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Lothar Mickel schrieb am 25.02.2008, 14:25 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Das BGE muss in der breiten Bevölkerung bis zu Ende gedacht werden. Es kann seine universalen Wirkungen nichtmal gegen eine Minderheit entfalten. Unter diesem Aspekt leben wir in einem neuen Zeitalter der Aufklärung. Und so verstehe ich auch den Artikel von Christoph Schlee.

Georg Klossek schrieb am 21.02.2008, 22:34 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Teilhabepolitik geht vor! – Staat und Gesellschaft sind nicht reif für ein Grundeinkommen

Es geht auch um Vertrauen.

Es ist nicht wirklich möglich die Folgen des BGE abzuschätzen. Zu meinen, daß mit dem BGE auch wieder die Schwächsten der Gesellschaft benachteiligt werden, kann eigentlich nur aus dem klerikalem Stellvertreteranspruch abgeleitet sein. Ein Grundeinkommem heißt ja nicht, daß damit die Sozialhilfe unnötig würde. Natürlich wird das Sozialhilfesystem abspecken müßen hinsichtlich der zu verteilenden Gelder. Aber es wird dennoch bestehen bleiben , um besondere Härten abzufangen. Rollstühle und Gehhilfen (zB)sollen natürlich weiterhin Bedürftigen zur Verfügung gestellt werden. Und natürlich wird es auch viele Fälle geben, in denen ein pauschales BGE einfach zu wenig ist. Aber das sind Randprobleme, welche kaum ernsthaft und generell als Argumente gegen das BGE ins Feld geführt werden können.

Wie kann man Gott vertrauen, aber den Menschen nicht? Sind deshalb die Kirchen so leer, weil sie den Menschen kein Vertrauen entgegenbringen und zu gewöhnlichen Dienstleistern auf dem sozialem Sektor geworden sind?

Ich glaube nicht an Gott, aber an meine Mitmenschen und denke, daß das BGE eine gute Sache ist.

daniela schrieb am 21.02.2008, 08:46 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Deutsche Zustände 2007

http://twm.co.nz/paradcon.htm

A.Berndt schrieb am 20.02.2008, 21:01 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Ich finde die Ansichten von Christoph Schlee sehr richtig und wichtig. Die Grundfrage ist : Was wollen wir für eine Gesellschaft und wie gerecht nach außen und innen wird der Lebenstandart erhalten bzw. geschaffen. Ich denke, das bGE ist dafür eine gute Möglichkeit, aber halt erst so durchführbar, wenn ein sehr großer Teil einer Gesellschaft bereit dazu ist. Ich glaube Einstein sagt schon " Das Problem ist das menschliche Herz...". Wenn wir es nicht schaffen einen Weg zu der Masse der Menschen zu finden, werden auch wir früher oder später diesen Traum mit Gewalt durchsetzen müssen oder auf lange Sicht nicht das bGe bekommen. Gewalt hat noch nie zu mehr Menschlichkeit und Demokratie geführt. Deshalb sollten auch wir unabhänig von unserer Bekenntnis zum bGe uns vielleicht über diese Plattform in die täglichen Sorgen, Nöte oder Interessen der Menschen einmischen und uns bekannte Zusammenhänge des Großen-Ganzen verständlich machen. Wie ???

Matze Peters schrieb am 20.02.2008, 19:05 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Deutsche Zustände 2007

Schon bezeichnend, dass ein so fragwürdiger Wissenschaftler wie Heitmeyer hier als Kronzeuge herangezogen wird. Hinter schlüpfriger Umfrageforschung, die bei Heitmeyer besonders bodenlos ist, liegen letztlich kaum echte Erkenntnisse sondern nur eine pädagogisierendes ewiges Mahnen und Warnen im Namen bester Gesinnung. Schauder.

Andreas Gurk schrieb am 20.02.2008, 14:25 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Deutsche Zustände 2007

Der moralische Niedergang von sozialen Verbindungen bzw. Einstellungen, zum einen durch den Ruf nach Sicherung des Staates und zum anderen durch den Erhalt der materiellen Existenz um jeden Preis, ist aus individuell egozentrischer Sicht verständlich, jedoch gesamtgesellschaftlich eine Katastrophe.

Der Ruf nach mehr Moral und Glaubensgrundsätzen verpufft, wenn Politik als purer Lobbyismus begriffen wird. Politik muß die Summe der Antragonisten im Blick haben und darf nur rechtl. Rahmenbedingungen setzen.

Die Pflicht einer pol. - soz. - wirtschaftlichen Gemeinschaft besteht darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, die dem Entwicklungsstand von Gesellschaft und Individium entsprechen. Das ist die Herausforderung die sich jeder einzelne und jede Gesellschaft heute stellen muß.

Kein Mäzenatentum, keine noch so großzügige Spende kann wieder gutmachen, was zerstört worden ist, wenn arbeitende Einzelmenschen das freie Verfügungsrecht seiner Tätigkeit und die bedingungslose Teilhabe an der Gesellschaft geschmälert bzw. beraubt wird.

Dies gilt auch für den anonymen kollektiven Sozialstaat, der das Individium bevormundet, um von außen her Altersfürsorge, Kultur- und Bildungseinrichtungen zu finanzieren - da herrscht in letzter Konsequenz nur noch die große Lüge.

Jörg Drescher schrieb am 20.02.2008, 11:18 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Deutsche Zustände 2007

Der Markt schränkt die Freiheit ein, "Nein" oder "Ja" zu sagen, indem verlangt wird, etwas (zum leichteren Tausch: Geld) bei einem "Ja" zu geben. Mit jedem "Nein" oder "Ja" wird damit etwas in eine Wertehierarchie gebracht und bei einem "Ja" mit "Nutzen" belegt.

Die Bedingungslosigkeit der Freiheit kann man als Recht proklamieren, doch was "nützt" dieses Recht ohne Möglichkeit? Ein Recht (ein bedingungsloses "Ja") auf Menschenwürde bedeutet vielmehr, Möglichkeiten zu schaffen, in Würde als Mensch zu leben.

Aber ein bedingungsloses (monetäres) Grundeinkommen ist nur dann sinnvoll, wenn man sich für das (bedingungslos bezahlte) Geld etwas kaufen kann. Dabei kann man Würde nicht (monetär) meßen und mit einem festgelegten Betrag als "würdig" definieren - vielmehr bemißt man das monetär, was zu zu einem menschenwürdigen Leben notwendig ist.

Das (bedingungslose) Grundeinkommen als Menschenrecht heißt somit, jedem Menschen innerhalb eines Tauschsystems die Möglichkeit zu geben, Dinge (monetär) zu kaufen, die für ein menschenwürdiges Leben notwendig sind. Es ist eine (bedingungslose, aber monetäre) Anerkennung des Menschen durch die Gemeinschaft, deren einzelne Akteure verlernt haben, Dinge ohne Gegenleistung zu geben.

Bertram Kraus schrieb am 20.02.2008, 10:58 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Es ist schon richtig. Spricht man vom bedingungslosen Grundeinkommen, wird man oder frau nicht selten beäugt als käme er/sie von einem fernen Planeten. Dieses 'Quasi-Außerirdische' erden zu können an irdischen Denkmustern und -gewohnheiten zu orientieren ist sicher ein fundamentaler Aspekt die Idee eines GRundeinkommens einer größeren Zahl von Bürgern - und, machen wir uns nichts vor, dieser entstammt der Mittelschicht - näher zu bringen.

Und ja es ist richtig und ebenso wichtig dabei auch die emotional und affektiven Aspekte nicht zu vernachlässigen. An positive Begriffe der Bürgerschicht anzudocken erhöht die Akzeptanz. Ob der Bildungsbegriff jedoch auch zukünftig noch eine derart tragende Stellung einnimmt, wage ich zu bezweifeln.

Welches die Begriffe sind, die nicht allein rational, sondern auch emotional schwingungsfähig sind, darüber sollte vermehrt nachgedacht werden. Insofern ein wichtiger Text.

Eric Manneschmidt schrieb am 20.02.2008, 09:46 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Deutsche Zustände 2007

Die grundsätzliche Erkenntnis ist nicht eben neu: Schon Reverend Martin Luther King jr. hat den Zusammenhang zwischen Rassismus und sozialer Unsicherheit hergestellt und ein BGE gefordert (siehe z.B. http://www.progress.org/dividend/cdking.html).

Und damit ist auch das Phänomen als solches überhaupt nicht neu.

Die Analyse ist insofern schlecht, als "Effizienz" nichts anderes bedeutet als "mit möglichst wenig Einsatz möglichst viel erreichen". Damit ist das BGE als Teil der Sozialen Sicherung selbst hocheffizient.

Der Begriff wird, wie auch der der Nützlichkeit oder des ökonomischen (also wirtschaftlichen) Denkens, nur unglaublich verflacht - und zwar von Befürwortern wie von Kritikern. Die Frage ist nämlich ganz einfach, WELCHE Ziele man mit möglichst geringem (Mittel-)Einsatz erreichen möchte.

Wenn diese Ziele klar und menschenfreundlich sind, dann ist Effizienz alles andere als eine böse Sache.

Martin Neuber schrieb am 19.02.2008, 21:53 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Sehr guter Text. Die Menschen müssen nun mal in ihrer Lebenswelt bzw. ihrer bisherigen Denktradition abgeholt werden. Die gesellschaftliche Akzeptanz für ein bGE ist das entscheidende Moment. Und da zählt nun mal der emotionale Faktor. Es wäre unvernünftig auf die Vernunft zu setzen.

Georg Klossek schrieb am 19.02.2008, 16:23 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Daß das Projekt auch eine große Steuerreform notwendig macht, das ist ein wichtiger Punkt und sollte hervorgehoben werden. Natürlich bedingt das auch ein schlüssiges Steuerkonzept im Zusammenspiel mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen. Das schlechteste Steuersystem der Welt zu haben - wie es aktuell durch die Medien geht -, dürfte Anreiz genug sein es auch grundlegend ändern zu wollen und im Bedingungslosem Grundeinkommen dafür eine echte Chance zu sehen.

Beste Grüße

Georg K

Reinhard Börger schrieb am 19.02.2008, 14:47 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Auch ich weiß nicht, wie die Welt mit dem Grundeinkommen aussehen wird, aber ich habe vergleichsweise klare Vorstellungen davon, wie sie ohne Grundeinkommen (bzw. negative Einkommensteuer) aussehen wird, und das spricht für mich schon für das BGE. Die gegenwärtige Wachstumsideologie sieht so aus, dass wir möglichst viele Menschen beschäftigen wollen, die dann etwas produzieren, oft unter einem erhöhten Verbrauch von Umwelt, Energie und Rohstoffen. Wer Zigaretten produziert, trägt doch nicht zur Welternährung bei. Warum sollen wir ihm das Geld dann nicht so geben, sondern Menschen dazu bringen, duech Rauchen ihre Lungen zu ruinieren? Das Problem besteht im Prinzip immer, wenn der Konsum subventioniert werden muss, um die Möglichkeit zur Güterproduktion und damit zu Arbeitsplätzen führt.

Wie sinnvoll eine Arbeit ist, hängt für mich davon ab, was produziert wird. Ist faul, wer unbezahlt Gedichte schreibt und fleißig, wer bezahlt Zigaretten herstellt? In den neuen Bundesländern wurden, soweit ich weiß, bereits eine Fabrik für Porno-Videos und eine Plastinationsfabrik des Gunter van Hagens begrüßt, weil sie Arbeitsplätze schufen; alle moralischen Bedenken verstummten dagegen. Soll es so weiter gehen und die Moral immer weiter den Arbeitsplätzen geopfert werden?

Wenn die Produktionssteigerung dazu führt, dass wir mit weniger Produktion gleich viel produzieren können, warum arbeiten wir dann nicht alle kürzer? Es wird doch insgesamt genug produziert; zwar wäre in einigen Bereichen einiges zusätzlioch wünschenswert; dafür könnten wir aber auf anderes verzichten. Wir können nicht immer mehr produzieren; zunächst ist es oft umweltschädlich; später dürfte es gar nicht mehr gehen. Das Problem ist aber, dass Menschen ohne Vermögen auf ihre Arbeitskraft angewiesen sind, nicht mehr vom Ergebnis ihrer Arbeit leben können. Güterwirtschaftlich gilt das bereits heute; wer Zigaretten produziert, isst sie schließlich nicht. Leider führt aber die Rationalisierung zu einem Überangebot an menschlicher Arbeitsleistung nicht zu einer Steigerung der Löhne, sondern eher zu einer Senkung. Alle Auswege aus dieser Situation laufen für mich auf ein irgendwie gartetes BGE hinaus, durch das das Einkommen vom Lohn abgekoppelt wird.

Lässt sich das nicht vermitteln? Ich bin öfter auf Widerstand gestoßen, habe aber noch kein ernst zu nehmendes Gegenargument gehört.

Herzliche Grüße

Reinhard Börger

Eric Manneschmidt schrieb am 19.02.2008, 14:22 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Ich hab den Text auch nicht verstanden. (Sorry!)

Andreas Gurk schrieb am 19.02.2008, 12:09 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Raumschiff Grundeinkommen – eine Basis für Talente

Keine Ahnung was ich von diesem Text halten soll - Bedingungsloses Grundeinkommenn ist kein "Raumschiff" oder genüßliches Denken, es ist auch nicht lustvoller Austausch mit zukünftigen Utopie-Vorstellungen.

Mag sein, wenn wir die Welt des BGE's nur mit Schauspielern besetzt erleben, dann bekommt die ganze Diskussion einen abendfüllenden Charakter, aber der Betrachter bleibt außen vor und ist nicht Teilnehmer einer Welt in dem täglich Freiheiten mit Füssen getreten werden

Die Auseinandersetzung mit dem BGE ist planke Ernsthaftigkeit und viele Menschen können diese Bedeutung noch nicht mal ansatzweise begreifen.

Lothar Mickel schrieb am 19.02.2008, 11:36 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Und weil der Mensch ein Mensch ist …

Das Althaus-Modell ist nicht armutsfest und kann allein deshalb NICHT als BGE wirken. Erst die Möglichkeit des Einzelnen "Nein" sagen zu können, ermöglicht den unabdingbaren Systemwechsel hin zur würdevollen Selbstentfaltung.

Martin Neuber schrieb am 17.02.2008, 20:16 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Und weil der Mensch ein Mensch ist …

Die politische Vereinnahmung bzw. Ideologisierung des BGE ist nicht zu vermeiden. Schließlich muss das irgendwann wahlkampftauglich werden um es dann auf demokratischen Wege umzusetzen. (Wir können das BGE ja nun nicht herbei knüppeln!)

Man kann das blöd finden, aber es passiert halt eben.

Andreas Gurk schrieb am 14.02.2008, 12:48 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Kommission Demokratie und Transparenz am 1. März in Köln

Eine gesellschaftliche Debatte über das BGE erscheint mir in Anbetracht des gesellschaftlichen Wandels als eine Notwendigkeit.

Das Problem einer solchen Debatte ist die Abgrenzung gegenüber parteipolitischer Vereinnahmung. Parteienpolitik ist heute immer Lobbyismus gesellschaftlicher Gruppen.

Die Debatte des BGE's wird m.E. von drei großen Gruppen bestimmt:

1. Freiheit des Unternehmens durch Steuerfreiheit

2. Der Staat als Koordinator für gerechte Verteilung

3. Der Bürger als emanzipatorische Kraft der Wertschöpfung.

Wirtschaften bedeuted Brüderlichkeit und dient ausschließlich der Bedürfnisbefriedigung und nicht der Einflussnahme auf Recht und Kultur.

Staatliche Aufgaben sind die Bereitstellung gesellschaftlicher Instrumente für eine gesellschaftlich anerkannte gerechte Verteilung.

Der Bürger muss Freiheiten erhaben, die es ihm ermöglichen kreativ gestaltend am gesellschaftlichen Wertschöpfungsprozeß nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten teizuhaben.

Andreas Gurk schrieb am 14.02.2008, 11:38 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Und weil der Mensch ein Mensch ist …

Eine "neue" Idee zu kreieren, d.h. als Vordenker aufzutreten ist besonders schwer, da der Vordenker mit seinen Gedanken zunächst alleine dasteht und jede neue Gedankenverknüpfung gegenüber dem Status quo als Trick der Manipulaton gesehen wird. Sozusagen neue Bevölkerungsschichten durch die Hintertür für eigene Zwecke zu benutzen. Jedenfalls ist das Mißtrauen in unserer heutigen Gesellschaft sehr groß.

Es bedarf für jeden einzelnen eine besondere Anstrengung sich von alten Vorstellungsbildern zu befreien und sich ausschließlich einer neuen Idee zuzuwenden.

Erst wenn viele Menschen verstehen und es verinnerlichen, dass Arbeit und Einkommen in einer modernen Ökonomie nicht zusammen gehören, sondern getrennt gesehen werden müssen, da gesellschaftlicher Fortschritt in Form von Rationalisierung, Automatisierung und Merthodik gesamtgesellschaftliche Errungenschaften sind.

Die daraus resultierende Freisetzung von Arbeit darf nicht gleichbedeutend von Nichteinkommen sein. Einkommen zu haben ist Bürgerrecht und muß die bedingungslose gesellschaftloiche Teilhabe gewährleisten.

Diese Erkenntnis ermöglicht neue Tätigkeiten und Aufgaben zu erschließen, die nicht mehr von der Produktionswirtschaft abhängig sind. Der Mensch wird frei sich anderen so wichtigen Betätigungen hinzuwenden.

Brigitte BHansen schrieb am 13.02.2008, 13:11 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Lesestoff – 24 Thesen von Theo Wonneberger

lieber herr wonneberger,

ihren thesen stimme ich weitestgehend zu! ich bin auch davon überzeugt, dass veränderungen stattfinden müssen und werden! interessant finde ich die frage: wenn wir als staat die möglichkeit haben, allen bürgern ein gutes leben zu ermöglichen, WARUM tun wir es dann nicht einfach!? und wer ist der staat? sind wir es nicht selbst, also jeder einzelne von uns? wo liegen die wahren hindernisse? warum wehren wir uns so sehr gegen ein bild vom menschen, der grundsätzlich gut und kreativ ist und zum beispiel auch das recht und aus meiner sicht, sogar die verpflichtung zum müßiggang hat, um überhaupt zugang zu seiner wahren kreativität und inneren stärke zu erhalten. ich denke, wir werden unsere herausforderungen der zukunft nur lösen, wenn wir wissen, bewusstheit und liebe zu uns selbst einsetzen. das bedeutet, dass wir als menschen lernen müssen, genug und wertvoll zu sein, auch wenn wir nicht mehr im klassischen überlebens- und arbeitskampf stecken..das hört sich einfacher an, als es ist, und wir müssen auch ein verständnis für unsere diesbezüglichen ängste und blockaden entwickeln um sie überwinden zu können. ich wage zu behaupten - mehr als 90% unserer bevölkerung definieren sich über ihre leistungen und ihr tun/arbeiten. wir haben es ja auch über jahrhunderte so gelernt und ich denke, es hatte seinen tieferen sinn. solange wir nicht wissen, wie es auch anders SEIN kann, fällt es schwer, dieses wertegefühl einfach so abzugeben. verstehen sie, was ich meine? der widerstand kommt also nicht nur von "oben", die evolution kommt von "unten". das, was wir zur zeit in unserer welt erleben, ist eine frage des bewußtseins. wie im innen, so im außen, dh. jeder einzelne von uns muss erst mal hausaufgaben machen!das, was uns in sachen "grundeinkommen" bevorsteht ist ungefähr damit zu vergleichen, als würden wir kindergarten-kinder ins erwachsenen leben entlassen. wir brauchen neue lebensschulen und -konzepte, wir brauchen neue ideen zu der frage: was tun wir mit unserer zeit, wenn wir nicht mehr arbeiten müssen? wie gestaltet man ein gutes, kreatives leben? was hält uns gesund? es gibt enorm viel zu tun und neu zu gestalten!!! es sind vor allem die bisher kaum bewerteten und wertgeschätzten weiblichen werte und aufgaben, wie kümmern, haushalten, zuhören, zeit haben, hegen und pflegen, genießen und bewahren und vor allem: sich gut um sich selbst kümmern! "es sich gut gehen lassen" darf nicht mehr mit "faul sein" gesellschaftlich geachtet werden, sondern sollte als grundvoraussetzung dafür angesehen werden, dass man sich auch um andere und anderes mit sorgfalt, achtung und liebe kümmern kann. es ist eine hohe lebenskunst, auf die wir uns da zubewegen!

mein vorschlag also: lassen sie uns von zwei seiten an die idee des grundeinkommens herangehen: ein informieren und öffnen der öffentlichkeit (staat und bürger) und ein sich SELBST bewußtSEIN jedes einzelnen von uns. Fragen sie sich einmal ehrlich, was von ihnen übrig bleibt "ohne arbeit" ohne "viel tun". fühlen SIE sich als mensch ganzeinfach so wie sie sind WERTVOLL?...und genau das brauchen wir, um die wertvolle idee des grundeinkommens wirklichkeit werden zu lassen! und noch ein vorschlag: wenn wir versuchen, die würde des menschen unabhängig von arbeit und einkommen zu erkennen und zu definieren, dann empfinde ich den namen "grundeinkommen" als widersprüchlich, da einkommen in unseren köpfen stets mit arbeit gleichgesetzt wird. ich schlage vor, den namen "BÜRGERGELD" einzusetzen. darin steckt wertschätzung, anerkennung und respekt vor jedem einzelnen von uns und ich vermute, es würde die widerstände ein wenig aufweichen.

herzliche grüße

brigitte brausam-hansen

Czeslaw Kowalczyk schrieb am 11.02.2008, 22:54 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Blauer Brief an den Grünen Parteivorstand

"die Hervorhebung, dass Bildung und Bildungsmöglichkeiten – nicht undifferenziert „Arbeit“ – „Schlüssel zur Teilhabe“ sind und in diesem Zusammenhang eine positivere Erörterung des Bildungsgrundeinkommens,"

In den verbesserten (freiwilligen) Bildungsmöglichkeiten für alle liegt auch der Schlüssel zu der wirklich sinnvollen Reform der Gesellschaft.

Czeslaw Kowalczyk schrieb am 11.02.2008, 22:48 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Teilhabepolitik geht vor! – Staat und Gesellschaft sind nicht reif für ein Grundeinkommen

So lange die breite Masse nicht von den VORTEILEN des BGE für alle überzeugt ist, so lange muß es auch eine Utopie bleiben.

Die MedienArbeit sollte man hier also lieber den Copywritern überlassen.

Mit guten Absichten allein, ist es bestimmt nicht getan.

Czeslaw Kowalczyk schrieb am 11.02.2008, 22:37 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Und weil der Mensch ein Mensch ist …

Das Konzept von Dieter Althaus ist hart, weil der Realität am nächsten.

Wir sollten deshalb mit der Umsetzung anfangen und es event. dann später ausbauen. Falls die aktuellen Umstände dies auch erlauben.

Übertriebene Forderungen machen das Ganze bloß unglaubwürdig und utopisch.

Übrigens - ich bin KEIN CSU Mitglied :)

Andreas Gurk schrieb am 10.02.2008, 19:46 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
“Grundeinkommen und andere Modelle im Diskurs”

In der Debatte des Grundeinkommens muss die Betonung auf BEDINGUNGSLOS liegen.

Es ist keine Utopie oder soziale Romantik, sondern unabdingbare Voraussetzung in einer globalen Welt.

Die heutige Kopplungvon von Arbeit und Einkommen lässt den Menschen immer unfreier werden, da "bezahlte Arbeit" zum knappen Gut verkommt. Die Sinngebung der Arbeit ist Bürgerrecht und nicht von finanzstarken Guppierungen.

Erst eine absolute Trennung von Arbeit und Einkommen ermöglicht die körperliche, seeliche und geistige Freiheit des Menschen.

Aufgrund der hohen technologischen Entwicklung übernimmt die Maschinenwelt einen großen Teil der menschlichen Grundversorgung. Der Mensch wird zunehmend frei für andere Aufgaben im Bereich der Bildung, Wissenschaft, Pflege, Umwelt und Soziales etc.

In einer arbeitsteiligen Gesellschaft, ist ein Einkommen das die gesellschaftliche Teilhabe sichert, absolutes Lebensrecht.

Neoliberale Modelle vollziehen keine Trennung zwischen Arbeit und Einkommen, fordern aber auf der anderen Seite die Freiheit des Kapitals ohne soziale Bindung. Diese Unterscheidung ist ein MUß inder Debatte um das BGE.

Jörg Drescher schrieb am 09.02.2008, 10:55 UhrDirektlink zu diesem Kommentar zu
Und weil der Mensch ein Mensch ist …

Wie schon in meinem Kommentar zum Beitrag von Ronald Blaschke erwähnt, halte ich es für unangebracht, das Grundeinkommen in irgendein politisches Lager zu stecken.

Richtig ist, daß das Grundeinkommen eine humanistische Tradition hat - aber es ist vermessen zu behaupten, daß sie aus einer sozialistischen Tradition hervorgegangen sei. Wenn dem so wäre, müßten doch in den "sozialistischen Ländern" (DDR/UdSSR/Korea/China) Ansätze für ein Grundeinkommen vorhanden (gewesen) sein - dem war und ist nicht so; vielmehr galt und gilt Vollbeschäftigung zur Erreichung der Planziele als ein wichtiges Gut.

Ohne Definition des Begriffs "neoliberal" ist das ein "populistischer Kampfbegriff", der ursprünglich die soziale Marktwirtschaft hervorbrachte.

Jüngst wurde auf Spiegel-Online folgendes herausgestellt:

"In den dreißiger Jahren fand eine Gruppe von Denkern zusammen, die im Zeitalter totalitärer Ideologien von Nationalsozialismus bis Kommunismus freiheitliche Ideen wiederbeleben wollte. Auf den klassischen Liberalismus mit seiner Gleichgültigkeit gegenüber der sozialen Frage und seinem einseitigen Faible für den wirtschaftlichen laissez faire mochten sie nicht zurückgreifen. Im freien Spiel der Marktkräfte siege stets nur der Stärkere, fürchteten sie. Deshalb dürfe wirtschaftlicher Wettbewerb nicht regellos wüten, wie es den Manchester-Liberalen am liebsten war. Das führe nur zu Monopolen und Kartellen, kurzum zur Ausbeutung des einzelnen Konsumenten.

Der Wettbewerb brauche deshalb einen Schiedsrichter, damit sich die Mächtigen nicht auf Kosten der Schwachen bereichern könnten. Diese Rolle sollte nach Ansicht der Neoliberalen ein starker Staat übernehmen. Sozial sei die vom Staat beschützte Markwirtschaft, weil jeder einzelne von den Früchten des Wettbewerbs profitieren könnte, als da sind: niedrige Preise, höherer Produktivitätsfortschritt, als Folge davon mehr Arbeitsplätze und höhere Einkommen."

Einer der "Neoliberalen", der diese Gedanken in die Tat umsetzte, hieß Ludwig Erhard...

Im Übrigen ist die "neue soziale Idee" ca. 500 Jahre alt, die aus verschiedenen (sozialistischen und liberalen) Richtungen immer wieder bedacht wurde.

Das Problem dieser Idee ist nicht die Umsetzung, sondern deren Folge: Wie sind die "von Arbeit befreiten Menschen" weiterhin politisch beherrschbar?