2.320 Kommentare

Vinzent Storz schrieb am 11.01.2019, 00:22 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Webserie von Arte/BR: Einfach gut Leben

"Digitalisierung als Chance" – so soll es sein! Problem war: Maschinen zahlen keine Lohnsteuer, obwohl sie dramatisch viel mehr arbeiten als der Mensch - wie fleißige Schwarzarbeiterinnen, massenhaft. 'Liberal' lässt sich's ändern. Nachträglich kann ein gemäßigt liberales Modell mit anderen kombiniert werden. Lösung frei nach Götz Werner: - - - Höhere Mehrwertsteuer statt Lohnsteuer als plus-minus-NULL - - - Erst ohne die Lohnsteuer (LSt) versteht man jedes resultierende BGE wirklich. Ein substitutives KonsumSteuer-finanziertes BGE ist "keine" Umverteilung von Reich nach Arm - eher eine von Hi-Tech nach Low-Tech. Von 'Tech' nach Mensch. Denn Mehrwertsteuer (MwSt), dh KonsumSteuer, unterscheidet nicht ob Mensch oder Maschine die Arbeit machte. Keiner soll durch Wegfall der LSt mehr Lohn bekommen, sondern die Arbeitskosten sinken. Der Endpreis bleibt gleich durch die höhere MwSt. Genauso ginge das mit BGE. Ein Teil des Einkommens wird durch BGE ersetzt. Die Schwelle, Nein sagen zu können, sinkt mit BGE. [...] [Gekürzt]

Robert Bleilebens schrieb am 07.01.2019, 18:31 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Webserie von Arte/BR: Einfach gut Leben

Eine sehr gut gestaltete und informative Webserie über das Thema gutes Leben! Ganz toll ist der Bericht über die Cherokee-Indianer, die einen Pro-Kopf-Scheck von 6.000 Dollar an alle Mitglieder des Reservats zweimal jährlich auszahlen (insgesamt 12.000 Dollar pro Jahr). Nicht ganz existenzsichernd, aber doch sehr hilfreich im Alltag! Das entspricht deren jahrhundertealten Tradition, für alle zu sorgen. Und ganz wichtig ist bei den Cherokee-Indianern die 7-Generationen-Regel: Handle in der Gegenwart so, daß auch die 7. nachfolgende Generation gute Lebensbedingungen hat. Das sollte man in das Grundgesetz aufnehmen! Mehr braucht man nicht über Umweltschutz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit hineinzuschreiben - das leitet sich alles von dieser Regel ab! Es ist sehr beeindruckend, auf wie einfache und zugleich doch wirkungsvolle Weise die Cherokee-Indianer Nachhaltigkeit definieren! Den ganzen Klimbim mit prozentualen Reduktionszielen beim CO2 usw. brauchen sie nicht - und doch funktioniert das viel besser! Das finde ich sehr beeindruckend!

Vinzent Storz schrieb am 05.01.2019, 05:57 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Fast ein Naturgesetz: Wir ernten gewaltige Masse wo Andere säten - NICHT Wir! - - - Denn Masse ist träge und so alt werden wir nicht. Wir leben von Kreativität unserer verrückten Vorfahren, was diese selbst so kaum ahnen konnten. Umkehrung: vom Baum, den wir morgen pflanzen, ernten Nachfahren das meiste. Ob wir wollen oder nicht. Daraus sollte man ein Recht auf BGE ableiten können ! Ja, BGE sollte ein Recht sein - keine Gerechtigkeitsfrage. Sondern dann doch: ob sich der gegenwärtige Zustand verbessert. Und das ist sehr wahrscheinlich. [gekürzt]

Ulrich Hühn schrieb am 03.01.2019, 18:54 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Auf welches Pferd setzt die SPD?

Ich möchte zur Vorsicht raten, den verschiedenen Begriffen des Grundeinkommens hinterher zu laufen. Wenn Joe Kaeser, Andrea Nahles und Sigmar Gabriel vom gleichen Thema schreiben, ist es noch lange nicht dasselbe. Die Großindustrie tut es, um wirtschafliche Vorteile davon zu haben, der frühere SPD-Vorsitzende, um das Hartz-4-Stigma los zu werden und die derzeitge Vorsitzende in einer Argumentations- Endlosschleife, um den Eindruck zu erwecken, Arbeitsplätze schaffen zu können. Alle eint die Erkenntnis, dass in dem derzeitigen System des marktwirtschaftlichen Kapitalismus nur die Wirtschaft Arbeitsplätze schafft, also wegen ihrer Ziele zur Verfügung stellt. Uns allen muss daran gelegen sein, diese menschenwürdig, existenzsichernd und teilhabe-gerecht auszugestalten, also mit dem Werkzeug Grundeinkommen zu gestalten. Vielleicht ist diese Argumentationskette ja unseren ehemaligen Mitstreitern (SPD) vorzuschlagen, damit sie wieder unsere zukünftigen Partner werden und nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Mit konservativen und ehemals liberalen Partnern halte ich Umsetzungsversuche für sehr riskant.

Vinzent Storz schrieb am 03.01.2019, 08:03 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Der Kardinal und die Arbeit

Der Kontext zum 'Ende der Demokratie' war u. a. das Ruhigstellen von Untätigen mit billiger Unterhaltungsversorgung und dem BGE. WIR haben jedoch JETZT den Eindruck, dass Schein-Debatten und SEICHTE Unterhaltung uns im Denken & Handeln passivieren, JETZT, d. h. ohne BGE. Viele Gegenargumente basieren auf Erfahrungen ohne BGE. Auf Fakten basierende Argumente haben andere Ursachen als das BGE, denn das gabs noch nie (jenseits eines Experiments)! Fangen wir auf niedrigem Niveau an, dann werden ungünstige Folgen beherrschbar sein. Keine Planwirtschaft sondern Evolution. Korrekturen werden nötig sein. Götz Werners Konzept der Steuerverschiebung der Lohnsteuer in Mehrwertsteuer und Austausch eines Einkommen-Anteils in BGE ist ein Nullsummenspiel. Die Finanzierung daher leicht verständlich. Das Ende der Demokratie wäre wahrscheinlicher, wenn man einen komplexen Zusammenhang grundsätzlich nicht mehr versteht. Hier gehts jedoch um deutliche Vereinfachung (in Werners Vorschlag). Besteuerung von Löhnen macht menschliche Arbeit unnötig teuer. Das BGE plus Wegfall der LSt macht sie billiger und damit zahlreicher. Demokratie funktioniert besser mit mehr Arbeitsplätzen. Demokratie und Wettbewerb geht besser mit mündigen Arbeitnehmern. BGE entschärft deren relative Ohnmacht. Ist das BGE zu hoch gestiegen, setzt etwas Inflation ein: selbstständige Korrektur. Warum haben wir JETZT eine Inflationsrate, d. h. ohne BGE? Inflation ist ein Trick um unser Konsumverhalten zu steuern. Mit BGE-gesicherter Zukunft könnte man diese Finanzpolitik der Ängste vielleicht sogar reduzieren. Zukunftssorgen gefährden Demokratie. Das BGE könnte ein paar Sorgen nehmen.

Uwe Federkeil schrieb am 02.01.2019, 01:03 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Nur wenn ein "Menschenrecht auf Grundeinkommen" existiert, kann das "Recht auf Arbeit" realisiert werden - denn nur dann kann man überall von Grundeinkommen + Arbeitseinkommen lebenslang selbstbestimmt leben. Zur Zeit ist es für mehr als 16 Millionen Menschen in Deutschland nicht möglich, vom Arbeitseinkommen in Vollzeiterwerb auch im Rentenalter ohne staatliche Unterstützung zu leben. Ein Arbeitseinkommen von derzeit 2.400 Euro (ca. 14,10 Euro Stundenlohn) bringt nach 45 Jahren Vollerwerb eine Altersrente von Brutto 1.156 Euro, abzüglich der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner!!!! Wir haben in rund 25 Jahren mehr als 20 Millionen Menschen, die in Altersarmut oder biographie-bedingter unverschuldeter Armut leben müssen. Nur ein Recht auf BGE kann das verhindern.

Wolfgang Gerecht schrieb am 31.12.2018, 17:19 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Auf welches Pferd setzt die SPD?

Wer Kinder-Reime a la "Ätschi Bätschi" von sich gibt, wer im Bundestag das "Pippi-Langstrumpf-Lied" trällert und verhandelt bis es "quietscht", bei jedem der zahlreichen GroKo-Skandale eine Koalitions-Bekenntnis abgibt, seine Minister-KollegInnen am letzten Arbeitstag mit "ab Morgen gibt´s ein´s in die Fresse" verabschiedet, den kann man nicht mehr wirklich ernst nehmen. Was Frau Nahles so alles zum Besten gibt, gilt ja wohl auch für das Niveau der SPD-Führung, sei es das Präsidium oder der Vorstand. Diese Leute haben Frau Nahles doch einstimmig gewählt. In der Wählerschaft besteht ja wohl zurecht die Meinung, so eine SPD braucht kein Mensch. Ich empfehle, das Buch von Rainer Mausfeld "Warum schweigen die Lämmer?" zu lesen.

Enno Schmidt schrieb am 31.12.2018, 16:42 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Grundeinkommens-Experimente in der Ukraine

Danke für diesen kurzen informativen Bericht.

Lothar Mickel schrieb am 24.12.2018, 00:39 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Das Grundeinkommen IST selbstredend ein Menschenrecht! Ohne Einkommen ist in der heutigen Welt kein Leben in Würde möglich. Zwei Fragen sind zu stellen: 1. Haben alle Menschen kraft ihrer Geburt einen Anspruch auf ein Leben in Würde? Antwort: Ja, unbedingt! 2. Sind wir als Menschheit in der Lage, dies zu leisten? Antwort: Ja, unbedingt! Es gibt keine Entschuldigung, es nicht zu tun.

Andrea Müllerschön schrieb am 18.12.2018, 14:27 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Grundeinkommen für Kinder

Guten Tag, Da Kinder unsere einzigste Form von Zukunft sind, finde ich die Vorstellung nicht schlimm, dass die wenigen Menschen, die sich mehr als zwei Kinder überhaupt vorstellen können, auch welche bekommen. Da sich ein Drittel gegen Kinder frei entscheidet, könnten sich auch ein Drittel für vier Kinder oder mehr entscheiden. Als geburtenschwächstes Land der Erde wäre selbst eine Verdoppelung der Kinderzahl kein Problem, sondern eher die Lösung eines seit 1892!!! bestehenden Problems, nämlich dem Geburtenrückgang und dem demografischen Wandel. Allerdings würde ich nicht die Höhe von 1500 Euro mittragen. 1000 € müssen den Mitbürgern schon reichen. Mehr braucht man ja nun wirklich nicht. Sinnloser Überfluss und eine Leben in Luxus muss ja auch nicht herrschen.

Volkmar Kreiss schrieb am 18.12.2018, 10:44 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ende der Welt, Ende des Monats

Sehr guter Beitrag, den ich sofort an die wenigen Gelbwesten von Leipzig Süd weitergeleitet habe :-) Vielen Dank

FriGGa Wendt schrieb am 18.12.2018, 01:06 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ende der Welt, Ende des Monats

ich habe keine weiße Weste, aber eine gelbe (seit Jahren trage ich eine bei Aktionen zum Gedenken an die Opfer der Agenda 2010)... und sowas kann jeder anziehen... jeden Tag ... mit eigenen Botschaften, die er in die Welt bringen möchte... Eine Version auch hier. Also holt eure gelben Westen raus, wer ein Auto hat, hat sowas vermutlich sowieso für Rettungseinsätze parat... viele Radfahrer tragen sowas auch... Schulkinder tragen sowas im Winter, um gesehen zu werden, Gleisarbeiter...

Ernst Haft schrieb am 18.12.2018, 00:39 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Die Bedingungslosigkeit ist keine Tatsache, sondern eine Norm

Die Bedingungslosigkeit betrifft nicht nur die Norm "wie die Gewährung des Existenz- und Teilhabeminimums vernünftigerweise erfolgen soll", und damit korrekterweise bezeichnet eine "Voraussetzungslosigkeit" (voraussetzungsfrei = ohne Bedingung oder Gegenleistung zu gewährend). Sie betrifft auch die Bedingungen der Gewährung dieser Leistung, somit vor allem die HÖHE des Grundeinkommens. Und damit ist schon deutlich zu erkennen, dass hinter all der Rabulistik des Autors und seinen verschwurbelten Ausführungen eine ganz harte Bedingung in jedem Fall im Raum steht, nämlich die Höhe des Grundeinkommens. DIESE Bedingung ist in jedem Fall zu verhandeln und ggf. auch anzupassen, wenn sich die ökonomischen Rahmenbedingungen (somit die vom Verf. genannte Norm) ändern. Es kann in gar keinem Fall von bedingungslos gesprochen werden. Dies ist nicht nur unsauber formuliert, sondern einfach falsch.

Stephan Härtl schrieb am 17.12.2018, 21:15 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Ein wichtiges Menschenrecht der UN-Charta ist "Würde und Wert der menschlichen Person" sowie im Grundgesetz "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Dieses Menschenrecht wird in unserer Gesellschaft permanent verletzt, indem die Verlierer des ökonomischen Wettbewerbes einer Unterschicht zugeordnet und stigmatisiert werden. In der Auseinandersetzung müssen wir wieder die Würde des Menschen in den Vordergrund stellen und nicht, welches Modell der Finanzierung gerade am besten sei oder welche negativen Auswirkungen das BGE haben könnte. Den Kritikern und Gegnern des BGE sollte es viel schwerer fallen, gegen die diesbezügliche Wiederherstellung der Würde zu argumentieren. Erst wenn die Menschen die Unantastbarkeit der Würde akzeptieren, wird es ein BGE geben. Anerkennend, dass Jörg Reiners diesen grundsätzlichen Gedanken unserer Vision wieder aufgegriffen hat.

Michael Hauswald schrieb am 15.12.2018, 13:16 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Umverteilen statt Vermehren

Woher soll das Geld kommen ? Warum sollte ich noch arbeiten ? Der Sozialismus hat versagt. Habt ihr die DDR schon vergessen ?

Bertram Kraus schrieb am 13.12.2018, 14:17 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Ich habe mich sehr über den Artikel von Jörg Reiner gefreut und wünsche mir auch eine breitere Diskussion zum Thema. Ich habe das Gefühl, dass bei dem Thema Grundeinkommen als Menschenrecht einige Grundeinkommensbefürworter eher abwinken. Tatsächlich handelt es sich aus meiner Perspektive um eine grundlegende Diskussion. Es geht um die visionäre Schaffung einer Institution, die dann da ist, wenn die anderen versagen (Milo Rau).

Anne Kuhagen schrieb am 12.12.2018, 08:26 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Nur welche Politikerin hat den Mut, das durchzusetzen? Ich ernte da immer Gelächter und Häme. Aber für mich ist das Angela Merkel. Da sollten wir uns dann wirklich ranhalten und sie davon Überzeugen.

Norbert Fuchs schrieb am 11.12.2018, 13:45 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Das bGE muß schnellstmöglich eingeführt werden, da keine anderen zukunftssicheren Konzepte existieren. Wenn jede politische Gruppe für sich einen Test durchführen möchte, wird nur Zeit und Geld verschwendet.

Brigitte Höh schrieb am 11.12.2018, 13:29 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Wenn das Grundeinkommen ein Menschenrecht ist

Die Künstergruppe Menschenrecht 31 deklarierte ein neues Menschenrecht: Artikel 31: Recht auf ein Grundeinkommen, das die tatsächliche Umsetzung vieler Menschenrechte erst garantiert. https://www.facebook.com/Menschenrecht31/ www.bge.die-initiative.org

Rita Gretschel schrieb am 30.11.2018, 10:32 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
INSA-Umfrage: 51 Prozent in Deutschland für Grundeinkommen

Gerade für Frauen ab 60 ist es sehr schwierig, noch eine vernünftige Arbeit zu finden. Diese dürfen mit dem neuen Gesetz nicht wie in der DDR ab 60, sondern erst ab 67 in Altersrente gehen. Für diese Gruppierung wäre es eine Erleichterung, wenn das Grundeinkommen käme.

Carsten Rachow schrieb am 29.11.2018, 10:30 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Ist Helikoptergeld ein Grundeinkommen?

ULG - Das unantastbare Lebensgeld Gebunden an die Menschenwürde, erhält das ULG seine Wertstabilität a) durch die demokratisch gewollte Garantiezusage an alle Bürger der Eurozone, lebenslang abrufbar zu sein; b) durch seine transparent kommunizierte Relation zum BIP (die Bürger wissen: werden wir arbeitsfaul, sinken BIP und ULG) und c) durch seinen entlastenden Einfluss auf die Geldmenge M3, denn das ULG wird nicht als Schuld- oder Kreditgeld erschaffen, sondern als "Wertgeld" in den Kreislauf eingespeist. Das ULG kann bei der EZB passiviert werden unterhalb der Position "Bargeldumlauf", etwa als "Lebensgeldumlauf". So wird es rechtlich nicht zum Eigenkapital der EZB, sondern bleibt, was es sein soll: der symbolhaft monetarisierte Ausdruck des inneren Menschenwertes, mithin Eigentum jedes Bürgers. Aktivisch kann die EZB dann eine neue Position "abrufbare Guthaben an Lebensgeldern" buchen. Im Ergebnis wird aus dem ULG ein "durchlaufender Posten": Die EZB fungiert als Diener der Bürger. Sie erschafft demokratisch legitimiert das ULG, verwaltet es und leitet es direkt an die Bürger weiter. Die Steuerung der Geldmenge kann wie bisher problemlos geleistet und somit Inflationsrisiken vorgebeugt werden. Da es sich beim ULG um Zentralbankgeld handelt (ähnlich dem "Vollgeld"), gewinnt die EZB eine zusätzliche geldpolitische Autorität, die sie heute wegen der Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken nicht hat. Ein "unantastbares Lebensgeld" ist kein Lohn, kein Einkommen und auch kein hierarchisches Geschenk, das wohlwollende Halbgötter "von oben" gnädigerweise herabwerfen - das Lebensgeld ist "in bare Münze gegossene Menschenwürde". Es ist daher auch nicht an Arbeit, Einkommen und Kreditwürdigkeit gekoppelt. Es fließt lebenslang, weil der Mensch Mensch ist, nicht weil er arbeitet.

Klaus Hering schrieb am 26.11.2018, 05:40 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
DIE LINKE Thüringen beschloss Antrag zum Grundeinkommen

Maibritt Illner dikuteirt das Grundeinkommen Welch ein engstirniger nationaler Diskurs um ein menschheitsbewegendes Thema. Illner diskutiert das Grundeinkommen. Anwesend: eigentlich alle wesentlichen ideologischen und ökonomischen Interessensgruppen der Republik. Die zentrale Frage des GE kann doch nicht lauten, ob in Deutschland einige Sanktionen für Hartz 4 wegfallen sollen. Sie müssten lauten: A: Ist die Menschheit in der Lage, Wertschöpfungsketten ohne die Knute der Lohnarbeit zu organiseren? B: Wohin mit all diesen Produktivkräften, welche durch die nächste technische Revolution freigesetzt werden? Aber: Keiner stellt sie!! Meine erste These an die GE Befürworter A: Es wird nicht gelingen, ein auskömmliches Grundeinkommen in den wohlhabenden Staaten einzuführen, ohne die extreme Ungleichverteilung weltweit einzudämmen. Das Ergebnis wären sonst Wohlstandsinseln, die sich massiv gegen "Zuwanderung ins Paradies" abschotten müssten. Nationalismus und Rassismus als Begleiterscheinung der moralischen Zwangslage inklusive. Die voräufer sehen wir bereits. B: Was ist das für eine Welt, in der sich der menschliche und technische Fortschritt auf einige wenige Hotspots verteilt. Während sich die einen mit irrsinnigem Aufwand langes oder gar unendliches Leben erkaufen, haben die unteren 90 Prozent keinen Schimmer von den Wundern moderner (Herrschafts-)Technik. Diese Welt ist uns aus 100-jähriger Vergangenheit bestens bekannt: Kolonialismus / Sklaverei / imperilalistische Beutezüge. Schon allein der hyperventilierende technologische Umbruch würde auch den (imperialistischen?) Zentren das Leben für viele zur Qual machen. Wer nicht arbeitet soll nicht essen - dieses besonders in der rechtsgewirkten Arbeiterbewegung immer noch rumorende Dogma schien der Dikussion klassenübergreifend immer wieder durch (Klingbeil / Merz / Wagenknecht) . Bei allem Verständnis für die Ängste, daß eine Welt ohne die Knute der Lohnarbeit auseinanderfallen könnte: Die GE-Befürworter können mit Fug und Recht auf kleinere Experimente (Namibia, Finnland) verweisen, die belegen, dass dem nicht so ist. Im Gegenteil: Die soziale Freiheit kann kreatives Selbstbewusstsein in Menschen wecken, welches der Gesellschaft zugute kommt und sogar die Ökonomie fördert. Insgesamt würde ich mir eine Welt wünschen, die sich mit der Besiedlung des Mars ein wenig mehr Zeit läßt und ihre Ressourcen und Kräfte erst einmal in die Aufgaben steckt, die ihr mit der Umweltkrise, Überbevölkerung und ökonomischer Sackgasse dringend im Magen liegen. Schrumpfung des ökologischen Fußabdrucks und Postwachstum sind das Gebot der Stunde. Hier wäre dringend nachzufragen, welchen Nutzen ein Grundeinkommen hierfür böte.

Ute Behrens schrieb am 19.11.2018, 14:15 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Grundeinkommen ins Wahlprogramm aufnehmen

Ich bin gespannt, welche Partei, die nicht zu den Kleinst-Parteien gehört, dieses "Glaubensbekenntnis" in ihr Programm schreiben wird, das ja dann auch auf bundesdeutscher Ebene gelten müsste. Allein um die Koalitionsfähigkeit bei der nächsten BTW 2019 nicht zu gefährden, wette ich, dass niemand von den derzeitigen Akteuren auf der Berliner Politbühne dieses heiße Eisen anfassen wird. Unserer Ansicht nach gehört das BGE sogar in das Grundgesetz / Verfassung. Siehe hierzu unser Gastbeitrag unter https://digibge.wordpress.com/2018/09/10/70-jahre-grundgesetz/#more-676

Ute Behrens schrieb am 19.11.2018, 14:09 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
DIE LINKE Thüringen beschloss Antrag zum Grundeinkommen

Das BGE kann nur ein Baustein innerhalb einer vollständig zu verändernden Gesellschaftsordnung sein, die den Kapitalismus in seiner derzeitigen Ausprägung abschaffen muss (https://www.initiative146.de). Stichwortkatalog: Steuern müssen steuern, Tätigkeitsgesellschaft, Lebensgrundlagen zu Gemeingütern erklären, Genossenschaftsmodelle fördern, neue volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Ressourcenverbrauch einpreisen, BGE als regionales und internationales Innovationsprojekt betrachten und BGE-Skeptiker die nachfolgenden Fragen beantworten lassen: - Wäre es nicht sinnvoller, den schlecht bezahlten Job nicht anzunehmen, stattdessen zu Hause zu bleiben und sich um die Familie und Gemüsebeet zu kümmern, anstelle die Straßen zu verstopfen und die Umwelt mit einem alten Dieselfahrzeug zu verpesten? - Wäre es nicht sinnvoller, den Agraringenieur und die Lehrerin mit einem BGE auszustatten, damit beide sorglos in ein Schwellenland gehen können, um dort eine dem jeweiligen Land angepasste Infra- und Bildungsstruktur unter Einbezug der neuen Technologien (3-D-Manufacturing) aufzubauen, damit die Wertschöpfung in die dortige Volkswirtschaft fließen kann? - Wäre es nicht sinnvoller, das BGE unter den Arm zu nehmen, die Metropolen wieder zu verlassen, die Peripherien neu zu beleben und der bisherigen Verdichtung entgegenzuwirken, indem man dort kleine Start-Ups, Genossenschaftsläden, Waldkindergärten und Schulen, ökologische Landwirtschaften aufbaut? Das BGE ist ein hochkomplexes Thema und kann ganz sicher nicht aus der Ceteris-paribus–Perspektive angegangen werden.