(Profil Baukje Dobberstein, Fortsetzung)

Mein Interesse am Grundeinkommen wurde durch die Lektüre von „Haben oder Sein“ von Erich Fromm geweckt und war seitdem als wünschenswerte Utopie in meinem Herzen verankert. Durch ein Gespräch mit Philip Kovce am Rande der Leipziger Buchmesse 2015 habe ich von der Schweizer Initiative zum Grundeinkommen erfahren und mich anschließend intensiv mit der verfügbaren Literatur etc. auseinandergesetzt. Ein Jahr später, ebenfalls auf der Buchmesse motiviert, diesmal durch den Soziologen Hartmut Rosa, begann ich meinen Blog zu schreiben, welcher sich überwiegend mit dem Thema Grundeinkommen auseinander setzt.

Beruflich bin ich als Ärztin immer auf der Suche nach den kausalen Ursachen der Krankheiten gewesen. Das hat mich von Intensivstation und Notarzttätigkeit zunächst in die Allgemeinmedizin und dann zur Psychotherapie geführt. Doch viele Ursachen sind nicht individuell, sondern gesellschaftlich, insofern war ein politisches Engagement in Richtung einer gesünderen und gerechten Gesellschaft die logische Folge. Das bedingungslose Grundeinkommen erscheint mir dabei als der sinnvollste Weg.

Für mich ist das Grundeinkommen wesentlich mehr als nur eine bessere Sozialleistung. Ich möchte in der Gesellschaft leben, in der jedem die Existenz gegönnt wird, in der jeder ein Grundeinkommen erhält – selbst wenn das heißt, dass mein eigener Beitrag zur Gesellschaft, zum Beispiel durch Steuern, dadurch höher wäre als jetzt.

Meine humanistische Grundhaltung steht im Widerspruch zu Kampf, Machtspielen und Propaganda. Mein Interesse ist es, eine gesamtgesellschaftliche Debatte zum Grundeinkommen zu befördern, die auch Raum lässt für Nachfragen, Zweifel und Betrachtung von Risiken. Ich bin überzeugt davon, dass die zugrundeliegende Idee des Grundeinkommens das Potential hat, unsere Gesellschaft zum Guten hin zu verändern und die Welt zu einem besseren Ort zu machen, das Potential einer gewaltlosen (R)evolution.

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