Kandidaten

für die Wahl zum Netzwerkrat bei der Mitgliederversammlung 2019

Ulrich Hühn

Ich möchte mich auf dem Netzwerk Treffen am 23. 2. 2019 in Frankfurt für den Netzwerkrat bewerben.

Ich bin 1955 in Kiel geboren und Handwerksmeister in der Elektroinstallation, im ersten Beruf in der Autobranche tätig gewesen. Ich habe mal ein Studium des Maschinenbaus begonnen, bin geschieden und lebe nun mit meiner Partnerin in Kiel zusammen, die auch beim Grundeinkommen aktiv ist. In vielen Vereinen bin ich tätig: Schwerpunkte Energieversorgung, Verkehr und Gewaltfreiheit. Seit 20 Jahren bin ich bei den Grünen aktiv auf Kommunal- und Landesebene.

In meiner Tätigkeit als Handwerker fahre ich durchs ganze Land, und dieses Schleswig-Holstein steht sicher auch für die ganze Republik. Ich baue an Anlagen für viele 100.000 € mit und repariere Kleinmaschinen von einigen 100 €. Was auffällt, ist daß Großanlagen häufig bar bezahlt werden, während es bei in Armut gefallenen Familien oder Alleinstehenden öfter schwerfällt, Kleinreparaturen überhaupt zu bezahlen. Dieser Trend verstärkt sich mit den Jahren, denn immer mehr Geld ist bei den Reichen vorhanden, was zu Geiz führt (es könnte ja mal weniger werden) bzw. zur Überdrüssigkeit am System bei armen Menschen, die mit dem Absturz des Systems anfangen zu leben (besonders in den Städten wird der Verfall der Objekte mit Hinweis auf die nicht veränderbaren Strukturen hingenommen). Hier ist ein Gegensteuern bzw. im Fall des bGE ein Systemwechsel erforderlich. Dieser Systemwechsel wird die Vermögenden nicht außergewöhnlich belasten, denn ihnen werden die Besitztümer nach meinem Verständnis nicht genommen, nur die weitere Kapital-Akkumulation unterbunden (Steuergesetzgebung). Bei der verarmten Gesellschaft wird, und da sehe ich den wichtigen Aspekt des bGE, wieder Interesse an der Teilhabe am sozialen Leben geweckt.

Ich bin spätestens seit Gründung der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen Schleswig-Holstein am 19. 10. 2008 aktiv fürs Grundeinkommen tätig. Mit der Initiative des Grünen Landesverbandes Schleswig-Holstein, im Rahmen einer Zukunftswerkstatt am Wahlprogramm für die Landtagswahl am 7. Mai 2017, mitzuarbeiten, wurde auch der Arbeitskreis Grundeinkommen gegründet, mit einer der erfolgreichsten Arbeitskreise in diesem Programmprozeß.

Im Sommer 2016 haben wir uns im Rahmen des Bergfestes mit einer großen Präsentation den Grünen und Interessierten präsentiert. Mit dem Wahlerfolg und den anschließenden Koalitionsverhandlungen zu einer CDU / Grünen / FDP Koalition wurde die Einrichtung eines Zukunftslabors verhandelt, in dem soziale Sicherungssysteme wie das bedingungslose Grundeinkommen (ich verkürze es zu Gunsten des Themas etwas) durch Arfst Wagner in den Koalitionsvertrag hineingeschrieben. Durch das wenig engagierte Arbeiten der Regierung, deren Schwerpunkt nicht das bGE ist, ist diese Arbeit ins Stocken geraten. Jedoch ist die Arbeit für den wissenschaftlichen Beirat mittlerweile vergeben.

Auch hat die Gründung einer Landesarbeitsgemeinschaft nicht zu einer Verstetigung der Arbeit beigetragen. Wir in Schleswig-Holstein müssen uns jetzt Strukturen schaffen, in denen wir das Thema innerhalb und außerhalb von Parteien und Verbänden voranbringen.

Gleichmaßen bin ich zu einer Sitzung der Linken BAG Grundeinkommen nach Berlin gefahren, um überparteilichen Austausch zu pflegen.

In meiner Arbeit mit dem Thema sind die Bereiche der Vermittlung des Gedankens des Grundeinkommens zu den Menschen und ethische Aspekte für die Menschen für das Grundeinkommen im Zentrum meiner Arbeit.

Ich versuche, herauszufinden, warum das bGE für den Menschen in der heutigen Industriegesellschaft wichtig ist. Daß sich Menschen ab einer bestimmten Einkommenshöhe aus dieser Solidargemeinschaft abmelden können, ist abzuschaffen. Der Wettbewerb unter den Krankenversicherungen führt nicht zu einer Leistungsverbesserung für die Versicherten. Für jeden Menschen muß der Zugang zur Gesundheitsvorsorge, wie auch zu Bildung und Mobilität kostenfrei sein.

Da ich mittlerweile an mehreren Sitzungen des Netzwerkes Grundeinkommen teilgenommen habe, möchte ich im Netzwerkrat zur Verschärfung des Profils, zur Konkretisierung des Begriffes Grundeinkommen und zur Verbreitung des Gedankens in der Bevölkerung beitragen.

Ulrich Hühn, 23. 12. 2018

Baukje Dobberstein

  • Geboren 1979 in Hannover, geschieden, zwei Töchter im Grundschulalter
  • Fachärztin für Allgemeinmedizin, Zusatzbezeichnung tiefenpsychologische Psychotherapie
  • Selbständig niedergelassen als ärztliche Psychotherapeutin mit eigener Praxis in Hannover
  • Blog.baukje.de seit März 2016 mit vielen Artikel zum Bedingungslosen Grundeinkommen
  • Von Okt 2016-Okt 2017 aktives Mitglied im Bündnis Grundeinkommen
  • Parteifreie Listenkandidatin zur Europawahl fürs Bündnis Grundeinkommen
  • Mitglied einer regionalen Arbeitsgruppe zum Bedingungslosen Grundeinkommen in Hannover seit Okt 2017
  • Schwerpunkt: psychologisches Effekte des Bedingungslosen Grundeinkommens

Ich möchte in der Gesellschaft leben, in der jedem die Existenz gegönnt wird, in der jeder ein Bedingungsloses Grundeinkommen erhält.

Für die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland werden viele Bausteine gebraucht. Die Wissenschaftliche Arbeit ist ein wichtiger Teil, ebenso eine breite gesellschaftliche Debatte und Verankerung in der Zivilgesellschaft durch regionale und überregionale Initiativen. Darüber hinaus spielt die Medienpräsenz des Themas eine Rolle und nicht zuletzt natürlich die Arbeit der Parteien, Parlamente und Regierungen.

Das Netzwerk Grundeinkommen kann dabei eine zentrale Funktion als Ansprechpartner übernehmen, vernetzen, vermitteln und transportieren. Viele Ansätze sind dazu schon etabliert, aber das volle Potential wird aktuell noch nicht ausgeschöpft. Streitigkeiten, persönliche Interessen und unterschiedliche Ziele bremsen den Netzwerkrat in seiner Arbeitsfähigkeit aus. Der Versuch eines Teambuildings ist leider gescheitert und die Arbeit im Netzwerkrat macht so nur sehr wenig Spaß.

In einem Netzwerkrat der mehr möchte, als nur „den Laden am Laufen halten“, arbeite ich gerne wieder mit. Mit Kollegen, die ihre persönlichen Interessen auch mal hintenanstellen können, um ein gemeinsames Ziel effektiv zu verfolgen. Falls die Mitglieder des Netzwerks sich für ein „weiter so“ entscheiden sollten, werde ich mich früher oder später anderen Möglichkeiten zuwenden, um mich für das Bedingungslose Grundeinkommen zu engagieren.

Ronald Blaschke

Seit über 15 Jahren setze ich mich für ein Grundeinkommen ein. Es soll allen Menschen ein Leben in Freiheit von „Furcht und Not“ ermöglichen, wie es in den Menschenrechten geschrieben steht. Nur so kann der emanzipatorische Anspruch eingelöst werden, frei das eigene Leben und die gesellschaftlichen Bedingungen des eigenen Lebens und des Zusammenlebens mit anderen zu gestalten.

Öffentliche Aktionen für das Grundeinkommen halte ich ebenso für notwendig wie Bündnisse mit anderen sozialen Bewegungen und Initiativen. Genauso sind wissenschaftlich fundierte Diskussionen wichtig.

Ich habe mehrere Bücher zum Grundeinkommen (mit)herausgegeben, zahlreiche Beiträge zum Grundeinkommen publiziert und an vielen öffentlichen Diskussionen und Fachdiskussionen in Organisationen teilgenommen. Es geht darum, dass die Idee des Grundeinkommens immer mehr Anhänger/innen findet – in Deutschland, europa- und weltweit.

Schwerpunkte meiner Tätigkeit im Netzwerkrat sollen sein: Bündnisarbeit und Vernetzung, publizistische und wissenschaftliche Arbeit, Organisation von Events und Veranstaltungen.

Ronald Blaschke, Februar 2019

Foto: Fiona Krakenbürger, https://www.flickr.com/photos/postwachstum/5744052458

Joachim Winters

Als ich vor zwei Jahren erstmals erfolgreich für einen Sitz im Netzwerkrat kandidiert hatte, freute ich mich auf die Mitarbeit in einer schlagkräftigen Organisation mit großem Potential für das Grundeinkommen. 15 Jahre nach seiner Gründung hat das Netzwerk dieses Potential noch lange nicht ausgeschöpft und die Arbeit im Netzwerkrat hat meiner Einschätzung nach hohen Optimierungsbedarf.

Deshalb stelle ich mich erneut zur Wahl, um mein Engagement für das Bedingungslose Grundeinkommen fortsetzen und ausbauen zu können. Weiterhin sind für mich die Modellneutralität und Überparteilichkeit des Netzwerks Grundeinkommen sehr wichtig, die ich persönlich durch aktive Werbung fürs Grundeinkommen auch in anderen Parteien und Organisationen sowie die Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen und Präsenz auf unterschiedlichen Kanälen verfolge. Dabei wünsche ich mir den frischen Wind, den das Bündnis Grundeinkommen und viele andere Kleinstparteien in die öffentliche Diskussion zum BGE gebracht haben, auch verstärkt im Netzwerk Grundeinkommen, und den Verzicht auf allzu große formale Einschränkungen durch langjährige Strukturen sowie eine noch effektivere Öffentlichkeitsarbeit in der Gesamtbevölkerung.

Eine Wiederwahl bedeutet für mich den Auftrag, die von den über 5.000 Mitgliedern des Netzwerks Grundeinkommen gewährten Chancen in einem noch engagierteren Team und mit einer weiteren Qualitätssteigerung des Informationsangebots rund um die Grundeinkommensbewegung zu nutzen – unabhängig von Einzelinteressen, aber eben deutlich aktiver als in den ersten beiden Jahren meiner Netzwerkrat-Zugehörigkeit.

Weitere Informationen siehe NWR-Seite.

Jörg Ackermann

Im Artikel 1 des Grundgesetzes steht. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“  Dies sollte für jeden Menschen gelten! Doch tatsächlich wird unterschieden zwischen Menschen die einen Erwerbsarbeitsplatz besitzen und denen, die aufgrund von Erwerbslosigkeit ein Transfereinkommen beziehen.

Selbstständige, Leiharbeiter/innen, Aufstocker/innen, Praktikanten/innen und Minijobber/innen – das sind die Bilder, die viele im Kopf haben, wenn sie an die heutige Arbeitswelt denken. Viele Menschen in den industrialisierten Ländern glauben nicht mehr an eine lebenslange Anstellung  in einem  Unternehmen. Dies verbreitet Unbehagen.
Thomas Piketty  hat in seinem Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ diesen Prozess  wissenschaftlich untermauert.

Mit Erwerbsarbeit kann heute immer weniger das Wohlstandsversprechen, das noch in den 60er und 70er Jahren  für das Bürgertum in westlichen Industriegesellschaften galt, eingelöst werden. Erwerbsarbeit trägt heute immer weniger zum Wohlstand bei. Das Grundeinkommen trägt dieser Entwicklung Rechnung und  trennt zum Teil Arbeit und Einkommen  voneinander.  Menschen werden dann nicht mehr gezwungen sein, jede noch so unzumutbare Arbeit anzunehmen, nur um zu überleben.

Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in ausreichender Höhe, stellt einen Paradigmenwechsel, vom kompensatorischen zum emanzipatorischen Sozialstaat dar.

Im Zentrum meiner Tätigkeit als Netzwerkrat steht, die Verbreitung der Idee eines BGE im kirchlichen Umfeld insbesondere in der evangelischen Kirche. So habe ich u. a. an der Betreuung des Standes des Netzwerks Grundeinkommen teilgenommen und bin federführend bei der Organisation der Präsenz des Netzwerks Grundeinkommen auf dem kommenden Deutschen evangelischen Kirchentag in Dortmund im Juni des Jahres beteiligt. Weitere Schwerpunkte meiner Arbeit sind der Kontakt zu Attac, die Organisation von Treffen der Netzwerkregion Nord sowie die Durchführung von Veranstaltungen.