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Gisela Brunken schrieb am 13.06.2008, 14:22 Uhr zu

Der Ausdruck Netzwerkrat klingt etwas abgehoben. Passender und einladender wäre vielleicht \"Delegiertenkreis\".

Zu den Bemerkungen von Wolfgang Schlenzig:

1. Ich vermute, dass es schwierig werden könnte, überhaupt zwölf Plätze zu besetzen. Außerdem ist eine Gruppe von zwölf Personen noch überschaubar und in der Lage eine arbeitsfähige und handlungsfähige Einheit zu bilden.

Meine Frage wäre, ob unbedingt die Hälfte aus den regionalen Initiativen kommen müssen. Das würde sich vielleicht sowieso ergeben. Schreibt man das fest, macht man das Netzwerk zu einem \"halben Initiativenverband\" mit entsprechenden Erwartungen.

2. Wenige Personen, die jedoch genug Zeit haben, sich zu engagieren, können mehr bewirken, als viele mit wenig Zeit.

3. Bevor eine Geschäftsstelle geplant und aufgebaut wird, sollte erst einmal ein Beschluss gefasst werden, Mitgliederbeiträge einzuführen.

Tobias Teetz schrieb am 11.06.2008, 18:05 Uhr zu

Grundrechte können - wenn diese in Gesetzestexten verankert sind - nicht willkürlich aufgehoben werden. Durch Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung und Armut wurden jedoch Bürgerrechte verletzt.

Ein guter Richter muß sich in den Bereichen Theologie, Philosophie, Verhaltensforschung, Technik, Naturwissenschaften halbwegs auskennen.

Ferner sollte sie neuere Kenntnisse über wichtige Statistiken des Stat. Bundesamtes haben.

Ich bedaure, dass sich die Juristen gegen ein BGE ausgesprochen haben.

Auf meiner Homepage habe ich versucht, zur Experimentierklausel nach SGB2 (Button: Grundeinkommensunternehmer) nötige Änderungen zu formulieren. Wer mich kritisieren will und bessere weiß, kann sich gerne einschalten.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Teetz

Viktor Panic schrieb am 11.06.2008, 09:22 Uhr zu

Bei der Masse der Bevölkerung würde es uns schon ein Stück weiter bringen, auf Redewendungen wie \"die Trennung von Arbeit und Einkommen\" zu verzichten, die den Eindruck verstärken, beim BGE handele es sich lediglich um eine soziale Wohltat, und es sei leistungsfeindlich. Im Gegenteil sollten wir stärker bewusst machen, dass das BGE im unteren Einkommensbereich das Leistungsprinzip stärkt, welches da heißt, wer mehr leistet (Arbeistlohn), sollte auch mehr davon haben (Kaufkraft). Und ich hoffe, niemand gibt sich der Illusion hin, die Einführung des BGE würde das Interesse der Menschen an Wohlstand und persönlichem Aufstieg ändern! Gerade dieser Eindruck schreckt möglicherweise weite Teile unserer Elite davon ab, sich mit dem BGE zu befassen. Die Erfolgreichen fürchten das, was ihren Erfolg entwerten könnte, wir dürfen nicht den falschen Eindruck erwecken, das BGE führe zu einer sozialen Umwälzung. Auch und gerade mit BGE wird bezahlte Arbeit wieder das Mittel zum sozialen Aufstieg werden.

Volker Huth schrieb am 10.06.2008, 15:05 Uhr zu

Jeder, der als aktiver Vertreter des \"Bedingungslosen Grundeinkommens\" sich die Mühe macht seine Überzeugung öffentlich zu vertreten, hat die Erfahrung erhalten wie notwendig die Arbeit auf der Straße ist. Nur durch die Kernerarbeit an Infoständen erreichen wir den Bürger der nicht zu \"Bildungselite\" gehört, der unvorbelastet das Gespräch sucht. Meine bisherige Erkenntnis aus öffentlichen Info-Aktionen, die ich als Mitglied der Dortmunder Bürgerinitiative Bge ist mitgestaltet habe, liegt in der Notwendigkeit die Bewegung dem \"Normalbürger\" ins Bewusstsein zu bringen. Diese Informationsarbeit sollte seriös, ohne Besserwisserei, ohne Parteinähe oder gängiger Ideologie erfolgen. Mit der Klarheit, die Erreichung des Bge ist nicht hauptsächlich Ökonomische Notwendigkeit, sondern eine im höchsten Maße ethische Weichenstellung. Um das Bürgerbewustsein aus der materialistischen Sackgasse zu lösen ist die Trennung von Arbeit und Einkommen das notwendige Ziel. Erst wenn den Menschen bewusst wird; ich arbeite bereits jetzt immer für andere und andere arbeiten für mich; Wird sich ein überlebensfähiges Menschenbild entwickeln können.

Also, raus aus unseren liebgewonnenen (auch notwendigen) Debattierkreisen und an die harte aber auch gewinnende Arbeit auf der Straße. Alle die sich mit diesem Thema ernsthaft beschäftigen gehören zu einer \"Bewusstseinselite\" die nicht als dekadentes Gehabe, sondern als verpflichtende Aufgabe verstanden werden muss.

Ich freue mich über jede ehrliche Aktivität in diesem Sinne.

\"Nichts ist so kraftvoll wie die Idee dessen Zeit gekommen ist\" (frei nach Victor Hugo)

Gisela Brunken schrieb am 09.06.2008, 16:22 Uhr zu

Bei so einem schönen Text ist doch das Abschreiben erlaubt, nicht wahr? :)

Dazu würde auch die Überschrift \"Freiheit durch Grundeinkommen\", die alle Gäste von unserem Pfingsttreffen gut fanden, passen.

Wolfgang Schlenzig schrieb am 09.06.2008, 09:56 Uhr zu

28 Professoren, davon nur 2 Frauen, aber alle ohne Sachverstand! Es geht ihnen nur um die ökonomische Verwertung der Menschen. Sie tun so, als seien die Menschen, der Staat und die Wirtschaft drei Dinge, die nicht zusammengehörten --> Die Menschen müssten für sich selbst sorgen. Aber wir leben in einer hochspezialisierten, hochproduktiven Arbeitsteilung wo allerdings das Werteschaffen inzwischen viel weniger Geld abwirft als das tägliche Spekulieren an der Börse oder anderswo in der Finanzwelt.

Einerseits sehen wir, dass die Springquellen der Produktivität erheblich spudeln, also Wohlstand für alle generieren könnten, andererseits sehen wir, dass der Staat darauf vorsätzlich verzichtet und der Umverteilung von unten nach oben weiter aktiv unterstützt.

Und dieser Staat macht sich dann noch zum Repressionshandlanger und Präkariatsorganisierer. Deshalb, nur BGE schafft Veränderungen.

Wolfgang Schlenzig schrieb am 09.06.2008, 09:38 Uhr zu

3 Bemerkungen:

1. Der NWR sollte größer sein, damit möglichst viele Regionen und Strömungen vertreten sind.

2. Einen starken SPK brauchen wir auf alle Fälle.

3. Zu einer Geschäftsstelle steht gar nichts.

Gerhard Bandorf, BN schrieb am 08.06.2008, 12:47 Uhr zu

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Die Diskussion um diese Bibelstelle ist, um im Bild zu bleiben, pharisäerhaft.

Es geht dort, in der Bibel, im spirituellen Kontext also, um spirituelle Arbeit und um das Brot der Erkenntnis! Es geht jedoch nicht um profane \'Maloche\' mit Hammer und Sichel!

So ist es vollkommen töricht, diese Bibelstelle in ihrer spirituellen Erkenntnisanleitung durch Paulus umzudeuten und exoterisch zu interpretieren.

Wer allerdings eine solche ‚betriebswirtschaftliche’ Umdeutung betreibt, überführt sich selbst dahingehend, wie ihm Spiritualität in doppelter Weise ein Fremdwort ist, wie ideenarm das ist und wie äußerst oberflächlich er mit der Uminterpretation herumdümpeln.

Es ist gerade so, als würde man beispielsweise in Bezug auf das Gebiet des Verkehrswesen, dem Transportbereich, die Begrifflichkeit der Fortbewegung verlagern und uminterpretieren als Geschehnisse von Zellvermehrungen innerhalb der Biologie.

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Gerhard Bandorf

BandorfConsult@t-online.de

Volker Stöckel schrieb am 07.06.2008, 11:53 Uhr zu

Sind sich die Damen und Herren, die das beschlossen haben, eigentlich darüber im Klaren, wie nahe sie daran sind, dass ihre demokratische Freiheit beendet wird? Und das meine ich nicht nur in bezug auf die FDP oder die 5%-Hürde.

Gerade erst kam der Deutschlandtrend in der ARD. Während der letzten neun Landtagswahlen gab es überall eine Rekordnegativwahlbeteiligung. Und demgemäß ergab diese Umfrage, dass nur noch 48% aller Deutschen damit zufrieden sind, wie die Demokratie in Deutschland funktioniert. Wäre die Frage (wie schon deutlicher bei anderen solchen Umfragen) drastischer gestellt worden, käme vielleicht noch schlimmeres heraus. Auf dem Katholikentag in Osnabrück fragte ein älterer Bürger (der sicher nicht als Revolutionär verdächtig ist) bei einer Grundeinkommensdiskussion, ob nicht die Wahrscheinlichkeit einer „heissen“ Revolution näher gerückt sei. Wenn es so weitergeht, besteht durchaus eine Wahrscheinlichkeit größer Null, dass es zu einer solchen Revolution kommt. Wollen sollte dies indes niemand. Und mindestens deshalb ist der Weg der Graswurzelrevolution der Grundeinkommensbewegung der bessere.

Katja Kipping spricht zu recht von einer Demokratiepauschale. Natürlich hat mit einem ordentlichen BGE jeder die Möglichkeit, sich demokratisch zu betätigen. Darüber hinaus ist tatsächlich auch der Kauf, also das Ausgeben von Geld, ein demokratischer Prozess. Wenn am Samstag abend 10 Millionen Haushalte „Wetten dass...?“ schauen, dann haben sich genau diese gegen alle anderen Optionen einschließlich Party, Theater usw. entschieden – sie haben gewählt. Und nicht nur das. Sie haben zugleich Geld dafür bezahlt (anteilige Rundfunkgebühren), also eigene Leistung dafür erbracht; das ist viel mehr Eigenbeteiligung als bei den offiziellen politischen Wahlen. Es gibt niemanden, der besser weiß, wie man Geld nutzenmaximierend einsetzen muss, wie das Individuum selbst; die Anmaßung des Staates ist der Generalfehler (Zur Beruhigung: 30 Millionen Haushalte haben gegen die Sendung votiert).

Das demokratische System beweist hinreichend, das es systeminherent nicht mehr in der Lage ist, die sozialen Probleme des Landes zu lösen. Den Politikern deshalb den größten Teil ihrer Macht in Geld zu nehmen und es, in Form eines BGE, direkt den Bürgern zu geben, würde nicht nur das Land erheblich demokratisieren, es würde auch die Demokratie als solche stärken und erhalten. Wenn es die parteilichen Machthaber nicht einsehen wollen, dürfen sie sich auch nicht über die Quittung beschweren.

Gisela Brunken schrieb am 06.06.2008, 20:14 Uhr zu

Zu 1.Mitgliedschaft

4. \"Mitglieder werden über Beschlüsse der Gremien und Organe des Netzwerks regelmäßig auf der Website und über Newsletter informiert. Außerdem erhalten sie Unterstützung für Veranstaltungen und Aktionen zum Grundeinkommen.\"

Vielleicht wäre es ratsam, es konkreter auszudrücken als mit \"regelmäßig\". Es dürfte jedoch nichts versprochen werden, was evtl. nicht einhaltbar ist.

Mit dem Satz \"Außerdem erhalten sie Unterstützung für Veranstaltungen und Aktionen zum Grundeinkommen.\" könnten hohe Erwartungen geweckt werden und Enttäuschungen eintreten, wenn diese Unterstützung nicht, oder nicht wie gewünscht, möglich ist.

Daher würde ich empfehlen, diesen Satz wegzulassen.

Unterstützt werden könnte auch ohne dass jemand per Satzung dazu verpflichtet ist.

Außerdem ist dem Satz nicht zu entnehmen, ob mit Mitgliedern auch Initiativen gemeint sind.

Gisela Brunken schrieb am 06.06.2008, 19:34 Uhr zu

Zu 1.Mitgliedschaft

2. \"Neben der persönlichen ist auch die Mitgliedschaft von Organisationen, nicht jedoch von Parteien möglich.\"

Es sollte vorausgesetzt werden, dass diese Organisationen ein Grundeinkommen mit den vier Kriterien des Netzwerks befürworten.

Man könnte das also so formulieren:

\"Neben der persönlichen ist auch die Mitgliedschaft von Organisationen, welche ein BGE mit den vier Kriterien entsprechend der Definition des Netzwerks Grundeinkommen befürworten, möglich.\"

Das hätte zur Konsequenz, dass nicht attac, jedoch die attac-AG \"Genug für alle\" vielleicht wohl Mitglied sein könnte.

Folgerichtig wäre es dann auch, wenn das Netzwerk selber nur in Orgnaisationen Mitglied ist, welche ein Grundeinkommen vertreten.

Die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen müsste auch ohne gegenseitige Mitgliedschaft möglich sein.

Robert Bleilebens schrieb am 06.06.2008, 09:20 Uhr zu

Hallo Christoph,

ein guter Kommentar! Das liberale Bürgergeld ist in der Tat nicht liberal, weil es ja kein Individualprinzip kennt und daher weiterhin zu Schnüffelei im Privatleben führt (liegt im Badezimmer eine zweite Zahnbürste? Ist eine zweite Kuhle in der Matratze?).

Nach meinen Berechnungen sehe ich jedoch nur einen geringfügigen Vorteil beim liberalen Bürgergeld gegenüber Althaus:

200 Euro Hinzuverdienst:

lib. BG: 662 + 0,4 x 200(=80) = 742

Althaus: 600 + 0,5 x 200(=100)= 700

400 Euro Hinzuverdienst:

lib. BG: 662 + 0,4 x 400(=160)= 822

Althaus: 600 + 0,5 x 400(=200)= 800

600 Euro Hinzuverdienst:

lib. BG: 662 + 0,4 x 600(=240)= 902

Althaus: 600 + 0,5 x 600(=300)= 900

800 Euro Hinzuverdienst:

lib. BG: 662 + 0,4 x 800(=320)= 982

Althaus: 600 + 0,5 x 800(=400)= 1.000

Auf diesen geringfügigen finanziellen Vorteil wird man gewiss verzichten wollen, wenn man stattdessen bei Althaus keine Schikanen und Schnüffeleien mehr zu erdulden hat. Also ist das Solidarische Bürgergeld auf jeden Fall besser als das sogenannte \"liberale Bürgergeld!\"

Andere Arbeitsanreize als finanzielle sind für heutige Liberale offensichtlich ohnehin nicht denkbar.

Tobias Teetz schrieb am 05.06.2008, 18:59 Uhr zu

Lieber Günther,

auch die Gutachter des Sachverständigenrates äusserten sich sehr kritisch zu einem Bürgergeld nach den Althaus-Vorschlägen. In den Jahren 2001-2004 gab es trotz Arbeit keinen ausreichenden Lohn - ich erinnere mich an das Grundeinkommensbüchlein von Attac zu diesem Thema. Auch bei Attac gab es im Jahr 2005 keine geschlossene Zustimmung zu einem bedingungslosen Grundeinkommen.

In den Jahren 2002-2004 (ich war in diesen Jahren arbeitslos trotz vielfacher Bewerbungsbemühungen) habe ich mich sehr für die sozialen Folgen von Arbeitslosigkeit und Ungleichheit -Ausgrenzung in Deutschland interessiert. Ein Großteil meiner Homepagearbeiten resultiert aus dieser Zeit. Ich bin glücklicherweise nicht allein, es gibt viele Juristen die im Arbeitsrecht fitter sind als ich.

Mittlerweile gibt es viele zeitnahe Veröffentlichungen vom Stat. Bundesamt zu Nettoeinkommen, Einkommensteuern, Bruttolöhnen usw.. Das war in den Neunzigern noch nicht so detailliert.

Ich sehe die Welt aus naturwissenschaftlicher Sicht. Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz glaubte, dass Traditionen, Kultur quasi der Sklettbau einer Gemeinschaft sind. Das Sklett der Säugetiere, des Menschen ermöglicht aber nicht alle Freiheiten die beispielsweise ein Regenwurm noch hat. Das Sklett ist ein Stützapparat ebenso wie die Traditionen, die Kultur, möglicherweise die Arbeit. Was würde passieren, wenn der Mensch sein Sklett verlöre?

Eine Wheatstonesche Brücke wird in der Elektronik benutzt, um einen unbekannten Widerstand zu ermitteln. In zwei parallelen Stromkreisen wird die Spannung zwischen zwei Widerständen auf Null gebracht. Je höher der Widerstand desto geringer der Strom.

Ähnliches gilt leider auch für die sogenannte Globalisierung. Hier werden Volkswirtschaften verkoppelt. Dabei stellt der eine Widerstand die Verteilung des Wohlstandes auf die Beschäftigten im Unternehmen dar, der andere Widerstand ist die Verteilung des Wohlstandes auf die übrige Bevölkerung. Betrachtet man nun beispielsweise Westeuropa, Osteuropa, Asien USA als parallele Stromkreise, so ist das Problem wesentlich komplizierter. Die Stromstärke soll ja nicht auf Null sinken.

Daher unterscheidet sich auch das Modell von Götz Werner von dem Modell von Helmut Pelzer.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Teetz

Beatrix Gräfin von P schrieb am 05.06.2008, 17:50 Uhr zu

Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Als ehemalige Sozialarbeiterin für Asylbewerber sollten auch diese meine ehemaligen Schützlinge bedacht werden. Zur Zeit betreue ich noch eine Migratenfamilie mit vier Kindern. Der Mann ist gehbehindert und arbeitet in einer Pizzeria für ca 1000 € im Monat nur um hier bleiben zu können.

Des weiteren muss das Problem von Neid und Eifersucht verstärkt in den Blick genommen werden. Denn allein in dem jeder das Gleiche erhält sind diese Gefühle noch nicht bereinigt und aus der Welt geschaffen. Bei wem sich einmal das Gefühl für Ungerechtigkeit eingeschlichen hat und die Seele vergiftet hat, der ist mit einer materiellen Befriedigung seiner Bedürfnisse nicht zu beruhigen geschweige, denn es aufzulösen.

Trotzdem ist genau mit dem bedingungslosen Grundeinkommen die Chance gegeben diese verletzten Gefühle anzusehen und ausheilen zu lassen.

Reinhard Börger schrieb am 05.06.2008, 14:12 Uhr zu

Das erscheint mir als Streit um des Kaisers Bart. Wenn man die Steuerschuld um einen bestimmten Betrag senkt und diesen Betrag vom Grundeinkommen abzieht, ändert sich nichts; es kommt letztlich nur auf die Differenz an. Diese sollte m.E. keinen Knick haben, sondern möglichst glatt verlaufen; dies dürfte auch der Intention von Manuel Franzmann entsprechen. Über die konkrete Ausgestaltung kann man diskutieren.

Herzliche Grüße

Reinhard Börger

Reinhard Börger schrieb am 05.06.2008, 14:04 Uhr zu

Entschuldigung, ich gebe Günter Sölken recht. Beim ersten flüchtigen Lesen hatte ich den massiven Arbeitszwang beim FDP-Modell übersehen; in der Systematik sehe ich es zwar ähnlich wie die FDP, aber die Sätze sind sehr niedrig, möglicherweise zu niedrig. Mit dem Ziel der FDP, die Wirtschaft zu beleben, stimme ich überhaupt nicht überein. Ob die Gefahr besteht, dass die FDP den Begriff \"Bürgergeld\" in ihrem Sinne besetzt, weiß ich nicht. Einerseits benutzen andere ihn anders, andererseits ist vielleicht in der allgemeinen Diskussion das Wort \"Grundeinkommen\" ohnehin besser.

mathias schweitzer schrieb am 04.06.2008, 21:54 Uhr zu

Lieber Günter, leider treffend von dir formuliert. Gerade hier hätte es mich gefreut, wenn ich nicht \"leider\" schreiben müsste. Naja, es ist halt so, wie es ist. Die FDP besitzt offensichtlich weder Menschenkenntnis noch Kreativität, um zu der Erkenntnis eines bGE zu kommen. Die sind derzeit wohl eher damit beschäftigt, alt bekannte Stammtischparolen zu grölen. Nach dem Motto \"was ich selber denk und tu, trau ich auch den anderen zu\" werden hier die arbeitslosen Menschen als faul und \"Sozialschmarotzer\" hingestellt. Absolut nicht wählbar, diese Truppe mit dieser Einstellung.

Gisela Brunken schrieb am 04.06.2008, 20:18 Uhr zu

Ziele, Aufgaben und Vernetzung des Netzwerks Grundeinkommen

Zu den ersten beiden Absätzen:

Zweiter Satz:

„Es führt (statt sucht) die gesellschaftliche Auseinandersetzung … Gruppen UND Einzelpersonen.“

Mit dem folgenden Satz weiß ich nicht ganz genau, was gemeint ist: „Ziel des Netzwerks Grundeinkommen ist, das Grundeinkommen in einem möglichst breiten gesellschaftlichen Bündnis einzuführen und zu verankern.“

Das müsste deutlicher formuliert werden.

Diesen Satz würde ich weglassen: „Die Perspektive des Netzwerks ist nicht auf Deutschland beschränkt.“ und stattdessen den nächsten Satz so beginnen: „Das Netzwerk Grundeinkommen arbeitet mit den …“

“... hat sich … vernetzt…“ Was heißt das genau? Ist das Netzwerk Mitglied von BIEN, kooperiert das Netzwerk mit BIEN…?

Das müsste deutlich werden.

Gisela Brunken schrieb am 04.06.2008, 20:17 Uhr zu

Zur Präambel:

Ich finde es gut, im ersten Satz von „Einzelnen“ zu schreiben, da das geläufiger als der Begriff „Individuen“ ist.

Der Zusatz „ohne Verpflichtung zu anderen Gegenleistungen“ sollte m.E. bleiben, denn erst dadurch wird die Bedingungslosigkeit vollständig definiert.

“...den individuellen Freiheitsspielraum zu vergrößern und die Entwicklungschancen jedes Einzelnen nachhaltig zu verbessern.“

Was ist genau mit „individuellen Freiheitsspielraum“ und mit „nachhaltig“ gemeint?

Vielleicht lässt sich das etwas konkreter ausdrücken, etwa “...die Möglichkeit selbstbestimmter Lebensplanung und Lebensgestaltung verbessern…“, “...eine Vielzahl von Tätigkeiten und Lebensformen ermöglichen…“.

Manuel Franzmann schrieb am 04.06.2008, 17:45 Uhr zu

Wenn ich gesagt habe, dass im Unterschied zur negativen Einkommensteuer jeder ein bedingungsloses Grundeinkommen erhielte, so ist darunter nicht zu verstehen: bar auf die Hand, sondern es läge schon nahe, beim Vorliegen von Erwerbseinkommen das Grundeinkommen mit der Steuerschuld zu verrechnen. Der Unterschied zur negativen Einkommensteuer besteht darin, dass diese Verrechnung bei Einkommen oberhalb des Mindestniveaus gar nicht existiert, sondern nur diejenigen, die unterhalb des Mindesteinkommens liegen, von ihr erfasst werden. Der Grund dafür sind der dahinter liegende Diskurs bzw. die differierenden Zielsetzungen. Die negative Einkommensteuer zielt nicht auf wie das Grundeinkommen auf den Abschied von Erwerbsarbeit als verpflichtendem Normalmodell ab.

Ronald Blaschke schrieb am 04.06.2008, 15:18 Uhr zu

\"Die Rhetorik erscheint mir ungewohnt, aber in der Sache unterscheidet sich, soweit ich sehe gar nicht so weit von dem, was wir wollen. Natürlich wäre ein höheres Bürgergeld sinnvoller, aber das Prinzip ist ähnlich.\"

Das FDP-Bürgergeld ist in keiner Weise einem Grundeinkommen ähnlich: Es ist nicht existenz- und teilhabesichernd, nicht ohne Arbeitszwang, sondern ausdrücklich gilt laut Beschluss: \"Voraussetzung für den Bürgergeldanspruch ist die Bedürftigkeit und die Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme bei Erwerbsfähigkeit. Bei Ablehnung einer zumutbaren angebotenen Arbeit wird das Bürgergeld gekürzt.\" Fazit: Das Bürgergeld ist nichts anderes als ein in das Steuersystem integriertes Hartz IV. Die Führung der FDP hat immer und ausdrücklich das Grundeinkommen nach den Kriterien des Netzwerkes abgelehnt.

Gunnar Schurich schrieb am 03.06.2008, 11:55 Uhr zu

Als Mitglied der FDP habe ich das \"eigene\" Modell zum Bürgergeld stets angegriffen. Nach dem Münchener Parteitag der FDP werden meine Töne gegenüber den eigenen Leuten etwas sanfter werden. Das liegt daran, dass man bei den Liberalen näher an die Idee von Rhys Williams heran gerückt ist und sich ein wenig vom in der Politik herrschenden Dogmatismus entfernt. Leider erlebe ich diesen Dogmatismus gegenüber der Idee des Grundeinkommens jeden Tag. Wer das Grundeinkommen als Vehikel für seine politischen Fantasien missbraucht, muss sich nicht wundern, wenn am Ende nichts davon übrig bleibt. Das Grundeinkommen ist kein Spielplatz für neorealsozialistischen Gerechtigkeitswahn, aber auch nicht für konservative Feudalisten. In der Initiative Grundeinkomen Osnabrück werde ich bald einen Vortrag darüber halten, warum ich die politisch motvierten Modelle, besonders das Althaus Modell und das der Linken so vehement ablehne.

eckhard hensel schrieb am 02.06.2008, 21:28 Uhr zu

Sehr geehrte Agnes Schubert,

was sind für SIE Arbeitslose?

Ich bin erwerbslos habe viel Arbeit, setze mich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ein und bekomme keinen Mammon dafür, manchmal Spott und Hohn, der eigentlich unseren Herrschenden gelten müsste.

eckhard hensel

Robert Bleilebens schrieb am 02.06.2008, 16:32 Uhr zu

Das Althaus-Modell ist das einzige BGE-Modell, daß eine realistische Chance hat, umgesetzt zu werden. Und selbst das ist schon schwer genug. Darüberhinausgehende Konzepte zum jetzigen Zeitpunkt umsetzen zu können ist eine Illusion.

Daher ist das Solidarische Bürgergeld ein idealer Einstieg in das BGE. Es setzt einen sich selbst nährenden Prozess in Gang, der seine eigene Erhöhung ermöglicht: Durch die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens besinnen sich die Menschen auf das, was ihrer wahren Natur entspricht. Und dies machen sie dann ganz besonders gut und ausdauernd. Hierdurch verstärkt sich die nichtfinanzielle Arbeitsanreize ganz erheblich. Dadurch ist eine problemlose Anhebung des BGE möglich, da die damit verbundene Verminderung des finanziellen Arbeitsanreizes vollständig durch die Verstärkung der nichtfinanziellen Arbeitsanreize kompensiert wird. So bleibt der gesamte Arbeitsanreiz gleich hoch! Und auf den kommt es an!