0 Kommentare

Viktor Panic schrieb am 27.06.2008, 18:08 Uhr zu

Zitat:

\"Wenn das BGE eine res publica ( Sache des Volkes, also einer grossen Mehrheit ) werden soll, wird die Vorstellung eines Herumdümpeln auf ALG 2 -Niveau nicht viele interessieren.\"

Das soll ja auch nicht so sein!

HEUTE ist es so, dass viele Menschen auf Alg-II-Niveau \"herumdümpeln\", weil selbst diejenigen Jobs, die in Reichweite sind, kaum mehr an Lohn zu bieten haben! Das BGE würde dies ja gerade ändern! Es würde den \"Wettbewerbs-Nachteil\" korrigieren, den sie gegenüber Schülern, Studenten, Rentnern, Zweitverdienern, Nebenverdienern und Saisonkräften haben, welche allesamt weit mehr von dem Verdienten selber behalten dürfen! Alg-II-Empfänger müssen (abgesehen von 105 Euro Freibetrag) 80% des Lohns ans Amt abführen! Da ist es doch kein Wunder, wenn man den Spaß an der Arbeit verliert! DAS sollten wir den Menschen unter die Nase reiben! Die meisten Normalbürger wissen das gar nicht!

Und: JEDES BGE-MODELL bringt auch finanzielle Verbesserungen bis weit in die Mittelschicht hinein. Wenn das nicht rüber kommt, machen wir wohl etwas falsch.

Aber ich glaube, das größte Vermittlungs-Problem haben wir wegen der leidigen Finanzierungs-Frage. Man kann diese Sache auf einen einfachen Punkt bringen: Das BGE muss SO gestaltet werden, dass es nicht zum Rückgang der Produktion führt, da sonst die Finanzierungs-Grundlage wegbricht, was entweder zu weiteren Steuererhöhungen und somit zu einem Teufelskreis führt, oder zur Senkung des BGE-Niveaus, sofern dieses nämlich ans Durchschnittseinkommen geknüpft ist. Darum ist es nützlich zu wissen, dass ein Modell existiert, welches völlig ohne Steuererhöhung eingeführt werden könnte! Das Modell von Hans-Werner Sinn, Präsident des \"Instituts für Wirtschaftsforschung\" IWF, welches ganz allein auf dem Rücken der Bedürftigen finanziert würde, daher absolut asozial! Aber es ist wichtig, diese unsinnige Behauptung zu bekämpfen, das BGE sei nicht finanzierbar!

Irgendwo zwischen den beiden Extremen, dem Sinn-Modell und dem der Linkspartei, existiert er, der goldene Mittelweg! Das besagt schon der Mittelwertsatz der Mathematik.

Robert Bleilebens schrieb am 27.06.2008, 17:12 Uhr zu

Kritik zu Kommentar 2 von Ronald Blaschke:

Ich habe nie behauptet, der Mensch würde nur des Geldes wegen arbeiten. Sondern lediglich gesagt, daß man weniger hinzuverdienen muß, um ein bestimmtes verfügbares Einkommen zu erhalten, je höher das BGE ist. Und das ist ja wohl logisch!

Außerdem habe ich mehrfach darauf hingewiesen, daß es auch nichtfinanzielle Anreize gibt und sogar dargestellt, daß sich deren Bedeutung nach der Einführung eines BGE erhöhen wird. Es ist daher ärgerlich, wenn ich für etwas kritisiert werde, was ich gar nicht ausgesagt habe, weil man offensichtlich das tatsächlich Gesagte nicht richtig gelesen hat oder nicht richtig lesen will.

Außerdem bringt ein niedriger Transfer nicht einen existenziellen Arbeitszwang, denn man kann ja schließlich die Wohnkosten reduzieren, dann hat man mehr zum Leben (deutlich mehr als heute bei Hartz IV!)

Auch durch einen niedrigen Transfer treten schon ganz erhebliche Veränderungen ein. Und von dieser Basis aus kann man das BGE dann schrittweise erhöhen. Daher wird es hierdurch nicht diskreditiert; ganz im Gegenteil, nur so ist es realisierbar.

Günter Schwarz schrieb am 27.06.2008, 12:58 Uhr zu

Hallo,

registriert euch auf der Seite meinespd.de und beteiligt euch an der Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen.

In der Fotogalerie von Günter Schwarz findet ihr Vorschläge für Buttons.

Auf der website

www.cityspd.de

könnte ihr im webvoting an der Abstimmung zum bedingungslosen Grundeinkommen teilnehmen.

Gruss

Günter

Volker Stöckel schrieb am 27.06.2008, 06:50 Uhr zu

Der Begriff „Anreiz“ ist meiner Meinung nach nicht negierbar. Denn zum einen wäre ein negativer Anreiz ein solcher, der eben kein Anreiz wäre. Zum anderen birgt allein schon die theoretische Möglichkeit, Leid zu erschaffen oder zu erhalten, in einem demokratischen Rechtsstaat die Unmöglichkeit der Grundrechtsverletzung.

Das, was jemand oder etwas als Vorteil bestimmt, ist individuell. Genau da liegen die Grundannahmen der mikroökonomischen Theorie, an der sich die gesamte BWL entwickelt hat. Nun kann es natürlich sein, dass dieses Individuum der Staat ist oder ein Unternehmen und dass diese ihre Vorteile anhand des kollektiven Vorteilhaftigkeitsmaßes „Geld“ berechnen. Aber auch der Mensch ist ein solches Individuum und obwohl er gelernt hat in Geld zu denken, berechnet er seine Vorteilhaftigkeit ohne sich dessen bewusst zu sein anhand eines anderen Vorteilhaftigkeitsmaßes, nämlich des „Nutzens“. Diese individuelle Währung hat jedoch den Nachteil/Vorteil, dass sie weder messbar, noch vergleichbar ist. Ansonsten funktionieren die Kalküle bei allen „gesunden“ Individuen gleich. Die Besonderheit beim Menschen liegt darin, dass er und nur er weiß, welchem Weltzustand er welchen Nutzen zuordnet. Dies entspricht der subjektivistischen Wertlehre - jede Jeck ist anders.

Daher ist der klassisch-neoklassischen Dichotomie noch ein drittes hinzuzufügen - die Wohlfahrt. Auf der einen Seite haben wir die Güter. Auf der zweiten Seite den Geldeswert derselben Güter. Und auf der dritten Seite den Nutzen, den ein Mensch (der ja bekanntlich nur als einzelner aus den Gütern einen Nutzen ziehen kann) den Gütern beimisst anhand seiner Präferenzstruktur. Und dabei ist letztlich nur der Nutzen die unabhängige Variable, denn sowohl die Güter als auch das Geld (wie Pigou nachwies) obliegen demselben ersten Gossenschen Gesetz des abnehmenden Grenznutzens. Und so ist die Güterwelt und deren Geldesbewertung die eine Seite der Medaille und die Nutzenwelt, deren Aggregation man zur Wohlfahrt führt, die andere Seite derselben, wenn man schon die Schwierigkeit der graphischen Darstellung dieser Trias vermeiden möchte.

Für die Finanzierung eines Grundeinkommens ist es nur dann wichtig, die Anreizwirkung von heute zu erhalten, wenn man die Güterversorgung Deutschlands gleich halten will. Allerdings bestimmt die Anreizwirkung nur das Inidividuum selbst. Anhand des individuellen Kalküls hat der Arbeitsgeber zu ergründen, zu welchem Preis-/Leistungsverhältnis er die Arbeitsaufnahme bewirkt. Entscheidend ist jedoch die Frage, welche Gütermenge zur maximalen Wohlfahrt der Bevölkerung führt. Es mag durchaus sein, dass der halbe Reichtum Deutschlands seine Bürger doppelt so glücklich macht wie heute.

G. Pohl schrieb am 26.06.2008, 15:22 Uhr zu

Auf einem Auto-Aufkleber las ich: „Der Kapitalismus hat den Sozialismus nicht besiegt, er ist nur übrig geblieben“ – das gefiel mir.

Daß bei den Verfassern der Schrift: „Jenaer Aufruf“, hier im Volltext nachlesbar,

http://www.sozialemarktwirtschaft.eu/Der_Jenaer_Aufruf.5245.0.html

der Name des Jenaers Professors Michael Opielka nicht auftaucht, macht mich doch sehr skeptisch. Sollte die Initiative wohl eher die Abwehr des bedingungslosen Grundeinkommens im Sinn haben?

Viktor Panic schrieb am 26.06.2008, 11:04 Uhr zu

ERFOLGREICH FÜR UNSERE IDEE WERBEN - EIN REZEPT

Besonders EINDRUCKSVOLL ist die grafische Darstellung der heutigen(!) \"Kaufkraft-Kurve\". Die Kaufkraft-Kurve ist der mathematische Zusammenhang zwischen Einkommen und Kaufkraft. (Ich persönlich bevorzuge dabei auch die Einbeziehung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung, das macht bei denen einen guten Eindruck.)

Aber der Einfachheit halber: Beim hiesigen Beitrag \"Ausgewählte Grundeinkommensmodelle im Zahlenvergleich\" ist eine Tabelle angegeben, die ersten beiden Spalten stellen die heutige Situation dar!

Erste Spalte als x-Koordinate, zweite als y-Koordinate verwenden.

Die heutige Kaufkraft-Kurve weist einen starken Knick auf, das Althaus-Modell einen deutlich schwächeren, lineare Modelle gar keinen!

Wer bei der Vermittlung unserer Idee Erfolg haben will, braucht nur die heutige(!) Kaufkraft-Kurve zu zeichnen (oder zu skizzieren) und zu erläutern:

„Links ist der Sozialhilfe-Bereich, rechts der Einkommensteuer-Bereich. Dieser Knick…“ Draufzeigen! “... ist an der Spaltung unserer Gesellschaft in Erwerbstätige und Erwerbslose schuld, er(!) zwingt die Menschen, sich zu entscheiden, ob sie GANZ oder GAR NICHT arbeiten wollen. Denn EIN BISSCHEN ARBEIT lohnt sich in unserer Gesellschaft einfach nicht! Und der technische Fortschritt, eigentlich ein Segen, wird dadurch zum Fluch! Und statt WENIGER ARBEIT FÜR ALLE lautet das Resultat KEINE ARBEIT FÜR IMMER MEHR!“

Und dann die (passende) gerade Linie reinziehen und sagen: „Das ist die Lösung des Problems. Das ist das Grundeinkommensmodell.“

Viktor Panic schrieb am 26.06.2008, 10:37 Uhr zu

Das ist ein guter und wichtiger Beitrag!

Und den „kritischen“ Titel halte ich für ganz nützlich, das Interesse von Skeptikern zu erregen.

Auch den Kommentar von REINHARD BÖRGER möchte ich ausdrücklich unterstützen. Das BGE ist absolut keine Faulheitsprämie, denn die wirklich Faulen (die es meiner Meinung nach gar nicht gibt) werden davon nicht profitieren. Vielmehr ist es eine Arbeitsprämie, auch wenn wir dann immer gleich offensiv dazusagen sollten, dass es Sozialhasser gibt, die den heutigen Alg-II-Empfängern diese Chance nicht gönnen! Allerdings möchte ich kritisch anmerken, dass es nicht bloß einen „geringen“ Steuerabzug vom Hinzuverdienten geben wird! Der Steuersatz zur Finanzierung entspricht exakt dem Prozentsatz, der dem Verhältnis Grundeinkommen : Durchschnittseinkommen entspricht. Das gilt natürlich nur für Modelle ohne „Knick“ oder Krümmung. Hinzu kommen noch die restlichen Staatsausgaben. Daher werden wir wohl die Gesamt(grenz)belastung (Einkommen- plus Mehrwert-Steuer) zunächst nicht weit unter 50 Prozent drücken können, also einen Eink.steuersatz von mindestens 30 Prozent erhalten. Dass der Satz im unteren Bereich geringer als oben ausfällt, wird sich wohl nicht durchsetzen lassen! Da weise ich bloß mal auf das Althaus-Modell hin, wo er unten 50, oben 25 Prozent beträgt. Wir sollten dieses Modell ausdrücklich als mögliches Einstiegs-Modell unterstützen! Auch ich persönlich halte ein lineares Modell für ideal.

Für besonders EINDRUCKSVOLL in der Diskussion halte ich die grafische Darstellung der HEUTIGEN „Kaufkraft-Kurve“, das ist der mathematische Zusammenhang zwischen Einkommen und Kaufkraft. Gesehen habe ich sie noch nirgends, aber bei eurem Link „Ausgewählte Grundeinkommesmodelle im Zahlenvergleich“ ist eine Tabelle zu finden. Die zweite Spalte stellt die heutige Situation dar! Die erste Spalte braucht man natürlich auch, sie ist die (waagerechte) x-Koordinate, die zweite als y-Koordinate. Ich schildere das so ausführlich, damit auch mathematisch weniger Bewanderte sich das Bild machen können.

Wenn ich sage, ich habe die Kaufkraft-Kurve noch nirgends gesehen, dann gilt das nur für die heute gültige! Die Kaufkraft-Kurven verschiedener Grundeinkommens-Modelle hingegen habe ich schon mehrfach bewundern dürfen, sogar im „Sachverständigen“-Gutachten (zum Althaus-Modell) waren sie abgebildet. Wer bei der Vermittlung unserer Idee Erfolg haben will, braucht nur die HEUTIGE Kaufkraft-Kurve zu zeichnen (oder zu skizzieren) und zu erläutern:

„Links ist der Sozialhilfe-Bereich, rechts der Einkommensteuer-Bereich. Dieser Knick…“ Draufzeigen! “... ist an der Spaltung unserer Gesellschaft in Erwerbstätige und Erwerbslose schuld, ER zwingt die Menschen, sich zu entscheiden, ob sie GANZ oder GAR NICHT arbeiten wollen. Denn EIN BISSCHEN ARBEIT lohnt sich in unserer Gesellschaft einfach nicht! Und der technische Fortschritt, eigentlich ein Segen, wird dadurch zum Fluch! Und statt WENIGER ARBEIT FÜR ALLE lautet das Resultat KEINE ARBEIT FÜR IMMER MEHR!“

Und dann die (passende) gerade Linie reinziehen und sagen: „Das ist die Lösung des Problems. Das ist das Grundeinkommensmodell.“

Herbert Wilkens schrieb am 26.06.2008, 08:34 Uhr zu

Antwort auf Hendrik Höcke:

Zu wenig kritische Stimmen auf der Netzwerk-Website?

Die Online-Redaktion weist darauf hin, dass das Thema \"Argumente pro und contra BGE\" auf der Seite \"Fragen und Antworten\"

https://www.grundeinkommen.de/die-idee/fragen-und-antworten

umfassend behandelt ist.

Die Redaktion ist an der ständigen Aktualisierung und eventuellen Vervollständigung dieser Seite interessiert. Sie begrüßt Kommentare und Anregungen.

Bisher scheint es so, dass die Argumente gegen ein BGE immer wieder dieselben sind. Wer Ideen hat, darauf bessere Antworten zu geben, ist herzlich eingeladen, an die Redaktion zu schreiben: redaktion@grundeinkommen.de

Lothar Mickel schrieb am 25.06.2008, 23:00 Uhr zu

Wird die Höhe eines BGE auf das Niveau einer nackten Existenzsicherung beschränkt, so führt dies nicht zu starken positiven Anreizen, sondern gerade zu den gleichen negativen Wirkungen, wie sie heute durch die Hartz-IV-Repressalien generiert werden: Minderung des Selbstwertgefühls, Passivität, Kontaktscheue, Schuldgefühle, Depressionen, mangelnde Teilhabe am Gemeinwesen. Und genau das kann und muss ja mittels BGE gerade durchbrochen werden.

Viktor Panic schrieb am 25.06.2008, 18:27 Uhr zu

EINSTIEGSKURS BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN

Warum wir das bedingungslose Grundeinkommen einführen müssen, kann man am anschaulichsten folgendermaßen erkennen:

Man klicke oben rechts auf dieser Seite auf den Artikel

\"Ausgewählte Grundeinkommensmodelle im Zahlenvergleich\"

dort dann auf den Link

\"Vergleich\"

In dieser Tabelle sind das Wichtigste zunächst die ersten beiden Spalten

\"Brotteinkommen Single\"

und

\"Netto Single heute\"

Man trage die Werte maßstabsgetreu in ein x-y-Koordinaten-System ein, die Werte in der ersten Spalte als x-Wert, die in der zweiten als y-Wert und verbinde die Punkte (mehr Zwischenwerte wären ganz nett!).

Das Resultat ist das, was ich als Kaufkraft-Kurve zu bezeichnen pflege. Die Funktion verläuft links sehr flach, hat dann einen recht scharfen Knick und ist dann recht steil, bevor sie langsam etwas abflacht. Dieser Knick ist der Kern des Problems der \"sozialen Ungerechtigkeit\"! Den Bereich um den Knick herum bezeichne ich als den \"Kaufkraft-Graben\". Er ist es, der unsere Gesellschaft in Erwerbstätige und Erwerbslose gespalten hat! Nur wenige Menschen befinden sich mitten in diesem Bereich, zurzeit aber allmählich immer mehr. Vor allem von rechts sinken immer mehr Menschen in diesen Graben ab. Arbeit lohnt sich wenig dort, die Menschen kämpfen sich den rechten Abhang hinauf, indem sie Überstunden leisten oder einen weiteren Job annehmen. Im flachen Bereich links neben dem Knick gibt es fast niemanden, das sind Alg-II-Empfänger, die sich etwas hinzuverdienen, doch nur wenige sind so dumm (muss man leider so ausdrücken!) sich SOVIEL hinzuzuverdienen, dass ihnen das meiste wieder von der Sozialleistung abgezogen wird.

Trägt man DIE ANDEREN SPALTEN in das Diagramm ein, die verschiedenen Modelle des (bedingungslosen) Bürgergelds, so erkennt man, dass es dort -je nach Modell- gar keinen oder nur einen leichten Knick gibt. Dadurch wird zum einen der Einstieg ins Arbeitsleben für diejenigen wieder interessant, die heute keine Hoffnung auf sozialen Aufstieg haben. Zum anderen werden diejenigen, die sich derzeit selbst ausbeuten, entlastet, und werden gerne auch etwas Arbeit abgeben, immerhin handelt es sich dabei um etwas qualifiziertere Arbeit als die, die heute angeboten wird.

Robert Bleilebens schrieb am 25.06.2008, 16:21 Uhr zu

Eine moralische Verpflichtung auf Erbringung einer Gegenleistung ist ebenso überflüssig wie eine gesetzliche Verpflichtung! Jeder Mensch hat eine oder mehrere Tätigkeiten, die genau seinem Wesen entsprechen! Diese Tätigkeiten vollbringt er ganz freiwillig, weil sie ihm Freude bereiten und er darin einen Lebenssinn findet! Dazu muß man ihn nicht zwingen oder mit dem moralischen Zeigefinger wedeln! Das macht er ganz von allein und erbringt genau dadurch die bestmögliche Leistung für die Gesellschaft!

Ronald Blaschke schrieb am 25.06.2008, 16:10 Uhr zu

\"Hierbei ist zunächst die Höhe des Grundeinkommens zu beachten: Je höher es ist, desto geringer ist der positive finanzielle Arbeitsanreiz.\" Dieser Satz ist äußerst problematisch, ebenso die Schlussfolgerungen daraus. Er unterstellt, dass Menschen allein wegen des Geldes etwas tun, eine verkürzte ökonomistische Annahme. Dem widerspricht dass massenhafte Engagement von erwerbslosen und erwerbstätigen Menschen im bürgerschaftlichen Bereich. Ein weiteres schönes Beispiel gegen die Anreiz (Geld)- Reaktionsthese ist im Kapitel \"Der kluge Anstreicher\" in Tom Sawyers Abenteuer nachzulesen.

Ein niedriger allgemeiner sozialer Transfer als Einstieg ist nicht nur mit existenziellen Arbeitszwängen verbunden. Er birgt auch die Gefahr, dass, weil die mit einem BGE erhofften Veränderungen nicht eintreten, die Idee diskreditiert wird.

Theophil Wonneberger schrieb am 25.06.2008, 14:56 Uhr zu

Ich stimme allen Änderungsanträgen von Gisela Brunken zu und ergänze einen mir wichtigen Punkt:

Der Netzwerkrat/Delegiertenkreis sollte aus nicht mehr als sieben Leuten bestehen. Das minimiert Fahrtkosten und effektiviert die Abstimmungen. Auf eine sinnvolle Arbeitsteilung und Autonomie ist zu achten. Weitere kompetente Unterstützer, ohne Stimmrecht, könnten ggf. von den Delegierten kooptiert werden.

Reinhard Börger schrieb am 25.06.2008, 13:41 Uhr zu

Wenn dieser Thread noch jemanden interessiert, möchte ich Mathias Schweitzer widersprechen. Wie hoch das BGE ist, wie die Höhe bestimmt wird und was gesllschaftliche Teilhabe ist, darüber kann man streiten. Wer meint, mit einem Bege in der Höhe von Hartz IV nicht auszukommen, kann ja versuchen, durch Arbeit etwas dazu zu verdienen; das lohnt sich doch nur, wenn ihm nicht sofort wieder abgezogen wird, was er durch Arbeit verdient hat. Außerdem kann das Grundeinkommenm ohne große Schwierigkeiten erhöht werden, wenn man es sich leisten kann oder will; eine einmal eingeführte Bedürftigkeitsprüfung mit Arbeitszwang lässt sich nicht so leicht abschaffen.

Und eas ist das Anliegen? Doch wohl die Gründe, weshalb das Grundeinkommen eingeführt werden soll. Die sind wohl schon bei den Listebnteilnehmern verschieden; außerdem hat das BGE für viele noch andere positive Auswirkungen. Für mich ist es nicht die Hauptforderung, sondern es geht mir in erster Linie um einen sorgsameren Umgang mit Umwelt und Rohstoffen zu Gunsten später lebender Menschen. Damiit der gesellschaftliche Reichtum trotzdem ohne Wachstumszwang einigermaßen gerecht verteilt werden kann, halte ich des BGE für unumgänglich. Mehr Teilhabe für alle ist sicher sinnvoll, aber sie wird doch auch schon dadurch erleichtert, dass man den selbst erarbeiteten Lohn behalten darf.

Viktor Panic schrieb am 25.06.2008, 11:41 Uhr zu

Der Mann hat den Durchblick!

Es ist von größter Wichtigkeit, dass wir jeden, der mit unserer Idee in Kontakt kommt, auf den völlig mangelhaften Anreiz hinweisen, den der heutige Anrechnungssatz (meines Wissens 80%) des Alg-II darstellt, auch Transferentzugssatz genannt. Ich bezeichne ihn auch gerne als Steuersatz, denn genau SO wirkt er sich aus. Und ist die Hauptursache für Schwarzarbeit!

Ich persönlich halte ebenfalls ein BGE in Höhe der heutigen Grundsicherung für den einzig sinnvollen Einstieg. Danach sollte man aber einen runden Prozentsatz (25, 30, 33 1/3 oder 40 Prozent) vom Durchschnittseinkommen anstreben und es dabei belassen. Das Grundeinkommen würde ja mit steigendem allgemeinem Wohlstand ebenfalls mitwachsen.

human 6008790802 schrieb am 24.06.2008, 10:50 Uhr zu

zu Kommentar Victor: 1. Wenn das BGE eine res publica ( Sache des Volkes, also einer grossen Mehrheit ) werden soll, wird die Vorstellung eines Herumdümpeln auf ALG 2 -Niveau nicht viele interessieren. ALG 2 oder Sozialhilfe bekommen Sie sowieso, wenn auch mit viel bürokratischem Aufwand und erst, wenn Sie schon alle Besitztümer verkauft haben und alle Verwandten 1. Grades finanziell belästigt haben.

2. \"Steuern\" sind sowieso nur ein grosser Verschiebebahnhof.

3. Es gibt ALG 2 -Empfänger, die versorgen kleine Kinder und andere Verwandtschaft. Die haben genug Arbeit und wollen gar nicht in die Kampf-Arena Arbeitsmarkt einsteigen, weil sie überlastet werden.

4. Wenn das BGE eine Mehrheit finden soll, darf es nicht nur ein \"Arme-Leute-Problem\" bleiben. Es steht ja eine neue Philosophie dahinter, die sich auf die gesamte Menschheit bezieht. Und warum soll man den Menschen immer runterrechnen auf Existenzminimum ? ( Sparsame Askese ist bestimmt lobenswert, aber nicht jedermanns Sache. )

5. Dass man \"Total-Faule\"(???) mitunterstützt, wird man einfach akzeptieren müssen. Mit der gleichen Toleranz, mit der wir Milliardäre mitfinanzieren. Aber ich vermute, eine egoistische Total-Faulheit ist den meisten Menschen einfach zu langweilig und die Natur zwingt UNS sowieso alltäglich zum Arbeiten und zum Zusammenarbeiten.

Michael schrieb am 24.06.2008, 09:42 Uhr zu

Hier scheint es sich um ein Sammelsorium von linkslastig denkenden Einzelpersonen zu handeln, die alles was mit Freiheit und liberalen Gedankengut zusammenhängt verteufeln. Beim Bürgergeld muss es eine Prüfung zu Bedürftigkeit geben, sonst könnte ja jeder kommen und abkasieren. Negativ am liberalen Bürgergeld ist nur, das sich die heutigen Mitarbeiter der ARGEn mit beim Finanzamt anstellen können, um sich ihr Bürgergeld abzuholen. Des weiteren sollte es eine Überprüfung von staatlichen Mitteln / Fördermitteln für die Umschulung geben, da heute schon sinnlose Dinge weitergebildet und umgeschult werden und sinnvolle Weiterbildung und Spezialisierungen von den Ämtern abgelehnt werden. Jeder Schwachmat, der nicht mal fähig war seinen Hauptschulabschluß zu machen wird gefördert, aber ein guter Schüler, dem hilft keiner, das er eine Ausbildung zu finden. Die Linken denken sozial ist, wenn man Unternehmern Geld gibt, damit sie schlechte Schüler einstellen, damit diese gefördert werden. Gute Schüler bleiben auf der Strecke, denn wer sollte einen guten Schüler einstellen, wenn er Geld für einen schlechten bekommt! Genauso ist es mit Facharbeitern und Hochschulabsolventen, statt diesen nach ihren Abschlüssen zuhelfen eine Anstellung zufinden, wird das Geld in sinnlose Bildung gesteckt.

Robert Bleilebens schrieb am 23.06.2008, 09:27 Uhr zu

Der Finanzbedarf ist nicht das Grundeinkommen multipliziert mit der Anzahl der Bewohner eines Staates, sondern lediglich der insgesamt gezahlte Transfer. Das Grundeinkommen ist nur dann vollständig ein Transfer, wenn jemand keine Steuern zahlt; und in verminderter Höhe ein Transfer, wenn jemand Steuern zahlt, die jedoch niedriger sind als das BGE. Beispiel: Bei 1.000 Euro BGE und 500 Euro Steuerzahlung beträgt der Transfer 500 Euro. Bei 1.000 Euro Steuerzahlung gibt es gar keinen Transfer mehr; und bei mehr als 1.000 Euro Steuerzahlung ist das BGE nur noch eine partielle Steuerrückerstattung; das heißt, der Steuerpflichtige finanziert es selbst.

Beispiel: 2.000 Euro Steuerzahlung - 1.000 Euro BGE = 1.000 Euro Netto-Zahlung.

Und der positive Saldo, der dann übrig bleibt, ist die von ihm geleistete Netto-Zahlung, mit der er zur Finanzierung des Transfers für die Netto-Empfänger beiträgt.

BGE-Peter schrieb am 23.06.2008, 06:19 Uhr zu

Um einen Einstieg in die TO zu bekommen, besonders für neue Mitglieder, finde ich es gut zuerst ein Sachthema zu haben. Ich plädiere für das Thema B. \"Der lange Marsch des bedingungslosen Grundeinkommens durch die politischen Parteien\". Ohne die Füße in ALLE Lager zu bekommmen, wird das BGE nicht kommen. Das Netzwerk MUSS hier in allen Lagern tätig sein, bzw. werden.

Peter Scharl

Viktor Panic schrieb am 22.06.2008, 15:35 Uhr zu

Das klingt alles zu schön, um wahr zu sein!

Und doch ist es wahr!

Nur leider werden wir damit die vielen Menschen nicht überzeugen, denen klar ist, dass der Wohlstand unseres Landes erarbeitet sein will, und die instinktiv mit dem Satz reagieren, \"Wenn jeder sein Geld vom Staat erhält, wer wird dann noch arbeiten wollen?\"

Wir müssen daher deutlich machen - und dazu müssen wir uns auch selber darüber imklaren sein! - dass das BGE keineswegs dem \"Wirtschaftsstandort Deutschland\" schaden würde! Es stellte nämlich für niedrige Löhne eine Subvention dar, und bekanntlich profitieren dabei auch die Arbeitgeber! Weniger brutto, mehr netto, das ist die Idee, die sowohl Arbeitnehmer, als auch Arbeitgeber faszinieren kann.

Und Millionen neuer Arbeitsplätze würden entstehen!

Viktor Panic schrieb am 22.06.2008, 14:49 Uhr zu

\"Das BGE ist keine ‚Stilllegungsprämie’ für überflüssig gewordene Arbeitskräfte.\"

Diesen Satz kann man gar nicht genug betonen. Wir sollten vor allem immer wieder deutlich machen, dass das BGE sogar nach Einschätzung des (ungerechten) negativen \"Sachverständigen\"-Gutachtens viele derzeitige Hartz-IV-Empfänger zur Rückkehr ins Berufslebens ermutigen würde!

Freiwillig!

Und das gilt für alle Varianten!

Viktor Panic schrieb am 22.06.2008, 13:13 Uhr zu

Es handelte sich nicht bloß um eine gemeinsame Initiative, sondern um eine vorausgehende kontroverse(!) Diskussion. Leider ist das Fazit dieser Veranstaltung in sich widersprüchlich, bzw. die Formulierungen sind interpretierbar:

\"Das eigene Leben in die Hand nehmen. Mit eigener Kraft den Bildungs- und Berufsweg meistern.\"

Diese Sätze sind auch bei Sozialabbauern sehr beliebt. Und tatsächlich heißt es dann: \"In Notlagen zunächst auf die Hilfe der Familie bauen: Weniger Staat und mehr Eigenverantwortung ...\"

Auf meine Verwandten kann ich bauen. Doch der Staat sollte diesen Zusammenhalt nicht als Selbstverständlichkeit betrachten und ausbeuten! Dass er dies bislang tut, ist die Ursache für die Abspaltung einer eigenen Sozialhilfe-Klasse!

Positiv zu sehen ist dagegen das \"... Programm, das vor allem den Staat in die Pflicht nehmen will, den Bürgern mehr Eigenständigkeit ... zu geben.\" sowie die Forderung, sich mit den genannten neuen Konzepten auseinanderzusetzen.

Hoffentlich ist letzteres nicht im Sinne eines Abwehrkampfes gemeint!?

A.Berndt schrieb am 22.06.2008, 09:44 Uhr zu

Nach dem ich das Buch von Götz Werner gelesen hatte, war ich ein Fan vom Bedienungslosen Grundeinkommen und halte nach wie vor für ein wunderbares Ziel. Aber um so mehr ich mich mit den Zuständen und politischen Strömungen und Sichtweisen beschäftige, um so weiter rücke ich z.Zt. davon ab. Jetzt vor allem, wenn die Organisation von Roman Herzog ein Grundeinkommen diskutieren möchte, bin ich Sicher, das die Forderung nach einem bG nicht genügt und zu kurz gedacht ist. Wenn Organisationen und Bürgerbewegungen nicht stark genug werden, wird sich das bG auf einem Niveau bewegen, das nicht lebensfähig in unserem Mitteleuropäischen bekannten Sinn sein wird und natürlich mit vielen Sanktionen für die \"Bezieher\" versehen sein wird. In dem Fall wäre die Forderung nach einem bG zum Türöffner worden.

Viktor Panic schrieb am 21.06.2008, 10:28 Uhr zu

Bei dieser Gelegenheit möchte ich zur Diskussion darüber anregen, das Bürgergeld für Kinder und Erwachsene gleich hoch anzusetzen. Bislang gibt es ja für Kinder bereits Kindergeld, für Erwachsene \"gar nichts\". (Man darf freilich den steuerlichen Grundfreibetrag nicht ganz außer Acht lassen.)