Wenn wir das gegenwärtige Sozial- und Steuersystem für ein BGE zugrunde legen, dann gibt es genügend Befürchtungen, auch plausble, warum es mit dem BGE nicht funktionieren könnte.

Das BGE ist aber eine Vision, die ein radikales Umdenken erfordert. Ein GE zur (bescheidenen) Teilnahme in der Gesellschaft ohne Bedürftigkeitsprüfung beendet prekäre (von Gnade abhängige) Verhältnisse. Was (bescheidene) Teilhabe bedeutet, darüber gibt es noch erheblichen Diskussionsbedarf.

Nicht stigmatisiert zu sein bedeutet nicht automatisch, ein eigenverantwortliches Leben führen zu können. Das BGE ist aber Grundlage und Chance.

Es einzuführen wird wohl nur durch gewaltigen Druck der Massen und wenn die Herrschenden mit dem Rücken zur Wand stehen, möglich sein. Es muss ein \"verfassungsmäßiges\" Recht sein, dessen Höhe vom Volkseinkommen, z. B. vom BIP, abgeleitet wird.

Sollte die Gesellschaft mit der entsprechenden Mehrheit dieses Recht wieder abschaffen, dann ist die Vision gescheitert und andere Verhältnisse bestimmen das Leben.